In dieser Arbeit wird untersucht, ob und warum die Sprache der Jugendlichen als "Sprachverfall" bezeichnet werden kann oder etwa nicht. Mit den Worten "Oje…, die Jugend von heute" oder "was und wie ihr da redet, versteht kein Mensch" werden Jugendliche oftmals konfrontiert, ihr Sprachstil unterliegt vielen Vorurteilen. Negativbilder in Bezug auf Jugendsprache sind also nicht neu.
Zu Beginn werden die Begriffe Jugend- und Jugendkultur, sowie Jugendsprache definiert und genauer beschrieben. Das darauffolgende Kapitel handelt von den Funktionen der Jugendsprache, die aufzeigen aus welchen Gründen Jugendsprache verwendet wird und was es für die Jugendlichen zu bedeuten hat. Zusätzlich befasst sich die Arbeit mit den Merkmalen und Eigenschaften der Jugendsprache, dabei wird deutlich, wie die Jugendlichen sprechen und wie sich ihr Sprachstil gestaltet und sich zusammensetzt.
Im Anschluss geht sie näher auf äußere Einflussfaktoren ein, da es heutzutage einige Faktoren gibt, die dazu beitragen, wie Jugendlichen sprechen und vor allem was sie sprechen. Ebenfalls werden die Schwierigkeiten dargestellt, die die Jugendsprache mit sich bringen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition Jugend- und Jugendkultur
3. Definition Jugendsprache - Abgrenzung zur Umgangssprache und Standardsprache
3.1 Funktionen der Jugendsprache
3.2 Merkmale und Eigenarten der Jugendsprache
4. Äußere Einflussfaktoren
5. Schwierigkeiten der Jugendsprache
6. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit untersucht das Phänomen der Jugendsprache kritisch unter der Fragestellung, ob diese als Sprachverfall zu interpretieren ist oder eine eigenständige, kreative Kommunikationsform darstellt. Dabei werden sowohl soziologische Grundlagen als auch sprachliche Merkmale analysiert, um die Funktion und den Einfluss dieses Sprachstils auf die Gesellschaft zu beleuchten.
- Definition und Abgrenzung von Jugend, Jugendkultur und Jugendsprache
- Die vielfältigen Funktionen der Sprache in der Peer-Group
- Strukturelle Merkmale und morphologische Besonderheiten der Jugendsprache
- Einflussfaktoren durch Medien, Musik und soziale Kontakte
- Kritische Auseinandersetzung mit dem Vorwurf des "Sprachverfalls"
Auszug aus dem Buch
3.2 Merkmale und Eigenarten der Jugendsprache
In der Jugendsprache ist es üblich, dass Wörter oftmals neu erfunden werden und somit eine neue Bedeutung zustande kommt, die sich vom Ausgangswort distanziert. Ebenfalls werden verschiedene Trends oder Markennamen aus anderen Sprachen übernommen wie zum Beispiel Skateboard, tinden etc. Es entstehen auch neue Wörter aus Verschmelzungen bekannter Wörter wie sich beispielsweise „Dummfall“ aus den Wörtern Unfall und Dummheit bildet.
Ein weiteres Merkmal ist die Kurzlebigkeit des Vokabulars. Einige Wörter bleiben länger in Gebrauch, sind überall zu hören, manche verschwinden jedoch schnell wieder. Dabei spielt das Abgrenzungsbedürfnis, sowie die Bestätigung innerhalb der eigenen sozialen Gruppe eine wichtige Rolle. Anzumerken bei der Auswahl der Ausdrücke ist, dass diese aus bestimmten Bereichen gewählt werden. Merkmal dabei ist, welche Themen für die Jugendlichen besonders wichtig sind, sei es Musik, Sport, Mode, Partys oder Alkohol.
Das Internet und Social Media gewinnen hierbei immer mehr an Bedeutung. Wörter der Jugendsprache sind dabei „Emoji“, „googlen“, „pranken“ und noch viele weitere die es in die Alltagssprache geschafft haben. Auch Arabische Wörter gelangen immer mehr in den Sprachgebrauch der Jugendlichen, wie zum Beispiel „Wallah“, was so viel Bedeutet wie „ich schwöre bei Gott“. Ebenso finden sich Abkürzungen, wie „YOLO“ mit der Bedeutung „you only live once“ oder „LOL“ für „laughing out loud“. Ebenfalls konstruieren die Jugendlichen aus deutschen und fremdsprachlichen Wörter neue Ausdrücke wie „wegsnacken“ oder „Oberfail“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Jugendsprache ein, verweist auf historische und gesellschaftliche Vorurteile und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Sprachverfall.
2. Definition Jugend- und Jugendkultur: Dieses Kapitel definiert Jugend als eigenständige Lebensphase und erläutert Jugendkultur als Abgrenzung zur Erwachsenenwelt, in der Sprache eine zentrale identitätsstiftende Rolle spielt.
3. Definition Jugendsprache - Abgrenzung zur Umgangssprache und Standardsprache: Hier wird der Begriff der Jugendsprache als Medium der Gruppenkommunikation präzisiert und von Standardsprachen abgegrenzt.
3.1 Funktionen der Jugendsprache: Die Unterkapitel beschreiben, wie Sprache zur Identitätsbildung, Abgrenzung gegenüber Eltern und zur kreativen Selbstentfaltung genutzt wird.
3.2 Merkmale und Eigenarten der Jugendsprache: Es werden sprachliche Besonderheiten wie Wortneuschöpfungen, Anglizismen, Abkürzungen sowie morphologische Prozesse detailliert dargestellt.
4. Äußere Einflussfaktoren: Das Kapitel beleuchtet, wie Medien, Musik, soziale Netzwerke und Migration den Sprachwandel und die Wortwahl bei Jugendlichen nachhaltig prägen.
5. Schwierigkeiten der Jugendsprache: Hier werden die Vorwürfe des Sprachverfalls sowie die Herausforderungen der intergenerationalen Kommunikation und Mehrsprachigkeit in Schulen diskutiert.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Jugendsprache kein Sprachverfall ist, sondern ein dynamischer Teil des Erwachsenwerdens und ein Ausdruck von Kreativität.
Schlüsselwörter
Jugendsprache, Jugendkultur, Sprachverfall, Gruppenkommunikation, Sprachwandel, Peer-Group, Identitätsbildung, Anglizismen, Morphologie, Sprachvarietät, Soziolinguistik, Kommunikation, Kreativität, Generationenkonflikt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Sprache von Jugendlichen und untersucht deren gesellschaftliche Wahrnehmung, insbesondere im Hinblick auf den oft geäußerten Vorwurf eines drohenden Sprachverfalls.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die soziologische Einordnung von Jugend und Jugendkultur, die spezifischen Funktionen und Merkmale der Jugendsprache sowie externe Einflussfaktoren wie Medien und Musik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu klären, ob die spezifische Ausdrucksweise von Jugendlichen tatsächlich eine Verrohung oder einen Verfall der Sprache darstellt, oder ob sie als kreatives, identitätsstiftendes Phänomen zu bewerten ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und greift auf soziologische sowie linguistische Quellen zurück, um die Thematik interdisziplinär zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Begriffe definiert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Funktionen und sprachlichen Merkmale (wie Wortbildung und Anglizismen) sowie einer Untersuchung der Einflussfaktoren auf den Sprachgebrauch.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Jugendsprache, Identitätsbildung, Sprachwandel, Peer-Group und Sprachverfall charakterisieren.
Warum wird Jugendsprache oft als „Geheimsprache“ bezeichnet?
Außenstehende empfinden sie oft als Geheimsprache, da Jugendliche gezielt Begriffe und Stile verwenden, die der Abgrenzung von der Erwachsenenwelt dienen und die nicht von allen Altersklassen verstanden werden sollen.
Welche Rolle spielen digitale Medien bei der Entstehung von Jugendsprache?
Digitale Medien, soziale Netzwerke und Foren fungieren als Beschleuniger für Sprachinnovationen, da sie den Austausch über regionale Grenzen hinweg vereinfachen und Trends (wie neue Anglizismen oder Abkürzungen) schnell verbreiten.
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- Nele Sorian (Author), 2021, Jugendsprache und ihre Bedeutung. Führt die Sprache der Jugendlichen zum Sprachverfall?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1215828