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Staseis in Athen im Zusammenhang mit den Usurpationen des Peisistratos

Title: Staseis in Athen im Zusammenhang mit den Usurpationen des Peisistratos

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 23 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Steffi Reitz (Author)

World History - Early and Ancient History
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„ Peisistratos ausgreifendes Streben war weit erhaben über kleinliche Eigensucht
und entfernt von allem Übermut (vgl. Aristot. Ath. Pol. 16,8) ; es diente derjenigen
Idee, welche dem Griechen als die höchste galt, der Vaterstadt.“ (zit. aus: Schachermeyr,F., Peisistratos von Athen, in: Kinzl, K.H.(Hrsg.), Die ältere Tyrannis bis zu den Perserkriegen, Beiträge zur griechischen Tyrannis, Darmstadt 1979, S.97f.)

Zu diesem Urteil kam Fritz Schachermeyr über Peisistratos, der Mann, der nach zwei mißlungenen Usurpationen seine Vaterstadt Athen gewaltsam als Tyrann einnehmen konnte.

Diese Arbeit beschäftigt sich im ersten Teil mit der Chronologie der Usurpationen. Inwiefern unterschieden sich die drei Usurpationen und mit welchen Mitteln gelang es Peisistratos schließlich doch, die Macht in Athen an sich zu reißen und Tyrann zu werden? Der zweite Hauptteil trägt die Überschrift „ Die Mechanik des Stasisgeschehens“. Hier soll näher auf die Zusammensetzung und das Zusammenspiel der verschiedenen Gruppen und auf Fragen eingegangen werden, die die Ziele der Führer betreffen oder auch die Ebenen, in denen die Auseinandersetzungen stattfanden. Welche Rolle spielten Aspekte wie Verbannung, Verbannte oder auswärtige Hilfe für die Erlangung der Tyrannis für Peisistratos? Im Mittelpunkt dieser Klärungen stehen die Quellen von Herodot (I 59-64) und Aristoteles ( Ath.pol. 13,4 – 17,2).

Excerpt


Gliederung

1. Die chronologische Darstellung der Usurpationen des Peisistratos

1.1. Die erste Usurpation

1.1.1. Die Stasissituation 561/560 in Athen

1.1.2. Der Weg zur ersten Machtübernahme

1.1.3. Besetzung der Akropolis

1.2. Die zweite Usurpation

1.2.1. Das Bündnis des Megakles und Peisistratos

1.2.2. Vertreibung aus Athen

1.3. Die dritte Usurpation

1.3.1. Exil in Eretria

1.3.2. Die Rückkehr zur Macht

1.3.3. Sicherung der Tyrannis

1.3.4. Quellenvergleich

2. Die Mechanik des Stasisgeschehens

2.1. Gruppenkonstellationen

2.2. Gegenstände und Zielorientierungen

2.3. Ebenen der Auseinandersetzung

2.4. Rolle von Verbannung und Verbannten

2.5. Rolle der auswärtigen Hilfe

2.6. mögliche Auflösung der Konfliktsituation

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Usurpationen des Peisistratos in Athen sowie die zugrunde liegenden Mechanismen der Stasis (Bürgerkrieg). Ziel ist es, den chronologischen Verlauf der drei Machtübernahmen zu analysieren und zu klären, mit welchen Mitteln Peisistratos schließlich eine dauerhafte Tyrannis etablieren konnte.

  • Chronologische Analyse der drei Usurpationsversuche des Peisistratos.
  • Untersuchung der Gruppenkonstellationen und ihrer politischen Instabilität.
  • Rolle von externen Ressourcen, Bündnissen und der Bedeutung von Verbannungen.
  • Quellenkritische Bewertung der Überlieferungen von Herodot und Aristoteles.
  • Analyse der Machtinstrumente wie List, Geiselnahme und militärische Strategie.

Auszug aus dem Buch

1.1.2. Der Weg zur ersten Machtübernahme

Nachdem Peisistratos Anhänger um sich scharen konnte, setzte er folgende Inszenierung in Gang (vgl. Hdt. I 59,7 und Ath. Pol 14,1): er verletzte sich selbst und seine Tiere und fuhr mit dem Wagen auf den Marktplatz, um dort den zusammenströmenden Massen in einer jammervollen Szene vorzugaukeln, dass er von seinen Feinden angegriffen worden sei, die ihm nach dem Leben trachteten.

Sinn dieser Aktion war es einerseits, bei den Leuten, die nicht zu seinen Anhängern gehörten, Mitleid zu erregen. Zu Gute mag ihm dabei auch gekommen sein, dass er sich bereits im Krieg gegen die Megarer einen Namen als Feldherr gemacht hatte, was ihn glaubwürdiger erschienen ließ.

Ein Anhänger von Peisistratos mit Namen Aristion stelle vor der Volksversammlung den Antrag, seinem Führer eine Leibwache zu seinem persönlichen Schutz zu stellen. Diese Information findet sich jedoch nur bei Aristoteles Ath.pol. 14,1, nicht bei Herodot. Es besteht die Möglichkeit, dass Herodot dieses Detail nicht erwähnt hat, weil es für ihn keine Bedeutung hatte. Doch ist fraglich, woher Aristoteles diese Information hatte, da ihm, im Gegensatz zu Herodot, keine mündliche Überlieferungen mehr zur Verfügung standen und er sich über andere Schriften orientieren mußte. Für den Gesamtzusammenhang spielt dieses Detail jedoch keine tragende Rolle.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die chronologische Darstellung der Usurpationen des Peisistratos: Dieses Kapitel detailliert die drei Versuche des Peisistratos, die Macht in Athen zu ergreifen, und beleuchtet die jeweiligen strategischen Mittel und Misserfolge bzw. den finalen Erfolg.

2. Die Mechanik des Stasisgeschehens: Dieser Abschnitt analysiert die tieferen Strukturen der Konflikte, einschließlich der Gruppenbildungen, Zielsetzungen und der Wirksamkeit politischer Instrumente in einer instabilen Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Peisistratos, Athen, Tyrannis, Stasis, Herodot, Aristoteles, Usurpation, Machtübernahme, Bürgerkrieg, Politik, Geschichtsschreibung, Akropolis, Gruppenkonstellation, Antike.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Persönlichkeit des Peisistratos und seine dreimalige, gewaltsame Machtergreifung im archaischen Athen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die chronologische Abfolge der Ereignisse sowie die politischen Mechanismen und sozialen Dynamiken, die zu Stasis (inneren Unruhen) führten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Aufarbeitung der Vorgehensweise von Peisistratos und die Beantwortung der Frage, wie es ihm trotz anfänglicher Rückschläge gelang, eine dauerhafte Herrschaft zu festigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse der antiken Texte von Herodot und Aristoteles, ergänzt durch moderne wissenschaftliche Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Darstellung der Ereignisse und eine systematische Untersuchung der Machtmechaniken, wie Gruppenkonstellationen und die Rolle auswärtiger Hilfe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Peisistratos, Athen, Tyrannis, Stasis, Machtübernahme und politische Intrige.

Welche Rolle spielte die symbolische Inszenierung in der Politik des Peisistratos?

Peisistratos nutzte gezielte Inszenierungen, wie seine Selbstverletzung oder das Auftreten mit einer als Athene verkleideten Frau, um Mitleid zu erregen und seine Machtansprüche mythologisch zu legitimieren.

Warum ist die Quellenbewertung von Herodot und Aristoteles in der Arbeit kritisch?

Da zeitgenössische Aufzeichnungen fehlen, müssen diese Quellen aufgrund ihrer zeitlichen Distanz und ihrer unterschiedlichen Erzählstrukturen (mündliche Tradition vs. sekundäre Literatur) hinterfragt werden.

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Details

Title
Staseis in Athen im Zusammenhang mit den Usurpationen des Peisistratos
College
University of Hannover  (Historisches Seminar)
Course
Bürgerkriege in der klassischen und archaischen Zeit Griechenlands
Grade
1,5
Author
Steffi Reitz (Author)
Publication Year
2001
Pages
23
Catalog Number
V12089
ISBN (eBook)
9783638180733
ISBN (Book)
9783638642224
Language
German
Tags
Staseis Athen Zusammenhang Usurpationen Peisistratos Bürgerkriege Zeit Griechenlands
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steffi Reitz (Author), 2001, Staseis in Athen im Zusammenhang mit den Usurpationen des Peisistratos, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12089
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