Die Keiretsu –Unternehmenskonglomerate – bilden das Rückgrat der japanischen Volkswirtschaft. Als Nachfolger der Zaibatsu bestimmen sie das Erscheinungsbild der Wirtschaftsstruktur. Die folgende Hausarbeit mit dem Thema „Die Bedeutung der Keiretsu für die japanische Wirtschaft im zeitlichen Wandel: Eine Analyse unter besonderer Berücksichtigung der Zeit nach der Asienkrise“ soll den Einfluss des Produktionssystems auf die japanische Volkwirtschaft vor und nach der Asienkrise analysieren. Entscheidend ist dabei die Betrachtung der
Beziehungsverflechtung zwischen Keiretsu, Politik, Ministerialbürokratie und der Weltwirtschaft. Eine anfängliche Abgrenzung der Schlüsselbegriffe ist dabei Grundlage der Hausarbeit. Anschließend soll eine Analyse der Bedeutung von Keiretsu für die Volkswirtschaft Japans vor und nach der Asienkrise vorgenommen werden. Eine abschließende Betrachtung der Zukunftsaussichten der Keiretsu sowie eine Zusammenfassung runden die Überlegungen ab.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DEFINITION
2.1 KEIRETSU
2.2 ASIENKRISE
2.3 „BUBBLE ECONOMY“
3 BEDEUTUNG DER KEIRETSU FÜR DIE JAPANISCHE VOLKSWIRTSCHAFT
3.1 EINFLUSS AUF DIE VOLKSWIRTSCHAFT BIS ZUR ASIENKRISE
3.2 EINFLUSS AUF DIE VOLKSWIRTSCHAFT NACH DER ASIENKRISE
3.3 ENTWICKLUNGSTENDENZEN – DAS „KEIRETSU-PROBLEM“
4 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Keiretsu-Unternehmenskonglomeraten auf die japanische Volkswirtschaft, wobei der Schwerpunkt auf den strukturellen Veränderungen vor und nach der Asienkrise liegt. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Rolle der Verflechtungen zwischen Keiretsu, Politik, Ministerialbürokratie und Weltwirtschaft sowie deren Anpassung an veränderte globale Marktbedingungen.
- Strukturelle Analyse der Keiretsu-Netzwerke und deren Wandlung
- Die Auswirkungen der Asienkrise auf das japanische Bankensystem
- Die Rolle der Bubble Economy bei der Entstehung ökonomischer Instabilitäten
- Wechselwirkungen zwischen staatlicher Lenkung und industriellen Organisationsformen
- Zukunftsperspektiven für japanische Unternehmensgruppen im globalen Wettbewerb
Auszug aus dem Buch
2.1 Keiretsu
Wortwörtlich übersetzt bedeutet der Begriff Keiretsu System oder Reihe und deutet auf eine „systematische (An-) Ordnung von Einzelteilen nach einem bestimmten System, einer Gesetzmäßigkeit hin“ (BREUER 2002:7). Diese Übersetzung bildet die Grundstruktur eines Keiretsu ab. Es handelt sich dabei um verschiedene Formen der Unternehmensbeziehungen (Unternehmenskonglomerate) oder auch um die „japanische Bezeichnung für eine Gruppe bzw. einen Verbund selbständiger Unternehmen in einer Netzwerkbeziehung mit einheitlich koordinierten Unternehmensstrategien“ (LESER 2005:422). Kennzeichnend für diese Unternehmenskonglomerate sind zwar ihre Netzwerkstrukturen, „diese Verbindungen sind allerdings locker“, sodass „die Unternehmen keiner einheitlichen Willensbildung unterliegen und damit keine wirtschaftliche Einheit in Form eines Konzern bilden.“ (BREUER 2002:1).
Charakteristisch für diese japanischen Produktionssysteme sind einmal die Unterscheidung in zwei Haupttypen: den horizontalen und vertikalen Keiretsu. Diese vertikale Firmenverbände differenzieren sich weiterhin in produktions-orientierte und distributions-/marketing-orientierte Keiretsu.
Kennzeichnend für horizontale Keiretsu ist die Gruppierung der Unternehmen um eine Großbank. Außerdem umfassen das Unternehmenskonglomerat Stammunternehmen aus verschiedenen Branchen sowie mindestens ein Großhandelshaus (Sôgô Shôsha). Das Erscheinungsbild und die Struktur sowie der Grad der Bindung der Keiretsu sind innerhalb der verschiedenen Gruppen unterschiedlich. Horizontale Keiretsu versuchen möglichst in allen wichtigen Branchen ein Unternehmen zu platzieren (One-Set-Principle). Die einzelnen Unternehmen sind untereinander durch das Halten von Aktienpaketen (Cross-Share-Holding) und durch den Austausch von Personal und Finanzen verbunden. Diese Minderheitsbeteiligung steigt jedoch nie über 5 %.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Darstellung des Stellenwerts der Keiretsu als Rückgrat der japanischen Wirtschaft und Definition des Untersuchungsrahmens unter besonderer Berücksichtigung der Zeit nach der Asienkrise.
2 DEFINITION: Erläuterung der zentralen Begriffe Keiretsu, Asienkrise und Bubble Economy zur theoretischen Fundierung der Arbeit.
3 BEDEUTUNG DER KEIRETSU FÜR DIE JAPANISCHE VOLKSWIRTSCHAFT: Analyse der historischen Einflüsse der Netzwerke vor und nach der Asienkrise sowie Identifikation aktueller Entwicklungstendenzen und struktureller Probleme.
4 ZUSAMMENFASSUNG: Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung der Keiretsu-Strukturen und der Herausforderungen für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der japanischen Industrie.
Schlüsselwörter
Keiretsu, Japanische Wirtschaft, Asienkrise, Bubble Economy, Cross-Share-Holding, Unternehmenskonglomerate, Industrielle Organisation, Ministerialbürokratie, Global Sourcing, Bankenkrise, Strukturwandel, Volkswirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die ökonomische Bedeutung der Keiretsu-Unternehmensgruppen für Japan und wie sich ihre Rolle durch wirtschaftliche Krisen, insbesondere die Asienkrise, gewandelt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Netzwerkstrukturen der Keiretsu, die Verflechtung von Wirtschaft und Politik sowie die Anpassungsprozesse an globale Märkte und Rezessionsphasen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Einfluss des Keiretsu-Produktionssystems auf die japanische Volkswirtschaft vor und nach der Asienkrise zu bewerten und die Zukunftsaussichten dieser Strukturen kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse, um Konzepte zu definieren und den historischen sowie aktuellen Einfluss der Keiretsu auf die Volkswirtschaft darzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsdefinition, die Analyse des Einflusses der Keiretsu bis und nach der Asienkrise sowie die Untersuchung aktueller Entwicklungstendenzen und des sogenannten Keiretsu-Problems.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Keiretsu, Cross-Share-Holding, Bubble Economy, industrielle Netzwerke und der strukturelle Wandel der japanischen Wirtschaft.
Inwiefern hat die "Bubble Economy" die heutige Keiretsu-Struktur beeinflusst?
Die Bubble Economy führte durch Überinvestitionen zu einer instabilen Finanzbasis, deren Zusammenbruch die Banken zwang, ihre stützende Funktion für die Keiretsu-Unternehmen zu überdenken und das Verhalten gegenüber Kunden fundamental zu ändern.
Warum gelten Keiretsu heute als Puffer, aber auch als Schwachstelle?
Sie fungierten einerseits als stabilisierende Puffer in Krisenzeiten durch gegenseitige finanzielle Unterstützung, blockieren aber andererseits durch ihre oft undurchsichtigen und starren Strukturen notwendige Reformen und Impulse durch den Wettbewerb.
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- B.A. Ina Bartels (Author), 2008, Wirtschaftsgeographie Japans: Die Bedeutung der Keiretsu für die japanische Wirtschaft im zeitlichen Wandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123396