Diese Arbeit soll die folgende Frage beantworten: Welche Ereignisse tragen zur Entstehung eines Sturzes bei? Die Folgen eines postoperativen Sturzes stellen nicht nur eine zusätzliche psychische Belastung für den Patienten in seinem Genesungsprozess dar, sondern auch für Pflegekräfte und Angehörige. Zudem kann damit auch ein erheblicher monetärer Ressourcenverbrauch der Einrichtung einhergehen. Daher ist es um so relevanter, Stürze zu vermeiden und Patienten in ihrem Genesungsprozess frühzeitig gegebenenfalls vor der Operation (präoperativ) zu unterstützen und zu informieren. Ein Ziel der Auswertung ist es, ein Muster der Sturzereignisse erkennen zu können und somit eine Sturzpräventionsmaßnahme abzuleiten die letztlich zu einer Verringerung oder Vermeidung von Stürzen beitragen kann.
Im stationären Setting fordert der Gesetzgeber eindeutige qualitätssichernde Maßnahmen zur Patientensicherheit. Der Begriff Pflegequalität wird durch die Einteilung in Prozess-, Struktur- und Ergebnisqualität wie sie bereits Donabedian beschrieb. Dieser spricht in seinen Ausführungen nicht von einer Pflegequalität, sondern von einer Versorgungsqualität. In Verbindung dazu ist auch die Umsetzung des Expertenstandards Sturzprophylaxe im stationären Bereich - Pflege zu betrachten, der auch bei Rechtsstreitigkeiten Beachtung findet. Eine maßgebliche Rolle spielt im Bereich der Haftung die Außerachtlassung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt und damit die fahrlässige Schädigung des Patienten durch einen Behandlungs- bzw. Pflegefehler. Damit stellt sich die Frage, welche Sorgfaltspflichten die Pflegekraft treffen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Hintergrund
1.2 Ziele und Fragestellung
2.Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Rahmenbedingungen
2.2 Begriffsbestimmungen
3. Vorstellung des Anwendungsobjektes
3.1 Krankenhaus Musterstadt in Zahlen
3.2 Orthopädie und Unfallchirurgie in Zahlen
4. Methodik
4.1 Forschungsdesign
4.2 Untersuchungsinstrument
4.3 Datenerhebung
4.4 Datenauswertung
5. Ergebnisse
5.1 Darstellung
5.2 Interpretation der Ergebnisse
6. Diskussion
6.1 Diskussion der Untersuchungsergebnisse
6.2 Kritische Diskussion der verwendeten Untersuchungsmethode
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht durch eine retrospektive Analyse von Sturzereignisprotokollen die aktuelle Ist-Situation von Stürzen auf der Station für Orthopädie und Unfallchirurgie des Krankenhauses Musterstadt, um Muster zu identifizieren, bestehende Defizite in der Sturzprävention aufzudecken und Maßnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit abzuleiten.
- Analyse des Sturzgeschehens im stationären klinischen Setting
- Evaluation bestehender Dokumentations- und Prophylaxestandards
- Kausale Betrachtung der Sturzursachen und Risikofaktoren
- Optimierungsmöglichkeiten in der prä- und postoperativen Patientenaufklärung
Auszug aus dem Buch
4.1 Forschungsdesign
Quantitative Forschung ist ein formaler, objektiver, präziser und systematischer Prozess. Durch die Prüfung theoretischer Annahmen sollen Informationen über die Realität erschlossen und kausale Zusammenhänge zwischen Phänomenen aufgedeckt werden. Ziel ist es, allgemeingültige Aussagen aus den Ergebnissen abzuleiten. Die Grundprinzipien quantitativer Forschung können anhand einiger Kennzeichen zusammengefasst werden. Quantitative Forschung versteht sich unter anderem als objektiv, ursächlich, deduktiv, erklärend und standardisiert. Quantitative klinische Forschung eignet sich grundsätzlich dazu, um Fragen nach der Häufigkeit des Auftretens bestimmter Phänomene oder Zustände nachzugehen. Es geht aber auch um die Entwicklung und Testung von Messinstrumenten für gesundheitsrelevante Phänomene. Zentrale Bausteine wie Forschungsdesign, Messmethode und Rekrutierung stellen die Grundlage zum Verständnis quantitativer Forschung dar. Das Forschungsdesign legt fest, welche Anordnung die Studie besitzt bzw. welcher Vorgangsweise sie folgt. Die verschiedenen Designs können anhand von drei Aspekten unterschieden werden: Ziel und Zweck der Studie, Zeitpunkt und Häufigkeit der Datenerhebung sowie, Stattfinden einer Manipulation. Unabhängig vom Design einer quantitativen Studie können unterschiedliche Methoden zur Messung bzw. zur Datenerhebung unterscheiden werden. Gütekriterien geben Auskunft darüber, ob Forschungsergebnisse wissenschaftlich korrekt gewonnen wurden. Die klassischen Gütekriterien in der quantitativen Forschung sind: Objektivität, Validität und Reliabilität. Für die Untersuchung die in dieser Arbeit
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Notwendigkeit der Sturzanalyse aufgrund eines erhöhten Sturzaufkommens nach einer fachlichen Neuausrichtung der Station.
2. Theoretischer Bezugsrahmen: Dieses Kapitel erläutert die multifaktoriellen Ursachen von Stürzen und die Relevanz von Sturzprophylaxemaßnahmen im stationären Bereich.
3. Vorstellung des Anwendungsobjektes: Hier wird das Krankenhaus Musterstadt inklusive seiner fachlichen Schwerpunkte und der Struktur der betrachteten Station N1 beschrieben.
4. Methodik: Es wird die Verwendung eines quantitativen Forschungsdesigns mittels retrospektiver Dokumentenanalyse der Sturzereignisprotokolle dargelegt.
5. Ergebnisse: Dieses Kapitel stellt die statistische Auswertung der Sturzereignisse aus den Jahren 2020 und 2021 hinsichtlich Häufigkeit, Ort und Merkmalen dar.
6. Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert, wobei Defizite in der Patienteninformation und der Dokumentationsqualität identifiziert werden.
7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Stürze komplex sind und trotz standardisierter Protokolle eine individuelle, engmaschigere Aufklärung und Dokumentation zur Risikominimierung notwendig ist.
Schlüsselwörter
Sturzprophylaxe, Krankenhaus, Patientensicherheit, Orthopädie, Unfallchirurgie, Sturzereignisprotokoll, Dokumentenanalyse, Pflegequalität, Risikofaktoren, stationäre Versorgung, Sturzursachen, Sturzrisiko, postoperative Betreuung, Sturzmuster, quantitative Forschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Sturzgeschehen auf einer orthopädisch-unfallchirurgischen Station, um Muster in der Sturzursache zu erkennen und die Effektivität von Präventionsmaßnahmen zu bewerten.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit adressiert?
Zentrale Themen sind Sturzrisikofaktoren, die Rolle von Expertenstandards in der Sturzprophylaxe, die Qualität der Pflegedokumentation und die Patientensicherheit bei operativen Eingriffen.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, welche ursächlichen Ereignisse eine Rolle spielen, die zur Entstehung eines Sturzes beim Patienten beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde ein quantitatives Forschungsdesign in Form einer retrospektiven Dokumentenanalyse von Sturzereignisprotokollen durchgeführt.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil setzt sich aus der Vorstellung des Krankenhauses, der Darlegung der methodischen Vorgehensweise sowie der detaillierten Auswertung und Interpretation der Sturzdaten aus den Jahren 2020 und 2021 zusammen.
Welche Schlüsselbegriffe definieren den Kern dieser Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Sturzprophylaxe, Sturzereignisprotokoll, Patientensicherheit, quantitative Dokumentenanalyse und orthopädische stationäre Versorgung.
Welche Rolle spielt die Dokumentation für die Sturzprävention laut dieser Arbeit?
Die Dokumentation ist essenziell, weist jedoch laut der Analyse Lücken auf; eine präzisere Dokumentation und gezielte schriftliche Aufklärung der Patienten könnten die Sturzgefahr signifikant mindern.
Welche Tendenz zeigen die Ergebnisse bezüglich der Sturzhäufigkeit?
Die Analyse identifiziert spezifische Risikogruppen (insbesondere männliche Patienten in höherem Alter) und zeigt eine Häufung von Stürzen in bestimmten Tageszeiten wie den Vormittags- und frühen Morgenstunden.
- Quote paper
- Marco Pajonk (Author), 2021, Postoperative Stürze vermeiden. Welche Präventionsmaßnahmen und Sorgfaltspflichten lassen sich mithilfe einer Analyse von Sturzprotokollen ableiten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1262750