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Transsexualität / Transidentität. Die Betrachtung zwei erzählter Lebensgeschichten vor dem Horizont der Identitätstheorien von Erikson, Mead und Goffman

Title: Transsexualität / Transidentität. Die Betrachtung zwei erzählter Lebensgeschichten vor dem Horizont der Identitätstheorien von Erikson, Mead und Goffman

Thesis (M.A.) , 2008 , 95 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: MA Evelyn Kleinert (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Wenn ein Mensch mit einem Körper weiblichen oder männlichen Geschlechts zur Welt kommt, sich mit diesem aber nicht identifizieren und die damit verbundenen Rollen- und Verhaltensanforderungen nicht erfüllen kann spricht man von einer Störung der Geschlechtsidentität. Kommt ein dringender Wunsch hinzu, den eigenen Körper an den des anderen Geschlechtes mittels medizinischer Maßnahmen anzupassen, spricht man von Transsexualität beziehungsweise von Transidentität.
Bisher wurde dieses Thema aus psychologischer, medizinischer, politischer und historischer Perspektive wissenschaftlich bearbeitet. Das Anliegen dieser Arbeit ist es, diesen interdisziplinären Umgang mit dem Thema durch einen soziologischen Blickwinkel zu erweitern.
Hierzu sollen zunächst die bestehenden Ansätze vorgestellt werden:
So beschäftigt sich der zweite Teil der Arbeit mit Transidentität als Krankheit. So wird herausgearbeitet, wie sowohl im medizinischen als auch im psychologischen Kontext mit Transidentität umgegangen wird, wobei diese beiden Bereiche eng miteinander verknüpft sind. Dabei werden die Probleme der Symptomatik, Diagnostik und der Differentialdiagnostik diskutiert, die eher in den Bereich der Psychologie fallen. Die Medizin beschäftigt sich vorwiegend mit der hormonellen und chirurgischen Umsetzung des Wunsches nach einem Geschlechtswechsel. Auch darauf wird näher eingegangen.
Des Weiteren wird das Phänomen der Transidentität aus historischer Sicht betrachtet, wobei der Schwerpunkt auf dem Wandel der begrifflichen Verwendung liegt. Im Folgenden wird Transidentität aus juristischer Perspektive betrachtet. Hierbei wird das geltende Transsexuellengesetz vorgestellt. Dieses regelt alle Fragen der Namens- und Personenstandsänderung und ermöglicht ein Zustandekommen scheinbarer Paradoxien. So kommt es vor, dass eine transidente Person bereits ihren Vornamen geändert hat, aber in ihren Personalien noch in ihrem ursprünglichen Geschlecht aufgeführt ist. Auf diese Weise kommt es zu Formulierungen wie „Herr Marliese Müller“, oder „Frau Matthias Meier“. Der dritte Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Methode des narrativen Interviews.

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Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Von der Geschlechtsidentität und deren Störungen

2 Das Themenfeld: Transsexualität

2.1 Was ist Transsexualität?

2.2 Transidentität aus historischer Perspektive

2.3 Transidentität als „Krankheit“

2.3.1 Symptomatik – Diagnostik – Differenzialdiagnostik

2.3.2 Behandlungsmöglichkeiten

2.4 Transidentität aus juristischer Perspektive

3 Methodischer Teil – Qualitative Sozialforschung

3.1 Zur Wahl der Untersuchungsmethode

3.2 Qualitative Sozialforschung

3.2.1 Zum Verhältnis zwischen qualitativem und quantitativem Forschungsparadigma

3.2.2 Gütekriterien in qualitativen Untersuchungen

3.3 Die Datenerhebung anhand von Interviews

3.4 Auswertung der Interviews

3.5 Auswahl der zu Interviewenden

3.6 Kritische Auseinandersetzung mit dem Umgang mit der Methode des narrativen Interviews

4. Die Biographien von A. Neubert und S. Meinhart

4.1 A. Neubert

4.1.1 Kontaktaufnahme

4.1.2 Das ganze Leben ist ein Spiel

4.2 S. Meinhart

4.2.1 Kontaktaufnahme

4.2.2 Der Glückspilz

4.3 Methodische Bemerkungen

5 Theoretischer Hintergrund – Identität

Exkurs: Sozialisationstheorie

5.1 „Ich gehörte meinem biologischen Geschlecht nie richtig an.“ „Identität“ als Kontinuität und Gleichheit in der Zeit

5.2 „Die anderen müssen mich in meinem Wunschgeschlecht erkennen“ Die Bedeutung der Interaktion für die Identität

5.3 Die Inszenierung der Identität

6 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Magisterarbeit untersucht Transsexualität bzw. Transidentität aus einer soziologischen Perspektive, indem sie individuelle Lebensgeschichten vor dem Hintergrund etablierter Identitätstheorien analysiert. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Konstruktion von Identität in einer Gesellschaft, die stark auf einer binären Geschlechterordnung basiert.

  • Soziologische Einordnung von Transidentität als interdisziplinäres Phänomen.
  • Kritische Analyse des Transsexuellengesetzes und der medizinisch-psychologischen Diagnostik.
  • Narrative Rekonstruktion von Lebensgeschichten zweier transidenter Personen.
  • Theoretische Verknüpfung mit Konzepten von Erik H. Erikson, George Herbert Mead und Erving Goffman.
  • Untersuchung der Bedeutung sozialer Anerkennung und Interaktion für die Identitätsbildung.

Auszug aus dem Buch

4.1.2 Das ganze Leben ist ein Spiel

Gleich zu Beginn des Interviews widerspricht A. dem von mir in der Eingangsfrage erwähnten Geschlechtswechsel. Sie weist mich darauf hin, den Wechsel noch nicht vollständig vollzogen zu haben.

I: Also ich möchte dich bitten, mir die Geschichte deines Geschlechtswechsels zu erzählen. Wie gesagt, du entscheidest, was du erzählen möchtest, und wenn du fertig bist, dann stelle ich noch ein paar Fragen.

A: Hm, hm, gut. Die Frage ist erstens, oder würde ich eingangs problematisieren, ob ich schon einen Geschlechtswechsel hinter mir habe, ähm da bin ich ja mittendrin.(1-8)

Unter Berufung auf ihre beiden psychologischen Gutachten meint sie jedoch schließlich, den typischen Verlauf einer transidenten Biographie erlebt zu haben.

A: Man muss dazu wissen, ich bin jetzt 50 Jahre alt, ich bin 1956 geboren und habe an sich, äh, wie man mir in dem Gutachten bescheinigt hat, die typische Karriere einer Transsexuellen hinter mir.(19-20)

Zusammenfassung der Kapitel

0 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Transsexualität ein, definiert die Grundbegriffe und legt den soziologischen Forschungsfokus der Arbeit dar.

1 Von der Geschlechtsidentität und deren Störungen: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Geschlechtsidentität als Teil des Selbstkonzepts und grenzt Transidentität von anderen Identitätsformen ab.

2 Das Themenfeld: Transsexualität: Hier wird Transsexualität aus medizinischer, historischer und juristischer Sicht beleuchtet sowie das Transsexuellengesetz kritisch analysiert.

3 Methodischer Teil – Qualitative Sozialforschung: Dieses Kapitel begründet die Wahl des narrativen Interviews als Methode und beschreibt die Auswertung nach Rosenthal.

4. Die Biographien von A. Neubert und S. Meinhart: Dieser Teil präsentiert die ausführlichen Rekonstruktionen der beiden individuellen Lebensläufe anhand der Interviews.

5 Theoretischer Hintergrund – Identität: Hier werden die Biographien mit den Identitätstheorien von Erikson, Mead und Goffman verknüpft.

6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die theoretischen Ergebnisse und die Bedeutung der sozialen Anerkennung für die Identität transidenter Personen.

Schlüsselwörter

Transsexualität, Transidentität, Geschlechtsidentität, Identitätstheorie, Qualitative Sozialforschung, Narratives Interview, Erik H. Erikson, George Herbert Mead, Erving Goffman, Transsexuellengesetz, Stigma, Sozialisation, Lebensgeschichte, Geschlechterbinarität, Selbstinszenierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Magisterarbeit befasst sich mit der soziologischen Betrachtung von Transsexualität bzw. Transidentität unter Einbeziehung von Lebensgeschichten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit behandelt die medizinischen, juristischen und sozialen Aspekte von Transidentität sowie Identitätstheorien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist, das Verständnis für die Konstruktion von Identität bei transidenten Menschen durch soziologische Theoriebildung zu erweitern.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die qualitative Sozialforschung, insbesondere die Methode des narrativen Interviews zur biographischen Fallrekonstruktion.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Neben einer Einführung in das Themenfeld und die Forschungsmethodik enthält der Hauptteil zwei detaillierte Fallstudien und eine theoretische Fundierung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Begriffe wie Identität, Stigma, soziale Anerkennung, Transformation und Geschlechtsidentität stehen im Mittelpunkt der Analyse.

Welche Rolle spielt das Transsexuellengesetz (TSG) in der Arbeit?

Das TSG wird als rechtlicher Rahmen dargestellt, der den Umgang mit Transidentität zwar regelt, aber aufgrund seiner Fokussierung auf die Zweigeschlechtlichkeit auch kritisch hinterfragt wird.

Inwiefern beeinflusst die Diagnostik die Identitätsbildung der Befragten?

Die Arbeit zeigt, dass die Diagnose durch ExpertInnen wie PsychologInnen eine entscheidende Definitionsmacht besitzt, die den Handlungsspielraum und die Identitätswahrnehmung der Betroffenen stark mitprägt.

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Details

Title
Transsexualität / Transidentität. Die Betrachtung zwei erzählter Lebensgeschichten vor dem Horizont der Identitätstheorien von Erikson, Mead und Goffman
College
University of Hagen
Grade
1,0
Author
MA Evelyn Kleinert (Author)
Publication Year
2008
Pages
95
Catalog Number
V120763
ISBN (eBook)
9783640254729
ISBN (Book)
9783640254880
Language
German
Tags
Transsexualität Transidentität Betrachtung Lebensgeschichten Horizont Identitätstheorien Erikson Mead Goffman
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
MA Evelyn Kleinert (Author), 2008, Transsexualität / Transidentität. Die Betrachtung zwei erzählter Lebensgeschichten vor dem Horizont der Identitätstheorien von Erikson, Mead und Goffman, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120763
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