In der vorliegenden Arbeit sollen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten
qualitativer sowie quantitativer Forschungsansätze beleuchtet und
Möglichkeiten der gegenseitigen Ergänzung diskutiert werden.
Zunächst möchte ich die wichtigsten Merkmale der quantitativen sowie
der qualitativen Forschung kurz zusammenfassen. In einem zweiten
Schritt sollen die unterschiedlichen Argumentationsweisen einander gegenüber gestellt und die Vor- und Nachteile beider Richtungen betrachtet
werden. Die Betrachtung der wechselseitigen Beziehungen wird ergänzt
durch eine etwas genauere Betrachtung der qualitativen Forschungslogik
aus feministischer Sicht.
Das dann folgende Kapitel behandelt das Konzept der Triangulation in
seinen verschiedenen Anwendungsformen, z. B. in Form einer Kombination
von qualitativer und quantitativer Forschung. In einem abschließenden
Fazit werde ich zu den gesammelten Erkenntnissen Stellung nehmen.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Qualitative und Quantitative Methoden
2.1 Die quantitative Forschungslogik
2.2 Die qualitative Forschungslogik
2.3 Wechselseitige Beziehungen
2.3.1 Verhältnis quantitativer zu qualitativer Forschung
2.3.2 Verhältnis qualitativer zu quantitativer Forschung
2.3.3 Exkurs: Die feministische Perspektive
3 Triangulation
3.1 Formen der Anwendung
3.2 Ziele und Chancen der Triangulation
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen qualitativen und quantitativen Forschungsansätzen, beleuchtet deren unterschiedliche Forschungslogiken und erörtert das Potenzial der Triangulation zur methodischen Ergänzung beider Richtungen.
- Grundlegende Merkmale quantitativer und qualitativer Forschungslogik
- Wechselseitige Kritik und Beziehung der Methoden
- Feministische Perspektiven auf qualitative Forschung
- Konzept und Formen der Triangulation
- Chancen und Anwendungsfelder für eine Methodenintegration
Auszug aus dem Buch
2.3 Wechselseitige Beziehungen
Wie im vorherigen Abschnitt deutlich wurde, sind die Positionen der beiden Forschungstraditionen sehr unterschiedlich und basieren auf grundverschiedenen methodologischen Überlegungen. In der Literatur ist daher oft die Rede von „Grabenkämpfen“ (Burzan 2005: 126), die zwischen beiden Disziplinen stattfinden. Im Streit darum, welche Herangehensweise die bessere sei, werden verschiedene Vorwürfe erhoben, die das Ausmaß des gegenseitigen Unverständnisses deutlich machen. Im Folgenden möchte ich die Beziehungen zwischen quantitativer und qualitativer Forschung etwas eingehender beleuchten.
Die häufigste Kritik der quantitativen gegenüber der qualitativen Forschung betrifft deren angeblich fehlende Aussagekraft - bis hin zum Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit. Es wird bezweifelt, dass Erkenntnisse aus der Arbeit mit einer kleinen Anzahl von Befragten auf größere Zusammenhänge verallgemeinert werden können. Dabei werden allerdings die Gütekriterien quantitativer Forschung unreflektiert auf die qualitative Forschungslogik übertragen, was unsinnig ist, da qualitative Forschung in ihrem Ansinnen auf Theoriebildung und Verstehen ausgerichtet ist - nicht auf Generalisierung und Messung von Häufigkeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Zielsetzung ein, Unterschiede und Synergien zwischen qualitativen und quantitativen Forschungsansätzen zu untersuchen und dabei insbesondere das Konzept der Triangulation zu beleuchten.
2 Qualitative und Quantitative Methoden: Dieses Kapitel stellt die grundlegenden Unterschiede in Weltsicht, Forschungslogik und methodischem Vorgehen beider Ansätze gegenüber.
3 Triangulation: Der Abschnitt erläutert die verschiedenen Formen, Ziele und Chancen der methodischen Triangulation zur Überwindung einseitiger Forschungsperspektiven.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und plädiert für eine gegenseitige Offenheit der Forschungstraditionen, um Stärken beider Methoden gewinnbringend zu kombinieren.
Schlüsselwörter
Qualitative Forschung, Quantitative Forschung, Triangulation, Forschungslogik, Empirische Sozialforschung, Feministische Forschung, Methodenintegration, Wissenschaftstheorie, Objektivität, Subjektivität, Interdisziplinarität, Sozialwissenschaftliche Methoden, Validierung, Theoriebildung, Methodenkritik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Unterschiede zwischen quantitativen und qualitativen Forschungsansätzen und diskutiert, wie diese durch Triangulation sinnvoll miteinander verbunden werden können.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Im Fokus stehen die methodologische Gegenüberstellung von Datenerhebung und -auswertung sowie die Reflexion der jeweils zugrunde liegenden Weltsichten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das gegenseitige Unverständnis zwischen den Forschungstraditionen abzubauen und Möglichkeiten einer ergänzenden Anwendung beider Methoden aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und methodologische Reflexion, um die theoretischen Grundlagen der verschiedenen Forschungsansätze zu systematisieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Forschungslogiken, beleuchtet kritisch die wechselseitigen Vorwürfe und erörtert das Triangulationskonzept nach Autoren wie Denzin und Flick.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind Forschungsmethodik, Triangulation, interpretatives Paradigma, normatives Paradigma und methodische Integration.
Welche Rolle spielt die feministische Forschung in diesem Kontext?
Feministische Ansätze kritisieren den Objektivitätsanspruch traditioneller Sozialforschung und bevorzugen qualitative Methoden, um Machtstrukturen transparent zu machen und Betroffene aktiv einzubeziehen.
Warum wird die Triangulation nicht als Allheilmittel betrachtet?
Autoren wie Seipel und Rieker warnen davor, Triangulation unreflektiert anzuwenden; sie betonen, dass die Qualität der Forschung vor allem von der Sorgfalt und der Passung der Methoden abhängt.
- Arbeit zitieren
- Pamela Bastuck (Autor:in), 2007, Qualitative und quantitative Methoden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120762