Die vorliegende Hausarbeit entfaltet einen Unterrichtsentwurf zu der Lektüre "Terror" von Ferdinand von Schirach auf der Grundlage von Tilman von Brands Darlegungen zum Langentwurf in seinem Lehrwerk Deutsch unterrichten (2015). Ferdinand von Schirachs Theaterstück "Terror" eignet sich in besonderer Weise für den schulischen Deutschunterricht, was sich in exemplarischen Stundenentwürfen zu den Feldern der Charakterisierung und des szenischen Spiels sowie der Erörterung zeigt. Insgesamt soll in der vorliegenden Hausarbeit ein mögliches Vorgehen beschrieben werden, mit dem dieser Ansatz praktisch umsetzbar wird.
Der aktive Einbezug der Adressaten, aber auch die Aktualität des Lebensweltbezugs und die Art der Vermittlung der Argumentation machen das Stück "Terror" von Ferdinand von Schirach sehr interessant für die Aufnahme in den schulischen Deutschunterricht. Der Autor entwirft das Szenario eines Terrorangriffs auf ein Flugzeug, welches in ein voll besetztes Fußballstadion gestürzt werden soll. Angeklagt ist der Major der Luftwaffe, Lars Koch, der das Flugzeug eigenmächtig und ohne Erlaubnis seiner Vorgesetzten abschoss, bevor es so weit kommen konnte. Sehr präzise und klug in seiner Argumentationsweise beschreibt der Strafverteidiger und Autor des Stückes die Argumentation der Verhandlung mit zwei möglichen Urteilen als Ausgang – abhängig von der Entscheidung der 'Schöffen' alias des Publikums.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Lerngruppe
3. Die Stellung der Stunden im Rahmen der Unterrichtseinheit
3.1 Die mittelfristige Unterrichtsplanung im Überblick
3.2 Die Einordnung der Stunden
4. Die Stundenthemen
4.1 Sachanalyse zur Charakterisierung und szenische Umsetzung
4.2 Sachanalyse zur Erörterung
5. Didaktische Analyse
5.1 Curriculare Überlegungen
5.2 Allgemein didaktische Überlegungen
5.3 Fachdidaktische Überlegungen
5.4 Auf die Lerngruppe bezogene Überlegungen
6. Die Lernziele
7. Die geplanten Unterrichtsverläufe
7.1 Stundenthema: Charakterisierung und szenische Umsetzung
7.2 Stundenthema: Erörterung
8. Die Unterrichtsmethoden
9. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit entwickelt einen exemplarischen Unterrichtsentwurf zu Ferdinand von Schirachs Theaterstück "Terror", um den Erwerb argumentativer Fähigkeiten und die Charakterisierungsarbeit durch szenische Umsetzung zu fördern, wobei die Forschungsfrage der praktischen Implementierung eines handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts im Fokus steht.
- Szenische Interpretation literarischer Texte
- Förderung der Urteilskompetenz und Argumentationsfähigkeit
- Binnendifferenzierung im Literaturunterricht
- Anwendung handlungs- und produktionsorientierter Verfahren
- Verknüpfung von Charakterisierung und Erörterungsdiskurs
Auszug aus dem Buch
Die mittelfristige Unterrichtsplanung im Überblick
Zu planen ist die Unterrichtseinheit, die die vollständige Behandlung der Lektüre Terror umfasst. Wie in Kapitel 4 und, detaillierter noch, in Kapitel 5 noch begründet werden wird, bilden das Herzstück der Unterrichtseinheit eine Charakterisierung verknüpft mit einer szenischen Darstellung und eine Erörterung. Ein maßgeblicher Grund für diese Themenfestlegung neben dem Lehrplan ist der Inhalt des Theaterstücks.
In dem Theaterstück geht es um den Angeklagten Lars Koch, dessen Leben und Werdegang bis zu seiner Verhaftung führenden Tat scharf umrissen wird. Eine Charakterisierung bietet sich auch aus dem Grund an, dass er als komplexer Charakter in einem szenischen Spiel auftritt, das auch durch theaterpädagogische Maßnahmen für die Schule fruchtbar gemacht werden kann.
Darüber hinaus geht es innerhalb der dargestellten Gerichtsverhandlung vorwiegend um die Argumentation der Parteien. In dem Moment, in dem, wie in der Einleitung beschrieben, das Publikum als Schöffen agieren soll, ist klar, dass aufseiten der Adressaten kontinuierliche Meinungsbildung sogar erwartet wird. Die zu planende Unterrichtseinheit soll diesen Prozess der Meinungsbildung nicht nur unterstützen, sondern mit ausgewählten Methoden herauskristallisieren und so ins Gedächtnis rufen, dass als Ergebnis eine fundierte Erörterung für alle SuS möglich ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema des Unterrichtsentwurfs zu Ferdinand von Schirachs "Terror" ein und begründet die Relevanz des Werkes für den schulischen Literaturunterricht unter Berücksichtigung bildungspolitischer Vorgaben.
2. Die Lerngruppe: Dieses Kapitel definiert die hypothetische Lerngruppe und legt dar, wie der Unterrichtsentwurf auf die heterogenen Voraussetzungen von 26 Schülerinnen und Schülern einer 10. Klasse reagiert.
3. Die Stellung der Stunden im Rahmen der Unterrichtseinheit: Die Einordnung der Unterrichtsstunden in den Gesamtzusammenhang wird hier ebenso skizziert wie die mittelfristige zeitliche Planung der Sequenzen.
4. Die Stundenthemen: Hier erfolgt eine inhaltliche Sachanalyse der Schwerpunkte, die primär in der Charakterisierung der Figur Lars Koch und der strukturierten Vorbereitung auf die gerichtliche Erörterung liegen.
5. Didaktische Analyse: Dieses Kapitel rechtfertigt das Unterrichtsvorhaben auf curricularer, allgemeindidaktischer, fachdidaktischer sowie lerngruppenorientierter Ebene.
6. Die Lernziele: Die Lernziele werden präzise in kognitive, affektiv-emotionale und psychomotorische Bereiche unterteilt, um eine messbare Entwicklung bei den SuS zu gewährleisten.
7. Die geplanten Unterrichtsverläufe: In tabellarischer Form werden die konkreten Unterrichtsschritte der beiden Schwerpunkte (Charakterisierung und Erörterung) dargelegt.
8. Die Unterrichtsmethoden: Hier wird der methodische Ansatz begründet, der stark auf Schülerorientierung, Eigenverantwortung und handlungs- und produktionsorientierte Verfahren setzt.
9. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass das gewählte Modell zur Behandlung von "Terror" erfolgreich eine tiefe inhaltliche Auseinandersetzung ermöglicht und gleichzeitig soziale sowie methodische Kompetenzen der Lernenden stärkt.
Schlüsselwörter
Terror, Ferdinand von Schirach, Literaturdidaktik, Referendariat, Unterrichtsentwurf, Charakterisierung, szenische Umsetzung, Erörterung, Binnendifferenzierung, Handlungs- und Produktionsorientierung, Schülerschaft, Argumentationskompetenz, Urteilsbildung, Deutschunterricht, Medienkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit erstellt einen detaillierten Unterrichtsentwurf zu Ferdinand von Schirachs Theaterstück "Terror" für den Deutschunterricht in der Sekundarstufe I.
Welche zentralen Themenbereiche deckt die Arbeit ab?
Die Schwerpunkte liegen auf der Figurencharakterisierung, dem szenischen Spiel als theaterpädagogischem Zugang und der schülerzentrierten Durchführung von Erörterungen.
Was ist das primäre Ziel des Unterrichtsentwurfs?
Ziel ist es, bei den Lernenden die Fähigkeit zur kritischen Reflexion und eigenen Urteilsbildung zu fördern, basierend auf einer fundierten Auseinandersetzung mit den moralischen und rechtlichen Dilemmata des Stücks.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um einen didaktischen Unterrichtsentwurf, der sich auf fachwissenschaftliche Theorien zur Literaturdidaktik stützt und Konzepte der Binnendifferenzierung integriert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Lerngruppenanalyse, die didaktische Begründung des Vorhabens, die Planung der Unterrichtsverläufe in Tabellenform sowie eine methodische Reflexion.
Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?
Wesentliche Begriffe sind "Handlungs- und Produktionsorientierung", "Szenisches Spiel", "Erörterung", "Urteilskompetenz" sowie "Binnendifferenzierung".
Warum wurde die Figur Lars Koch für die Charakterisierung gewählt?
Lars Koch ist als komplexer Charakter ideal für das szenische Spiel geeignet, da er kontroverse moralische Fragen aufwirft, die zu einer intensiven Auseinandersetzung jenseits des einfachen Richtig-Falsch-Schemas anregen.
Wie spielt das szenische Spiel in die Binnendifferenzierung hinein?
Das szenische Spiel erlaubt unterschiedliche Zugänge: vom Spiel auf der "Bühne" über Videobesprechungen bis hin zu verschiedenen Aufgabenrollen, sodass Schülerinnen und Schüler ihre individuellen Stärken einbringen können.
Welche Rolle spielt die Rechtslage im Unterricht?
Die Diskussion der rechtlichen Grundlage, insbesondere der Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zum Luftsicherheitsgesetz, dient als zentrales Argumentationsfeld für die Erörterung der Schülerinnen und Schüler.
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- Marie Sophie Jendrusch (Author), 2018, Ferdinand von Schirachs "Terror" im Deutschunterricht einer 10. Klasse (Gesamtschule). Verurteilung oder Freispruch?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1236058