Durch die Auseinandersetzung mit Kriterien einer Rechengeschichte sowie deren Aufbau, Verschriftlichung und Berechnung erweitern die SuS ihre mathematische Modellierungskompetenz. Sie fördern ihre Fähigkeit, Bilder als Anlässe einer eigenen Rechengeschichte zu nutzen, diese zu verbalisieren und dazu mathematische Lösungsansätze zu entwickeln.
Um den Aufbau und die Verschriftlichung einer Rechengeschichte zu durchdringen, erfassen die SuS die Sachsituation auf dem Bild und schreiben dazu eine eigene Rechengeschichte. Sie greifen auf die erarbeiteten Kriterien einer Rechengeschichte zurück. Dabei erweitern sie ihre Kompetenz, Sachsituationen in die Sprache der Mathematik zu übersetzen.
Inhaltsverzeichnis der Unterrichtsplanung
1. Schriftliche Unterrichtsplanung
1.1 Thema der Unterrichtsreihe
1.2 Ziel der Unterrichtsreihe
1.3 Thema der Unterrichtsstunde
1.4 Ziel der Unterrichtsstunde
2. Aufbau der Unterrichtsreihe
3. Anforderungsbereiche
4. Sachanalyse
5. Didaktische Begründung – Bedeutung für die Kinder
6. Grundlegende methodische Entscheidungen
7. Lernausgangslage und Konsequenzen bezogen auf das Ziel der Stunde
8. Verlaufsplan
Zielsetzung & Themenschwerpunkte der Unterrichtseinheit
Das primäre Ziel dieser Unterrichtsreihe ist die Förderung der mathematischen Modellierungskompetenz von Schülerinnen und Schülern durch die gezielte Auseinandersetzung mit Rechengeschichten, wobei diese lernen, Bildimpulse in mathematische Sachsituationen zu übersetzen und eigene Aufgabenstellungen verbal zu formulieren.
- Entwicklung und Anwendung von Kriterien für qualitativ hochwertige Rechengeschichten.
- Transformation von bildlichen Sachsituationen in schriftliche mathematische Ausdrucksformen.
- Förderung der Sprach- und Kommunikationsfähigkeit im Rahmen der „Mathekonferenz“.
- Nutzung kooperativer Lernformen zur wechselseitigen Unterstützung und Reflexion.
- Natürliche Differenzierung durch offene Aufgabenstellungen für unterschiedliche Leistungsstufen.
Auszug aus der fachwissenschaftlichen Analyse
Sachanalyse
Rechengeschichten sind dem Bereich des Sachrechnens zuzuordnen. Sachrechnen in einer ersten Definition beschreibt die Funktion einer Brücke zwischen der Mathematik auf der einen und der Umwelt auf der anderen Seite. Der Bezug kann aus beiden Richtungen erfolgen. Umweltsituationen können zu einem Ausgangspunkt für mathematische Fragestellungen sein. (Häsel-Weide 2012, S.80)
In der Unterrichtsstunde nutzen die SuS im ersten Schritt ihre ausgewählten Bilder, auf denen Sachsituationen abgebildet sind, als Grundlage ihrer eigenen Rechengeschichte. Rechengeschichten sind „eine Form der mündlichen und schriftlichen Darstellung von Handlungsverläufen, in denen mathematische Inhaltselemente eine (entscheidende) Rolle spielen“ (Verboom 2008a,S. 4). Durch ihre Erzählkomponente unterscheiden sich Rechengeschichten – wenn die Grenzen auch fließend sind – von Textaufgaben, die Sachsituation in der Regel sehr vereinfachen, auf das Notwendigste reduziert und auf quantitativen Angaben fokussiert darstellen.
Zusammenfassung der Kapitel
Aufbau der Unterrichtsreihe: Dieses Kapitel stellt in einer tabellarischen Übersicht die sechs Einheiten der Reihe dar, von der Einführung der Kriterien bis hin zur Erstellung eines eigenen Rechengeschichtenbuches.
Anforderungsbereiche: Hier werden die Lernaufgaben in die drei Bereiche Reproduzieren, Zusammenhänge herstellen sowie Verallgemeinern und Reflektieren eingeordnet, ergänzt durch Reflexionsimpulse.
Sachanalyse: Dieses Kapitel fundiert den Begriff der Rechengeschichte wissenschaftlich und grenzt ihn von klassischen Textaufgaben ab, wobei Kriterien für eine gelungene Geschichte definiert werden.
Didaktische Begründung – Bedeutung für die Kinder: Hier wird der Bezug zur Lebenswelt der Kinder hergestellt und erläutert, warum die selbstständige Formulierung von Rechengeschichten die mathematische Wahrnehmung und Identifikation mit dem Lerngegenstand fördert.
Grundlegende methodische Entscheidungen: Dieses Kapitel erläutert den Einsatz von Murmelgesprächen, Partnerarbeit und der Methode der Mathekonferenz für den Unterrichtsverlauf.
Lernausgangslage und Konsequenzen bezogen auf das Ziel der Stunde: Dieses Kapitel konkretisiert die angestrebte Sach-, Selbst-, Sozial- und Methodenkompetenz im Abgleich mit den offiziellen Lehrplanvorgaben.
Verlaufsplan: Dieses Kapitel bietet einen detaillierten zeitlichen Ablauf der Unterrichtsstunde inklusive Sozialformen, Medien und methodischer Hinweise.
Schlüsselwörter
Rechengeschichten, Sachrechnen, Mathematische Modellierung, Unterrichtsplanung, Grundschule, Mathematikdidaktik, Sachsituationen, Kreatives Schreiben, Mathekonferenz, Partnerarbeit, Differenzierung, Operationsverständnis, Sprachliche Kompetenz, Didaktik, Grundschulmathematik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtsplanung grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption einer Unterrichtsstunde für das Fach Mathematik in der Grundschule (Klasse 3/4), in der Schülerinnen und Schüler lernen, auf Basis von Bildimpulsen selbstständig Rechengeschichten zu verfassen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Einheit?
Zentrale Themen sind die Verknüpfung von Sprache und Mathematik, die Förderung der Modellierungskompetenz durch situatives Lernen sowie die kreative Gestaltung von Sachaufgaben.
Was ist das primäre Ziel der Forschungs- oder Planungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, wie Sachsituationen in mathematische Modelle überführt werden können, um so ein tieferes Verständnis für Rechenoperationen zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Planung verwendet?
Die Planung stützt sich auf didaktische Prinzipien der Mathematikdidaktik, insbesondere auf Ansätze zum kreativen Schreiben im Mathematikunterricht sowie kooperative Lernformen wie das Murmelgespräch und die Mathekonferenz.
Was genau umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Sachanalyse, eine didaktische Begründung für die Lernenden, die methodischen Entscheidungen sowie einen detaillierten Verlaufsplan der Unterrichtsstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wesentlichen Begriffe umfassen Rechengeschichten, Sachrechnen, mathematische Modellierung, natürliche Differenzierung und die Mathekonferenz als reflektierendes Instrument.
Warum wird die „Mathekonferenz“ als reflektierendes Instrument gewählt?
Die Mathekonferenz ermöglicht eine hohe Schülerbeteiligung, fördert den Austausch über Lösungswege und zwingt die Kinder dazu, ihre eigenen mathematischen Entscheidungen sprachlich zu begründen.
Welche Rolle spielen die Bilder in der Unterrichtsstunde?
Die Bilder fungieren als strukturgebendes Element und Impulsgeber, die die Fantasie der Kinder anregen und als Ankerpunkt für die mathematische Sachsituation dienen.
Wie wird mit Leistungsunterschieden in der Klasse umgegangen?
Durch offene Aufgabenstellungen wird eine natürliche Differenzierung erreicht; zudem stehen differenzierte Tippkarten und Zusatzaufträge zur Verfügung, damit jedes Kind auf seinem individuellen Niveau arbeiten kann.
Welche Bedeutung hat das „Murmelgespräch“ zu Beginn?
Es dient der Aktivierung von Vorwissen und schafft einen niedrigschwelligen Einstieg, der insbesondere schwächeren Schülerinnen und Schülern Sicherheit gibt, bevor ihre Gedanken im Plenum geäußert werden.
- Arbeit zitieren
- Julia Roth (Autor:in), 2016, Unterrichtsentwurf im Fach Mathematik für Klasse 3/4. "Rechengeschichten" – Die Welt mit der Mathe-Brille sehen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1245455