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Lernen und Lehren im Mittelalter - Musik in der Schule

Title: Lernen und Lehren im Mittelalter - Musik in der Schule

Seminar Paper , 2006 , 21 Pages , Grade: 1

Autor:in: Mag. Andreas Raab (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Diese Seminararbeit versucht, den (die) Schnittpunkt(e) zwischen Musik und Lernen und Lehren im Mittelalter in übersichtlicher, nichtsdestotrotz umfassender Form zu präsentieren. Im speziellen befasst sich dieser Text mit dem Stellenwert und der Vermittlung von Musik in der mittelalterlichen Schule beziehungsweise in schulähnlichen – im Sinne von Orten der musikalischen Überlieferung und Weiterabe musikspezifischen Könnens und Wissens – Institutionen. Um diesen Zweck möglichst umfassend gerecht werden zu können, ist diese Seminararbeit im Wesentlichen drei geteilt. Zuerst wird allgemein auf die Schule als Ort der Überlieferung von Musik – eingebunden in einen Abriss der mittelalterlichen Entwicklung der Institution Schule generell – eingegangen. Danach wendet sich dieser Text schwerpunktmäßig der Vokalmusik beziehungsweise der mittelalterlichen (und frühneuzeitlichen) Singschule zu. In einem dritten Teil wird abschließend über Instrumentalmusik im Mittelalter geschrieben, wobei neben der Frage nach der Weitergabe instrumentaler Fähigkeiten auch ein Querschnitt über die im Mittelalter gebräuchlichen Musikinstrumente gegeben werden soll. Im Anhang werden schließlich noch Möglichkeiten, wie das Seminararbeitsthema im heutigen Schulunterricht didaktisch und methodisch aufbereitet werden könnte, präsentiert. Räumlich ist diese Seminararbeit auf – grob gesprochen – Europa eingeschränkt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Schule als Ort musikalischer Überlieferung

2.1. Historische Entwicklung im Abendland

2.1.1. Klosterschulen

2.1.2. Dom- oder Kathedralschulen

2.1.3. Weitere Entwicklungen

2.2. Unterrichtsmethoden

3. Vokalmusik

3.1. Die Singschule

3.1.1. Entstehung und Charakteristik

3.1.2. Polyphonie

3.1.3. Lehr- und Lernmethoden

3.1.4. Minne- und Meistersang

4. Instrumentalmusik

4.1. Einleitung

4.2. Musikinstrumente des Mittelalters im europäischen Raum

4.2.1. Blasinstrumente

4.2.2. Schlaginstrumente

4.2.3. Saiteninstrumente

4.2.4. Tasteninstrumente

4.3. Unterrichtsmethoden

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Schnittpunkte zwischen Musik und Lehre im Mittelalter und beleuchtet den Stellenwert sowie die Vermittlung von musikalischem Wissen in den damaligen Bildungsinstitutionen.

  • Historische Entwicklung kirchlicher Bildungseinrichtungen
  • Die Singschule als Ort der Vokalmusik und Ausbildung
  • Entwicklung und Kategorisierung mittelalterlicher Musikinstrumente
  • Vergleich der Lehrmethoden in Vokal- und Instrumentalmusik
  • Möglichkeiten der didaktischen Aufarbeitung für den heutigen Unterricht

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Entstehung und Charakteristik

Der Begriff Singschule findet sich zum ersten Mal in der Vita des heiligen Gregor als sancschule als deutsche Bezeichnung von Schola cantorum, was wiederrum die Bezeichnung für den die Kirchenmusik an St. Peter in Rom tragenden Chor, der zugleich die Ausbildungsstätte des Sängernachwuchses darstellt, war. Vergleichbare Institutionen waren auch später in der Karolingerzeit weit verbreitet. Ausgebildet wurden dort in erster Linie die Chorknaben, die so genannten pueri, im Alter von 7 bis 14 Jahren. Nach dem Stimmbruch war der überwiegende Teil der Ausbildung in der Regel abgeschlossen. Die pueri waren meist „Waisenkinder oder stammten aus Familien, die ihre Kinder aus materieller Not abgeben mussten.“ (Diehr, 25). „Oberstes Ziel der musikalischen Ausbildung war es aber, die singende Teilnahme am Gottesdienst zu garantieren.“ (Diehr, 25-26) Nach einer stimmbildnerischen Ausbildung sollten die, die dazu am besten geeignet waren, als Erwachsene selbst die Aufgabe eines Cantors übernehmen. Neben der Tätigkeit als solistischer Sänger konnten die pueri „die Aufgabe eines Schola-Dirigenten, eines Praecentor[s]“ (Diehr, 26) übernehmen und sogar ein Primicerius, also ein Schul- und Musikaufseher, werden. Wie bereits im vorhergehenden Kapitel erwähnt, wurden „die pueri […] so trainiert, dass sie sich Melodien merken und nachsingen können.“ (Diehr, 26)

Das Erlernen der Gesänge war ein mühseliges Unterfangen, da es sich weitgehend schriftlos vollzog. Am einfachsten war noch die früh zu lernende und musikalisch relativ anspruchslose lectio, das singende Lesen[, oder wohl eher rhythmische Sprechen]. Viel schwieriger gestaltete sich hingegen die Beherrschung der zahlreichen und oft nur ein einziges Mal im Jahr aufgeführten gregorianischen Gesänge. (Diehr, 26)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Fokus auf die Vermittlung von Musik in mittelalterlichen Bildungseinrichtungen und gibt einen Überblick über die methodische Dreiteilung der Arbeit.

2. Die Schule als Ort musikalischer Überlieferung: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung des mittelalterlichen Schulwesens und den hohen Stellenwert, den die Musik im Rahmen der artes liberales einnahm.

3. Vokalmusik: Der Fokus liegt hier auf der Singschule, der Ausbildung der pueri sowie der Entwicklung der Polyphonie und der Bedeutung des Minne- und Meistersangs.

4. Instrumentalmusik: Dieses Kapitel bietet eine Systematisierung der mittelalterlichen Instrumente sowie einen Einblick in die eher autodidaktisch geprägten Lernmethoden im instrumentalpraktischen Bereich.

5. Resümee: Das Resümee fasst die zentrale Rolle der Musik im mittelalterlichen Bildungssystem zusammen und betont die historische Kontinuität musikalischer Lehrkonventionen.

Schlüsselwörter

Mittelalter, Musik, Schule, Gregorianischer Choral, Singschule, Vokalmusik, Instrumentalmusik, Musiktheorie, artes liberales, Meistersang, Pueri, Musikunterricht, Pädagogik, Musikgeschichte, Didaktik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie Musik im Mittelalter in schulischen Kontexten vermittelt wurde und welche Rolle Bildungseinrichtungen bei der Überlieferung musikalischen Wissens spielten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Klosterschulen, die Ausbildung in Singschulen, die Entwicklung polyphoner Musik sowie die Systematik mittelalterlicher Musikinstrumente.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Schnittpunkt zwischen Musik und Lehre im Mittelalter aufzuzeigen und den Stellenwert der musikalischen Vermittlung in dieser Epoche transparent zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer systematischen Aufarbeitung musikgeschichtlicher und bildungsgeschichtlicher Quellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Schulentwicklung, die Ausbildung im Bereich Vokalmusik (Singschule) und eine detaillierte Betrachtung der mittelalterlichen Instrumentenkunde.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Mittelalter, Musik, Schule, Singschule, Vokalmusik, Instrumentalmusik und artes liberales.

Warum unterscheidet der Autor zwischen Klosterschulen und Singschulen?

Die Klosterschulen dienten der allgemeinen religiösen und akademischen Ausbildung, während die Singschulen gezielt auf den liturgischen Gesang und die Ausbildung des Sängernachwuchses spezialisiert waren.

Welche Rolle spielten die "pueri" im mittelalterlichen Musikleben?

Die pueri waren Chorknaben, die eine strenge Ausbildung durchliefen, um die singende Teilnahme am Gottesdienst zu gewährleisten und später oft leitende Rollen im Musikleben übernahmen.

Warum war der Instrumentalunterricht im Mittelalter eher autodidaktisch?

Da es an standardisierten Lehrplänen für Instrumente fehlte und Musikwissen oft geheim gehalten wurde, erfolgte die Weitergabe hauptsächlich durch Nachahmung erfahrener Musiker.

Wie könnten die Inhalte im heutigen Geschichtsunterricht vermittelt werden?

Der Autor schlägt vor, mittelalterliche Musikästhetik kontrastiv zur heutigen Situation zu betrachten und fächerübergreifende Projekte anzubieten, etwa durch Instrumentennachbau im Werkunterricht.

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Details

Title
Lernen und Lehren im Mittelalter - Musik in der Schule
College
University of Vienna
Grade
1
Author
Mag. Andreas Raab (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V125590
ISBN (eBook)
9783640312726
Language
German
Tags
Lernen Lehren Mittelalter Musik Schule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Andreas Raab (Author), 2006, Lernen und Lehren im Mittelalter - Musik in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125590
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