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Opfer oder Täterin? Eine Analyse der Figur Paulina Salas in Ariel Dorfmans "La muerte y la doncella"

Titel: Opfer oder Täterin? Eine Analyse der Figur Paulina Salas in Ariel Dorfmans "La muerte y la doncella"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2021 , 20 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Niclas Neukirch (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Analysiert wird in dieser Arbeit die Figur Paulina Salas des Dramas von Ariel Dorfman. Es wird versucht darzustellen, ob sie aufgrund ihrer Vergangenheit und ihren Handlungen in der Gegenwart eher die Opferrolle oder die Täterfigur einnimmt.

Ariel Dorfman stellt sich eine Welt vor, in der die Frau die Macht in die Hand nimmt. Diese Machtübernahme verkörpert Dorfman in seinem Drama "La muerte y la doncella" in seiner Protagonistin Paulina Salas.

Paulina Salas ist allerdings nicht nur mächtig, sondern auch schwach und ängstlich. Sie weist aus diesem Grund gegensätzliche Charaktereigenschaften auf, die auf ihre Vergangenheit zurückführen sind. Im Laufe des Dramas beschreibt sie ihre Vergangenheit zur Zeit einer Diktatur, die sich durch Folter charakterisieren lässt und sie versucht diese zu bewältigen, indem sie Macht ausübt und ihren angeblichen Folterer höchstwahrscheinlich tötet.

An dieser Stelle stellt sich die Frage, ob Paulina eher als Opfer oder Täterin angesehen werden kann. Im folgenden Verlauf der Arbeit soll diese Frage analysiert werden und diesbezüglich auf ihre Charaktereigenschaften eingegangen werden. Bevor jedoch eine Analyse hinsichtlich dieser Frage unternommen wird, wird die Grundlage dafür dargelegt: Zu Beginn wird Chile als beispielhaftes Land, in dem ein diktatorisches Regime an der Macht war, hinzugezogen, wobei hier erwähnt werden muss, dass das Drama nicht verbindlich in Chile spielt, was durch die Aussage Dorfmans bestätigt wird.

Dabei soll vor allem auf die Behandlung der Gefangenen während der Diktatur unter Pinochet und damit zusammenhängend auf die "Dirección de Inteligencia Nacional" eingegangen werden, woraufhin die Begriffe ‚Opfer‘ und ‚Täter‘ definiert werden.

Anschließend an die Analyse werden die Ergebnisse in einem Fazit zusammengefasst und es werden weitere Forschungsfragen aufgeworfen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Behandlung von Gefangenen während der Diktatur Pinochets

2.1 Dirección de Inteligencia Nacional (DINA)

2.2 Charakteristika von Opfer und Täter

3. Die Figur der Paulina Salas

3.1 Paulina Salas als Opfer

3.1.1 Folter

3.1.2 Angst und PTBS

3.2 Paulina Salas als Täterin

3.2.1 Opfer-Täter-Transition

3.2.2 Machtdemonstration

3.2.3 Verlangen nach Gerechtigkeit und Selbstjustiz

4. Ausblick und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ambivalente Rollenverteilung der Protagonistin Paulina Salas in Ariel Dorfmans Drama "La muerte y la doncella", mit dem Ziel zu klären, inwiefern sie sowohl Züge eines Opfers als auch einer Täterin vereint und wie ihre traumatische Vergangenheit ihre Identitätsentwicklung beeinflusst.

  • Die historische Aufarbeitung der Diktatur in Chile unter Pinochet
  • Definition von Täter- und Opferrollen im Kontext von Gewalteinwirkung
  • Psychologische Auswirkungen von Folter und traumatischen Erfahrungen (PTBS)
  • Die Transformation von einer passiven Opferrolle hin zur aktiven Täterin
  • Die ethische Problematik von Selbstjustiz als Mittel zur Vergangenheitsbewältigung

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Folter

Zunächst wird die Folter hinsichtlich der Protagonistin dargestellt und analysiert, da diese ausschlaggebend für ihr späteres Verhalten und Entscheidungen ist. Die Folter Paulina beginnt unmittelbar auf einer Straße im Zentrum von Santiago de Chile, indem sie öffentlich erniedrigt, bedroht und entführt wird, bevor sie auf den Doktor in der Folterkammer trifft: „tres hombres [...] me encañonaron, si habla una palabra le volamos la cabeza, [...], uno de ellos me escupió las palabras en el oído”30. Dass Paulina, erniedrigt wird, wird nicht nur durch das Verb „escupir”31 unterstrichen, sondern auch durch die Tatsache, dass es drei Männer sind, die auf sie eine Waffe richten. Sie ist dementsprechend in der Unterzahl und wehrt sich nicht, auch wenn es hätte tun können: „yo agaché el moño, me entregué a ellos sin protestar, me puse a obedecerlos demasiado pronto”32. Ein wesentlicher Punkt, der hieraus deutlich wird, ist der der Resignation. Paulina macht nicht öffentlich durch Schreie auf sich aufmerksam, während die drei Männer sie bedrohen und entführen, sondern findet sich mit der Situation ab, ergibt sich ihrem Schicksal und an dieser Stelle nimmt sie das erste Mal die Opferfigur ein. Ihre Figuration als Opfer wird auch durch den Satz „Después me reproché a mí misma”33 unterstrichen. Sie sucht den Grund für ihre Entführung und die damit zusammenhängende Tortur bei sich, indem sie sich selbst die Schuld zuweist, was ein typisches Muster vieler Opfer repräsentiert. Nach ihrer Entführung wird sie weiterhin gefoltert aufgrund dessen, dass ihr Mahlzeiten verwehrt werden und sie drei Tage lang in Dunkelheit lebt34.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Dramas und die Forschungsfrage ein, ob die Protagonistin als Opfer oder Täterin einzuordnen ist.

2. Die Behandlung von Gefangenen während der Diktatur Pinochets: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext und die Rolle der DINA sowie die Definitionen der Bezeichnungen Opfer und Täter.

3. Die Figur der Paulina Salas: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der Protagonistin, unterteilt in ihre traumatischen Erfahrungen als Opfer und ihre darauf folgende Entwicklung zur Täterin.

4. Ausblick und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Paulina eine bipolare Identität zwischen Opferrolle und Tätertum einnimmt.

Schlüsselwörter

Paulina Salas, Ariel Dorfman, La muerte y la doncella, Pinochet-Diktatur, DINA, Folter, PTBS, Opfer-Täter-Transformation, Machtdemonstration, Gerechtigkeit, Selbstjustiz, Vergangenheitsbewältigung, Traumatisierung, Gewalterfahrung, Identitätsentwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Hauptfigur des Dramas "La muerte y la doncella" von Ariel Dorfman im Kontext der chilenischen Diktatur und hinterfragt deren Rollenmuster.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Schwerpunkte sind die psychologische Untersuchung von Folteropfern, Machtdynamiken in Extremsituationen sowie die moralische Frage von Selbstjustiz nach staatlich verordnetem Terror.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Untersuchung?

Die zentrale Frage ist, ob die Figur Paulina Salas im Verlauf des Dramas eher als Opfer oder als Täterin betrachtet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die das Werk durch den Vergleich von Textstellen mit historischen Fakten und psychologischen Begriffen wie der PTBS interpretiert.

Was wird detailliert im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Diktatur, eine theoretische Definition der Rollenbilder und eine inhaltliche Exegese des Dramas zur Transformation Paulinas.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Vergangenheitsbewältigung, Traumatisierung, Bipolarität zwischen Opfertum und Täterrolle sowie Gerechtigkeitsstreben charakterisieren.

Welche Rolle spielt die Bedeutung des Begriffs "Revolver" für die Figur?

Der Revolver symbolisiert im Drama eine trilateral bedingte Macht, die Paulina sowohl als Schutzobjekt dient als auch das Mittel ihrer Transition von der passiven Opferrolle zur aktiven Täterrolle darstellt.

Zu welchem Ergebnis kommt der Autor bezüglich der Bipolarität der Protagonistin?

Der Autor stellt fest, dass Paulina Salas keine eindeutige Rolle einnimmt, sondern zwischen beiden Identitäten oszilliert, wobei sie ihre Vergangenheit als Opfer nie vollständig ablegen kann.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Opfer oder Täterin? Eine Analyse der Figur Paulina Salas in Ariel Dorfmans "La muerte y la doncella"
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
2,7
Autor
Niclas Neukirch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
20
Katalognummer
V1243256
ISBN (PDF)
9783346680495
ISBN (Buch)
9783346680501
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Diktatur Chile Ariel Dorfman Paulina Salas Opfer Täter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Niclas Neukirch (Autor:in), 2021, Opfer oder Täterin? Eine Analyse der Figur Paulina Salas in Ariel Dorfmans "La muerte y la doncella", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1243256
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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