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Die Begegnung zwischen Friedrich I. Barbarossa und Hadrian IV.

Bloße Provokation oder einfaches Missverständnis vonseiten Friedrich I. Barbarossas?

Title: Die Begegnung zwischen Friedrich I. Barbarossa und Hadrian IV.

Term Paper , 2016 , 20 Pages , Grade: 1,4

Autor:in: Anonym (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit widmet sich der Frage, ob Friedrich I. Barbarossa bewusst provozierte, in dem er den vorher besiegelten Dienst ablehnte oder den gegebenen Vertrag vollkommen falsch interpretierte.

Ein Herz für kriegerische Auseinandersetzungen, ein todesentschlossener Blick und eine Willenskraft bzw. Willensstärke, die vermutlich keiner zu bändigen in der Lage war, kann nur auf eine Person zutreffen: Friedrich I. Barbarossa, auch Rotbart genannt. Viele Höhen und Tiefen prägten sein Leben, die er sowohl in angenehmen als auch in kniffligen Situationen geschickt löste. Dies wiederum bekam das sacerdotium in den verschiedensten Situationen beziehungsweise Bereichen deutlich zu spüren. Papst Hadrian IV. war einer von ihnen, dem Friedrich I. Barbarrosa in der Nähe von Sutri im Jahre 1155 begegnete. Laut mehreren Quellen soll Barbarossa angeblich die dem Papst gewidmeten honor abgelehnt haben. Deshalb standen sich „regnum und sacerdotium“ in diesem Moment feindlich gegenüber.

Excerpt


Gliederung

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Begrüßungsritual zwischen Papst und König

1.1 Marschall- und Stratordienst

1.2 Fußkuss

1.3 Der Konflikt zwischen regnum und sacerdotium

2. Begrüßungsritual zwischen Friedrich I. Barbarossa und Hadrian IV.

2.1 Augenzeugen bzw. Berichterstatter

2.2 Gründe für eine Provokation

2.3 Eventuelle Gründe für ein Missverständnis

III. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Begegnung zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und Papst Hadrian IV. im Jahr 1155, mit dem Ziel zu klären, ob die Weigerung Barbarossas, das traditionelle Begrüßungsritual in vollem Umfang zu vollziehen, eine bewusste politische Provokation war oder aus einem bloßen Missverständnis der rituellen Anforderungen resultierte.

  • Analyse des offiziellen Begrüßungszeremoniells zwischen Papst und Kaiser im 12. Jahrhundert.
  • Untersuchung der rituellen Kernelemente: Marschalldienst, Stratordienst und Fußkuss.
  • Darstellung des Spannungsfeldes zwischen regnum (weltliche Macht) und sacerdotium (geistliche Macht).
  • Kritische Auswertung zeitgenössischer Quellenberichte (u.a. Helmold von Bosau, Vita Hadriani).
  • Bewertung der Rolle des Konstanzer Vertrags für das politische Handeln Barbarossas.

Auszug aus dem Buch

2.1 Augenzeugen bzw. Berichterstatter

Die Person zu bestimmen, die die Slawenchronik verfasste, da ist sich die Sekundärliteratur einig, war sich Helmold von Bosau, der geistlich aktiv war und seiner Aufgabe als Chronist nachging. Nach Helmolds Auffassung waren der Bischof von Bamberg, Friedrich I. Barbarossa, der Papst und die römische Gesandtschaft bei dem Treffen anwesend. Nichtsdestotrotz beschreibt Helmold die geforderte Ableistung des Dienstes, das bedeutet, dass Friedrich ihm vermutlicher weise entgegen geeilt ist und ihm den Steigbügel gehalten hat. Das wird an dem folgenden Satz deutlich: „Veniente igitur eo in castra rex festinus occurrit et desidenti de equo tenuit strepam duxitque per manum eum in tentorium.“ Friedrich I. soll bei der Ableistung des Dienstes „humilitas“ gezeigt haben ohne jegliche Verweigerung.

Jedoch soll der Papst Friedrich I. Barbarossa den Friedenskuss verweigert haben, weil er angeblich den linken Steigbügel ergriffen hat und nicht den rechten. Diese Quelle beschäftigt sich somit gesehen mit der Problematik des Steigbügelhaltens, die kein anderer Chronist bzw. Augenzeuge notiert hat. Um sich aber wieder mit dem Papst zu versöhnen, rief Friedrich I. ihn zurück und leistete den gewollten Dienst ab.

Zudem fällt auf, dass die Elemente eines Rituals, wie in Abschnitt 1.1 und 1.2 beschrieben, nicht alle sorgfältig abgeleistet wurden. Der Marschalldienst und Fußkuss bestimmten das Papst-Kaiser Treffen in Helmolds Version. Der Marschalldienst wird in dem folgenden Abschnitt verdeutlicht: „[…] et desidenti de equo tenuit strepam […].“ Der Fußkuss wird daraufhin im folgenden Abschnitt sichtbar: „[…] et applicitus sanctissimis vestigiis tuis fecit ea quae iusta sunt.“ Das bedeutet, dass der Stellenwert der beiden oben genannten Elemente sich heraus bildete, denn der Stratordienst ist nach Prüfung der Quelle nicht aufzufinden.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Person Friedrich I. Barbarossa ein und definiert die Fragestellung bezüglich der Begegnung mit Hadrian IV. im Kontext des Konflikts zwischen regnum und sacerdotium.

II. Hauptteil: Der Hauptteil rekonstruiert zunächst die rituellen Grundlagen der Papst-Kaiser-Begegnung und wertet anschließend anhand zeitgenössischer Augenzeugenberichte das Treffen von 1155 aus, wobei Motive für Provokation oder Missverständnis debattiert werden.

III. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Resultat, dass aufgrund der strategischen politischen Lage von einer bewussten Provokation Barbarossas ausgegangen werden kann.

Schlüsselwörter

Friedrich I. Barbarossa, Hadrian IV., Papst-Kaiser-Treffen, Sutri 1155, Regnum, Sacerdotium, Marschalldienst, Stratordienst, Fußkuss, Konstanzer Vertrag, Quellenkritik, Mittelalter, rituelles Handeln, Honor, politische Machtdemonstration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die problematische Begegnung zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und Papst Hadrian IV. im Jahr 1155, bei der strittige Fragen über angemessene Begrüßungsrituale auftauchten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das mittelalterliche Empfangszeremoniell, das Spannungsfeld zwischen weltlicher und geistlicher Macht sowie die Interpretation historischer Quellen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Barbarossas Weigerung, das volle Begrüßungsritual zu vollziehen, eine bewusste Provokation gegenüber dem Papst darstellte oder auf einem simplen Missverständnis beruhte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Analyse und vergleicht verschiedene zeitgenössische Berichte, ergänzt durch herangezogene Sekundärliteratur zur mittelalterlichen Ritualforschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Rekonstruktion der rituellen Abläufe (Marschall-, Stratordienst, Fußkuss) und die spezifische Analyse des Vorfalls von 1155 anhand der Berichte von u.a. Helmold von Bosau und Otto von Freising.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Barbarossa, Hadrian IV., Regnum, Sacerdotium, Konstanzer Vertrag, rituelles Handeln und Quellenkritik.

Wie bewerten die verschiedenen Quellen den Vorfall?

Die Quellen sind nicht einheitlich: Während Helmold von Bosau von einer Ableistung des Dienstes berichtet, deutet die Vita Hadriani auf eine gezielte Verweigerung hin, während Otto von Freising den Vorfall eher überspielt.

Warum spielt der Konstanzer Vertrag für die Argumentation eine so zentrale Rolle?

Der Vertrag definierte die gegenseitigen Pflichten und Ehrenrechte. Da Barbarossa diesen Vertrag persönlich erneuert hatte, wird in der Arbeit argumentiert, dass er über die geforderten Normen im Bilde war, was gegen ein bloßes Missverständnis spricht.

Was war der "Stratordienst"?

Der Stratordienst war eine rituell bedeutsame Dienstleistung, bei der der Kaiser dem Papst das Pferd am Zügel führte, was die Unterordnung der weltlichen unter die geistliche Macht symbolisierte.

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Details

Title
Die Begegnung zwischen Friedrich I. Barbarossa und Hadrian IV.
Subtitle
Bloße Provokation oder einfaches Missverständnis vonseiten Friedrich I. Barbarossas?
College
Justus-Liebig-University Giessen
Grade
1,4
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2016
Pages
20
Catalog Number
V1244772
ISBN (PDF)
9783346669414
ISBN (Book)
9783346669421
Language
German
Tags
Friedrich Barbarossa Hadrian IV. Provokation Missverständnis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2016, Die Begegnung zwischen Friedrich I. Barbarossa und Hadrian IV., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1244772
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