In dieser Hausarbeit wird ein Beispiel aus der Praxis für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz geschildert. Es wurden integrativ-systemische Methoden bei einer Agoraphobie mit Panikstörung angewendet. Psychoedukation, kognitive Umstrukturierung und Expositionstherapie stammen aus der Kognitiven Verhaltenstherapie. Atemtherapie kann als Zusatzmethode angewendet werden.
Gesundes Atmen begünstigt lebenswichtige Stoffwechselvorgänge im Körper, beruhigt das Nervensystem und führt so zu mehr Wohlbefinden, Gesundheit und Lebensqualität. Im Rahmen einer Psychotherapie kann das Erlernen von Atemübungen als Entspannungsmethode dazu beitragen, überhaupt erstmal in der Lage zu sein, sich soweit selber zu beruhigen, dass an einer Agoraphobie mit Panikstörung sinnvoll gearbeitet werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Agoraphobie mit Panikstörung
3 Gesundes Atmen
4 Einführung in die Atemtherapie
5 Atemtherapie in der Psychotherapie
6 Therapiemethoden bei Agoraphobie
6.1 Psychoedukation
6.2 Kognitive Umstrukturierung
6.2 Atemübungen als körperliche Entspannungsmethode
6.3 Abbau verstärkter Selbstbeobachtung
6.4 Richtung der Aufmerksamkeit nach außen
6.6 Expositionstherapie
6.7 Verlaufsbeobachtung
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einsatz der Atemtherapie als ergänzende Methode innerhalb der integrativ-systemischen Psychotherapie zur Behandlung von Patienten, die unter einer Agoraphobie mit Panikstörung leiden, um durch eine bewusste Atemregulation Panikattacken entgegenzuwirken.
- Wirkungsweise von Atemtechniken auf das vegetative Nervensystem
- Interaktion zwischen dysfunktionalen Gedanken und körperlichen Stressreaktionen
- Integration von Atemtraining in verhaltenstherapeutische Ansätze
- Anwendung von Entspannungsmethoden zur Reduktion von Angstzuständen
- Stabilisierung der emotionalen Kontrolle im Alltag
Auszug aus dem Buch
6.2 Atemübungen als körperliche Entspannungsmethode
Einige Atemübungen lassen sich sehr leicht erlernen. Sie sind kurz. Sie fördern täglich durchgeführt einen Automatisierungsprozess hin zu gesundem entspannendem Atmen (mechanisch, kreislaufdynamisch, chemisch, nervös-reflektorisch und zentral-nervös; Schmitz-Harwardt, 2021d), das bewusst reguliert werden kann. Es kann mit dem Patienten ausprobiert werden, mit welcher Atemübung er am besten zurechtkommt.
Beispiele für Atemübungen sind: Atem-Achtsamkeit - Aufmerksamkeit zum Atem schicken. Achtsamkeit üben, d.h. den Moment bewusst wahrnehmen, ohne etwas zu verändern, den Atem spüren wie er kommt und geht. Dabei erkennen, dass die Atmung von ganz allein geschieht – wenn man sie lässt. Sooft am Tag wie gewünscht, mindestens dreimal täglich bewusst drei Atemzüge beobachten: beginnend mit Ausatmen, halten einer kurzen Pause und anschließendem Einatmen. Ziel: Bei sich selber bleiben. Das hilft in stressigen Situationen und verhindert im Idealfall bei ausreichender Übung eine zu flache Atmung (Schmitz-Harwardt, 2021b).
Beispielhaft können weitere Übungen genannt werden, die eine vertiefte ruhigere Atmung zum Ziel haben: Bauch- oder Zwerchfellatmung – hierbei wird bewusst nicht nur in den Brustkorb geatmet, sondern tief hinunter in den Bauch hinein. Ein größeres Atemvolumen entsteht, Anspannungen werden reduziert (Schmitz-Harwardt, 2021c).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die physiologische Bedeutung des Atmens und führt in die Problematik ein, dass bei einer Agoraphobie mit Panikstörung chronischer Stress das Atemverhalten negativ beeinflusst.
2 Agoraphobie mit Panikstörung: Definiert das Störungsbild anhand der ICD-10 Codierung F40.01 und listet die typischen körperlichen sowie psychischen Leitsymptome auf.
3 Gesundes Atmen: Erläutert die biologischen Grundlagen der Atmung und den Regelkreis des Atemzentrums in Verbindung mit Kohlendioxid im Blut.
4 Einführung in die Atemtherapie: Definiert Atemtherapie als angeleitete Selbsterfahrung und therapiert verspannte Atemmuster, die aus psychischen Belastungssituationen resultieren.
5 Atemtherapie in der Psychotherapie: Analysiert den Teufelskreis der Panik und wie bewusstes Atmen als parasympathischer Stimulus diesen Prozess unterbrechen kann.
6 Therapiemethoden bei Agoraphobie: Stellt konkrete therapeutische Maßnahmen wie Psychoedukation, kognitive Umstrukturierung und Atemtechniken zur Symptombewältigung vor.
7 Fazit: Fasst zusammen, dass durch die Kombination von Verhaltenstherapie und Atemtraining die Panikattacken des Patienten reduziert und die Lebensqualität signifikant verbessert werden konnten.
Schlüsselwörter
Atemtherapie, Psychotherapie, Agoraphobie, Panikstörung, Atemtechnik, Kognitive Verhaltenstherapie, Stressbewältigung, Vegetatives Nervensystem, Entspannung, Expositionstherapie, Psychoedukation, Atem-Achtsamkeit, Parasympathikus, Angsttherapie, Selbstregulation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit behandelt die Integration von Atemtherapie in die kognitive Verhaltenstherapie zur Behandlung einer Agoraphobie mit Panikstörung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit umfasst physiologische Atemvorgänge, die psychologische Dynamik von Panikattacken sowie praxisorientierte Methoden zur Entspannung und Stressregulation.
Was ist das primäre Ziel der beschriebenen Therapie?
Ziel ist es, den Patienten durch Atemtechniken in die Lage zu versetzen, sein Erregungsniveau aktiv zu steuern und durch Habituation den Teufelskreis der Panik zu durchbrechen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Der Fokus liegt auf kognitiver Verhaltenstherapie, Psychoedukation, kognitiver Umstrukturierung, Expositionstherapie und der Applied Tension Technique.
Was wird im Hauptteil der Arbeit erläutert?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Atmens, die Beschreibung von Teufelskreismodellen der Panik und die praktische Anwendung spezifischer Atem- und Achtsamkeitsübungen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Atemtherapie, Agoraphobie, Panikstörung, kognitive Umstrukturierung, Achtsamkeit und Parasympathikus-Aktivierung.
Wie wirkt sich die linksseitige Nasenatmung konkret auf den Patienten aus?
Die linksseitige Nasenatmung stimuliert gezielt den Parasympathikus, was dem Patienten hilft, vor angstauslösenden Situationen wie Supermarktbesuchen eine physiologische Entspannungsreaktion zu erzeugen.
Welche Rolle spielt die angewandte Applied Tension Technique?
Diese Technik dient dazu, die Aufmerksamkeit des Patienten von seinen dysfunktionalen Körperempfindungen weg auf äußere Umweltreize zu lenken, um die Spirale der Selbstbeobachtung zu unterbrechen.
- Citar trabajo
- Bàra Wiebke Grollius (Autor), 2021, Atmen in der Psychotherapie. Therapie einer Agoraphobie mit Panikstörung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1255534