In dieser Arbeit wird versucht, einen Überblick über die sozialgeschichtliche Literatur zu geben. Zuerst wird genauer erklärt, was die Sozialgeschichte der Literatur überhaupt ist und womit sie sich beschäftigt, bevor im darauffolgenden Kapitel ihre Entwicklung skizziert wird. Danach werden zwei wichtige Bezugstheorien näher erläutert; der Marxismus und die Soziologische Systemtheorie, die einen großen Einfluss auf die sozialgeschichtliche Literatur nahm. Das nächste Kapitel handelt von den Grundbegriffen dieser literaturwissenschaftlichen Theorie und geht vor allem näher auf textinterne und textexterne Elemente ein, bevor eine mögliche Methode der Interpretation vorgestellt wird. Da die Theorie der Sozialgeschichte viel Kritik hinnehmen musste – sowohl positive als auch negative – wird auf diese Bezug genommen und auch mögliche Neuerungen in Betracht gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1.) Einleitung
2.) Was ist die Sozialgeschichte der Literatur?
3.) Entwicklung der Sozialgeschichte der Literatur
4.) Sozialgeschichtliche Bezugstheorien
4.1.) Marxistische Einflüsse
4.2.) Soziologische Systemtheorien
5.) Grundbegriffe der Sozialgeschichte der Literatur
5.1.) Textexterne Elemente
5.2.) Textinterne Elemente
6.) Methoden der Interpretation
7.) Kritik an der Sozialgeschichte der Literatur
7.1.) Neuere Ansätze
8.) Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Theorieprogramm der Sozialgeschichte der Literatur, um dessen historischen Ursprung, die zentralen Forschungsgegenstände sowie die methodischen Modelle und Probleme aufzuarbeiten. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die Verbindung von Literatur und Gesellschaft konzeptionell gefasst wird und welche Rolle sowohl textexterne als auch textinterne Elemente für diese literaturwissenschaftliche Herangehensweise spielen.
- Grundlagen und Entstehung der Sozialgeschichte der Literatur
- Theoretische Bezugsmodelle: Marxismus und soziologische Systemtheorie
- Unterscheidung von textexternen und textinternen Analyse-Elementen
- Methoden der Interpretation bei sozialgeschichtlichen Textanalysen
- Kritische Auseinandersetzung und neuere theoretische Ansätze
Auszug aus dem Buch
2.) Was ist die Sozialgeschichte der Literatur?
Die zentralen Themen der Sozialgeschichte der Literatur sind die Suche nach gesellschaftlichen, gesellschaftspolitischen und soziokulturellen Bedingungen und deren Bezüge zu literarischen Texten. Damit das literarische System und der historische Wandel von Literatur untersucht und beschrieben werden kann, setzt dieses Theorieprogramm Literatur und Gesellschaft und deren Prozesse in eine Wechselbeziehung. Des Weiteren beschäftigt sie sich mit der Untersuchung des Zustandekommens, der Distribution und der Rezeption von Texten im sozialen und historischen Wandel. In einer aktuellen Einführung von Köppe und Winko heißt es, dass sich die Theorie der Sozialgeschichte der Literatur vor allem in Deutschland am Ende der 1970er Jahre verbreitet hatte, bevor ihre Blütezeit in den 1980er Jahren begann.
Der Begriff „Sozialgeschichte der Literatur“ ist ein fester Bestandteil der Literaturwissenschaft, jedoch ist nicht ganz eindeutig, worin ihre eigentliche Methode besteht, denn sie greift auf verschiedene Ansätze zurück. Sie beschäftigt sich insbesondere mit Methoden der marxistischen und ideologiekritischen Literaturwissenschaft, bezieht ihre Impulse aber auch aus der Literatursoziologie und übernimmt deren Problemlösungsstrategien. Sie stellt ihre Ergebnisse außerdem beschreibend und erklärend dar, anstatt sie narrativ zu umschreiben.
Zusammenfassung der Kapitel
1.) Einleitung: Dieses Kapitel stellt die grundlegende Verknüpfung von Literatur und Gesellschaft dar und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Entstehung, der Modelle und der Probleme der Sozialgeschichte der Literatur.
2.) Was ist die Sozialgeschichte der Literatur?: Hier werden die zentralen Themen wie gesellschaftliche Bedingungen und der historische Wandel von Literatur definiert sowie die methodische Ausrichtung im literaturwissenschaftlichen Kontext erläutert.
3.) Entwicklung der Sozialgeschichte der Literatur: Das Kapitel skizziert die historische Genese der Disziplin von den Anfängen im 19. Jahrhundert über die Studentenbewegungen der späten 1960er Jahre bis hin zu gegenwärtigen Entwicklungen.
4.) Sozialgeschichtliche Bezugstheorien: Es werden zwei zentrale theoretische Säulen vorgestellt: der Marxismus mit seinem Fokus auf gesellschaftliche Widerspiegelung und die soziologische Systemtheorie als struktural-funktionales Modell.
5.) Grundbegriffe der Sozialgeschichte der Literatur: Dieser Abschnitt differenziert methodisch zwischen textexternen Elementen, wie etwa dem Handlungssystem der Literatur, und textinternen Elementen für die Analyse.
6.) Methoden der Interpretation: Das Kapitel beschreibt Verfahren der themen- und motivorientierten Untersuchung sowie die Anwendung klassischer W-Fragen zur Erfassung von Produktion, Distribution und Rezeption.
7.) Kritik an der Sozialgeschichte der Literatur: Hier wird die seit den späten 1980er Jahren geübte Kritik an der Disziplin reflektiert und mögliche neue, komplementäre Ansätze wie die Systemtheorie von Niklas Luhmann werden aufgezeigt.
8.) Resümee: Das Abschlusskapitel fasst die Vielfalt der Ansätze zusammen und betont die anhaltende Relevanz der Sozialgeschichte als unverzichtbarer Bestandteil der Literaturwissenschaft.
Schlüsselwörter
Sozialgeschichte der Literatur, Literaturwissenschaft, Gesellschaft, Marxismus, Systemtheorie, Textanalyse, Rezeption, Produktion, Literatursystem, historischer Wandel, Interpretation, Literatursoziologie, Diskursanalyse, Textproduktion, Sozialstrukturen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen wissenschaftlichen Überblick über die Theorie der Sozialgeschichte der Literatur, ihre Entwicklung und ihre methodischen Grundlagen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Wechselbeziehung zwischen Literatur und Gesellschaft, die Analyse von Sozialstrukturen sowie die Untersuchung von Produktion, Distribution und Rezeption.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, wie die Theorie der Sozialgeschichte entstand, welche Forschungsgegenstände sie umfasst und mit welchen Modellen sie arbeitet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und vergleicht verschiedene sozialgeschichtliche Ansätze wie den Marxismus und die Systemtheorie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Bezugsrahmen, die Grundbegriffe der textinternen und textexternen Analyse sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Methode.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Sozialgeschichte der Literatur, Gesellschaft, Literatursystem, historische Entwicklung, Marxismus, Systemtheorie und Interpretation.
Wie unterscheidet sich die Sozialgeschichte der Literatur von der traditionellen Literaturgeschichte?
Sie lehnt die reine Geistes- und Ideengeschichte ab und fokussiert stattdessen auf gesellschaftliche Ereignisse, Bewegungen und strukturelle Bedingungen der Literaturproduktion.
Warum wird die Systemtheorie von Niklas Luhmann als neuerer Ansatz hervorgehoben?
Ihr Ansatz gilt als vielversprechend, da sie literarische Prozesse nicht über vorgegebene Handlungsbereiche festschreibt, sondern mittels mehrdeutiger System-Umwelt-Relationen beschreiben kann.
- Quote paper
- Christina Binter (Author), 2017, Sozialgeschichte der Literatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1247271