Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Arbeitslosigkeit in Deutschland ganz konkret staatlich bearbeitet wird. Bevor die Fragestellung beantwortet wird, erfolgt zunächst die Erläuterung theoretischer Grundlagen. Im Anschluss wird auf Arbeitslosigkeit im Allgemeinen Bezug genommen. Hierbei werden mögliche Ursachen sowie Folgen von Arbeitslosigkeit näher beleuchtet. In Kapitel 4 werden schließlich einzelne Maßnahmen und Instrumente des deutschen Sozialstaates zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit herausgearbeitet und beschrieben. Im letzten Kapitel folgt das Fazit.
Mit Blick auf die wirtschaftspolitischen Ereignisse der vergangenen Jahrzehnte wird ersichtlich, dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland mehrere Entwicklungsstadien durchlief. Ausgehend von der stark erhöhten Nachkriegsarbeitslosigkeit, kam es zwischen 1960 und 1973 sukzessive zu einer Vollbeschäftigung. Ab 1973 setzte die Phase der Persistenz ein - jede Rezession bewirkte, dass die Arbeitslosigkeit anstieg, ohne in den darauffolgenden Aufschwungsphasen wieder gänzlich abzuklingen. Nach 2005 erholte sich der Arbeitsmarkt schließlich, sodass zu Beginn des Jahres 2010 sogar die Rede von einem erneuten Beschäftigungswunder war. Die Zahl der Arbeitslosen sank zu diesem Zeitpunkt von 4,86 Millionen bis 2010 auf 3,24 Millionen.
Doch trotz dieser positiven Entwicklung sind zum heutigen Stand immer noch rund 2,45 Millionen Menschen in Deutschland ohne Erwerbsarbeit. Bei der Lösung dieser Problematik geht es darum, Arbeitslosigkeit möglichst zu vermeiden oder zumindest zu verkürzen. Dabei sollen die Mittel für die Arbeitsmarktpolitik wirksam und wirtschaftlich eingesetzt werden und zugleich einem sozialpolitischen Ziel dienen. Für dieses Vorhaben sind Instrumente des SGB III sowie SGB II vorgesehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsklärung
2.1 Erwerbsarbeit
2.2 Arbeitslosigkeit
2.3 Sozialstaat
3 Zur Arbeitslosigkeit
3.1 Mögliche Ursachen
3.2 Folgen für Betroffene
4 Gegenmaßnahmen des Staates
4.1 Förderleistungen nach dem SGB III
4.1.1 Berufsberatung, Ausbildungs- und Arbeitsvermittlung
4.1.2 Aktivierung und berufliche Eingliederung
4.1.3 Berufliche Weiterbildung
4.1.4 Arbeitslosengeld
4.2 Förderleistungen nach dem SGB II
4.2.1 Teilhabechancengesetz
4.2.2 Leistungen zur Eingliederung von Selbstständigen
4.2.3 Nachgehende Betreuung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Frage, wie Arbeitslosigkeit in Deutschland durch staatliche Maßnahmen konkret bearbeitet wird, um Betroffene bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu unterstützen.
- Analyse der theoretischen Grundlagen von Erwerbsarbeit, Arbeitslosigkeit und Sozialstaat.
- Untersuchung der Ursachen und gesellschaftlichen sowie individuellen Folgen von Arbeitslosigkeit.
- Darstellung und Evaluation der staatlichen Förderleistungen nach dem SGB III.
- Darstellung und Evaluation der staatlichen Förderleistungen nach dem SGB II.
- Diskussion der Wirksamkeit aktivierender arbeitsmarktpolitischer Instrumente.
Auszug aus dem Buch
3.1 Mögliche Ursachen
„Arbeitslosigkeit ist vielschichtiger, als es die monatlich veröffentlichte Quote abbilden kann“ (Sell et al., 2020). Zahlreiche Arbeitsmarktforscher unterteilen Arbeitslosigkeit hinsichtlich ihrer Ursache in folgende vier Formen: friktionell, konjunkturell, strukturell und saisonal (Oschmiansky, 2020).
Die friktionelle Arbeitslosigkeit wird auch als Fluktuations- oder Sucharbeitslosigkeit bezeichnet (ebd.). Darunter wird eine meist kurzfristige Arbeitslosigkeit verstanden, die zwischen dem Verlust einer Beschäftigung und dem Start eines neuen Beschäftigungsverhältnisses entsteht. Diese nicht vermeidbare Form der Arbeitslosigkeit kann als Folge der Wirtschaftsdynamik gesehen werden. Sie tritt beispielsweise bei Schließungen, Kündigungen oder Arbeitsplatzwechsel auf. Laut der Bundeszentrale für politische Bildung, wird der Anteil friktionell Arbeitsloser von unter ein Prozent aller Erwerbspersonen als normal angesehen.
Die konjunkturelle Arbeitslosigkeit entsteht, wenn die Nachfrage an Arbeitskräften bzw. das Angebot an Arbeitsplätzen auf dem Arbeitsmarkt zurückgeht (ebd.). Dies ist der Fall, wenn die wirtschaftliche Lage und damit verbunden die Konjunktur schwächer wird. Damit geht einher, dass Betriebe aufgrund des entstandenen Mangels an Absatzmöglichkeiten Arbeitskräfte entlassen müssen. Diese werden in der Regel wieder eingestellt, sobald die Wirtschaft einen Aufschwung erlebt. Vor diesem Hintergrund betont Oschmiansky, dass es durchaus vorkommen kann, dass die betroffenen Personen bei einer nur langsam steigenden Konjunktur per Definition zu Langzeitarbeitslosen werden. In der Gesamtheit stellt die konjunkturelle Arbeitslosigkeit aber eher ein kurz- bis mittelfristiges Problem dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Arbeitslosigkeit in Deutschland ein, thematisiert deren Bedeutung als Armutsrisiko und umreißt die staatliche Strategie des Förderns und Forderns.
2 Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Erwerbsarbeit, Arbeitslosigkeit und Sozialstaat als theoretische Basis für die weitere Untersuchung.
3 Zur Arbeitslosigkeit: Hier werden die verschiedenen Ursachenformen sowie die weitreichenden individuellen und gesellschaftlichen Folgen von Arbeitslosigkeit analysiert.
4 Gegenmaßnahmen des Staates: Das Kernkapitel beschreibt detailliert die verschiedenen Förderinstrumente des SGB III und SGB II, die zur Wiedereingliederung von Arbeitslosen eingesetzt werden.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Bedeutung gezielter Fördermaßnahmen für die soziale Teilhabe und die Stabilität des Sozialstaats.
Schlüsselwörter
Arbeitslosigkeit, Sozialstaat, SGB II, SGB III, Erwerbsarbeit, Langzeitarbeitslosigkeit, Arbeitsmarktpolitik, Förderleistungen, Beschäftigungsfähigkeit, Armutsrisiko, Teilhabechancengesetz, soziale Sicherung, Arbeitsvermittlung, berufliche Weiterbildung, Aktivierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die Maßnahmen und Instrumente des deutschen Sozialstaates zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und deren Wirkung auf die Betroffenen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen von Arbeit und Sozialstaat, die Ursachen und Folgen von Arbeitslosigkeit sowie spezifische staatliche Förderprogramme.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Arbeitslosigkeit in Deutschland staatlich bearbeitet wird und welche Ansätze zur erfolgreichen Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt existieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Fachpublikationen sowie offiziellen Quellen zum Sozialrecht und Arbeitsmarkt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine Ursachen- und Folgenanalyse der Arbeitslosigkeit sowie eine detaillierte Beschreibung der Leistungen nach dem SGB II und SGB III.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Arbeitslosigkeit, Sozialstaat, SGB II, SGB III, Langzeitarbeitslosigkeit und Arbeitsmarktpolitik charakterisiert.
Was besagt das Teilhabechancengesetz konkret?
Es bietet Lohnkostenzuschüsse an Arbeitgeber bei der Einstellung von langzeitarbeitslosen Personen, kombiniert mit einem beschäftigungsbegleitenden Coaching.
Welche Rolle spielt die nachgehende Betreuung?
Die nachgehende Betreuung dient dazu, nach einer erfolgreichen Vermittlung in den Arbeitsmarkt den Fortbestand der Beschäftigung nachhaltig zu sichern und erneuter Arbeitslosigkeit präventiv entgegenzuwirken.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2022, Arbeitslosigkeit in Deutschland. Maßnahmen und Instrumente des Sozialstaates zur Bekämpfung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1222892