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Partnerwahl in der Türkei

Title: Partnerwahl in der Türkei

Seminar Paper , 2006 , 27 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dipl.-Soz. Katja Hüttner (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Zu den kulturellen Universalien, die auf der ganzen Welt vorkommen, gehören
zweifelsfrei Familien. Und am Anfang jeder Familiengründung steht die Wahl eines
geeigneten Partners. Partnerwahl kann wie folgt definiert werden: „Partnerwahl, [1]
Bezeichnung für den komplexen Prozeß von Präferenzen, Entscheidungen, und
wechselseitiger Verständigung, durch und in dem ein Mann und eine Frau zu
Eheleuten werden.
[2] Auch Bezeichnung für das sozialkulturelle Regelsystem, das – nach Epochen,
Kulturen, Schichten usw. verschieden – die Vorbereitungs- und
Entscheidungsprozesse bis zur Eheschließung ordnet (insoweit ist auch eine von
den Eltern bestimmte Wahl des künftigen Ehepartners eine P.). ….“ (Fuchs-Heinritz
et al.(1995), Stichwort: Partnerwahl)
In der Soziologie ist es Konsens, dass Partnerwahlprozesse keinesfalls zufällig
stattfinden. (Vergl. Hill/Kopp (2004), S.148) Auch unterscheiden sich
Partnerwahlprozesse in verschiedenen Kulturen ganz erheblich voneinander. Ziel
dieser Arbeit ist es die Besonderheiten der Partnerwahl in der Türkei aufzuzeigen.
Zuvor wird noch auf die theoretischen Hintergründe eingegangen, die zur Erklärung
von Partnerwahlprozessen beitragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Hintergründe der Partnerwahl

2.1 Allgemeines zu Generationen- und Geschlechterbeziehungen in Bezug auf Partnerwahl

2.2 Endogamie und Exogamie

2.3 Erklärung Partnerwahlprozesse

2.3.1 Theorie sozialer Produktionsfaktoren

2.3.2 Erklärung von Partnerwahlprozessen mithilfe der Theorie sozialer Produktionsfunktionen

3. Einleitung Partnerwahl in der Türkei

3.1 Partnerwahlprozesse in affinalverwandtschaftlichen Gesellschaften

3.1.1 Ausbreitung

3.1.2 Generationen- und Geschlechterbeziehungen

3.1.3 Exklusivität der Familie

3.1.4 Zusammenfassung

3.2 Partnerwahlprozesse in deszendenzverwandtschaftlichen Gesellschaften

3.2.1 Ausbreitung

3.2.2 Der Brautpreis

3.2.3 Die Beziehung zwischen den Geschlechtern und den Generationen

3.2.4 Exklusivität der Familie

3.2.5 Gibt es eine Möglichkeit eine Liebesehe einzugehen, oder bedeuten arrangierte Ehen gar kein Unglück?

3.2.6 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die soziologischen Besonderheiten der Partnerwahlprozesse in der Türkei zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sozio-kulturelle Rahmenbedingungen die Entscheidung für eine freie Partnerwahl oder eine arrangierte Ehe beeinflussen und welche Rolle dabei ökonomische sowie statusrelevante Faktoren spielen.

  • Theoretische Grundlagen von Heiratsregimen und Partnerwahltheorien.
  • Differenzierung zwischen affinal- und deszendenzverwandtschaftlichen Gesellschaftsformen.
  • Analyse der Verbreitung und Veränderung von Liebesehen versus arrangierten Ehen in der Türkei.
  • Bedeutung von Brautpreis, Familienexklusivität und sozialen Netzwerken bei der Eheschließung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Partnerwahlprozesse in affinalverwandtschaftlichen Gesellschaften

Die hier vorherrschende freie Partnerwahl wird als selbstgesteuerter, offener Suchprozess definiert und durch die „romantische Liebe“ legitimiert. (Nauck (2001), S. 42, S. 45)

Da mit Beginn des Kennenlernens eine Anpassung seitens der Partner nötig ist, ist es meist unklar, ob es sich um den zukünftigen Ehemann handelt oder ob die Beziehung im Laufe der Zeit scheitert.

Auch auf Grund dieses Anpassungsprozesses ist der Statusübergang beim affinalverwandtschaftlichen Heiratsregime nicht so schlagartig, wie bei dem deszendenzverwandtschaftlichen Regime, sondern kann in mehreren kleinen Schritten vollzogen werden, ohne dass bestimmte Rituale zwangsläufig durchgeführt werden müssen. (Nauck (2001), S. 45)

Obwohl die Partnersuche in diesem Fall allein in der Verantwortung des Paares liegt, so spielt dennoch die Familie, wenn einmal die Entscheidung für den Partner und die gemeinsame Vermählung getroffen ist, eine große Rolle bei der Hochzeit und den damit verbundenen Arrangements. Die Eltern werden z.B. vor der Hochzeit um Erlaubnis gefragt oder sie halten um die Hand der Frau an. Somit haben sie auch in dieser Form der Partnerwahl offiziell „das letzte Wort“. (Hortaçsu (2003), S.155)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung definiert Partnerwahl als komplexen Prozess von Präferenzen und sozialen Regelsystemen und skizziert das Ziel, die Besonderheiten in der Türkei aufzuzeigen.

2. Theoretische Hintergründe der Partnerwahl: Es werden die zentralen Heiratsregime, das Konzept der Endogamie/Exogamie sowie die Theorie sozialer Produktionsfunktionen als Erklärungsmodell für Partnerwahlentscheidungen vorgestellt.

3. Einleitung Partnerwahl in der Türkei: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Koexistenz von Liebesehe und arrangierter Ehe in der Türkei und leitet in die detaillierte Analyse der beiden Heiratsformen über.

Schlüsselwörter

Partnerwahl, Türkei, arrangierte Ehe, Liebesehe, Heiratsregime, affinalverwandtschaftlich, deszendenzverwandtschaftlich, Brautpreis, soziale Produktionsfunktionen, Generationenbeziehungen, Heiratsmarkt, soziale Integration, Familienexklusivität, Status, Heiratsalter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die soziologischen Mechanismen und sozio-kulturellen Bedingungen der Partnerwahl in der Türkei, wobei insbesondere die Unterscheidung zwischen Liebesehen und arrangierten Ehen untersucht wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die theoretischen Hintergründe von Heiratsregimen, die Bedeutung von Familienstrukturen und wie ökonomische sowie statusbezogene Faktoren die Partnerwahl beeinflussen.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, welche Faktoren (wie Bildung, Wohnort oder Tradition) dazu führen, dass Individuen in der Türkei entweder eine freie, auf Liebe basierende Ehe oder eine arrangierte Ehe eingehen.

Welcher theoretische Ansatz wird zur Erklärung verwendet?

Die Autorin nutzt primär die „Theorie sozialer Produktionsfunktionen“ von Siegwart Lindenberg, um Partnerwahlprozesse als rationale Nutzenmaximierung zu untersuchen.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil analysiert detailliert zwei unterschiedliche Gesellschaftsformen: das affinalverwandtschaftliche Regime (freie Partnerwahl) und das deszendenzverwandtschaftliche Regime (arrangierte Ehe) inklusive ihrer jeweiligen sozialen und ökonomischen Implikationen.

Was charakterisiert die in der Arbeit verwendeten Begriffe?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Heiratsregime, Exklusivität der Familie und ökonomische Absicherung durch Heiratsmärkte aus, um die Komplexität türkischer Familienstrukturen greifbar zu machen.

Was bedeutet das Konzept der „Exklusivität der Familie“?

Es beschreibt das Ausmaß, in dem eine Familie als isolierte, exklusive soziale Gruppe mit deutlichen Außengrenzen agiert, wobei ihr Einfluss auf die Partnerwahl des Einzelnen maßgeblich ist.

Welche Rolle spielt der Brautpreis in deszendenzverwandtschaftlichen Gesellschaften?

Der Brautpreis fungiert als eine Art Vertrag, der den Verlust der Tochter als Arbeitskraft kompensiert und die Familienbande sowie den sozialen Status der Beteiligten festigt.

Gibt es einen klaren Trend bei der Art der Eheschließung in der Türkei?

Die Daten zeigen, dass mit steigender Bildung und zunehmender Urbanisierung der Anteil an arrangierten Ehen zugunsten der freien Partnerwahl über die Generationen hinweg abgenommen hat.

Warum wird die „Entführung“ als Sonderfall der Partnerwahl genannt?

Die Entführung gilt in traditionellen türkischen Gesellschaften als einzige sozial anerkannte Möglichkeit, gegen den Willen der Familie eine Liebesehe einzugehen, wobei dies für die Frau mit einem hohen sozialen Risiko verbunden ist.

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Details

Title
Partnerwahl in der Türkei
College
Technical University of Chemnitz  (Institut für Soziologie)
Course
Familien im Kulturvergleich
Grade
2,0
Author
Dipl.-Soz. Katja Hüttner (Author)
Publication Year
2006
Pages
27
Catalog Number
V120667
ISBN (eBook)
9783640251063
ISBN (Book)
9783656447863
Language
German
Tags
Partnerwahlprozesse Türkei Familien Kulturvergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Soz. Katja Hüttner (Author), 2006, Partnerwahl in der Türkei, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120667
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