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Weiterentwicklungspotentiale für Diagramme in der deontischen Logik

Título: Weiterentwicklungspotentiale für Diagramme in der deontischen Logik

Tesis de Máster , 2022 , 71 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Joachim Schwarte (Autor)

Filosofía - Teoría (cognición, ciencia, lógica, idioma)
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Ziel der Arbeit ist es, ausgehend von diagrammatischen Methoden, die im Rahmen der deontischen Logik bereits bekannt und etabliert sind, Weiterentwicklungspotentiale in diesem Bereich aufzufinden und zu erörtern. In methodischer Hinsicht wurden solche Entwicklungsmöglichkeiten insbesondere in der Überwindung des üblichen, rein klassifikatorischen Konzepts vermutet, die durch die Einführung komparativer und metrischer Begriffe erfolgen kann. Die praktische Anwendbarkeit sowohl der bereits etablierten als auch der angestrebten weiterzuentwickelnden diagrammatischen Methoden der deontischen Logik im Bereich der Umweltethik sollte geprüft und konkrete Anwendungsbeispiele in diesem Feld erarbeitet werden.

Die wesentlichen Schritte der Vorgehensweise sind die folgenden: Formulierung eines formalen Systems der Aussagenlogik (AL), Erweiterung des formalen Systems AL zu einem Standardsystem der Normenlogik (SNL), Systematisierung der geeignet erscheinenden Diagrammtypen, Definition der diagrammatischen Repräsentationen aller relevanten Junktoren der AL, Herleitung aller relevanten logischen Dreiecke unter Verwendung der zuvor definierten diagrammatischen Repräsentationen der Junktoren der AL, systematische Konstruktion komplexerer Diagramme unter Verwendung der zuvor erarbeiteten elementaren Diagrammstrukturen, Vergleich der theoretisch konstruierten Diagramme mit isomorphen Diagrammen aus den Bereichen der traditionellen Syllogistik, der allgemeinen Modallogik und speziell der deontischen Logik, Einführung der wissenschaftstheoretischen Dreiteilung der Begriffe in klassifikatorische, komparative und metrische Begriffe, Vorschlag eines erweiterten Systems der deontischen Logik SNL+, das differenziertere deontische Operatoren umfasst, Vorstellung eines neuen Achtecks der deontischen Logik, das auf den Operatoren von SNL+ basiert, Verallgemeinerung des Konzeptes des zuvor beschriebenen deontischen Achtecks durch Übergang zu kontinuierlich veränderlichen deontischen Operatoren und Versuch einer Interpretation gewisser Merkmale der neuen Diagramme hinsichtlich entsprechender Fragestellungen aus dem Bereich der Umweltethik.

Durch die im abschließenden Schritt vorgenommene Interpretation wird eine diagrammatische Veranschaulichung der von Hans Jonas in seinem grundlegenden Werk "Das Prinzip Verantwortung" postulierten „Heuristik der Furcht“ ermöglicht.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Deontische Logik

1.1 Ein einführendes Beispiel

1.2 Die klassische Aussagenlogik als Ausgangspunkt

1.3 Das Standardsystem der Normenlogik

1.4 Deontische Modaloperatoren

2 Eine Klassifikation logischer Diagramme

2.1 Diagrammelemente und grundlegende Diagrammtypen

2.2 Diagramme für elementare klassenlogische Beziehungen

2.3 Allgemeingültige Dreiecke

2.4 Vollständige Graphen

2.5 Einstellige Operatoren

3 Diagrammverwendung in der Modallogik

3.1 Das logische Quadrat

3.2 Das logische Hexagon

3.3 Das logische Zehneck

3.4 Ein Beispiel für die Mögliche-Welten-Semantik

3.5 Das Für und Wider des Reisens bei Schopenhauer

3.6 Das Netz der modallogischen Systeme

4 Wissenschaftstheoretische Einteilung der Begriffe

4.1 Vom Modus Barbara zu komparativen Begriffen

4.2 Die quantitative Methode und künstliche Metriken

5 Komparative und metrische Konzepte in der deontischen Logik

5.1 Ein System für Normen unterschiedlicher Strenge

5.2 Ein neues logisches Achteck

5.3 Konsequentialistische Deutung der logischen Diagramme

5.4 Übergang zu kontinuierlichen Verteilungen

6 Anwendungen in der Umweltethik

6.1 Nachhaltigkeitsziele und Nachhaltigkeitsregeln

6.2 Furcht und Hoffnung

7 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, auf Basis etablierter Methoden der deontischen Logik neue Möglichkeiten der diagrammatischen Veranschaulichung zu entwickeln. Dabei wird insbesondere untersucht, wie komparative und metrische Begriffe, die über rein klassifikatorische Ansätze hinausgehen, durch Graphen und Mengendiagramme systematisch dargestellt werden können, um normenlogische Zusammenhänge, etwa im Kontext der Umweltethik, präziser abzubilden.

  • Grundlagen der deontischen Logik und Modallogik
  • Systematik graphischer Konzepte (Graphen vs. Mengendiagramme)
  • Wissenschaftstheoretische Einteilung von Begriffen
  • Anwendung diagrammatischer Methoden auf ethische Fragestellungen
  • Entwicklung erweiterter logischer Diagramme (z.B. Hexagon, Achteck, Zehneck)

Auszug aus dem Buch

Deontische Modaloperatoren

Die beiden hier als Symbole für die deontischen Operatoren verwendeten Zeichen ◻ und ◇ werden in der Literatur zumeist nicht in diesem speziellen Sinne eingeführt und verwendet. Vielmehr handelt es sich oft um jene Symbole, die in einer zunächst ganz allgemeinen Modallogik zum Einsatz kommen, wobei ihnen noch keine außersyntaktische Bedeutung beigelegt wird. Oft werden diese Symbole allerdings auch ausdrücklich im Zusammenhang mit dem Spezialfall der alethischen Modallogik verwendet, wobei ihnen die Modalitäten „Notwendigkeit“ und „Möglichkeit“ semantisch zugewiesen werden. Einer Verwendung der Symbole steht allerdings auch in anderen Spezialfällen der Modallogik nichts im Wege, sofern Missverständnisse ausgeschlossen werden können. Im Rahmen metatheoretischer Betrachtungen, in denen verschiedene Systeme der Modallogik zueinander in Beziehung gesetzt werden, ist hingegen die einheitliche Verwendung der Symbole ◻ und ◇ durchaus zweckmäßig und allgemein üblich. Die angesprochene Metatheorie kann in dieser Arbeit nur andeutungsweise behandelt werden (s. Kapitel 3.6).

In der insgesamt umfangreichen Literatur zur deontischen Logik kommen oft einzelne oder doppelte Großbuchstaben für die Symbolisierung der Modaloperatoren zum Einsatz. Allerding existiert in diesem Bereich abermals kein erkennbarer Standard. Eine Übersicht über einige verschiedene Symbolsysteme in diesem Feld gibt Tabelle 1.2. Die in der letzten Spalte der Tabelle aufgeführten Kennbuchstaben A, E, I und O haben ihren Ursprung in Arbeiten, in denen die Syllogistik des ARISTOTELES auf diagrammatische Weise behandelt wird. Diese Kennbuchstaben sind im Bereich der diagrammatischen Logik insbesondere im Zusammenhang mit dem logischen Quadrat (s. Kapitel 3.1) und - nach Hinzunahme der Buchstaben U und Y - ebenso im Zusammenhang mit dem logischen Hexagon (s. Kapitel 3.2) allgemein gebräuchlich, wobei Ihnen aufgrund der überaus zahlreichen speziellen Anwendungsfälle dieser Diagramme sehr verschiedene Bedeutungen zugewiesen werden können. Die zugehörige Spaltenüberschrift wurde in Klammern gesetzt, da die genannten Kennbuchstaben nicht selbst Operatoren der deontischen Logik sind.

Zusammenfassung der Kapitel

Deontische Logik: Einführung in die Grundlagen der deontischen Logik, deren Abgrenzung sowie die Darstellung der Syntax der verwendeten formalen Systeme.

Eine Klassifikation logischer Diagramme: Systematisierung verschiedener graphischer Konzepte und Diagrammtypen, wie Graphen und Mengendiagramme, als Grundlage für deren logische Anwendung.

Diagrammverwendung in der Modallogik: Analyse konkreter Diagramme wie des logischen Quadrats, Hexagons und Zehnecks sowie deren Anwendung in der Modallogik und Semantik.

Wissenschaftstheoretische Einteilung der Begriffe: Einteilung der Begriffe in klassifikatorische, komparative und metrische Gruppen und deren Bedeutung für die diagrammatische Ausdrucksstärke.

Komparative und metrische Konzepte in der deontischen Logik: Einführung eines erweiterten formalen Systems SNL+ zur Abbildung unterschiedlicher Normenstrenge und Vorstellung eines neuen logischen Achtecks.

Anwendungen in der Umweltethik: Untersuchung der Übertragbarkeit der entwickelten diagrammatischen Konzepte auf umweltethische Fragestellungen, insbesondere unter Berücksichtigung von Furcht und Hoffnung.

Zusammenfassung und Ausblick: Résumé der Arbeitsschritte und der erzielten methodischen Fortschritte sowie Ausblick auf weitere Forschung und Optimierungsbedarfe.

Schlüsselwörter

Deontische Logik, Modallogik, Diagrammatische Methoden, Mengendiagramme, Graphen, Wissenschaftstheorie, Klassifikatorische Begriffe, Komparative Begriffe, Metrische Begriffe, Umweltethik, Normensysteme, Modale Operatoren, Logisches Quadrat, Logisches Hexagon, Heuristik der Furcht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie diagrammatische Methoden – wie Graphen und Mengendiagramme – in der deontischen Logik genutzt werden können, um komplexe normenlogische Zusammenhänge systematisch darzustellen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit verknüpft formale Logik (insbesondere deontische und Modallogik) mit der Wissenschaftstheorie der Begriffsbildung und wendet diese Methoden auf Fragestellungen der praktischen Philosophie, speziell die Umweltethik, an.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Primäres Ziel ist die Entwicklung einer einheitlichen Systematik für logische Diagramme, um durch die Einführung komparativer und metrischer Begriffe eine differenziertere logische Analyse von Normsystemen zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf formale Methoden der Logik (Aussagenlogik, SNL, SNL+) sowie auf die diagrammatische Logik, ergänzt durch wissenschaftstheoretische Einordnungen nach Autoren wie Carnap und Frege.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Klassifikation logischer Diagramme, der Anwendung auf Modallogik (Quadrat, Hexagon, Zehneck), der wissenschaftstheoretischen Einteilung von Begriffen und der Erweiterung deontischer Systeme auf komparative und metrische Konzepte.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind die deontische Logik, diagrammatische Repräsentationen, die Unterscheidung zwischen klassifikatorischen, komparativen und metrischen Begriffen sowie deren Anwendung auf Umweltethik und Zukunftsprognosen.

Welche Rolle spielt Arthur Schopenhauer in dieser Arbeit?

Schopenhauer wird als Beispiel für die diagrammatische Veranschaulichung der „Kunst der Überredung“ herangezogen, wobei sein Bildwerk zu den „Sphären“ mittels Graphentheorie formalisiert wird.

Wie wird das Konzept der „Heuristik der Furcht“ von Hans Jonas modallogisch integriert?

Das Konzept wird genutzt, um die Eckpunkte deontischer Quadrate in spezifischer Weise zu interpretieren und so die Strenge von Geboten und Verboten in einer Zukunftsethik zu systematisieren.

Final del extracto de 71 páginas  - subir

Detalles

Título
Weiterentwicklungspotentiale für Diagramme in der deontischen Logik
Universidad
University of Hagen  (Philosophie)
Calificación
1,0
Autor
Joachim Schwarte (Autor)
Año de publicación
2022
Páginas
71
No. de catálogo
V1264756
ISBN (PDF)
9783346702579
ISBN (Libro)
9783346702586
Idioma
Alemán
Etiqueta
Logik Modallogik deontische Logik Umweltethik Nachhaltigkeit Diagramme Normenlogik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Joachim Schwarte (Autor), 2022, Weiterentwicklungspotentiale für Diagramme in der deontischen Logik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1264756
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