Die Arbeit geht der Frage nach, wie Märchen optimal aufbereitet, dargeboten, vermittelt und verarbeitet werden können, sodass sie Kindern in der frühen Kindheit eine kindgerechte Förderung im kognitiven, sprachlichen und sozialen Bereich ermöglichen können, ohne sie negativ zu beeinflussen. Außerdem gibt die Arbeit Impulse für die pädagogische Arbeit von Erziehern und Erzieherinnen im Umgang mit dieser Thematik.
Im ersten Teil werden das Thema Märchen im Allgemeinen sowie die verschiedenen Arten der Märchen beschrieben und dahingehend auch auf die kritische Seite der Bedeutung von Märchen für Kinder eingegangen. Fortlaufend wird auf die frühe Kindheit und die Bedeutung von Märchen für eben diese eingegangen. Danach steht das Thema Förderung mit den Unterpunkten über die kognitive Förderung, Sprachförderung, Förderung von Sozialkompetenzen und die Vermittlung von Werten im Fokus. Anschließend soll der praktische Einsatz bei Kindern in der frühen Kindheit beleuchtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Charakterisierung von Märchen
2.1 Märchen- Ein Körnchen Wahrheit
2.2 Volksmärchen
2.3 Kunstmärchen
2.4 Märchen- Ein kritischer Blick
3 Charakterisierung der kindlichen Entwicklung
3.1 Die kindliche Entwicklung
3.2 Die Bedeutung von Märchen für die kindliche Entwicklung
4 Förderung der kindlichen Entwicklung durch Märchen
4.1 Kognitive Förderung
4.2 Sprachförderung
4.3 Förderung der Sozialkompetenzen
4.4 Vermittlung von Werten
5 Praktischer Einsatz von Märchen
5.1 Altersgerechte Märchen
5.1.1 Motiv- Märchen
5.1.2 Ketten- Märchen
5.1.3 Schachtel- Märchen
5.1.4 Helden- Märchen
5.2 Optimaler Einsatz von Märchen- Erzählen oder Vorlesen
5.3 Verarbeitung von Märchen- Nachbereitung und Vertiefung
5.3.1 Rollenspiele- Märchen erleben
5.3.2 Malen- Verarbeitung durch Bildübertragung
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht, wie Märchen optimal aufbereitet und vermittelt werden können, um bei Kindern im Alter von 4 bis 6 Jahren eine kindgerechte Förderung im kognitiven, sprachlichen und sozialen Bereich zu ermöglichen, ohne sie durch grausam wirkende Inhalte negativ zu beeinflussen.
- Charakterisierung und Kategorien von Märchen
- Entwicklungspsychologische Grundlagen der frühen Kindheit
- Förderpotenziale von Märchen für die kindliche Entwicklung
- Praktische Methoden zur altersgerechten Auswahl und Aufbereitung von Märcheninhalten
Auszug aus dem Buch
5.2 Optimaler Einsatz von Märchen- Erzählen oder Vorlesen
Optimalerweise sollte ein Märchen erzählt werden, anstatt es vorzulesen. Dabei ist es entscheidend, „WIE“ man das Märchen erzählt. Durch erzählen kann eine starke Verbindung zu den Kindern aufgebaut werden. Eine vertraute Person, wie die Mutter, Großmutter, der Vater oder Großvater sowie auch Pädagogen, schaffen mit ihrer Stimme ein viel intensiveres Bild-Erleben als etwa eine Märchenerzählung, die von einer CD wiedergegeben wird. Lebendiges Erzählen erweckt darin die Schauplätze, Hauptcharaktere, Figuren, Tiere zum Leben. „DAS“ sollte gelingen. Das Selbst-Verinnerlichen des Märchens, das Hineinversetzen in die Geschichte und Struktur, in die Charaktere und die damit verbundene Wiedergabe nach außen. Blickkontakt, Gestik und Mimik, das Anschauliche darstellen mit jeglicher kognitiven Faser sollte dabei greifen. Das Märchen, gemeinsam mit den Kindern, selbst leben und erleben. Auch Stimmlage, Lautstärke und das Tempo spielen eine wesentliche Rolle (vgl. Knoch 2001, 172). „Mit lauterem oder leisem Sprechen können wir experimentieren: Es gibt ein Rufen, ohne lautstark zu sein; es gibt ein Flüstern, ohne so leise zu werden, dass die Zuhörer in der letzten Reihe nichts hören. Gewöhnlich meinen wir, durch Lautstärke größere Intensivität zu schaffen; das Gegenteil ist richtig: Durch Zurücknahme der Stimme kann die Atmosphäre besonders dicht werden.“ (Knoch 2001: 181).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung von Märchen als "Zaubermittel" für die kindliche Entwicklung ein und erläutert die persönliche Motivation der Autorin sowie die Forschungsfrage.
2 Charakterisierung von Märchen: Es werden die verschiedenen Formen wie Volks- und Kunstmärchen definiert und eine kritische Auseinandersetzung mit den oft grausamen Inhalten der Märchen dargelegt.
3 Charakterisierung der kindlichen Entwicklung: Dieses Kapitel skizziert die Grundlagen der Entwicklung in der frühen Kindheit und beleuchtet, warum Märchen für diesen Lebensabschnitt besonders bedeutsam sind.
4 Förderung der kindlichen Entwicklung durch Märchen: Es wird analysiert, wie Märchen gezielt zur kognitiven Förderung, Sprachbildung, Sozialkompetenz und Wertevermittlung beitragen.
5 Praktischer Einsatz von Märchen: Dieser Hauptteil bietet konkrete Ansätze für die Arbeit in Kitas, von der altersgerechten Auswahl über die Erzähltechnik bis hin zur methodischen Nachbereitung durch Rollenspiele und Malen.
6 Fazit: Die Autorin zieht Bilanz und betont die Umsetzbarkeit einer kindgerechten Märchenarbeit durch bewusste Anpassung und sorgfältige Vorbereitung.
Schlüsselwörter
Märchen, Kindliche Entwicklung, Sozialpädagogik, Sprachförderung, Wertevermittlung, Frühkindliche Bildung, Pädagogische Arbeit, Märchenerzählung, Altersgerechte Förderung, Rollenspiemethode, Kognitive Entwicklung, Sozialkompetenzen, Rotkäppchen, Kindgerechte Aufbereitung, Medienpädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit?
Die Arbeit untersucht, wie Märchen in der pädagogischen Arbeit mit Kindern im Alter von 4 bis 6 Jahren eingesetzt werden können, um deren Entwicklung positiv zu fördern, ohne Ängste durch als grausam empfundene Details zu schüren.
Welche Themenfelder sind zentral?
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Märchen, die kindliche Entwicklungspsychologie, Möglichkeiten der Kompetenzförderung sowie praktische pädagogische Umsetzungsstrategien.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Autorin geht der Frage nach, wie Märchen optimal aufbereitet und dargeboten werden können, damit sie Kindern eine kindgerechte Förderung ermöglichen und dabei pädagogisch verantwortbar bleiben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu entwicklungspsychologischen und pädagogischen Aspekten der Märchenpädagogik sowie der Erörterung praktischer Anwendungsbeispiele.
Welche Inhalte umfasst der Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Märchenarten und kindlicher Entwicklung sowie einen umfangreichen praktischen Teil zur altersgerechten Auswahl, Erzähltechnik und Nachbereitung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Märchen, frühe Kindheit, Sprachförderung, Sozialkompetenzen, Wertevermittlung und pädagogische Methoden.
Wie geht die Autorin mit dem Thema "Grausamkeit" in Märchen um?
Sie schlägt vor, Märcheninhalte kritisch zu prüfen und gegebenenfalls durch Textänderungen oder Umschreibungen kindgerecht zu optimieren, ohne den pädagogischen Kern oder die Lehrbotschaft zu verlieren.
Welche Rolle spielt das Märchen "Rotkäppchen" in den Anlagen?
Rotkäppchen dient als praktisches Fallbeispiel, anhand dessen die Autorin illustriert, wie man durch den Vergleich verschiedener Buchausgaben und gezielte Textanpassungen eine für Kinder unbedenkliche, pädagogisch wertvolle Erzählweise entwickelt.
- Quote paper
- Juliane Kuhn (Author), 2022, Märchen und die Förderung der kindlichen Entwicklung im Alter von 4 bis 6 Jahren. Bedeutung und Einsatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1264207