Lucius Aelius Seianus. Seine politische Ordnung und seine Beziehungen zu den senatorischen Eliten


Hausarbeit, 2022

15 Seiten

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Verlauf des Prinzipats des Tiberius:

2. Lucius Aelius Seianus - Lebenslauf

3. Sejans genauere Untersuchung
3.1 Drusus
3.2 Aggripina
3.3 Beziehung zwischen Tiberius und Seianus

4. Sejans offizielle Ernennung zum Konsul

5. Sejans Sturz

6. Vergleichende Darstellung der Ereignisse um Sejan bei Tacitus, Sueton, Dio und Velleius Paterculus

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

In der folgenden Arbeit werde ich mich mit der politischen Ordnung von Aelius Seianus und mit seinen Beziehungen zu den senatorischen Eliten befassen. Dabei obliegt der Fokus auf Sejanus und dessen vermeintliche Freundschaft zum Kaiser und dessen Aufstieg als Vertreter einer mächtigen senatorischen Gruppe. Der Kern meiner Arbeit obliegt in den verschiedenen Quellen und in ihren unterschiedlichen Auffassungen zu den Ereignissen rund um Sejan. Zu Beginn meiner Arbeit werde ich eine Aufzeichnung des Prinzipats des Tiberius bis zum Aufstieg Sejans geben, im Anschluss werde ich versuchen eine Charakterisierung und den Lebenslauf des Sejan genauer zu untersuchen. Im nächsten Kapitel werde ich ein ausführliches Handlungsbild des Sejan darlegen und dabei näher auf die Beziehung zu Drusus, Agrippina und Tiberius eingehen. Speziell welche Charakterzüge brauchbare Hinweise auf eine strukturelle Funktion seiner Person in der politischen Entscheidungsfindung gehabt haben musste, werde ich genauer beleuchten. Weiterführend befasse ich mich mit dem Sturz und der zerbrochenen Beziehung von Tiberius und Sejanus. Daran werde ich eine vergleichende Darstellung an die Sejan-Ereignisse bei Tacitus, Sueton, Dio und Velleius Paterculus anschließen und die verschiedenen Quellen von ihrer Glaubhaftigkeit klassifizieren. Zum Schluss meiner Arbeit werde ich die gewonnenen Erkenntnisse im Fazit zusammenfassen und festhalten.

1. Der Verlauf des Prinzipats des Tiberius:

Der Aufstieg des Sejanus begann nach dem Amtsantritt des Tiberius im Jahr 14 n. Chr. Als Kaiser Tiberius im Jahr 14 n. Chr den Thron bestieg, wurde er zusammen mit seinem leiblichen Vater zum Präfekten der Prätorianergarde ernannt. In den folgenden Jahren wurde er zu einem wichtigen Berater des Kaisers, der ihm Ehrungen zuteilwerden ließ. Tiberius übernahm die volle Macht der princepts erst auf deutliches Drängen des Senats. Zu Beginn seiner Regierungszeit befanden sich in Germanien und Pannonien große Unruhen. Drusus, dem Sohn von Tiberius, gelang es die Unruhen in Pannonien zu unterbinden. Währenddessen stieß Germanicus auf die Germanen im Norden.1 Im weiteren Verlauf zog Germanicus in eine Schlacht gegen die Marser und gewann diesen Feldzug. Tiberius erfreute sich darüber, dass beide Aufstände in Pannonien und Germanien bereinigt wurden. Germanicus wurde zurück nach Rom entsandt und erhielt bei seiner Wiederkehr einen Triumphzug. Tiberius habe große Furcht vor Germanicus gehabt,2 da dieser vom Volk als der erwünschte Kaiser galt. Daraufhin berief Tiberius, Germanicus in den Osten. Germanicus wurde eine größere potestas als allen anderen Prokonsuln zugesprochen. Nur die Macht der Princepts war höher.3 Germanicus verschlechterte das Verhältnis zu Tiberius, indem er ohne die Erlaubnis von Tiberius, nach Aegyptus reiste.4 Germanicus reiste nach Ägypten, da plötzlich Getreidereserven eine Hungersnot in Alexandria ausgelöst hatten.5 Bei der Rückkehr nach Syrien entfachte ein großer Streit mit Piso. Tacitus berichtete über eine maßlose Freude Pisos und seiner Frau Plancinas über den Tod von Germanicus.6 Dio berichtete, dass für den Tod von Germanicus, Piso und Plancina verantwortlich seien7. Sueton vertrat dieselbe Meinung wie Dio, jedoch stellte er nochmal in den Vordergrund, dass Livia und Tiberius ebenfalls davon wussten.8 Während Sueton ausdrücklich Tiberius als Urheber der Ermordung des Germanicus nannte, ließ Tacitus seine endgültige Entscheidung über diesen Tod offen, hatte aber vorher Tiberius tief in den Strudel der Ereignisse hineingezogen und die nur in Verkürzung erhaltene Fassung Dios beschränkte sich auf die Behauptung der Täterschaft Pisos und Plancinas. Nach dem Tod übernahm Drusus das Amt des Germanicus. Damit Tiberius nicht von der Öffentlichkeit als Schuldiger angesehen wird, wurde Piso für den Mord beschuldigt und vor dem Senat mit Erfolg angeklagt.9 Tiberius selber wollte den Fall untersuchen,10 jedoch übergab er die Klärung des Falles dem Senat. Der Vorwurf eines Giftmordes konnte nicht aufrechterhalten werden. Das Volk forderte Rache für ihren beliebten Prokonsuln und forderte einen Schuldspruch gegen Piso. Piso nahm sich daraufhin selbst das Leben. Tiberius war ein sehr verhasster Kaiser Roms, der in Quellen als Tyrann bezeichnet wird. Ein Tyrann lebt in dauernder Furcht, da er niemanden vertrauen kann und er keinen wirklichen Rückhalt in der Bevölkerung besitzt. Er ist verhasst, einsam und unglücklich. Dies sind die Definitionen eines Tyrannen in der Antike. Tacitus selbst bezeichnete Tiberius als Tyrannen. Tiberius habe alle Anklagen vor den Senat gebracht, damit er selbst schuldlos dar stehe.11 Dies sind laut Dio ebenfalls Charakteristika eines Tyrannen. Sueton betonte die anfängliche Nettigkeit, die dann in eine Sparsamkeit und Habgier überging.12 Insgesamt sind bei Dio, Tacitus und Sueton zunächst einmal deutliche Anklänge an die Tyrannentypologie erkennbar, jedoch beziehen sie sich jeweils auf unterschiedliche Bereiche.

2. Lucius Aelius Seianus - Lebenslauf

Lucius Aelius Seianus wurde um das Jahr 20.v Chr. geboren. Es entstanden während der Amtszeit Unruhen im gesamten römischen Reich, diese Unruhen versuchte Tiberius durch eine Machtdemonstration zu reduzieren.13 Als eine Maßnahme gegen diese Gewalt richtete Tiberius ein zentrales Lager für die Prätorianergarde in Rom ein, damit diese militärische Eliteeinheit zur Unterdrückung von Gewalt in der Bevölkerung eingesetzt werden konnte. Gleichzeitig verlieh diese Truppenkonzentration ihrem Befehlshaber ein enormes Machtpotenzial und schon bald machte dieser Mann, Lucius Aelius Sejanus, ein kühnes Spiel um die Macht. Sejanus entstammte dem Reiterorden, einer Gruppe, die gesellschaftlich unterhalb des Senats angesiedelt war und im Allgemeinen nicht für höhere Staatsämter in Frage kam. Etwa ab dem Jahr 23 n. Chr. nutzte Sejanus jedoch die psychologischen und politischen Unsicherheiten des Tiberius, um seinen eigenen Einfluss auf den Kaiser zu vergrößern. Sein Vater wurde ebenfalls zum Prätorianerpräfekt ernannt, jedoch verließ dieser Rom und wurde zum Präfekten von Ägypten. Somit war Seianus alleiniger Oberbefehlshaber über die Schutzgruppe in Rom.14 Seianus brachte Tiberius dazu, die Prätorianergarde, die sich sonst an verschiedenen Orten versammelt hatten, zusammenzubringen. Tiberius war allerdings ebenfalls darüber erfreut und erwies ebenfalls Interesse an der Zusammenlegung der Garde.15 Im Jahre 25 n. Chr. bat er Tiberius um die Heirat mit Levilla, allerdings lehnte Tiberius diese ab.16 Seianus konnte das Vertrauen von Tiberius in der Höhle von Sperlonga erlangen17, da er den Kaiser mit seinem Leben beschützen wollte. Seianus besaß speziell zu Beginn seiner Amtszeit ein sehr gutes Bild in der Öffentlichkeit. Seianus hatte die gesamte Leibgarte und die Senatoren durch Schmeicheleien, Wohltaten und Einschüchterung für sich gewinnen können. Tiberius benutzte von nun an immer die Redewendung „mein Sejanus“, wodurch der Eindruck übermittelt worden ist, dass Sejanus mit Tiberius gleich auf sei. Dies hatte zur Folge, dass ihnen beiden Skulpturen und ihre Namen meistens nebeneinander verfasst worden sind. Dies steigerte sich so sehr, dass ihnen beiden beim Betreten von Rom die gleichen Begrüßungen gegeben werden sollten und als Höhepunkt beide alle 5 Jahre zum Konsul ernannt werden sollten.18

[...]


1 Manfred Baar: Bild des Tiberius, S.122

2 Dio 57,1,4

3 Barbara Levick: Tiberius the Politician. London 1976.S.141

4 Baar: Bild des Tiberius, S. 116

5 Sueton, Tiberius 52,2-53,2

6 Tacitus: Annalen 2, 55,6

7 Dio: 57,18,9

8 Sueton: caesar. 52,3

9 Dio: 57,18,10

10 Levick: Tiberius, S.156

11 Dio 58,16,3

12 Sueton: caesar. 46,1

13 Vergleiche Cass. Dio (Xiph): 137, 17-140, 20,21

14 Tac: Annalen. 1,24: „magna apud Tiberium auctoritate“; Michael Hausmann: Die Leserlenkung durch Tacitus in den Tiberius- und Claudiusbüchern der "Annalen", S.98

15 Meissner: Sejan, Tiberius. S.5

16 Tac. ann. 3 12,1ff.

17 Tac. ann. IV 59, 1f

18 Dio, Sejanus Xiphilinos145, 22- 146, 30: „mein Sejnaus“.

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Details

Titel
Lucius Aelius Seianus. Seine politische Ordnung und seine Beziehungen zu den senatorischen Eliten
Hochschule
Universität Siegen
Jahr
2022
Seiten
15
Katalognummer
V1239267
ISBN (Buch)
9783346659699
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lucius, aellius, seianus, seine, ordnung, beziehungen, senatorischen, eliten
Arbeit zitieren
Anonym, 2022, Lucius Aelius Seianus. Seine politische Ordnung und seine Beziehungen zu den senatorischen Eliten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1239267

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