Die Tourismusbranche ist, nicht nur in Österreich, aufgrund neuer Märkte wie z.B. Osteuropa oder Asien, eine wachsende Industrie und die WTO prognostiziert ein weiter anhaltendes Wachstum an internationalen Reiseankünften in Mitteleuropa bis zum Jahr 20201. Gerade der internationale Reiseverkehr erfährt in den letzten Jahrzehnten, durch eine Zunahme der Low Cost Carrier einerseits und durch die stetig steigende Reiseintensität in allen Altersgruppen andererseits, einen Aufschwung. Die größer werdende Mobilität hat zur Folge, dass dem Tourismus vermehrt wirtschaftliche Bedeutung in den einzelnen Ländern zukommt. Weiters rücken destinationsähnliche Produkte, wie beispielsweise der Kreuzfahrt-Tourismus, immer mehr in den Mittelpunkt. Die Tourismusbranche muss sich daher nicht nur auf gesellschaftliche und strukturelle Veränderungen einstellen, sondern auch auf ökonomische und technologische.
Europa, als eine der wichtigsten Tourismusdestinationen, kann seine Stellung in Zukunft durchaus behaupten, wobei hierzu Länder wie Österreich, aufgrund der
größer werdenden Konkurrenz, verstärkte Anstrengungen unternehmen müssen,
um ihre Position im europäischen und internationalen Wettbewerb halten bzw.
eventuell ausbauen zu können. Entgegen der oben angeführten Prognosen
befürchten einige Autoren „dass die Nachfrage auch weiterhin zurückgehen könnte,
denn neben traditionellen Strukturschwächen wie geringem Internationalisierungsgrad, Mangel an modernen Attraktionen, Imagedefiziten und fehlender Wachstumsorientierung, verhindert die Eintrübung der internationalen Konjunktur in Verbindung mit dem hohen inländischen Preisniveau eine Belebung des österreichischen Tourismus“. Die Tourismusbranche hat sich von einer Branche mit stabilen Wachstumsraten hin zu einer Branche mit sehr hoher
Wettbewerbsintensität entwickelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Problemstellung
3. Zielsetzung
4. Grundsätzliche Begriffsdefinitionen
4.1. Benchmark & Benchmarking
4.2. Destination
4.3. Wertkette - Wertschöpfungskette
4.4. Innovation
4.5. Imitation
5. Grundlagen Benchmarking
5.1. Evolution des Benchmarking
5.2. Elementare Merkmale und Strukturen von Benchmarking
5.3. Ablauf eines Benchmarking Prozesses
5.4. Benchmarking Arten
5.4.1. Produkt Benchmarking
5.4.2. Prozess Benchmarking
5.4.3. Strategisches Benchmarking
5.4.4. Internes Benchmarking
5.4.5. Externes Benchmarking
5.4.5.1. Konkurrenzbezogenes Benchmarking
5.4.5.2. Branchenbezogenes Benchmarking
5.4.5.3. Branchenunabhängiges Benchmarking
5.4.5.4. Globales Benchmarking
5.4.5.5. Kundenorientiertes Benchmarking
6. Grundlagen Tourismusdestination
6.1. Gliederung von Destinationen
6.1.1. Größe, Raum und Entfernung von Destinationen
6.1.2. Destinationen als geographische Einheiten
6.1.3. Touristische Angebotsart und Angebotsform
6.1.4. Trägerschaften und Organisationen
6.2. Destination als touristische Wettbewerbseinheit
6.2.1. Faktorbedingungen
6.2.2. Beteiligte Branchen - Wertschöpfungskette
6.2.3. Nachfragebedingungen
6.2.4. Strategie, Marktstruktur, Ziele
6.3. Aufgaben innerhalb einer Destination
7. Benchmarking in Destinationen
7.1. Benchmarking nach Metin Kozak
7.1.1. Benchmarking Faktoren
7.1.1.1. Quantitative Faktoren
7.1.1.2. Qualitative Faktoren
7.1.2. Benchmarking Prozess nach Kozak
7.1.2.1. Definition des Mission Statements für das Benchmarking
7.1.2.2. Auswahl des Benchmarking Partners
7.1.2.3. Datenerhebung
7.1.2.4. Identifizierung von Performance Gaps
7.1.2.5. Entscheidung über Benchmark
7.1.2.6. Präsentation der Benchmarking Ergebnisse
7.1.2.7. Umsetzung
7.2. BAK Basel Economics
7.2.1. Tourismus Performance Analyse
7.2.2. Wettbewerbsfähigkeit von Destinationen
7.2.2.1. Wettbewerbselement Angebot
7.2.2.2. Wettbewerbselement Nachfrage
7.2.2.3. Wettbewerbselement Markt/Konkurrenz
7.2.2.4. Wettbewerbselement Rahmenbedingungen
7.3. Differenzierte Sichtweise einer Destination
7.3.1. Resource Based View
7.3.2. Market Based View
7.4. Zusammenführung – Innovation oder Imitation?
7.4.1. Analyse und Bewertung der Systeme
7.4.1.1. Benchmarking ist nicht gleich Ranking
7.4.1.2. Benchmarking - Eingrenzung des Gegenstandes
7.4.1.3. Benchmarking Parameter
7.4.1.4. Der Grund für die Ergebnisse ist entscheidend
7.4.2. Lösungsansätze
8. Zusammenfassung und Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob Benchmarking im Tourismus als echtes Instrument zur Innovationsförderung dient oder lediglich zu einer bloßen Imitation führt. Ziel ist es, die Charakteristika des Benchmarkings theoretisch zu erfassen und zu erarbeiten, wie dieses Instrument gezielt zum Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit eingesetzt werden kann, ohne dabei die Einzigartigkeit der Destination zu verlieren.
- Methodische Grundlagen des Benchmarkings nach Camp und Kozak
- Analyse der Tourismusdestination als Wettbewerbseinheit
- Vergleichende Untersuchung der Ansätze von BAK Basel und Metin Kozak
- Abgrenzung zwischen Ranking und strategischem Benchmarking
- Bedeutung von qualitativen versus quantitativen Faktoren in der Destinationsanalyse
Auszug aus dem Buch
4.1. Benchmark & Benchmarking
Der Begriff Benchmarking lässt sich auf die englische Vermessungslehre zurückführen. Die Encyclopedia Britannica definiert den Begriff ‚Benchmark’ folgendermaßen: „[...] a mark on a permanent object indicating elevation and serving as a reference in topographic surveys and tidal oberservations.“
Im allgemeinen Sprachgebrauch ist ein ‚Benchmark’ etwas, nachdem gestrebt werden sollte und Benchmarking ist der Prozess um den angestrebten Referenzpunkt zu erreichen.
Nach Camp ist Benchmarking „the search for industry best practice that leads to superior performance.“
Grieble definiert Benchmarking als „ein kontinuierlicher Überprüfungs- und Verbesserungsprozess, bei dem sich eine Organisation mit Fokus auf bestimmte Objekte und anhand verschiedener Kriterien auf der Suche nach optimalen und innovativen Lösungen intern, mit externen Partnern oder gegen Standards vergleicht, um auf Basis von Messung, Bewertung und Analyse zu lernen und besser zu werden.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der wachsenden Bedeutung der Tourismusbranche und des steigenden Wettbewerbsdrucks für Destinationen.
2. Problemstellung: Diskussion der strukturellen Herausforderungen in der Tourismuswirtschaft und des Bedarfs an innovativen Managementmethoden.
3. Zielsetzung: Darstellung des Ziels, Benchmarking als Analyseinstrument zur Wettbewerbsstärkung zu untersuchen und die Frage nach Innovation versus Imitation zu klären.
4. Grundsätzliche Begriffsdefinitionen: Definition der zentralen Begriffe Benchmark, Benchmarking, Destination, Wertschöpfungskette, Innovation und Imitation.
5. Grundlagen Benchmarking: Erläuterung der Entwicklung, Merkmale, Prozessabläufe und verschiedener Arten des Benchmarkings.
6. Grundlagen Tourismusdestination: Analyse der Destination als komplexe geographische und strategische Wettbewerbseinheit.
7. Benchmarking in Destinationen: Kritische Gegenüberstellung der Benchmarking-Modelle von Metin Kozak und BAK Basel Economics.
8. Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse mit der Empfehlung, quantitative Analysen durch qualitative, kundenorientierte Ansätze zu ergänzen.
Schlüsselwörter
Benchmarking, Tourismusdestination, Wettbewerbsfähigkeit, Innovation, Imitation, Prozessmanagement, Wertschöpfungskette, Performance Measurement, Destination Management, BAK Basel, Metin Kozak, Kundenzufriedenheit, Best Practice, Strategisches Management, Erfolgsfaktoren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Einsatz von Benchmarking als Instrument im Destinationsmanagement und untersucht, inwiefern dieses Vorgehen zu Innovationen führt oder lediglich eine Nachahmung (Imitation) bewährter Prozesse fördert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die methodischen Grundlagen des Benchmarkings, die Charakteristika von Tourismusdestinationen sowie der Vergleich zweier prominenter Benchmarking-Modelle.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Beitrag von Benchmarking zur Wettbewerbsfähigkeit von Destinationen zu bewerten und kritisch zu prüfen, ob Benchmarking-Modelle, wie sie etwa von BAK Basel verwendet werden, eher Rankings erzeugen oder echtes strategisches Lernen ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und einer vergleichenden, kritischen Analyse bestehender Benchmarking-Modelle in der Tourismusindustrie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erarbeitet zunächst die theoretischen Grundlagen von Benchmarking und Destinationen, analysiert dann die spezifischen Methoden von Metin Kozak (qualitativ fokussiert) und BAK Basel Economics (quantitativ fokussiert) und führt diese in einer kritischen Synthese zusammen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Benchmarking, Tourismusdestination, Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und strategisches Management gekennzeichnet.
Warum unterscheidet die Arbeit zwischen quantitativen und qualitativen Faktoren?
Die Autorin argumentiert, dass rein statistische Daten (quantitativ) zu einseitigen Rankings führen können, während erst die Einbeziehung kundenorientierter, qualitativer Daten (wie Zufriedenheit und Motive) wirkliche Innovationen ermöglicht.
Was bedeutet der "Kombinierte Benchmarking Prozess"?
Es ist der zentrale Lösungsvorschlag der Arbeit: Die Kombination von BAK-Basel-Daten für ein Screening des Marktes mit den tiefergehenden, qualitativen Analyse-Modellen von Metin Kozak, um zielgerichtet Best-Practice-Lösungen zu identifizieren.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Imitationsgefahr?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Benchmarking nicht automatisch zu Imitation führt, sofern es als Instrument des kontinuierlichen Lernens verstanden wird und nicht bloß dazu dient, die "Klassenbesten" ohne tieferes Verständnis zu kopieren.
- Arbeit zitieren
- BA Silvia Huchler (Autor:in), 2008, Benchmarking von Tourismusdestinationen - Innovation oder Imitation?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120461