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Ästhetik des Hässlichen

Systematisierung und gesellschaftliche Einordnung des Hässlichen

Titel: Ästhetik des Hässlichen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 25 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Judith Hampel (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

1853 erscheint Rosenkranz Publikation mit dem auf den ersten Blick widersprüchlichen Titel: Ästhetik des Häßlichen. Die Entdeckung der Sinnlichkeit, des Schönen und der Ganzheitlichkeit als Definitions-beschreibungen für die Ästhetik, drängen den Titel schon im Ansatz in Widersprüche. Dem Autor gelingt es, den Leser durch die Behauptung, dass das Hässliche zur ästhetischen Betrachtung gehört, zu verunsichern. Per Definition ist die Ästhetik nicht nur die Theorie der Kunst, sondern auch die allgemeine Lehre von der sinnlichen Wahrnehmung. Jedoch scheint das bisherige Wissen über die Grundbestimmungen einer Ästhetik mit den neuen Erkenntnissen nicht übereinzustimmen. Die vorliegende Hausarbeit setzt die Ästhetik des Häßlichen in den Mittelpunkt der Betrachtung, indem sie die Entwicklung von einer ‚schönen’ Ästhetik zu einer hässlichen Ästhetik beschreibt und analysiert. Sie beginnt in den Anfängen der Philosophiegeschichte und mündet in der zeitgenössischen Akzeptanz des Werkes im 19. Jahrhundert. Das Schöne entzieht sich nie seiner Betrachtung, da es als Foliecharakter für das Hässliche dient. Die Provokation des Autors, das Hässliche in die ästhetische Betrachtung mit einzubeziehen erklärt sich aus den gesellschaftlichen und politischen Ereignissen zu jener Zeit. Für die heutige Sichtweise der Ästhetik des Häßlichen ist die Medienlandschaft interessant, welche einen extremen Wandel gerade bei den Privatsendern durchlebt. Der Fokus liegt in der so real wie nur möglich gestalteten Doku Soap, deren Charakter bis hin zum abscheulichen und ekelhaften reicht. Menschen, die sich vor laufender Kamera unter das Messer eines OP-Chirurgen legen und dabei gefilmt werden, gehören zur Normalität. Der Blick in die sonst verschlossenen Bereiche der Chirurgie lassen den Zuschauer an einer neuen Welt teilhaben, deren Einblick ihnen ansonsten verwehrt bleibt. Beispielhaft zeigte auch das RTL Format ‚Dschungelcamp’, wie Prominente bis an ihre ethischen und eigenen Grenzen in der Konfrontation mit Ekel, Abscheu und Angst kamen. Es bleibt dabei die Frage offen, was derartige Formate noch ästhetisch macht, um deren Ausstrahlung zu rechtfertigen? Was macht hierbei die Faszination des Hässlichen aus? Diese Fragen gehen über den Rahmen dieser Arbeit hinaus, so dass sie nur die Aktualität der Ästhetik des Hässlichen unterstreichen können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition und Entwicklung der Ästhetik

2.1 Das Hässliche als Kategorie des Hässlichen

3 Karl Rosenkranz: Systematisierung des Hässlichen

3.1 Rosenkranz Vorüberlegungen über das Hässliche, das Schöne und das Negativschöne

3.2 Systematik des Hässlichen:

Das Natur-, Geist- und Kunsthässliche

3.3 Erscheinungsweisen des Hässlichen:

Formlosigkeit, Inkorrektheit und Defiguration

4 Zusammenfassung: unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Verhältnisse des 19.Jahrhunderts

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Entwicklung des Hässlichen als eigenständige Kategorie innerhalb der Ästhetik, basierend auf Karl Rosenkranz' Werk "Ästhetik des Häßlichen" von 1853, und setzt diese in den Kontext der gesellschaftlichen Umbrüche des 19. Jahrhunderts.

  • Historische Herleitung des ästhetischen Schönheitsbegriffs
  • Systematisierung der Erscheinungsformen des Hässlichen nach Rosenkranz
  • Die dialektische Beziehung zwischen dem Schönen und dem Hässlichen
  • Einfluss sozioökonomischer Realitäten auf die ästhetische Wahrnehmung
  • Die Rolle der Karikatur als Instrument der Versöhnung mit dem Hässlichen

Auszug aus dem Buch

3.2 Systematik des Hässlichen: Das Natur-, Geist- und Kunsthässliche

Das Hässliche bezieht Rosenkranz nicht nur auf das Reich der Kunst, sondern auch auf das Reich der Natur, welches das Reich „[...]der sinnlichen Erscheinungen überhaupt“ (KR S. 35) ist. Die Häufigkeit von hässlichen Naturgestalten, Tieren und Pflanzen innerhalb der Natur sind nach Rosenkranz Auffassung zahlreich. Seinen Beobachtungen zufolge entstehen Hässlichkeiten durch Missbildungen bei Tieren, wonach z. B. Gliedmaßen fehlen oder Tiere existieren, die schon von ursprünglicher Hässlichkeit geprägt sind. Bei Pflanzen ist die Hässlichkeit durch äußere Einflüsse, durch Überwucherungen oder durch innere Erkrankungen gezeichnet. Rosenkranz erklärt die Missbildungen und Verformungen bei Pflanzen und Tieren mit den natürlichen Prozessen des Werdens in der Natur, welche das Übermaß und das Unmaß beeinflussen (Vgl. KR S. 20).

Die Formen des Hässlichen projiziert Rosenkranz ebenfalls auf „das Geisthässliche“ (KR S. 29) und „das Kunsthässliche (KR S. 35).“ Zunächst äußert sich der Autor über das Geisthässliche, welches durch die Unfreiheit der freien Negation des Geistes entsteht. Rosenkranz Argumentation entspricht seiner Sichtweise über das Naturhässliche, indem jegliche Abweichungen von der Norm hässlich sind. Er fasst unter die Hässlichkeiten des Geistes sämtliche Erscheinungen zusammen, die moralische, körperliche und geistige Mängel aufweisen. Im Geisthässlichen kommt der Geist seiner wesentlichen Bestimmung nicht nahe, sich der Wahrheit und Güte unterzuordnen. Das Böse des Geistes tritt dann in Erscheinung, wenn er sich freiwillig für die Unfreiheit entscheidet und in den Widerspruch mit sich selbst geht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Paradoxon des Titels "Ästhetik des Häßlichen" ein und stellt die Relevanz des Themas im Kontext philosophischer Traditionen und moderner Medienformate dar.

2 Definition und Entwicklung der Ästhetik: Dieses Kapitel zeichnet die philosophische Herleitung der Ästhetik von der Antike über die Aufklärung bis zum deutschen Idealismus nach und etabliert das Hässliche als notwendige Kategorie.

2.1 Das Hässliche als Kategorie des Hässlichen: Hier wird der historische Wandel vollzogen, in dem das Hässliche nicht mehr bloß als Abwesenheit des Schönen, sondern als eigenständiges ästhetisches Phänomen begriffen wird.

3 Karl Rosenkranz: Systematisierung des Hässlichen: Das Hauptkapitel untersucht Rosenkranz’ Ansatz, das Hässliche innerhalb einer Metaphysik des Schönen wissenschaftlich zu fundieren und dialektisch einzuordnen.

3.1 Rosenkranz Vorüberlegungen über das Hässliche, das Schöne und das Negativschöne: Es wird analysiert, wie Rosenkranz das "Negativschöne" als Folie für das Hässliche nutzt und den Freiheitsbegriff als zentrales Kriterium der ästhetischen Bewertung einführt.

3.2 Systematik des Hässlichen: Das Natur-, Geist- und Kunsthässliche: Dieser Abschnitt differenziert die Erscheinungsformen des Hässlichen in drei Bereiche, wobei besonders die Missbildungen in Natur, Geist und Kunst betrachtet werden.

3.3 Erscheinungsweisen des Hässlichen: Formlosigkeit, Inkorrektheit und Defiguration: Hier werden die spezifischen Kategorien definiert, mit denen Rosenkranz die Verletzung künstlerischer Maße und Proportionen klassifiziert.

4 Zusammenfassung: unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Verhältnisse des 19.Jahrhunderts: Das Fazit spiegelt Rosenkranz' Theorien an der sozialen Realität und der Industriellen Revolution, wobei die Grenzen seines konservativen ästhetischen Ansatzes aufgezeigt werden.

Schlüsselwörter

Ästhetik, Hässliches, Karl Rosenkranz, Metaphysik des Schönen, Negativschöne, Formlosigkeit, Inkorrektheit, Defiguration, Karikatur, Kunstphilosophie, 19. Jahrhundert, Idealismus, dialektische Methode, Mimesis, Industriegesellschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Systematisierung des Hässlichen als ästhetische Kategorie, basierend auf dem Werk von Karl Rosenkranz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Definition der Ästhetik, die dialektische Einordnung des Hässlichen im Verhältnis zum Schönen sowie die gesellschaftlichen Auswirkungen des 19. Jahrhunderts auf diese Theoriebildung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Rosenkranz das Hässliche von seinem Schattendasein befreit und als einen integralen, wenn auch negativen, Bestandteil der ästhetischen Betrachtung etabliert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine philosophische Analyse sowie eine wissenschaftliche Kontextualisierung der Thesen von Rosenkranz im Licht zeitgenössischer gesellschaftlicher Umstände.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Rosenkranz' Systematik des Hässlichen, unterteilt in Natur-, Geist- und Kunsthässliches, sowie die detaillierte Klassifizierung von Erscheinungsformen wie Formlosigkeit und Defiguration.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Ästhetik, das Hässliche, Systematisierung, Idealismus, dialektische Methode und der soziale Kontext des 19. Jahrhunderts.

Warum spielt die Karikatur eine so große Rolle für Rosenkranz?

Die Karikatur dient für Rosenkranz als Medium, um das Hässliche durch Humor und Übertreibung in das Schöne zu überführen und somit die ästhetische Versöhnung zu erreichen.

Wie bewertet die Autorin Rosenkranz' Ansatz gegenüber den sozialen Missständen?

Die Autorin stellt fest, dass Rosenkranz' Theorie in der klassischen Philosophie verhaftet bleibt und somit Schwierigkeiten hat, die harten sozialen Realitäten des 19. Jahrhunderts adäquat ästhetisch zu integrieren.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ästhetik des Hässlichen
Untertitel
Systematisierung und gesellschaftliche Einordnung des Hässlichen
Hochschule
Universität Paderborn  (Literaturwissenschaftliches Institut)
Veranstaltung
Ästhetik des Hässlichen
Note
1,0
Autor
Judith Hampel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
25
Katalognummer
V121669
ISBN (eBook)
9783640252817
ISBN (Buch)
9783640252831
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hässlichen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Judith Hampel (Autor:in), 2005, Ästhetik des Hässlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121669
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Leseprobe aus  25  Seiten
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