Folgende zwei Thesen sollen in dieser Arbeit untersucht und bewertet werden: Die neuen Medien beeinflussen die geistige Entwicklung von Kleinkindern und Medien verändern das soziale Verhalten der Kinder.
Ein Mensch durchläuft im Laufe seines Lebens bzw. Heranwachsens einen individuellen und komplizierten Entwicklungsprozess. Dieser äußert sich vor allem durch das Sozialverhalten, den Charakter bzw. Persönlichkeit eines Menschen. Dabei spielt das Gehirn die entscheidende Rolle. Die „Entwicklung des Gehirns“, die im Titel genannt wurde, wird dabei nur teilweise auf der Ebene von neurobiologischen Faktoren betrachtet; der Schwerpunkt liegt darin, wie sich diese Entwicklung am Verhalten der Kinder zeigt. Was bedeutet das Wort „Entwicklung“ überhaupt? Ganz allgemein formuliert ist Entwicklung ein Zusammenspiel von genetischen Grundlagen, der Umwelt und den eigenen Erfahrungen.1 Die Entwicklung beim Menschen lässt sich in geistige und körperliche Entwicklung unterteilen, zum Teil überschneiden sich die beiden Teilbereiche.
Das Gehirn ist deshalb von großer Bedeutung für das Thema, da sich die Entwicklung eben dort abspielt. Die Entwicklung beginnt bereits im Mutterleib und endet erst mit dem Tod. Das bedeutet, dass ein Mensch sein Leben lang lernt, jedoch im Zeitraum der frühen Kindheit bis zum Ende der Pubertät einen Hochpunkt erlebt. In dieser Zeit ist das Gehirn besonders formbar. Das ist der Grund, weshalb sich viele Hirnforscher und andere Wissenschaftler Gedanken über die Auswirkungen von derart „lebenseinnehmenden“ Phänomenen wie den „digitalen Medien” machen. Die Medien, die für die jetzige junge Generation wichtig sind, beschränken sich weitestgehend auf Fernseher, Smartphone, Handy und Tablet sowie Computer und Internet und werden auch „neue Medien“ genannt, da sie zeitlich gesehen noch relativ jung sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Gehirn
2.1 Aufbau des Gehirns
2.2 Über Neuronen & die Entwicklung des Gehirns
3 Kinder und Medien
3.1 Die Sprachentwicklung
3.1.1 Förderung der Sprachentwicklung
3.1.2 Störungen bei der Sprachentwicklung
3.1.3 Mehrsprachigkeit
3.1.4 Beeinflussung der Sprachentwicklung
3.2 Sozialverhalten
3.2.1 Computerspiele und Persönlichkeit
3.3 Mediennutzung
3.3.1 Medienarten
3.3.2 Medienwahrnehmung & Umgang mit Medien
3.4 Medienerziehung und Lernen
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von digitalen Medien auf die geistige Entwicklung und das Sozialverhalten von Kindern unter besonderer Berücksichtigung neurobiologischer Aspekte. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie die verstärkte Konfrontation mit Medien die kindliche Entwicklung prägt und ob diese Auswirkungen als negativ oder positiv einzustufen sind.
- Neurobiologische Grundlagen der Gehirnentwicklung und Lernprozesse.
- Zusammenhang zwischen Medienkonsum und Sprachentwicklung bei Kleinkindern.
- Veränderungen des Sozialverhaltens durch digitale Medien und Gewaltdarstellungen.
- Bedeutung von Medienkompetenz und die Rolle der Medienerziehung.
Auszug aus dem Buch
2.1 Aufbau des Gehirns
Wenn man ein Gehirn von außen betrachtet, so liegt ganz außen die Großhirnrinde, auch Cortex genannt. Diese ist eine dünne, graue Schicht, die ca. zwei bis fünf Millimeter dick ist und auch als „graue Substanz” bezeichnet wird. Geschützt von den Schädelknochen und der darunterliegenden Hirnhaut gehört er zum Hauptteil des Gehirns, dem Großhirn. Dieses nimmt über 80% der Gehirnmasse ein, der Cortex benötigt davon die Hälfte. Durch die vielen Furchen und Windungen wird die große Oberfläche des Cortex auf kleinem Raum ermöglicht. Denn im Cortex befinden sich die für die Tätigkeit des Gehirns sehr wichtigen Nervenzellen, die viel Platz brauchen, da sie in sehr großer Zahl vorliegen. Das Großhirn besteht aus zwei Gehirnhälften, die durch den sogenannten Balken, ein Bündel aus Nervenfasern, miteinander verbunden sind. Über ihn werden Informationen in Form von Nervenerregungen ausgetauscht. Die linke Gehirnhälfte ist zuständig für die Sprache, die Mathematik und Logik und für musikalische Ausübungen. Die rechte Hälfte eher für die Gefühlswelt, die Phantasie, Kreativität sowie räumliche Wahrnehmungen und Körperkoordination. Die Gehirnhälften arbeiten grundsätzlich zusammen, jedoch lässt sich bei bestimmten Tätigkeiten eine vermehrte Aktivität in der jeweiligen Hälfte feststellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema menschliche Entwicklung und erste Problemstellung bezüglich des Einflusses digitaler Medien auf die junge Generation.
2 Das Gehirn: Erläuterung der neurobiologischen Grundlagen, insbesondere der Gehirnstruktur und der neuronalen Funktionsweise respektive Neuroplastizität.
3 Kinder und Medien: Umfangreiche Analyse der Wechselwirkungen zwischen Medienkonsum, Sprachentwicklung, Sozialverhalten und der notwendigen pädagogischen Begleitung.
4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Thesen über Medieneinflüsse auf Gehirn und Sozialverhalten mit einem Appell an eine bewusste Medienerziehung.
Schlüsselwörter
Kinder, Medien, Sprachentwicklung, Gehirn, Sozialverhalten, Medienkompetenz, Neuroplastizität, Kleinkinder, Entwicklung, Gewaltmedienkonsum, Erziehung, Digitale Medien, Neuronen, Großhirnrinde, Mediennutzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen dem zunehmenden Konsum digitaler Medien und der biologischen sowie sozialen Entwicklung von Kindern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Gehirnentwicklung, die Sprachentwicklung, die Ausprägung von Sozialkompetenz und die Herausforderungen der Medienerziehung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu klären, wie Medien die frühkindliche Entwicklung beeinflussen und welche Rolle dabei Faktoren wie Sprachentwicklung und das soziale Umfeld spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literatur- und Internetquellenanalyse basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine neurobiologische Fundierung sowie eine detaillierte Analyse der Auswirkungen von Medien hinsichtlich Sprachaufbau und geändertem Sozialverhalten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Medienkompetenz, Neuroplastizität, Kleinkinder und Sozialverhalten.
Warum ist das Gehirn von Kleinkindern besonders gefährdet durch Medien?
Das kindliche Gehirn ist in den ersten Jahren hochgradig formbar (Neuroplastizität) und stark von äußeren Reizen abhängig, weshalb unkontrollierter Medienkonsum als Entwicklungshemmnis wirken kann.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Mediennutzung bei Kleinkindern?
Der Autor argumentiert, dass Medienkonsum unter sechs Jahren nicht sinnvoll ist und Kinder ihre Welt primär physisch sowie durch direkte soziale Interaktionen begreifen sollten.
Wie beeinflussen Gewaltfilme die Entwicklung?
Der Konsum von Gewaltmedien kann laut der Arbeit zu einer Abstumpfung gegenüber realer Gewalt führen und die Ausbildung von Einfühlungsvermögen sowie sozialer Kompetenz hemmen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2015, Die Entwicklung des kindlichen Gehirns unter dem Einfluss digitaler Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1242727