Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Musik - Sonstiges

Eine Analyse zu den Zwölftonreihen und deren Leitmotivik in Bergs' Prolog der Oper "Lulu"

Titel: Eine Analyse zu den Zwölftonreihen und deren Leitmotivik in Bergs' Prolog der Oper "Lulu"

Akademische Arbeit , 2021 , 30 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Franziska Schäfer (Autor:in)

Musik - Sonstiges
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie hat Alban Berg die Zwölftontechnik Schönbergs in seiner Oper umgesetzt und wie nimmt diese eine leitmotivische Funktion in seiner Oper ein? Außerdem soll in dieser Arbeit gezeigt werden, welche anderen musikalischen Aspekte für die Charakterisierung der Figuren in der Oper verwendet werden. Dafür werden zuerst der Schaffensprozess, der Inhalt und die Rezeption der Oper betrachtet, um danach genauer auf allgemeine musikalische Besonderheiten der Oper sowie auf die Bildung der Reihen und deren Leitmotivik einzugehen. Am Ende folgt eine Analyse des Prologs, die zeigen wird, wie dicht Berg mit seinen verschiedenen Reihen und Leitmotiven arbeitet und wie er mit ihnen die Figuren seiner Oper vorstellt, ohne sie konkret beim Namen zu nennen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Oper Lulu nach der Lulu-Tragödie Frank Wedekinds

2.1 Veröffentlichung und Rezeption der Oper

2.2 Inhalt der Oper

3. Zur musikalische Gestaltung der Oper Lulu

3.1 Bergs Umgang mit Zwölftonreihen in der Oper

3.2 Die Reihen der Figuren und ihre leitmotivische Funktion

3.3 Analyse der Leitmotivik und musikalischen Gestaltung im Prolog

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Anwendung der Zwölftontechnik in Alban Bergs Oper "Lulu" und untersucht, wie Berg durch spezifische Reihenbildungen und Ableitungsverfahren eine charakterisierende Leitmotivik etabliert, die über die bloße Strukturierung hinaus psychologische Tiefe und dramaturgische Verknüpfungen erzeugt.

  • Entstehungsgeschichte der Oper und Bergs Umgang mit Frank Wedekinds Libretto.
  • Grundlagen und Ableitungsprozesse der Dodekaphonie in Bergs Komposition.
  • Funktion der Zwölftonreihen als interpretative Elemente für die Figurenzeichnung.
  • Musikalische Analyse der Leitmotivik im Prolog und deren Bogenform.
  • Die Beziehung zwischen tonalen Elementen und klassischer Zwölftontechnik.

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Reihen der Figuren und ihre leitmotivische Funktion

Wie im vergangenen Kapitel bereits erwähnt, haben die Ableitungsprozesse bei Berg eine programmatische und symbolische Funktion, die als „Interpretationselemente Bergs des Wedekindschen Textes“ angesehen werden können. „Die dodekaphonen Ausgangspunkte in Form verschiedener Reihen konstituieren eine Welt auf mehreren Ebenen und zeichnen auf diesen Ebenen verschiedene Grundrisse.“ So ist eine Hierarchie festzustellen, zwischen Reihen, die direkt von der Grundreihe abgeleitet werden, und den tertiären Ableitungen, die aus einer abgeleiteten Reihe entstehen. Mit dieser Beobachtung zur Hierarchie der Reihen und Figuren fällt auf, dass Lulus Reihe eine tertiäre Ableitung ist und nicht auf der ersten Ebene steht. Die Lulu-Reihe ist eine Ableitung der bereits beschriebenen Bildharmonien, indem die drei Stimmen der vier Akkorde von Berg, mit dem Sopran beginnend, in die Horizontale verlegt werden, sodass eine Des-Dur-Tonleiter mit einer zusätzlichen kleinen Terz im Vordersatz und ein G-Dur Dreiklang mit einer großen Sekunde im Nachsatz entstehen.

Das Lulu-Thema besteht also mit der Tonleiter und dem Dreiklang aus den melodisch-harmonischen Koordinaten des Dur-Moll-Systems. Auch hier lässt sich wieder die Tritonus-Beziehung und damit die Tonika-Dominant Form, die in der Grundreihe vorgelegt wird, finden, die den tonalen Klang verstärkt. Durch das Entspringen der Lulu-Reihe aus den Bildharmonien, der ersten Ebene, wird Lulu „als Abbild des Pierrot-Bildes, als abgeleitete Konkretisierung, als Projektion des Kunstwerkes“, verstanden. Das Bild von ihren besten Tagen und der Abstand, der sich im Verlaufe der Oper dazu immer mehr vergrößert, spielt damit eine größere Rolle als sie selbst. Zusätzlich bekommt diese Reihe von Berg einen immer ähnlich wiederkehrenden Rhythmus, der durch die beginnenden umspielenden Sechzehntelnoten am Anfang, „die quasi als Mordent den zweiten Ton der Reihe vorwegnehmen“ charakterisiert wird. Das Umspielen der Sechzehntelnoten wird dabei oft als Symbol für Lulus Koketterie verstanden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet Bergs Stellung innerhalb der Zweiten Wiener Schule und verdeutlicht die kompositorischen Herausforderungen bei der Umsetzung der "Lulu"-Tragödie als Zwölftonoper.

2 Die Oper Lulu nach der Lulu-Tragödie Frank Wedekinds: Dieses Kapitel erläutert die literarische Vorlage, die dramaturgischen Kürzungen durch Berg und die daraus resultierende Veränderung der Figurenkonstellationen.

3. Zur musikalische Gestaltung der Oper Lulu: Hier werden die generellen musikalischen Formprinzipien und Bergs spezifische Einbindung der Dodekaphonie in den Kontext des Musikdramas analysiert.

3.1 Bergs Umgang mit Zwölftonreihen in der Oper: Dieser Abschnitt behandelt die grundlegenden Techniken, wie Berg Tonalität und Zwölftonreihen verknüpft, um tonale Ankerpunkte innerhalb der Atonalität zu schaffen.

3.2 Die Reihen der Figuren und ihre leitmotivische Funktion: Das Kapitel fokussiert auf die Ableitungsprozesse der Reihen und wie diese als interpretative Bausteine für die Charakterisierung und Symbolik der einzelnen Figuren dienen.

3.3 Analyse der Leitmotivik und musikalischen Gestaltung im Prolog: Die Analyse des Prologs zeigt auf, wie Berg durch eine komplexe musikalische Bogenform und Tier-Metaphorik das gesamte dramatische Geschehen antizipiert.

4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie durch die Kombination von Reihentechnik und traditionellen musikalischen Tonfällen eine psychologisierende Wirkung erzielt wird, die den Hörer zur vertieften Auseinandersetzung einlädt.

Schlüsselwörter

Alban Berg, Lulu, Zwölftontechnik, Leitmotivik, Arnold Schönberg, Dodekaphonie, Frank Wedekind, Oper, Musikdrama, Reihentechnik, musikalische Analyse, Dramaturgie, Tonalität, Psychologisierung, Charakterisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die mathematisch-kompositorische Struktur der Zwölftonreihen in Alban Bergs Oper "Lulu" und deren Funktion als psychologisches Leitmotiv-System.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Aspekte sind der Einfluss von Frank Wedekinds literarischer Vorlage, die methodische Anwendung der Dodekaphonie durch Berg und die musikalische Charakterisierung der Opernfiguren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Berg durch spezifische Ableitungs- und Selektionsverfahren die Zwölftonmusik als lebendiges, bedeutungstragendes Instrument für die Charakterdarstellung einsetzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine musikwissenschaftliche Analyse der Partitur und des Librettos vorgenommen, ergänzt durch einen Vergleich mit musiktheoretischen Diskursen der Zeit (z.B. Adorno).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Entwicklung der verschiedenen Zwölftonreihen aus einer Urreihe, die logischen Ableitungsverfahren sowie deren konkrete Umsetzung in der musikalischen Struktur der Oper und ihres Prologs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Zwölftontechnik, Leitmotiv, Reihentechnik, Alban Berg, Lulu, Atonalität und musikalische Dramaturgie.

Warum spielt das "Stummfilm-Zwischenspiel" eine so große Rolle für die Spiegelung der Oper?

Es fungiert als formaler Wendepunkt und symbolisiert durch seine palindromische Anlage den Wendepunkt im Schicksal von Lulu, was die gesamte Symmetrie der Oper stützt.

Welche Bedeutung haben die "Tiernamen" im Prolog?

Die Tiere fungieren als allegorische Träger musikalischer Reihen, durch die Berg die Wesensmerkmale der späteren menschlichen Hauptfiguren verschleiert, aber präzise charakterisiert einführt.

Inwieweit versucht Berg, das "Konstruktive" der Zwölftontechnik mit "Emotionalität" zu versöhnen?

Berg integriert tonale Anklänge (Dur-Moll-Harmonik) und spezifische Intervalle innerhalb der strengen Reihen, um den beim Zuhörer gewohnten emotionalen Gehalt funktionaler Harmonik zu evozieren.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Eine Analyse zu den Zwölftonreihen und deren Leitmotivik in Bergs' Prolog der Oper "Lulu"
Hochschule
Technische Universität Dortmund  (Musik und Musikwissenschaft)
Note
1,0
Autor
Franziska Schäfer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
30
Katalognummer
V1243461
ISBN (PDF)
9783346662361
ISBN (Buch)
9783346662378
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zwölftonmusik Alban Berg Oper Lulu Analyse Zwölftonreihe Prolog
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franziska Schäfer (Autor:in), 2021, Eine Analyse zu den Zwölftonreihen und deren Leitmotivik in Bergs' Prolog der Oper "Lulu", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1243461
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  30  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum