Ishikawa Diagramme. Ursache-Wirkungs-Diagramme als Qualitätswerkzeuge


Seminararbeit, 2008
28 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Gliederung

Akronymverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Das Ishikawa-Diagramm als leicht zu handhabendes und vielseitiges Qualitätswerkzeug

2 Hintergrund
2.1 Kaoru Ishikawas Qualitätskonzept
2.2 Einordnung
2.3 Verbreitung
2.4 Formen
2.4.1 Dispersionsanalyse-Ursache-Wirkungs-Diagramm
2.4.2 Prozessklassifizierungs-Ursache-Wirkungs-Diagramm
2.4.3 Ursachenaufzählungs-Ursache-Wirkungs-Diagramm
2.5 Ziel

3 Erstellung eines Ishikawa-Diagramms
3.1 Voraussetzungen
3.2 Vorgehensweise
3.2.1 Problemdefinition
3.2.2 Findung der Hauptursachen
3.2.3 Herausarbeitung der Einzelursachen
3.3 Ergebnisbewertung

4 Bewertung des Ishikawa-Diagramms
4.1 Stärken
4.2 Schwächen
4.3 Anwendungsmöglichkeiten
4.4 Alternativen

5 Anwendungsbeispiele
5.1 Das Ishikawa-Diagramm als Werkzeug zur Konfliktlösung
5.2 Das Ishikawa-Diagramm bei der Untersuchung von Freiwürfen im Basketball

6 Das Ishikawa-Diagramm als insgesamt optimales Werkzeug zur Qualitätsverbesserung

Akronymverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Dispersionsanalyse-Ursache-Wirkungs-Diagramm für den Axialschlag einer Maschine

Abbildung 2: Prozessklassifizierungs-Ursache-Wirkungs-Diagramm zur Zubereitung von schmackhaftem Reis

Abbildung 3: Ursachenaufzählungs-Ursache-Wirkungs-Diagramm zur Zubereitung von schmackhaftem Reis

Abbildung 4: Schritt eins zur Erstellung eines Ursache-Wirkungs-Diagramms

Abbildung 5: Schritt zwei zur Erstellung eines Ursache-Wirkungs-Diagramms

Abbildung 6: Schritt drei zur Erstellung eines Ursache-Wirkungs-Diagramms

Abbildung 7: Schematische Darstellung eines Relationendiagramms

Abbildung 8: Streudiagramm für den Prozentsatz verfehlter Basketballfreiwürfe

Abbildung 9: Ursache-Wirkungs-Diagramm für verfehlte Basketballfreiwürfe

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Übersicht verfehlter Basketballfreiwürfe in 15 Tagen 19

1 Das Ishikawa-Diagramm als leicht zu handhabendes und vielseitiges Qualitätswerkzeug

Im 21. Jahrhundert stellt ein Kunde weitaus höhere Qualitätsanforderungen als nur die reine Zuverlässigkeit eines Produktes. Der Begriff Qualität impliziert heute „Innovation und Image, Design und Perfektion, Originalität und Service“[1]. Von Herstellern werden dadurch - verstärkt nicht zuletzt durch den globalen Wettbewerb - Höchstleistungen abverlangt. Um dabei konkurrenzfähig bleiben zu können muss der gesamte Betrieb, vom Fließbandarbeiter bis zum Vorstandsvorsitzenden, konsequent auf das essentielle Unternehmensziel Qualität ausgerichtet sein. Qualitätskonzepte, die versuchen jener Herausforderung zu entsprechen, werden bei ihrer Realisierung meist von bestimmten Projektmanagementwerkzeugen gestützt. Eines dieser Qualitätswerkzeuge, welches sich insbesondere durch leichte Handhabung und große Vielseitigkeit auszeichnet, stellt das Ishikawa-Diagramm dar. Dieses Werkzeug soll in der vorliegenden Arbeit näher beschrieben werden.

Zunächst wird dazu dessen Hintergrund erläutert, wobei auf das zugrunde liegende Qualitätskonzept und die verschiedenen Diagrammformen eingegangen wird. Anschließend wird der Erstellungsprozess des Ishikawa-Diagramms erklärt. Darauf erfolgt eine Auseinandersetzung in Form einer Bewertung hinsichtlich der Stärken und Schwächen sowie der Anwendungsmöglichkeiten und potentiellen Alternativen. Schließlich werden anhand von Beispielen Vielseitigkeit und leichte Handhabung des Diagramms untermauert. Abschließend erfolgt eine Zusammenfassung über die besondere Eignung des Diagramms bei der Erreichung höchster Qualitätsansprüche in einem Unternehmen.

2 Hintergrund

2.1 Kaoru Ishikawas Qualitätskonzept

Dr. Kaoru Ishikawa[2], der Erfinder des Ishikawa-Diagramms, gilt als einer der Pioniere des japanischen Qualitätswesens. Sein besonderer Verdienst besteht in der Umsetzung von Demings, Jurans und Feigenbaums Ansätzen des Total Quality Managements (TQM) in ein einzigartiges japanisches Konzept zur Qualitätsverbesserung[3], dem Company Wide Quality Control (CWQC). Dieser ganzheitliche Qualitätsgedanke zur Steigerung der Unternehmensleistung fußt vor allem auf sechs Prinzipien.[4]

1. Alle Mitarbeiter müssen das Ziel und die Notwendigkeit der unternehmensweiten Qualitätskontrolle verstehen.
2. Auf allen Ebenen des Betriebes müssen die Möglichkeiten des Qualitätssystems bekannt sein und es muss darauf vertraut werden.
3. Um standardisierte Prozesse etablieren zu können soll für drei bis fünf Jahre ein kontinuierliches Verbesserungsprogramm in der Firma laufen. Hierbei wird besonders die Anwendung von Qualitätswerkzeugen empfohlen.
4. Das Unternehmen muss einen strategischen Qualitätsplan definieren und systematisch etablieren.
5. Grenzen zwischen Positionen und Abteilungen sind zugunsten einer funktionsübergreifenden Unternehmensführung abzubauen.
6. Jeder Betriebsangehörige soll, im Glauben an die Nachhaltigkeit seiner Bemühungen, eigenverantwortlich handeln.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zentral für den Erfolg von Ishikawas Theorie ist somit die aktive Beteiligung jedes Mitarbeiters in einem Unternehmen und eine konsequent systematische Vorgehensweise[5].

2.2 Einordnung

Um die Durchführung seines Entwurfs zur Qualitätskontrolle auf tatsächlich allen Unternehmensebenen zu ermöglichen benötigte Ishikawa leicht zu erlernende und leicht zu handhabende Werkzeuge, mit denen sich Probleme erkennen, verstehen und lösen lassen. Als solche sah er die Fehlersammelliste, das Histogramm, die Qualitätsregelkarte, das Pareto-Diagramm, das Korrelationsdiagramm, die Brainstormingtechnik und vor allem das Ishikawa- oder Ursache-Wirkungs-Diagramm an[6]. Gemeinsam stellte er sie zu den sogenannten elementaren Werkzeugen der Qualitätssicherung (Seven Tools of Quality bzw. Q7) zusammen und empfahl sie besonderes für den Einsatz in Qualitätszirkeln im Rahmen des CWQC[7]. Neben diesem Anwendungsfeld wird das Ursache-Wirkungs-Diagramm auch als Werkzeug des TQM verwendet[8] und ist ein anerkanntes Hilfsmittel[9] in der Analyse-Phase der Six Sigma Methode[10].

2.3 Verbreitung

Bereits 1943 entwickelte Ishikawa das Ursache-Wirkungs-Diagramm um einer Gruppe von Ingenieuren im Kawasaki Stahlwerk aufzuzeigen, wie mehrere Produktionsfaktoren neu geordnet und miteinander verknüpft werden können[11]. Schnell verbreitete sich das Ishikawa-Diagramm unter anderem unter den Namen Ursache-Wirkungs-Diagramm / Cause-and-effect-diagram (UWD/CED), oder nach seiner Form Fischgräten-Diagramm/Fishbone-diagram[12], international[13]. Ursprünglich nur bei Problemen im Produktionsprozess eingesetzt, stellte sich zudem bald heraus, dass es für jedwede Art von Branchen, Prozessen und Problemen verwendbar ist. Mittlerweile ist das Ursache-Wirkungs-Diagramm in allen erdenklichen Einsatzfeldern weltweit zu finden[14].

2.4 Formen

Man unterscheidet üblicherweise drei Typen des Ishikawa-Diagramms: Den Dispersionsanalyse-, den Prozessklassifizierungs- und den Ursachenaufzählungs-Typ[15]. Das gebräuchlichste und am weitesten verbreitete ist das Dispersionsanalyse-Ursache-Wirkungs-Diagramm, auf dem auch der Fokus dieser Arbeit liegt. Folgend werden deshalb die drei Formen nur kurz miteinander verglichen und ihre Vor- bzw. Nachteile knapp aufgezeigt.

2.4.1 Dispersionsanalyse-Ursache-Wirkungs-Diagramm

Die bekannteste Form des Ishikawa Diagramms ist die Dispersionsanalyse. Hier werden zunächst mögliche Ursachen in Hauptgruppen aufgeteilt, die als Äste in das Diagramm einzuzeichnen sind. Im weiteren Entstehungsprozess fügt man anschließend zusätzlich gefundene Ursachen jeweils als Zweige zu den Ästen hinzu[16]. Mit Hilfe der ständigen Wiederholung der Frage Weshalb geschieht die Streuung/Abweichung? wird folgend die Hauptursache des Zustandekommens einer Wirkung analysiert[17]. Der Entstehungsprozess des Dispersionsanalyse-Fischgrät-Diagramms wird in Abschnitt 3 dieser Arbeit detailliert beschrieben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Dispersionsanalyse-Ursache-Wirkungs-Diagramm für den Axialschlag einer Maschine

Quelle: Vgl. Ishikawa (Guide to Quality Control), S. 22, Abbildung 3.5

Ein Vorteil dieser Methode besteht darin, dass das Aufgliedern von Ursachen in immer genauer werdende Äste bei der Organisation und Verknüpfung einzelner Faktoren hilft. Die Nachteile liegen vor allem darin, dass das Ergebnis des Dispersions-Ishikawa-Diagramms stärker von der erstellenden Person bzw. Gruppe abhängt als bei den anderen Formen und kleine Abweichungsursachen möglicherweise übersehen werden[18].

[...]


[1] Bartsch (Wenn der Kunde „wow“ sagt), S. 12.

[2] Zu seinem Wirken auf das (v.a. japanische) Qualitätswesen und seiner Biographie

vgl. Watson (The Legacy of Ishikawa), S. 54ff.

[3] Vgl. Rolff (Darstellung und Analyse der Einflussfaktoren auf das

Japanische Total Quality Management), S. 85f.

[4] Vgl. Watson (The Legacy of Ishikawa), S. 54f.

[5] Vgl. Rolff (Darstellung und Analyse der Einflussfaktoren auf das Japanische Total

Quality Management), S. 86ff.

[6] Vgl. Kamiske u.a. (Qualitätsmanagement von A bis Z), S. 226.

[7] Vgl. Kamiske u.a. (Qualitätsmanagement von A bis Z), S. 248f.

[8] Vgl. Stamatis (TQM engineering handbook), S. 135ff.

[9] Vgl. John (Analyze), S. 104 oder Kraßnitzer (Best Practice mit Six Sigma in

einem mittelständischen Unternehmen), S. 535f.

[10] Die Six Sigma Methode wird in Reißiger (Six Sigma), S. 251ff. ausführlich

beschrieben.

[11] Vgl. Ishikawa (Guide to Quality Control), S. 29.

[12] Die Namen werden in dieser Arbeit synonym verwendet.

In Einzelfällen nennt die Literatur auch die Bezeichnung (Tannen-) Baumdiagramm.

Aufgrund der Verwechslungsgefahr zum Qualitätswerkzeug „Baumdiagramm“, vgl. Kamiske u.a. (Qualitätsmanagement von A bis Z), S. 143f, wird diese Nomenklatur in dieser Arbeit jedoch nicht gebraucht.

[13] Vgl. Doggett (Root Cause Analysis), S. 35.

[14] Vgl. Juran (The Quality Improvement Process), S. 5.42.

[15] Vgl. Ishikawa (Guide to Quality Control), S. 21ff.

[16] Vgl. Doggett (Root Cause Analysis), S. 36.

[17] Vgl. Ishikawa (Guide to Quality Control), S. 21.

[18] Vgl. Doggett (Root Cause Analysis), S. 36.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Ishikawa Diagramme. Ursache-Wirkungs-Diagramme als Qualitätswerkzeuge
Hochschule
Universität Bayreuth
Veranstaltung
Methoden des Prozessmanagements
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
28
Katalognummer
V123385
ISBN (eBook)
9783640281039
ISBN (Buch)
9783640284146
Dateigröße
2994 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ishikawa, Ursache Wirkungs Diagramm, Fischgräten Diagramm, Fischgrät Diagramm, Kaoru Ishikawa, Ishikawa Diagramm
Arbeit zitieren
Johannes Kern (Autor), 2008, Ishikawa Diagramme. Ursache-Wirkungs-Diagramme als Qualitätswerkzeuge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123385

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