Die pädagogischen Konzepte von Célestin Freinet und Paulo Freire im Vergleich


Hausarbeit, 2008

11 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Célestin Freinet
2.1 Biographie
2.2 Das pädagogische Konzept

3. Paulo Freire
3.1 Biographie
3.2 Das pädagogische Konzept

4. Die pädagogischen Konzepte von Célestin Freinet und Paulo Freire im Vergleich

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In folgender Hausarbeit beschäftigte ich mich mit den pädagogischen Konzepten von Célestin Freinet und Paulo Freire und werde diese miteinander vergleichen.

Zunächst werde ich auf die Biographie Freinets eingehen. Anschließend komme ich zu seinem pädagogischen Konzept. Die meisten, die den Namen Célestin Freinet hören, verbinden diesen mit der Schuldruckerei, doch Freinet hat auch noch zahlreiche andere Projekte ins Leben gerufen. Wesentliche Schlagworte der Freinet-Pädagogik sind Freiheit, Selbsttätigkeit und Verantwortung. Da Freinet durch die Ideen führender Reformpädagogen angeregt wurde und sie „nur“ umgesetzt hat, wird er von manchen sogar als Eklektiker bezeichnet.

Im Anschluss daran gehe ich kurz auf die Biographie Paulo Freires ein und werde mich auch hier anknüpfend mit seinem pädagogischen Konzept befassen. Paulo Freire hat es geschafft Menschen in nur 40 Stunden zu alphabetisieren. „Er wollte damit aber nicht nur erreichen, dass die Menschen rein das Lesen und Schreiben beherrschen, sondern sah den Prozess der Alphabetisierung und der Bildung als unabdingbares Mittel zur Selbstbefreiung.“ Die Schlagworte Freires „Pädagogik der Unterdrückten“ sind „Bewusstwerdung, Aktion und Reflexion“.[1]

Um die Hausarbeit zum Abschluss zu bringen, werde ich nun die beiden pädagogischen Konzepte miteinander vergleichen. Die beiden Pädagogen verfolgten die gleichen Ziele, auch wenn sie sich jeweils mit einem ganz anderen Klientel beschäftigten.

2. Célestin Freinet

2.1 Biographie

Célestin Freinet wurde am 26. Oktober 1896 in Gars, einem Dorf nördlich von Grasse in der Provence als fünftes von acht Kindern geboren. 1913 wurde er in Nice im Lehrerbildungsseminar „École normale“ aufgenommen. Im April 1915 musste er allerdings die Ausbildung abbrechen, da er zum Militärdienst einberufen wurde. Im Krieg, ein Jahr später erlitt Célestin Freinet eine schwere Lungenverletzung. Seine Kriegserfahrungen machten ihn zeitlebens zum überzeugten Pazifisten.[2] Während seinen Lazarett Aufenthalten setzte er sich viel mit der pädagogischen Literatur seiner Zeit auseinander. Beispielsweise studierte er die Schriften Karl Marx und las Rousseau und Pestalozzi.[3]

Am 1. Januar 1920 bekam er, trotz seiner Verletzungsfolgen, seine erste Lehrerstelle in der Jungenschule von Bar-sur-Loup (Alpes Maritimes).[4] In dieser Schule entstand die Freinet-Pädagogik. Célestin Freinet tat sich mit seinen Kollegen zusammen und versuchte den Schulunterricht zu verändern.

1924 führte Freinet die Druckerei, die Technik des freien Textes und die Schulzeitung ein und schaffte die Lehrbücher ab. Somit konnte er „den Kindern das Wort geben“. Die Druckerei wurde zum Symbol der Freinet-Pädagogik. Im selben Jahr gründete er mit Gleichgesinnten eine LehrerInnen-Kooperative ("Cooperative de l 'Enseignement Laic", C.E.L.), die in einer Arbeitsgemeinschaft alle erforderlichen Hilfsmittel für die Arbeit in der Schule selbst erstellten. Das Ziel dieser Vereinigung war es, das Schulwesen von innen zu verändern.[5]

1926 produzierte Freinet seine erste eigene Schuldruckpresse. Immer mehr französische Schulklassen traten in Korrespondenz und tauschten Texte und Klassenzeitungen. Im gleichen Jahr heiratet er die politisch und künstlerisch tätige Élise Lagier-Bruno, die er ein Jahr zuvor kennen lernte. Freinet wurde Generalsekretär der Gewerkschaftssektion Alpes Maritimes und trat der kommunistischen Partei Frankreichs (P.C.F.) bei.[6]

1928 nahm Célestin Freinet eine Stelle in der Jungen-Volksschule, die in einem baulich und hygienisch sehr schlechtem Zustand war, in Saint-Paul an.[7]

Am 8. August 1929 wurde das einzige Kind der Freinets Madeleine geboren.

1932 erschienen in der Klassenzeitung der Jungenschule von Saint-Paul zwei freie Texte, die den Bürgermeister und den Pfarrer in ein schlechtes Licht stellten. Daraufhin entstand eine schulpolitische Auseinandersetzung, die nationale Ausmaße erreichte. Aufgrund dessen wurde Freinet nach Bar-sur-Loup zurückversetzt und nahm einen zweijährigen Krankheitsurlaub. Seine Frau, die ein Jahr zuvor wegen Tuberkulose schon einen Krankheitsurlaub eingereicht hatte, beantragte nun die Beurlaubung vom Schuldienst. Die Freinets kauften in Vence ein Grundstück, mit dem Vorhaben eine eigene (Internats-)Schule aufzubauen.[8]

Am 1. Oktober 1935 eröffneten Célestin und Elise Freinet ihre Internatsschule mit 13 Kindern und 5 Erwachsenen.

Am 20. März 1940 wurde Célestin Freinet wegen kommunistischer Propaganda und Subversion in ein Internierungslager gebracht. Die Schule in Vence musste auf Anforderung des Präfekten geschlossen werden. Sie wurde erst 1946 wiedereröffnet. Am 29. Oktober 1941 wurde Célestin Freinet wieder freigelassen und in Vallouise unter Hausarrest gesetzt, da seine Frau mit seiner Tochter dorthin gezogen war.[9]

1948 begründete Freinet das "Institut Coopérative de l' École Moderne" (I.C.E.M.). Dort arbeiteten 30 Fachgruppen zusammen und entwarfen, erprobten und produzierten Arbeitsmittel für die einzelnen schulischen Fachgebiete. 1961 wurde die "Féderation Internationale des Mouvements de l' École Moderne" (F.I.M.E.M.) ins Leben gerufen, die jedes Jahr in einem anderen Land 14-tägige Kurse anbietet, um die Teilnehmer in die Freinet-Techniken einzuführen.[10]

Am 8. Oktober 1966 verstarb Célestin Freinet in Vence.

[...]


[1] Auer 2006

[2] vgl. Hecker 1996

[3] vgl. Bruns 2001, S.20

[4] vgl. Freinet 1991, S.170

[5] vgl. Freinet 1991, S.175f

[6] vgl. Hansen-Schaberg & Schonig 2002, S.36f

[7] vgl. Hansen-Schaberg & Schonig 2002, S.38 und Hecker 1996

[8] vgl. Hansen-Schaberg & Schonig 2002, S.38f

[9] vgl. Hansen-Schaberg & Schonig 2002, S.40f

[10] Freinet 1991, S.175f

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die pädagogischen Konzepte von Célestin Freinet und Paulo Freire im Vergleich
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
11
Katalognummer
V123931
ISBN (eBook)
9783640281886
ISBN (Buch)
9783640284733
Dateigröße
389 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konzepte, Célestin, Freinet, Paulo, Freire, Vergleich
Arbeit zitieren
Leonie Mainka (Autor), 2008, Die pädagogischen Konzepte von Célestin Freinet und Paulo Freire im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123931

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