Das vorliegende Scientific Essay soll die Zusammensetzung und die Herkunft der hohen Schmerzensgeld- und Schadensersatzbeträge ermitteln. Hierzu wird ein historischer Einblick auf die exemplary damages und punitive damages verschafft. Nach einer Auseinandersetzung mit den Voraussetzungen und den Funktionen des Strafschadensersatzes in den USA, erfolgt die Darstellung eines der bekanntesten Fälle von punitive damages.
Abschließend soll, auf der Grundlage des angeeigneten Wissens, darauf eingegangen werden welche kritischen Aspekte das Rechtsinstitut der punitive damages mit sich bringt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Punitve damages
2.1 Ursprung und Entwicklung
2.2 Voraussetzungen
2.3 Funktionen
3 Fallbeispiel: McDonald’s Coffee Spill Case
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Hintergründe und die Systematik des US-amerikanischen Strafschadensersatzes (punitive damages), um das Zustandekommen der oft als exzessiv wahrgenommenen Entschädigungssummen zu erklären und kritisch zu hinterfragen.
- Historische Herkunft und Entwicklung von punitive damages
- Rechtliche Voraussetzungen für die Zuerkennung von Strafschadensersatz
- Die vier Hauptfunktionen: Abschreckung, Bestrafung, Rechtsdurchsetzung und Ausgleich
- Fallanalyse des berühmten "McDonald’s Coffee Spill Case"
- Kritische Würdigung der Problematik und medialen Darstellung
Auszug aus dem Buch
2.1 Ursprung und Entwicklung
Erste vergleichbare Gesetze für Zahlungen mit doppeltem oder mehrfachem Schadensersatz (double / multiple damages) gab es bereits im Jahr 1275 in England. Mitte des 18. Jahrhunderts publizierte John Wilkes im Vorfeld zur Erklärung der amerikanischen Unabhängigkeit eine Kritik gegenüber dem damaligen Regime. Infolgedessen veranlasste die Regierung einen Durchsuchungs- und Haftbefehl „gegen unbekannt“, durchsuchte Wilkes Haus und verhaftete ihn. Aufgrund des Hausfriedensbruchs erhielt der Kläger einen Gesamtbetrag von 1000 Pfund, welcher als Schadensersatz deutlich über den real entstandenen Schaden hinaus ging, die sogenannten „exemplary damages“.
Um die im Vergleich zu den Unannehmlichkeiten hohe Summe zu begründen wurde das erste Mal eine Abgrenzung zwischen der Kompensation des Schadens und einer Straf- und Abschreckungsfunktion vorgenommen. Diese wird bei vorsätzlichem Schaden, sowohl bei Privatpersonen als auch gegenüber dem Staats auferlegt. Das anglo-amerikanische Deliktrecht entwickelte sich erst später als Zusammenhänge zwischen Schadenswiedergutmachung und Bestrafung erkannt wurden. Der US Supreme Court, der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten entschied im Jahr 1851 die Straf- und Abschreckfunktion bei punitive damages hervorzuheben, da es bis dahin Unstimmigkeiten bei der Zuordnung von Schadensersatz zwischen punitive damages und compensatory damages gab.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel motiviert die Thematik anhand spektakulärer Schadensersatzfälle und grenzt das US-amerikanische Rechtssystem methodisch vom deutschen Recht ab.
2 Punitve damages: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Strafschadensersatzes, seine historische Genese, rechtlichen Voraussetzungen sowie dessen vielfältige Funktionen detailliert dargelegt.
3 Fallbeispiel: McDonald’s Coffee Spill Case: Anhand dieses prominenten Fallbeispiels wird illustriert, wie punitive damages in der Praxis begründet und angewendet werden.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und diskutiert kritisch die soziale Wirkung sowie die mediale Verzerrung der Urteilssummen im US-amerikanischen Schadensersatzrecht.
Schlüsselwörter
Punitive damages, Strafschadensersatz, US-Recht, Schadensersatz, Common Law, Case Law, Abschreckungsfunktion, Produkthaftung, McDonald’s Coffee Spill Case, Deliktsrecht, Zivilrecht, Rechtsdurchsetzung, Schadensausgleich, American Law, Rechtsprechung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik des überdurchschnittlich hohen Strafschadensersatzes in den USA, bekannt als "punitive damages", und untersucht deren rechtliche und gesellschaftliche Hintergründe.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Schwerpunkte sind die historische Entwicklung, die spezifischen rechtlichen Anforderungen für eine Verurteilung sowie die vier Hauptfunktionen, die dieses Rechtsinstitut erfüllen soll.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu ergründen, warum US-Gerichte derart hohe Schadensersatzsummen zusprechen und welche systematischen Unterschiede zum deutschen Schmerzensgeldrecht bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?
Der Autor nutzt eine wissenschaftliche Literatur- und Dokumentenanalyse, ergänzt durch die Untersuchung eines konkreten Präzedenzfalls, um die Funktionsweise von punitive damages darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit konkret behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Rechtsinstituts, die Analyse der Voraussetzungen und Funktionen sowie die Aufarbeitung des berühmten McDonald's-Kaffeefalls.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Punitive damages, Strafschadensersatz, Common Law, Abschreckungsfunktion und Produkthaftung.
Warum spielt der "McDonald’s Coffee Spill Case" eine so wichtige Rolle in der Arbeit?
Er dient als Paradebeispiel für die Anwendung von Strafschadensersatz und zeigt auf, wie Kenntnis über vorangegangene Schäden zu einer hohen Bestrafung durch eine Jury führen kann.
Wie unterscheidet sich die mediale Wahrnehmung von den tatsächlichen Ergebnissen solcher Fälle?
Wie im Fazit erläutert, stellen Medien hohe Summen oft überspitzt dar; in der Realität werden diese Beträge durch Berufungsverfahren oder außergerichtliche Vergleiche häufig stark reduziert.
- Arbeit zitieren
- Lars Vieten (Autor:in), 2020, Punitive Damages. Hohe Schmerzensgeldzahlungen in den USA. Warum ist das so?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1246152