Wie entwickelt sich die schwarze Befreiungsbewegung in Großbritannien im Vergleich zu den Vereinigten Staaten von Amerika? Welche historischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede existieren dabei? Insbesondere die Aktionsformen sozialer Bewegungen finden in der Öffentlichkeit große Beachtung, weshalb im ersten Teil dieser Arbeit darauf eingegangen werden soll, welcher unterschiedlichen oder gleichen Aktionsformen sich die Bewegungen in Großbritannien und den USA bedienen, insbesondere Bezogen auf die Frage des sogenannten Bus Boycotts, den es sowohl in Bristol, als auch in Montgomery gab, in beiden Fällen aber auf verschiedene Gegebenheiten reagiert, anders funktioniert und auch unterschiedliche Auswirkungen hat.
Im zweiten Teil soll insbesondere Frauen in der schwarzen Befreiungsbewegung Aufmerksamkeit geschenkt werden, hier richtet sich die Aufmerksamkeit in der öffentlichen Wahrnehmung insbesondere auf Figuren wie Martin Luther King oder Malcom X, weniger aber auf weibliche Protagonistinnen der Befreiungsbewegung, wobei insbesondere in Bezug auf den Busboykott in Montgomery eine weibliche Person Treiberin der Aktionsform war. Hier gilt es also herauszuarbeiten, welche Bedeutung die Frauen auf die Aktionsformen schwarzer Befreiungsbewegungen in den USA und in Großbritannien haben und wie sich das auf die Bewegung und Aktionsformen auswirkt. Black lives Matter - im Jahr 2020 nannte sich so eine neue politische Partei in Großbritannien.
Zwar waren es nach eigenen Angaben nicht die Veranstaltenden hinter den Black Lives Matter - Demonstrationen, die insbesondere in England stattgefunden haben, dennoch zeigt diese Parteiengründung die Aktualität, die Black Lives Matter auch in Großbritannien hat. Seit 2016 finden dort Demonstrationen unter dem Motto Black Lives Matter statt, also schon deutlich vor dem Mord an George Floyd. Die Soziale Bewegung Black Lives Matter wird in der öffentlichen Wahrnehmung insbesondere auf die USA bezogen, ebenso wie die schwarze Befreiungsbewegung des 20. Jahrhunderts, die man als Quellpunkt der heutigen Black Lives Matter Bewegung ansehen kann, in Gänze. Dennoch gibt es insbesondere auch in Großbritannien eine schwarze Befreiungsbewegung, die im 20. Jahrhundert aufkam und nun in der Bewegung BLM, sogar in einer Parteigründung, aufgeht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Schwarze Befreiungsbewegung in den USA und in Großbritannien
2.1. Schwarze Befreiungsbewegung in den USA
2.2. Schwarze Befreiungsbewegung in Großbritannien
3. Ziele und Strategien der Bürgerrechtsbewegungen
3.1. Ziele und Strategien der Bürgerrechtsbewegung in den USA
3.2. Ziele und Strategien der Bürgerrechtsbewegung in Großbritannien
3.3. Bus Boycott
4. Die Rolle der Frau in der Bürgerrechtsbewegung
4.1. Die Bürgerrechtsbewegung in den USA
4.2. Die Bürgerrechtsbewegung in Großbritannien
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht vergleichend die Entwicklung der schwarzen Befreiungsbewegungen in den USA und in Großbritannien im 20. Jahrhundert, um historische Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Bezug auf Aktionsformen, strategische Ausrichtungen und die geschlechterspezifische Teilhabe zu identifizieren.
- Vergleichende Analyse der Genese und Organisation schwarzer Befreiungsbewegungen.
- Untersuchung verschiedener Aktionsformen, insbesondere am Beispiel von Busboykotten.
- Kontrastierung der strategischen Ansätze (z.B. Non-Violence vs. Schwarzer Nationalismus).
- Analyse der Rolle weiblicher Protagonistinnen und ihrer Einflussmöglichkeiten.
- Erörterung politischer Partizipation und Widerstandsstrategien.
Auszug aus dem Buch
3.4. Bus Boycott
Eine zentrale Strategie zur Erreichung der oben genannten Ziele ist in beiden Fällen, sowohl in den USA als auch in Großbritannien der Boykott. Besondere Aufmerksamkeit erfahren in der historischen Auseinandersetzung die sogenannten Bus Boycotts. Im Folgenden sollen zwei Busboykotte, nämlich der in Montgomery, USA und der in Bristol, UK miteinander verglichen werden.
In der historischen Auseinandersetzung mit der schwarzen Befreiungsbewegung in den USA wird insbesondere der Busboykott in Montgomery erwähnt. Wichtig ist dabei allerdings, dass dies nicht der erste Busboykott in den USA war. Bereits 1941 hatte es in Harlem einen ersten Boykott gegeben, dieser hatte aber einen kleineren Einfluss auf die Entwicklung der schwarzen Befreiungsbewegung, da der Busboykott von Harlem nur kommunale Auswirkungen hatte und einen kleineren Kreis an Menschen adressieren konnte. Gleichzeitig kann gesagt werden, dass die Stadt Montgomery bessere Ausgangsbedingungen zum Erfolg eines Busboykotts durch POC hatte, was insbesondere diese historische Bedeutung bringt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Relevanz der schwarzen Befreiungsbewegung im Kontext von Black Lives Matter und definiert die Forschungsfragen bezüglich des Vergleichs zwischen den USA und Großbritannien.
2. Schwarze Befreiungsbewegung in den USA und in Großbritannien: Dieses Kapitel beschreibt die Genese der Bewegungen in beiden Staaten und arbeitet erste Unterschiede in Organisationsgrad und Entstehungsgeschichte heraus.
3. Ziele und Strategien der Bürgerrechtsbewegungen: Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen strategischen Ansätze sowie die spezifischen Aktionsformen, mit besonderem Fokus auf die Busboykotte in Montgomery und Bristol.
4. Die Rolle der Frau in der Bürgerrechtsbewegung: Hier wird die oft untergeordnete Rolle weiblicher Akteurinnen in der Literatur kritisch beleuchtet und der tatsächliche Einfluss von Frauen auf die Bewegung in beiden Ländern untersucht.
5. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Bewegungen zusammen und betont die Bedeutung landesspezifischer Kontexte für die Erfolgsaussichten der jeweiligen Strategien.
Schlüsselwörter
Schwarze Befreiungsbewegung, Black Lives Matter, USA, Großbritannien, Bürgerrechtsbewegung, Busboykott, Segregation, Non-Violence, Schwarzer Nationalismus, Frauen, politische Partizipation, Rassismus, Historischer Vergleich, Aktivismus, Menschenrechte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Es geht um den historischen Vergleich der schwarzen Befreiungsbewegungen in den USA und Großbritannien im 20. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind Aktionsformen, strategische Konzepte, die Auswirkung auf die jeweilige Gesellschaft sowie die Rolle von Frauen innerhalb dieser Bewegungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Entwicklung und den Strategien beider Bewegungen aufzuzeigen und zu analysieren, warum diese sich in beiden Ländern unterschiedlich manifestierten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine vergleichende historische Analyse auf Basis existierender englisch- und deutschsprachiger Forschungsliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Entstehungsgeschichten, die spezifischen Ziele und Strategien (z.B. Non-Violence vs. Black Power), sowie die Bedeutung der Busboykotte und die Rolle der Frau intensiv beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem schwarze Befreiungsbewegung, Segregation, Busboykott, Bürgerrechtsbewegung und politischer Aktivismus.
Wie unterscheidet sich der Busboykott in den USA von jenem in Großbritannien?
In den USA basierte der Erfolg primär auf dem gewaltlosen Wegbleiben der POC (oft unter Einbezug von Non-Violence), während in Großbritannien die auffällige Präsenz durch Demonstrationen und der Druck durch Solidaritätsbekundungen zentral waren.
Warum wird die Rolle der Frau in der Untersuchung explizit hervorgehoben?
Die Untersuchung soll ausgleichen, dass die Literatur bisher stark auf männliche Protagonisten fokussiert war, und nachweisen, dass Frauen auch in den betrachteten Befreiungsbewegungen treibende Kräfte waren.
- Arbeit zitieren
- Till Peters (Autor:in), 2021, Die schwarze Befreiungsbewegung in den USA und Großbritannien im Vergleich. Ziele, Strategien und Rolle der Frau, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254152