Die Nutzbarkeit von Archivgut ist eine wesentliche Grundvoraussetzung für ein gut funktionierendes Archiv. Gerade die Nutzbarkeit ist aber bei manchen Archivaliengattungen problematisch und das zeitlich gesehen gleich in zweifacher Hinsicht:
1.) Auf die Vergangenheit bezogen sind das Informationsträger, die auf heute nicht mehr gebräuchlicher Technik basieren und die wieder „lesbar“ oder abspielbar gemacht werden müssen, ohne dass man die alte Hardware vorhalten muss, und
2.) Auf die Zukunft bezogen dürfen nach heutigem Speicher-, Strukturier- u. Ablageverfahren vorgehaltene Archivalien auch zukünftig keine Schwierigkeiten bei der Lesbarkeit und Nutzung der Informationen bereiten.
Ein wesentlicher Schritt diesen Schwierigkeiten zu begegnen, stellt die Digitalisierung von Archivgut dar. Die Digitalisierung zählt mittlerweile zu den Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts.
Zu digitalen audiovisuellen Medien im Archivbereich findet sich bislang wenig Fachliteratur. Diese Arbeit möchte deshalb einige grundlegende Aspekte bei der Umwandlung audiovisueller Informationsträger in digitale Formate nennen. Der Verfasser verzichtete hierbei bewusst auf eine ausufernde Beschreibung und vergleichende Gegenüberstellung der zahlreichen vorhandenen Video- und Audiofor-mate. Die für Archivzwecke brauchbaren Formate werden im zweiten Abschnitt erläutert. Daran anschließend folgt ein Erfahrungsbericht aus der Praxis am Beispiel von Audioformaten. Ergänzt wird die Arbeit durch Ausführungen zur Digitalisierung in Archiven und Speicherung digitaler Objekte.
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Inhaltsverzeichnis
- Vorbemerkung
- Digitalisierung von Film und Tonband – Außer-Haus-Digitalisierung oder In-Door-Lösung?
- Digitale Objekte
- Planung der Digitalisierung und Voraussetzungen hierfür
- Auswahl der geeigneten Dateiformate
- Digitale Videoformate
- Internetpräsentation
- Archivierung
- Digitale Audioformate
- Internetpräsentation
- Archivierung
- Digitale Videoformate
- Erfahrungsbericht über eine kleinere Digitalisierungsaktion von Tonbändern im Stadtarchiv Bergisch Gladbach
- Präsentation auf der Archivinternetseite und Archivierung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit grundlegenden Aspekten der Digitalisierung audiovisueller Informationsträger für Archivzwecke. Sie konzentriert sich auf die Auswahl geeigneter Dateiformate, die Planung von Digitalisierungsprojekten und die praktische Umsetzung anhand eines Beispiels. Der Fokus liegt auf der langfristigen Archivierung und Nutzbarkeit digitaler audiovisueller Objekte.
- Auswahl geeigneter Dateiformate für die Archivierung von Audio- und Videodaten
- Planung und Durchführung von Digitalisierungsprojekten für audiovisuelle Medien
- Technische und organisatorische Voraussetzungen für die Digitalisierung
- Praktische Erfahrungen bei der Digitalisierung von Tonbändern
- Langzeitarchivierung digitaler audiovisueller Objekte
Zusammenfassung der Kapitel
Die Vorbemerkung erläutert die Bedeutung der Nutzbarkeit von Archivgut und die Herausforderungen, die sich aus veralteten Technologien ergeben. Das Kapitel zur Digitalisierung von Film und Tonband diskutiert die Wahl zwischen externer und interner Digitalisierung. Es beschreibt digitale Objekte und ihre Eigenschaften, sowie die Planung der Digitalisierung, inklusive technischer und personeller Voraussetzungen. Der Erfahrungsbericht beschreibt eine konkrete Digitalisierungsaktion von Tonbändern im Stadtarchiv Bergisch Gladbach.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Audio, Video, Archivierung, Dateiformate, Langzeitarchivierung, Digitale Objekte, Digitalisierungsprojekt, Datenmigration.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist die Digitalisierung von Archivgut heute eine Schlüsseltechnologie?
Sie ermöglicht es, Informationen von veralteten, nicht mehr abspielbaren Trägern zu retten und die langfristige Nutzbarkeit für die Zukunft sicherzustellen.
Welche Kriterien sind bei der Auswahl von Dateiformaten für die Archivierung wichtig?
Die Formate müssen langlebig, standardisiert und ohne spezielle alte Hardware lesbar sein, wobei zwischen Archivierungs- und Präsentationsformaten unterschieden wird.
Was sind die Vorteile einer In-Door-Lösung gegenüber einer externen Digitalisierung?
Die Arbeit diskutiert die Abwägung zwischen technischer Ausstattung im eigenen Haus und der Vergabe an spezialisierte Dienstleister unter Berücksichtigung von Kosten und Qualität.
Welches Praxisbeispiel wird in der Arbeit herangezogen?
Es wird über eine Digitalisierungsaktion von Tonbändern im Stadtarchiv Bergisch Gladbach berichtet.
Was versteht man unter dem Begriff „Datenmigration“ im Archivwesen?
Datenmigration bezeichnet den Prozess, digitale Objekte kontinuierlich in neue Formate oder auf neue Speichermedien zu übertragen, um deren Lesbarkeit zu erhalten.
Welche Rolle spielt die Internetpräsentation bei der Digitalisierung?
Neben der Langzeitarchivierung ist die Bereitstellung von Audio- und Videodokumenten auf Archivwebseiten ein zentrales Ziel, um den Zugang für Nutzer zu erleichtern.
- Quote paper
- Michael Krischak (Author), 2008, Empfehlungen für die Digitalisierung, Konvertierung und Publikation von Audio- und Videodokumenten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125151