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Kennenlernen des Judentums mithilfe einer Ganzschrift im Religionsunterricht der siebten Jahrgangsstufe

Titel: Kennenlernen des Judentums mithilfe einer Ganzschrift im Religionsunterricht der siebten Jahrgangsstufe

Studienarbeit , 2020 , 25 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Tobias Isaak (Autor:in)

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Kennenlernen des Judentums mithilfe einer Ganzschrift im konfessionell-kooperativen Religionsunterricht der siebten Jahrgangsstufe.

Die Vermittlung jüdischer Geschichte, Religion und Kultur in der Schule ist ein klarer Auftrag des Kultusministeriums an das Schulwesen der Bundesrepublik. Auch wenn die Organisationsformen der Fächer, insbesondere des Religionsunterrichts, aufgrund der föderalen Ordnung der Bundesrepublik in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich ausgestaltet sind, ist die fächerübergreifende Thematisierung des Judentums in allen Lehrplänen fest verankert.

Das Judentum stellt als eine der großen Weltreligionen nur eine von vielen religiösen Anschauungen und Praktiken dar, denen man heute in Deutschland begegnet. In dieser Vielfalt brauchen gerade junge Menschen Orientierung. In der Schule werden die Fragen und Phänomene, die sich aus der Begegnung der Schüler*innen mit religiöser Vielfalt ergeben, durch interreligiöses Lernen im Religionsunterricht aufgenommen. Unabhängig von der jeweiligen Form des Religionsunterrichts wird die Absicht verfolgt, die Verständigung und die Dialogfähigkeit zwischen Menschen unterschiedlichen Glaubens zu fördern.

Von Seiten der Religionsdidaktik gibt es verschiedene konzeptionelle Ansätze, die angestrebten interreligiösen Kompetenzen zu beschreiben. Dazu ist zu erwähnen, dass es sich bei diesen Ansätzen um christliche Perspektiven katholischer und evangelischer Theolog*innen zu interreligiösem Lernen handelt. Aus anderen Religionen, wie zum Beispiel dem Judentum und dem Islam gibt es bisher keine größeren Darstellungen zu diesem Thema.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Rahmen

2.1 Thema Judentum und interreligiöse Kompetenz

2.2 Ganzschriften

2.2.1 Einordnung des Jugendromans “Damals war es Friedrich”

3 Forschungsdesign

3.1 Stichprobenauswahl

3.2 Erhebungsverfahren

3.3 Erhebungsinstrument

3.4 Durchführung

3.5 Auswertungsverfahren

4 Ergebnisse

5 Diskussion und Reflexion

6 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern eine authentische Auseinandersetzung mit dem Judentum im Religionsunterricht der siebten Jahrgangsstufe gelingen kann, ohne jüdisches Leben ausschließlich auf die Shoah zu reduzieren. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie der Einsatz einer geschichtsorientierten Ganzschrift als zentrales Unterrichtsmedium das Bild der Schüler*innen vom Judentum beeinflusst und ob eine Balance zwischen historischer Einordnung und gegenwärtiger Relevanz erreicht werden kann.

  • Interreligiöse Kompetenzentwicklung im schulischen Religionsunterricht
  • Didaktischer Einsatz von Ganzschriften zur Thematisierung des Judentums
  • Analyse des Jugendromans "Damals war es Friedrich" im Unterrichtskontext
  • Verhältnisbestimmung von Vergangenheit (Shoah) und jüdischer Gegenwart
  • Methodik der Dokumentenanalyse von Schülerarbeiten

Auszug aus dem Buch

2.2 Ganzschriften

Das Lesen einer Ganzschrift im Unterricht bietet eine Reihe von Herausforderungen. Vorbehalte und Befürchtungen, wie unsachgemäßes Vorgehen oder ein hoher Zeitaufwand halten Lehrkräfte davon ab, in ihrem Unterricht Ganzschriften zu lesen. Besonders in Fächern mit niedriger Gewichtung im Bezug auf ihre Versetzungsrelevanz, wie dem Religionsunterricht und den damit einhergehenden wenigen Unterrichtsstunden, scheint der Leseaufwand zu groß. Die beiden Religionspädagoginnen Otten und Steinkühler sprechen sich trotzdem mit Nachdruck für den Einsatz von Ganzschriften aus. Jugendbücher seien inhaltlich wie sprachlich nahe an der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen. Vielfältige Unterrichtserfahrungen zeigten, dass das Lesen von Ganzschriften für die Schüler*innen einen geschützten Raum eröffnet, in dem sie über einen langen Zeitraum in langsamer Geschwindigkeit ihre eigenen Haltungen, Vorstellungen und ihr eigenes Verhalten reflektieren können. Dies schaffe Identifikationsmöglichkeiten, ermögliche Perspektivenübernahmen und eröffne Begegnungen mit anderen Welten. Dieser immer wieder beobachtende hohe Ertrag rechtfertige auch den damit verbundenen hohen Zeitaufwand.

Für den Religionsunterricht ist Jugendliteratur dabei in zwei Kategorien mit jeweils zwei Intensitäten zu unterteilen. Beide Kategorien können auf je eigene Weise für den Religionsunterricht genutzt werden. Ihre Unterschiede haben didaktisch-methodische Konsequenzen. Zum einen gibt es Literatur über Religion. Damit gemeint sind explizit religiöse Bücher, welche sich entweder auf ein eindeutig religiöses Thema konzentrieren oder verschiedene religiöse Aspekte ansprechen. Sie können informierend-zeigend eingesetzt werden und initiieren Schritte des Orientierens und Kennenlernens. Die zweite Kategorie bilden Bücher mit Religion. Dies sind Werke, die Religion implizit thematisieren indem sie sich entweder auf ein Thema konzentrieren, das sowohl säkular als auch religiös betrachtet werden kann, oder Schlüsselszenen enthalten, die auf Religion hin befragt und gedeutet werden können. Sie haben einen andeutend-anstoßenden Charakter und initiieren Schritte des Entdeckens, Fragens und Suchens.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Thematisierung jüdischen Lebens in der Schule und stellt das Problem der Reduktion auf die Shoah vor, was zur Hypothesenbildung dieser Arbeit führt.

2 Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel erläutert die interreligiöse Kompetenz in Lehrplänen und diskutiert das didaktische Potenzial sowie die Kategorisierung von Ganzschriften im Religionsunterricht.

3 Forschungsdesign: Hier wird das methodische Vorgehen beschrieben, das auf einer Dokumentenanalyse von Schüler-Hausaufgaben zur Auswertung interreligiöser Kompetenzen basiert.

4 Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, dass die Mehrheit der Schüler*innen zwischen Vergangenheit und Gegenwart differenzieren kann, wobei der Einfluss der Ganzschrift als einzige Quelle kritisch beleuchtet wird.

5 Diskussion und Reflexion: Die Reflexion zeigt, dass das Ziel einer balancierten Darstellung durch eine allein auf die Shoah fokussierte Ganzschrift schwer zu erreichen ist und weitere Medieneinsätze erfordert.

6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Ganzschriften zwar wichtige Anregungen bieten, aber durch weitere Materialien ergänzt werden müssen, um ein authentisches und gegenwärtiges Bild des Judentums zu vermitteln.

Schlüsselwörter

Judentum, Religionsunterricht, Ganzschrift, Damals war es Friedrich, Shoah, Interreligiöse Kompetenz, Dokumentenanalyse, Schülervorstellungen, Authentizität, Holocaust, Didaktik, Jugendroman, Religionspädagogik, Vergangenheit, Gegenwart

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie das Thema Judentum im Religionsunterricht der siebten Jahrgangsstufe auf eine Weise behandelt werden kann, die sowohl historisch fundiert als auch gegenwartsbezogen ist, ohne bei Schülern ein einseitig verzerrtes Bild zu erzeugen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit fokussiert auf die interreligiöse Kompetenzentwicklung, den didaktischen Einsatz von Ganzschriften, die Rolle der Jugendliteratur bei der Vermittlung religiöser Inhalte und die Wahrnehmung des Judentums durch Schüler.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, zu überprüfen, ob der Einsatz des Romans "Damals war es Friedrich" als zentrales Unterrichtsmedium zu einem undifferenzierten Bild des Judentums führt oder ob Schüler auch Bezüge zum jüdischen Leben der Gegenwart herstellen können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor verwendet als qualitative Forschungsmethode die Dokumentenanalyse von Schülerarbeiten (Hausaufgaben), um die durch den Unterricht erworbenen Kompetenzen und Wissensbestände der Schüler auszuwerten.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu interreligiösen Kompetenzen und Ganzschriften, eine detaillierte Beschreibung des Forschungsdesigns, die Präsentation der Analyseergebnisse sowie eine anschließende Diskussion des Lehr-Lernszenarios.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe interreligiöse Kompetenz, geschichtsbewusster Religionsunterricht, Antisemitismusprävention und Differenzierung zwischen Vergangenheit und Gegenwart charakterisiert.

Warum wurde gerade der Roman "Damals war es Friedrich" für die Fallstudie gewählt?

Der Roman dient als Beispiel für eine geschichtsorientierte Ganzschrift, die sich intensiv mit der Zeit des Nationalsozialismus befasst und somit das didaktische Spannungsfeld zwischen Holocaust-Thematisierung und moderner jüdischer Identität besonders deutlich abbildet.

Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf den Medieneinsatz?

Der Autor schlussfolgert, dass eine Ganzschrift allein nicht ausreicht, um ein balanciertes Bild des Judentums zu vermitteln. Sie muss zwingend durch weitere Materialien ergänzt werden, die auch das jüdische Leben heute jenseits der Opferrolle thematisieren.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kennenlernen des Judentums mithilfe einer Ganzschrift im Religionsunterricht der siebten Jahrgangsstufe
Hochschule
Universität Münster
Note
1,3
Autor
Tobias Isaak (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
25
Katalognummer
V1242732
ISBN (PDF)
9783346673299
ISBN (Buch)
9783346673305
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Judentum Ganzschrift Studienprojekt Praxissemester Religion konfessionell Religionsunterricht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Isaak (Autor:in), 2020, Kennenlernen des Judentums mithilfe einer Ganzschrift im Religionsunterricht der siebten Jahrgangsstufe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1242732
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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