Die historische Medienentwicklung zeigt, dass speziell das gern sogenannte lange 19. Jahrhundert ein prägender Meilenstein für die Weiterentwicklung der Presse und der Medien ist. Folglich soll in dieser Arbeit erläutert werden, warum gerade den Illustrierten seinerzeit ein solcher Erfolg zugesprochen wird.
Damit vor allem die Zentralfrage dieser Arbeit verständlich und konkret beantwortet werden kann, soll die Gliederung als roter Faden helfen, die schlussfolgernden Ergebnisse zu verstehen. Zuerst sollen die historisch grundlegenden Aspekte des 19. Jahrhunderts aufgezeigt werden, damit die durchaus entscheidende Rolle des Industrie- und Massenzeitalters als Epoche einleuchtend und nachvollziehbar ist. Darauffolgend wird im nächsten Kapitel die Position der Illustrierten weitgehend analysiert, so dass die Relevanz der Illustrierten als Massenmedium des 19. Jahrhunderts plausibel ist. Anschließend soll anhand der Gartenlaube als Vorbild und zentrales Beispiel, Entstehung, Konzept und Erfolg der Illustrierten im 19. Jahrhundert erklärt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Gesellschaftliche Merkmale des langen 19. Jahrhunderts
3 Medienwandel während des 19. Jahrhunderts
3.1 Presseentwicklung und Pressefreiheit
3.2 Technische Entwicklung der Presse
4 Illustrierte auf dem Weg zum Massenmedium
5 Die Gartenlaube als Vorreiterin der Illustrierten
5.1 Ernst Keil als Gründer von die Gartenlaube
5.2 Die Umsetzung der Plannotiz
6 Resumee - Warum Illustrierte in der Zeit des Realismus so erfolgreich sind
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Hausarbeit untersucht die historischen, technischen und gesellschaftlichen Faktoren, die zum Erfolg illustrierter Zeitschriften im 19. Jahrhundert führten, mit einem besonderen Fokus auf die Rolle der Gartenlaube als wegweisendes Massenmedium.
- Analyse der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des langen 19. Jahrhunderts.
- Untersuchung des Wandels der Pressefreiheit und technischer Innovationen im Druckwesen.
- Betrachtung der Illustrierten als Vorläufer moderner Massenmedien.
- Fallstudie zu Ernst Keil und dem Konzept der „Plannotiz“ bei der Gartenlaube.
- Synthese der Erfolgsfaktoren für illustrierte Zeitschriften in der Zeit des Realismus.
Auszug aus dem Buch
5.1 Ernst Keil als Gründer von die Gartenlaube
Ernst Keil, der Gründer von der Gartenlaube ist bis zur Herausgabe der Zeitschrift bereits ein erfahrener und leidenschaftlicher Zeitschriftenredakteur. Der gelernte Buchhändler wendet sich dem Journalismus zu und eröffnet 1845 eine eigene Buchhandlung in Leipzig. Zeitgleich veröffentlicht er ein Monatsblatt mit dem Titel Der Leuchtthurm. Dieses gilt als liberale sowie revolutionäre Zeitschrift und verfestigt eine demokratisch-republikanische Leserschaft. Ernst Keil muss mehrmals den Verlagsort wegen der kritisch-satirischen Berichterstattung vom deutschen politischen System wechseln. Die Konsequenz vom Staat aus ist, dass Ernst Keil durch sein politisches Engagement und kritischen Denkens die Staatsbürgerschaft verliert. Somit wird Keil 1852 als Staatsverbrecher zu neun Monaten Haft verurteilt. Ernst Keil beweist seine Leidenschaft zum Journalismus, indem er während seiner Gefängnisstrafe die Zeit nutzt, um das Leitkonzept der Gartenlaube, die sogenannte Plannotiz zu entwerfen (Fränkel 1878: 569-581).
Ernst Keils selbst ernannte Plannotiz definiert die Schwerpunkte für die Gestaltung der neuen Zeitschrift: illustrierte Gedichte von bekannten Poeten und Dichtern, illustrierte Lokalnovellen mit höchstens zwei bis drei Fortsetzungen, Berichterstattung von Sitten, Kulturen, Gebräuchen und Zuständen deutscher sowie fremder Völker, Briefe aus der Natur mit persönlichem Charakter in Verbindung mit Bildern, welche „[…] durchweg leicht verständlich, elegant, womöglich in novellistischer Form geschrieben werden, so daß sie die gewöhnlichsten Handwerker, besonders aber die Frauen verstehen können“ (Schörbel 1996: 218) und leicht verständliche Briefe, die Fragen des inneren und äußeren menschlichen Körpers beantworten. „Ein kleines Feuilleton mit Notizen aus der Zeit u. der Litteratur schließt jede Nummer, indeß wird dieß immer nur als Lückenbüßer gebraucht“ (Schörbel 1996: 218).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung illustrierter Zeitschriften im 19. Jahrhundert ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Erfolgsfaktoren dieser Medien.
2 Gesellschaftliche Merkmale des langen 19. Jahrhunderts: Dieses Kapitel erläutert die Epoche des langen 19. Jahrhunderts durch fünf prägende Merkmale wie Effizienzsteigerung, Mobilität und Emanzipation.
3 Medienwandel während des 19. Jahrhunderts: Es wird die Entwicklung der Pressefreiheit sowie der technologische Fortschritt im Buchdruck dargestellt, welche die Basis für den Erfolg literarischer Medien bildeten.
4 Illustrierte auf dem Weg zum Massenmedium: Das Kapitel analysiert, wie sich illustrierte Zeitschriften von den Modejournalen zu Massenmedien entwickelten und welche Rolle technische Neuerungen dabei spielten.
5 Die Gartenlaube als Vorreiterin der Illustrierten: Der Fokus liegt auf Ernst Keil, der Entwicklung des Konzepts der „Plannotiz“ und der erfolgreichen Umsetzung dieses Konzepts in der Gartenlaube.
6 Resumee - Warum Illustrierte in der Zeit des Realismus so erfolgreich sind: Abschließend werden sieben Thesen formuliert, die das Zusammenspiel von inhaltlichen, medialen und gesellschaftlichen Faktoren für den Erfolg der Illustrierten erklären.
Schlüsselwörter
Illustrierte Zeitschriften, 19. Jahrhundert, Die Gartenlaube, Ernst Keil, Mediengeschichte, Massenmedien, Pressefreiheit, Plannotiz, Realismus, Industrialisierung, Bilddruck, Kommunikation, Familienprogramm, Leserevolution, Buchdruck
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und den Erfolg illustrierter Zeitschriften in Deutschland im 19. Jahrhundert.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Publikation?
Die Themenfelder umfassen die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, den Wandel der Medienlandschaft durch Pressefreiheit und Technik sowie die spezifische Gestaltung von Zeitschrifteninhalten für ein breites Publikum.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, warum gerade illustrierte Zeitschriften in der Zeit des Realismus einen so großen Erfolg bei der Leserschaft erzielen konnten.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Methode, die Primär- und Sekundärliteratur auswertet, um die mediale Entwicklung und die Strategien der Herausgeber zu beleuchten.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Einordnung des 19. Jahrhunderts, der technischen Evolution des Druckwesens, der Rolle der Pressefreiheit und einer detaillierten Analyse der Gartenlaube.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind illustrierte Zeitschriften, 19. Jahrhundert, Gartenlaube, Ernst Keil, Mediengeschichte und Massenmedium.
Was genau versteht Ernst Keil unter seiner „Plannotiz“?
Die „Plannotiz“ ist ein von Keil während seiner Haft entwickeltes Konzept, das die gestalterischen und inhaltlichen Schwerpunkte der Gartenlaube festlegte, wie etwa die Mischung aus Literatur, Information und Unterhaltung für alle Gesellschaftsschichten.
Warum war der Titel „Die Gartenlaube“ strategisch so geschickt gewählt?
Der Titel wirkte nach außen hin unpolitisch und harmlos, was es dem Herausgeber ermöglichte, trotz strenger Pressekontrollen und Zensurbestrebungen eine breite Leserschaft zu erreichen.
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- Anonym (Autor:in), 2021, Medien der Literatur im 19. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1248079