Das Lernen ist so alt wie die Menschheit und seine Bedeutung nimmt mit der fortschreitenden allgegenwärtigen Durchdringung der täglichen Lebens- und Arbeitswelt mit Informations- und Kommunikationstechnologie immer weiter zu. Durch diese Entwicklung entsteht nicht nur ein immer größerer Zwang zur Auseinandersetzung mit neuem Wissen, sondern es bilden sich neue Lernformen und -technologien heraus. Social Software Anwendungen stehen dabei im Mittelpunkt einer signifikanten Entwicklung, die das Lernen in persönlicher und institutioneller Form gravierend verändert und deshalb als Lernen 2.0 bezeichnet wird.
Diese Arbeit zeigt die wesentlichen theoretischen Hintergründe auf und gibt einen konkreten Überblick über die praktischen Erfahrungen mit den einzelnen Social Software Anwendungen in Bezug auf deren Einsatz zum Lernen und zum Wissensmanagement.
Inhaltsverzeichnis
1 Wissensgesellschaft
1.1 Wissensbegriff
1.2 Informationsbegriff
1.3 Lernenbegriff
1.4 Die zehn Prinzipien des Lernens
2 Lerntheorien
2.1 Behaviorismus
2.2 Kognitivismus
2.2.1 Lernen am Modell
2.2.2 Lernen durch Einsicht
2.2.3 Entwicklungsstufenmodell nach Piaget
2.3 Konstruktivismus
2.3.1 Radikaler Konstruktivismus
2.3.2 Interaktionistischer Konstruktivismus
2.4 Konnektivismus
3 Didaktik
3.1 Konstruktivistische Didaktik
3.2 Lernstile nach Kolb
3.3 Lernstile nach Honey und Mumford
3.4 Lernstile nach Felder
3.5 Das Herrmann Dominanz Instrument
3.6 (De-)Motivationskreislauf nach Butterworth
4 Wissensmanagement
4.1 Wissenstransfer
4.2 Wissensmanagementansätze
4.2.1 Managementorientierter Ansatz
4.2.2 Innovations- und kommunikationsorientierter Ansatz
4.2.3 Lernorientierter Ansatz
4.2.4 Ökonomischer Ansatz
4.3 Menschliche Faktoren des Wissensmanagement
4.4 Persönliches Wissensmanagement
4.4.1 Das ”Getting Things Done“-Prinzip
5 Kommunikation
5.1 Zwischenmenschliche Kommunikation
5.2 Das Vier-Seiten-Modell nach Schulz von Thun
5.3 Die fünf Axiome der zwischenmenschlichen Kommunikation nach Watzlawick
5.4 Computervermittelte zwischenmenschliche Kommunikation
5.4.1 Substitution anderer Kommunikationsformen
5.4.2 Technikdeterministische Aspekte
5.4.3 Kulturdeterministische Aspekte
5.4.4 Community- und Lernaspekte
6 Netzwerke
6.1 Das Pareto-Prinzip
6.2 Das Kleine-Welt-Experiment von Milgram
6.3 Die Natur des Sozialen Netzwerks
6.4 Wissenstransfer in Netzwerken
7 Communities
7.1 Community of Practice
7.2 Community of Interest
7.3 Community of Knowledge
7.4 Online-Aspekte
7.5 Rollen-Aspekte
8 E-Learning
8.1 E-Learning-Technologien
8.2 E-Learning-Formen
8.3 E-Learning 1.0
8.4 E-Learning 2.0
8.5 Zukunft des E-Learning
9 Social Software - Begriffsdefinition und Entwicklung
10 Basistechnologien
10.1 Rich Internet Applications
10.1.1 Einführung und Definition
10.1.2 Technologien
10.1.3 Zusammenfassung und Ausblick
10.2 RSS-Feeds
10.2.1 Einführung und Definition
10.2.2 Technologie
10.2.3 Einsatzspektrum und Auswirkung auf Social Software
10.2.4 Zusammenfassung und Ausblick
11 Wikis
11.1 Einführung und Definition
11.2 Charakteristische Funktionen
11.3 Marktübersicht
11.4 Einsatzspektrum und Auswirkungen auf das Lernen und Wissensmanagement
11.4.1 Gesellschaft und Individuen
11.4.2 Organisationen
11.5 Zusammenfassung und Ausblick
12 Weblogs
12.1 Einführung und Definition
12.2 Charakteristische Funktionen
12.3 Installation und Konfiguration am Beispiel
12.4 Einsatzspektrum und Auswirkungen auf das Lernen und Wissensmanagement
12.4.1 Gesellschaft und Individuen
12.4.2 Organisationen
12.5 Zusammenfassung und Ausblick
13 Podcasts
13.1 Einführung und Definition
13.2 Podcast-Produktion
13.3 Einsatzspektrum und Auswirkungen auf das Lernen und Wissensmanagement
13.3.1 Gesellschaft und Individuen
13.3.2 Organisationen
13.4 Zusammenfassung und Ausblick
14 Instant Messaging
14.1 Einführung und Definition
14.2 Marktübersicht
14.3 Einsatzspektrum und Auswirkungen auf das Lernen und Wissensmanagement
14.3.1 Gesellschaft und Individuen
14.3.2 Organisationen
14.4 Zusammenfassung und Ausblick
15 Social Tagging
15.1 Einführung und Definition
15.2 Einsatzspektrum und Auswirkungen auf das Lernen und Wissensmanagement am Beispiel Social Bookmarking
15.2.1 Gesellschaft und Individuen
15.2.2 Organisationen
15.3 Zusammenfassung und Ausblick
16 Social Networks
16.1 Einführung und Definition
16.2 Charakteristische Funktionen von Social Networks
16.3 Social Network-Seiten
16.4 Open Social
16.5 Zentrales Identitätsmanagement am Beispiel OpenID
16.6 Social Network Software
16.6.1 ning.com
16.6.1 elgg
16.7 Einsatzspektrum und Auswirkungen auf das Lernen und Wissensmanagement
16.7.1 Gesellschaft und Individuen
16.7.2 Organisationen
16.8 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie die zunehmende Durchdringung der Lebens- und Arbeitswelt mit Informations- und Kommunikationstechnologien sowie die einfache soziale Interaktion über Social Software das Lernverhalten nachhaltig verändern und formuliert hierfür die These des „Lernen 2.0“.
- Theoretische Grundlagen des Lernens (Lerntheorien, Didaktik, Wissensmanagement)
- Analyse der sozialen Dimensionen von Kommunikation, Netzwerken und Communities
- Technologische Basiskomponenten und ihre Anwendung in Social Software
- Empirische Untersuchung des Nutzungsverhaltens bei Studenten und Berufseinsteigern
- Evaluation der Auswirkungen auf individuelles Lernen und organisationales Wissensmanagement
Auszug aus dem Buch
1.1 Wissensbegriff
Für den Begriff „Wissen“ gibt es keine objektive, allgemein gültige und exakte Definition. Als kleinster gemeinsamer Nenner wird z.B. in der Wikipedia (vgl. [WIKIPEDIA 2007k]) folgende Aussage formuliert: „Dem Wissen liegen Informationen zugrunde, oder anders formuliert: Wissen ist behaltene (gespeicherte) Information“. Im Sinne der griechischen Philosophie steht Wissen im Gegensatz zur subjektiven Meinung und impliziert objektive Wahrheit. Zu dem was Wissen ist, gibt es, ausgehend von unterschiedlichen Betrachtungsperspektiven, unterschiedlichste Definitionen. Grundlegend ist Wissen Information, von der eine Person oder eine Gruppe von Personen Kenntnis hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Wissensgesellschaft: Beschreibt den Übergang von der Industrie- zur Wissensgesellschaft, in der Wissen zur zentralen und wichtigsten Ressource geworden ist.
2 Lerntheorien: Erläutert behavioristische, kognitivistische, konstruktivistische und konnektivistische Ansätze als Vorläufer und Grundlage für das Verständnis modernen Lernens.
3 Didaktik: Behandelt die Wissenschaft vom Lehren und stellt verschiedene Lernstilmodelle sowie Motivationsaspekte vor, die für Bildungsszenarien relevant sind.
4 Wissensmanagement: Definiert Wissensmanagement als Oberbegriff für Managementpraktiken und untersucht Prozesse wie Wissenstransfer sowie individuelle und organisationale Ansätze.
5 Kommunikation: Analysiert menschliche und computervermittelte Kommunikation als Basis des Wissensaustausches anhand zentraler Modelle wie dem Vier-Seiten-Modell nach Schulz von Thun.
6 Netzwerke: Beleuchtet die Struktur und Dynamik sozialer Netzwerke, inklusive Phänomenen wie dem Kleine-Welt-Experiment und deren Bedeutung für die Informationsverbreitung.
7 Communities: Untersucht verschiedene Community-Formen (Practice, Interest, Knowledge) und deren Rolle bei der sozialen Organisation und dem informellen Lernen.
8 E-Learning: Zeichnet die Entwicklung von E-Learning 1.0 zu E-Learning 2.0 nach und diskutiert moderne Technologien und Formen der Lernunterstützung.
9 Social Software - Begriffsdefinition und Entwicklung: Definiert Social Software im Kontext von Web 2.0 und erläutert den soziotechnischen Paradigmenwechsel hin zum partizipativen „Mitmachweb“.
10 Basistechnologien: Beschreibt technologische Standards wie Rich Internet Applications (RIA) und RSS, die als technisches Fundament für moderne Social Software dienen.
11 Wikis: Analysiert Wikis als kollaborative Werkzeuge zur Wissensgenerierung und deren Abgrenzung zu klassischen Content-Management-Systemen.
12 Weblogs: Untersucht Weblogs als autorzentrierte Kommunikations- und Wissensmanagementwerkzeuge sowie deren Einsatzmöglichkeiten in Organisationen.
13 Podcasts: Betrachtet Podcasts als auditive Lernmedien, die neue Formen der zeitversetzten Wissensvermittlung ermöglichen.
14 Instant Messaging: Diskutiert Instant Messaging als synchronen Kommunikationsdienst und dessen Integration in organisationale Abläufe unter Sicherheitsaspekten.
15 Social Tagging: Erklärt Social Tagging als alternative, nutzerzentrierte Methode der Wissenserschließung durch Metadaten.
16 Social Networks: Evaluiert Social Network Plattformen, deren Funktionalitäten sowie Ansätze wie OpenSocial und OpenID zur Vernetzung und Identitätsverwaltung.
17 Zielsetzung der empirischen Untersuchung: Definiert die Forschungsfragen und Hypothesen zur Nutzung von Social Software im Kontext des Lernens.
18 Methodenwahl: Erläutert das Vorgehen bei der durchgeführten Online-Umfrage zur Erhebung des Nutzungsverhaltens.
19 Auswertung: Präsentiert und analysiert die statistischen Ergebnisse der Umfrage im Hinblick auf die aufgestellten Hypothesen.
20 Zusammenfassung der Umfrageergebnisse: Führt die zentralen Erkenntnisse der empirischen Untersuchung zusammen und beantwortet die Kernfragestellungen.
Schlüsselwörter
Lernen 2.0, Social Software, Wissensmanagement, Web 2.0, E-Learning, Enterprise 2.0, Kollaboration, Wissenserwerb, soziale Netzwerke, Communities, Wissensgesellschaft, Kommunikation, Informationstechnologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie soziale Software-Anwendungen das Lernen in der heutigen Gesellschaft und in Organisationen verändern, und leitet daraus das Konzept des „Lernen 2.0“ ab.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen theoretische Lerngrundlagen, Wissensmanagement-Ansätze, moderne Kommunikationstechnologien sowie die praktische Anwendung von Tools wie Wikis, Weblogs und sozialen Netzwerken.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die technologiebedingte Veränderung des Lernverhaltens durch moderne IT-Werkzeuge aufzuzeigen und zu untersuchen, wie diese in der Praxis als Unterstützung für Wissensmanagement dienen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einem theoretischen Teil zur Definition der Grundlagen und einem empirischen Teil, der durch eine Online-Umfrage bei Studenten und Berufseinsteigern Daten zum aktuellen Nutzungsverhalten erhebt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Lerntheorien, Didaktik, Kommunikation) und eine detaillierte Analyse spezifischer Social Software-Technologien und deren Auswirkungen auf individuelle und organisationale Lernprozesse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Lernen 2.0, Social Software, Wissensmanagement, Web 2.0, E-Learning und Kollaboration.
Wie unterscheiden sich Wikis von Content-Management-Systemen?
Wikis zeichnen sich durch eine niedrigere Lernkurve, den Verzicht auf komplexe Workflows und eine organisch entstehende Struktur aus, während klassische CMS oft auf starren Hierarchien und festen Publikationsprozessen basieren.
Welche Rolle spielen „Hubs“ in sozialen Netzwerken?
Hubs sind besonders gut vernetzte Akteure, die im Sinne von Barabásis Netzwerktheorie als zentrale Knotenpunkte fungieren und maßgeblich zur Informationsverbreitung und zum Wissenstransfer beitragen.
- Arbeit zitieren
- Master of Media Computer Science Sebastian Klein (Autor:in), Stephan Flad (Autor:in), 2008, Lernen 2.0: Wie Social Software das Lernen und Wissensmanagement in Gesellschaft und Organisationen verändert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120532