Ursachen, Phasen und Behandlung von Spielsucht


Hausarbeit, 2008
15 Seiten, Note: 1,9

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen
2.1 Sucht allgemein
2.2 Spielsucht

3 Diagnose nach dem DSM IV

4 Phasen einer Spielerkarriere

5 Ursachen von Spielsucht

6 Folgen der Spielsucht

7 Spielercheck – Habe ich ein Spielproblem?

8 Statistiken

9 Behandlung von Spielsüchtigen

10 Erfahrungsbericht

11 Schluss

Quellenangaben

1 Einleitung

Spielsüchtige werden auch als „pathologische Spieler“ bezeichnet. Wie bei allen anderen Süchten, kann man sehr schnell in diesen Teufelskreis gelangen und dementsprechend schwer wieder heraus kommen. Das ganze Leben richtet sich nach der Sucht und Folgen werden erst zu spät erkannt.

Ich war bis jetzt einmal in einem Spielcasino und habe den einen oder anderen Spielsüchtigen schon erlebt. Neben den etlichen russischen Scheichs, bei denen Geld keine Rolle spielt und auch ziemlich desinteressiert über Gewinne und Verluste reagieren gibt es die vermeintlich Süchtigen. Es war erschreckend zu sehen, wie diese nach jedem Setzen zittern und bibbern, bis das Ergebnis zu sehen ist. Sie ziehen keine Konsequenzen, wenn sie viel Verlust machen, sondern tauschen immer wieder Geld zum Weiterspielen ein.

In den folgenden Seiten werde ich erläutern, was genau eine Sucht ist und definiere „Spielsucht“. Die Diagnose dieser Sucht wird nach dem DSM IV gestellt, welches ich ebenfalls beschreibe.

Das Spielen kommt nicht von heute auf morgen, sondern es kommt schleichend. Die Spielsucht wird in drei Phasen beschrieben, welche ich in Punkt drei näher erläutere.

Natürlich gibt es für das „Zocken“ auch immer eine Ursache, welche von großer Bedeutung ist. Auch die Folgen darf man nicht unterschätzen. Ich werde zu beiden Punkten Stellung nehmen.

Zudem beschreibe ich noch ein paar Statistiken aus dem Jahre 2003, erläutere die Behandlungsphasen und beschreibe das Leben der Ex – Spielsüchtigen Christine.

2 Definitionen

2.1 Sucht allgemein

Es gibt verschiedene Definitionen von „Sucht“. Die Gesundheitswerkstatt Marzahn – Hellersdorf interpretiert es wie folgt:

Sucht ist eine krankhafte, zwanghafte Abhängigkeit von Stoffen (z.B. Alkohol, Nikotin) oder von Verhaltensweisen (z.B. spielen, fernsehen, kaufen). Es besteht das Verlangen nach einer ständig erneuten Einnahme der Stoffe oder einer ständigen Wiederholung der Verhaltensweisen, um ein bestimmtes Lustgefühl zu erreichen oder Unlustgefühle zu überdecken.

In der Sucht wird zwischen seelischer (psychischer) und körperlicher (physischer) Abhängigkeit unterschieden (Ove Fischer, 2005).

2.2 Spielsucht

Auch bei der Spielsucht gibt es unterschiedliche Definitionen. Die online‑Beratung für Spielsüchtige definiert es wie folgt:

Spielsucht ist eine Impulskontrollverlust – Störung und kann, da der Betroffene immer wieder um immer höhere Geldbeträge spielt, Familien in den finanziellen Ruin treiben. Ein Spieler hat auch nach hohen Verlusten den Drang zum Weiterspielen, um den Verlust wieder wettzumachen. Aber auch bei einem Gewinn spielt er weiter, um diesen noch zu erhöhen, solange seine Glückssträhne anhält. Wenn er kein Geld mehr hat, macht er Schulden, da er der festen Überzeugung ist, irgendwann die Verluste ausgleichen zu können und dann dadurch auch in die Hände von Kredithaien kommen (Christian Hilscher, 2006).

3 Diagnose nach dem DSM IV

- Spielsüchtige sind stark vom Glücksspiel eingenommen.
- Personen mit Spielsucht versuchen den erregten, euphorischen Zustand durch höhere Wetteinsätze oder größere Risiken herzustellen.
- Pathologische Spieler setzen oft ihre Spielgewohnheit fort, obwohl bereits versucht wurde das Verhalten zu kontrollieren, einzuschränken oder zu beenden.
- Spielsüchtige merken, dass, wenn sie das Spielen einschränken oder beenden, Unruhe oder Reizbarkeit aufkommen.
- Menschen mit Spielsucht versuchen oft vor Problemen oder einer dysphorische Stimmung zu entfliehen.
- Menschen mit pathologischem Glücksspiel jagen über einen längeren Zeitraum dem Verlust hinterher.
- Familienangehörige, Therapeuten oder andere können vom Spielsucht Befallenen über das Ausmaß des Spielens belogen werden.
- Der Spielsüchtige kann antisoziales Verhalten anwenden, um an Geld zu kommen.
- Jemand, der an pathologischem Glücksspiel leidet kann wichtige Beziehungen, seinen Arbeitsplatz oder eine Ausbildungs- oder Aufstiegschance wegen des Spielens gefährdet oder verloren haben.
- Der Spielsüchtige kann es lernen seine Beziehungen (Familie, Freunde, etc.) auszunutzen, um an Geld für seine Spielsucht zu kommen (Christian Hilscher, 2006).

4 Phasen einer Spielerkarriere

Der Verlauf lässt sich in drei Phasen unterscheiden:

1. positives Anfangsstadium (Gewinnphase):

Es findet der erste Kontakt zu Glücksspielen statt. Dies erfolgt oft im eigenen Freundeskreis, wenn das erste Mal, z.B. beim Kartenspielen, um Geld gespielt wird. Dabei werden meist positive Erfahrungen gesammelt, da kleinere Gewinne erzielt werden und es somit das Selbstwertgefühl steigert. Meist haben die Betroffenen am Anfang eine Glückssträhne und spielen immer weiter. Sie erzielen die größten Gewinne und präsentieren diese stolz der Familie und Angehörigen, in dem sie größere Anschaffungen tätigen. Die Gedanken drehen sich um das Glücksspiel und die Betroffenen entwickeln Phantasien um zukünftige Gewinne. Die Besuche in Spielhallen werden kontinuierlich erhöht und die Risikobereitschaft wächst.

2. Kritisches Gewöhnungsstadium (Verlustphase):

Der Übergang von Phase eins zu zwei ist fließend. Es steigt die Spielintensität, das bedeutet, dass die Häufigkeit, Spieldauer und Einsätze erhöht werden. Ebenso steigt die Risikobereitschaft. Die Verluste werden häufiger und somit werden Angehörige beliehen oder Kredite aufgenommen. Der reale Geldwert geht verloren und Geld hat nur noch die Funktion als Spielkapital. Es werden Lügen entwickelt, um das Spielen zu verheimlichen. Die Betroffenen bekommen Probleme in der Familie und flüchten weiter in die Spielerei. Die Folgen werden immer präziser. Viele vernachlässigen den Beruf, werden unzuverlässig, vertragen keine Kritik und die Kontaktfähigkeit nimmt ab. Die Schulden werden immer größer, obwohl manchmal noch Gewinne eingefahren werden. Eine Stammspielhalle ist bereits vorhanden und der Betroffene wird bald zum „Stammkunden“.

3. Suchtstadium (Verzweiflungsphase):

Dieses Stadium ist erreicht, wenn die Betroffenen nicht mehr vernunftgesteuert spielen und nach Beginn nicht mehr aufhören können. Die Gewinne und vorhandene Geldmittel sind verspielt. Das Glücksspiel beherrscht sein Leben und er sieht ein, dass er die Kontrolle verloren hat. Die Kennzeichen der Sucht werden deutlich. Auf der Tagesordnung steht nur noch das Spielen oder die Geldbeschaffung. Auch wenn der Spieler keine Erfolge mehr zu verbuchen hat, kommt er nicht davon los. Viele werden kriminell um an weiteres Geld zu kommen. Einige versuchen abstinent zu leben, scheitern jedoch. Es folgen der soziale Abstieg und Persönlichkeitsveränderungen. Es ist ein jahrelanger Prozess in diesem Stadium zu enden (zwischen neun und elf Jahren) (Meinolf Bachmann & Gerhard Meyer, 2005).

5 Ursachen von Spielsucht

Wie bei allen anderen Süchten kann an der Entstehung und Aufrechterhaltung der Spielsucht (pathologisches Spielen) eine große Bandbreite von Ursachen beteiligt sein. Des Öfteren handelt es sich dabei um eine Flucht vor Konfliktsituationen bei:

- sozialen Problemen
- Partnerschaftsproblemen
- Schwierigkeiten mit einer sinnvollen Freizeitgestaltung
- beruflicher Überforderung
- Kommunikationsproblemen
- Depressionen und Sinnkrisen

Des Öfteren haben Spielsüchtige ihr Verhalten erlernt oder die Ursache liegt an affektiven Störungen, da sie ein geringes Selbstwertgefühl besitzen.

Des Weiteren führt die Sucht auf kulturelle Faktoren zurück, da die Akzeptanz und Verbreitung des Glücksspiels innerhalb einer bestimmten Gesellschaft sehr hoch ist.

Allerdings sind die Ursachen noch zu wenig erforscht und man kann nicht sagen, ob ein Grund alleine für die Spielsucht ausschlaggebend ist. In der Praxis ist es nur das Zusammenspiel mehrerer Faktoren, mit welcher sich die Entstehung und Persistenz einer Spielsucht erklären lässt (Gesundheitsbezirk Meran, 2008).

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Ursachen, Phasen und Behandlung von Spielsucht
Hochschule
SRH Fachhochschule Heidelberg
Note
1,9
Autor
Jahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V126391
ISBN (eBook)
9783640335251
Dateigröße
671 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spielsucht
Arbeit zitieren
Franziska Schwarz (Autor), 2008, Ursachen, Phasen und Behandlung von Spielsucht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126391

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