Trauerpädagogik

Vom Sinn und Nutzen


Hausarbeit, 2008

10 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Trauer?
2.1 Trauer : Definitionsversuche
2.2 Trauer bei Kindern und Jugendlichen

3 Wie kann man helfen?

4 Methoden und Möglichkeiten
4.1 . . . mit Kindern über den Tod zu sprechen
4.2 . . . Gefühlen Ausdruck zu verleihen

5 Beschreibung der Ziele der Trauerpädagogik / Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Trauer und Tod sind in unserer Gesellschaft noch immer tabuisiert. Kein Mensch wird gerne mit seiner eigenen Vergänglichkeit konfrontiert. Der Tod ist etwas so unangenehmes, dass man ihn gerne einfach übergeht. Für Betroffene kann diese Befangenheit ihrer Umwelt eine sehr enttäuschende und schmerzhafte Erfahrung sein, besonders für Kinder und Jugendliche ist es nicht leicht, sich in solch einer Situation zurechtzufinden. Am Anfang meiner Arbeit steht also die Frage, wie man Kinder und Jugendliche in einer solch harten Zeit unterstützen kann. Hierbei widme ich mich zunächst der Klärung des Trauerbegriffs um dann im weiteren Verlauf meiner Arbeit darauf aufzubauen.

2 Was ist Trauer?

Um sich mit Trauerpädagogik auseinanderzusetzen, muss man erst einmal der Frage nachgehen, was überhaupt genau Trauer ist. Dies soll in den folgenden Kapiteln unter verschiedenen Gesichtspunkten erläutert werden. Die Resultate sollen dann als Grundlage für die weitere Diskussion dienen.

2.1 Trauer : Definitionsversuche

Nach Jorgos Canacakis, einem auf dem Gebiet der Trauerarbeit sehr anerkanntem Psychologen und Buchautor ist Trauer „eine gesunde, lebensnotwendige und kreative Reaktion auf Verlust und Trennungsereignisse.“ ( in Student, Chr. 1992, S. 187) . Außerdem sagt er, Trauer sei „ein Gefühlspektrum. Eine einzigartige, weil individuell unterschiedliche und zugleich unglaublich vielseitige Erfahrung.“ (in Student, Chr. 1992, S. 183), deshalb hat Trauer viele Gesichter. Desweiteren beantwortet Canacakis die Frage was Trauer eigentlich ist folgendermaßen: „Grundsätzlich ist die Trauerreaktion eine Fähigkeit, die mit uns geboren wird. Sofort nach der Geburt tritt sie in Erscheinung als das bekannte Verhalten des Neugeborenen: weinen, schreien, protestieren, klagen usw. Die erste schmerzhafte Trennung ist der Verlust des paradiesischen Aufenthaltes im Bauch der Mutter, und die letzte, vielleicht schwerste, ist die Trennung von der Welt und den Menschen, wenn man stirbt.“ (Canacakis 1990, S. 23) . Canacakis hält Trauer für „eine spontane, natürliche, normale und selbstverständliche Antwort unseres Organismus, unserer ganzen Person auf Verlust.“ (Canacakis 1987, S. 28) . Trauer sagt er, „findet immer einen Ausdruck, auch wenn wir sie daran hindern. Dann zeigt sie sich im Schweigen als falscher Ausdruck, und die echte Trauer bleibt im Körper und wirkt sich im Untergrund und ohne Wissen zerstörerisch aus.“ (Canacakis 1987, S.24) . Laut Verena Kast, einer ebenfalls anerkannten Psychotherapeutin und Buchautorin, ist Trauer „die Emotion, die sowohl den Verlust ausdrückt, die uns aber auch hilft, den Verlust zu verarbeiten.“ (vgl. Kast 1982, S. 7) . Der Schriftsteller und Professor Clive S. Lewis macht den Versuch Trauer folgendermaßen zu beschreiben: „ . . . wir sind vom Gefühl der Trauer erfasst, wenn wir einen Menschen verloren haben . . . mit diesem Gefühl der Trauer verbunden sind Gefühle des Kummers, des Zorns, der Schuld . . .“ (Lewis 1999, S. 9). Trauer ist also eine Reaktion auf Verlust, sie gehört zu unserem Leben. Menschen sind mit diesem Gefühl ausgestattet um Verlusterfahrungen bewältigen zu können. Trauer ist Schwerstarbeit für Körper und Seele.

2.2 Trauer bei Kindern und Jugendlichen

Wenn der Tod in ein Leben tritt, ist nichts so, wie es zuvor war. Der Verlust ist ein einschneidendes Erlebnis, das Kinder und Jugendliche sehr belasten kann. Umso jünger Kinder sind, desto schwieriger ist es für sie, ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen. „Für die Kinder entstehen noch größere Schwierigkeiten beim Trauern: ihre Unfähigkeit zu verbalisieren ist größer, und die mangelnde kognitive Einsicht in die Gegebenheiten des Lebens steht ihnen im Weg.“ (Leist 1993, S.149) . „ . . . die Chance eines Kindes, einen Tod ohne seelischen Schaden zu überstehen, sei umso besser, je älter, reifer und seelisch gesünder es sei.“ (Leist 1993, S. 150) . Trauernde Kinder benötigen deshalb eine besondere Begleitung, denn sie spüren die Veränderungen in ihrem Leben unmittelbar und vermissen, ganz besonders dann, wenn ein Elternteil gestorben ist, die Geborgenheit, den Schutz, die Aufmerksamkeit und die Zuneigung des Verstorbenen. Auch für Jugendliche ist es schwer mit der Trauer umzugehen, denn es ist sehr schwierig für sie solch starken Emotionen zu begegnen. Jugendliche sprechen in der Regel nicht gerne über den Tod. Sie erschrecken vor der Heftigkeit der Trauergefühle und haben Angst, im Beisein von anderen ihre Fassung zu verlieren, deshalb ziehen sie sich zurück. Es ist möglich, dass Kinder wie Jugendliche mit sehr widersprüchlichem Verhalten auf den Verlust reagieren, das Spektrum reicht u.a. von Ängstlichkeit bis Launenhaftigkeit. Desweiteren können Schlafstörungen, Alpträume, Konzentrationsprobleme, Gereiztheit, Aggressionen und Trennungsängste auftreten. Auch ein plötzlicher Wechsel von Traurigkeit zu Spiel, Spaß und Heiterkeit ist zu beobachten. „Die Trauer von Erwachsenen wird oft mit dem Waten durch einen Fluss verglichen, dessen Ufer nicht zu erkennen ist. Kinder stolpern in Pfützen der Trauer hinein und springen wieder weiter. Längere Trauerzustände wären eine zu große Bedrohung für ihre Person, die sich ja erst im Aufbau befindet. Das Bild von der Trauerpfütze, in welche das Kind springt, zeigt die Dynamik seiner Trauer. Manches Mal ist die Pfütze groß und besonders matschig, dann wieder spritzt es nur wenig. Kinder können in einem Moment furchtbar traurig sein und im nächsten wieder ganz fröhlich, so als hätte man einen Schalter betätigt. “ (Fleck – Bohaumilitzky 2003, S. 7). Kinder haben, vor allem wenn das soziale Umfeld stabil ist, sehr ausgeprägte Selbstheilungskräfte. Sehr oft ist es jedoch so, dass das Verdrängen der Erwachsenen das Kind daran hindert einen natürlichen Umgang zu Sterben und Tod zu finden. Das betroffene Kind ist meist unsicher und hat auch Angst vor den Reaktionen anderer, beispielsweise der Mitschüler. Viele fürchten sich davor nach dem Todesfall gefragt zu werden, ebenso kann überzogenes Mitleid sehr verletzend sein, wie auch völlige Ignoranz. Oft ist es so, dass Kinder und Jugendliche ihre eigene Betroffenheit verstecken um die Eltern vor noch mehr Leid, zum Beispiel beim Tod eines Bruders oder der Schwester, zu bewahren.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Trauerpädagogik
Untertitel
Vom Sinn und Nutzen
Hochschule
Evangelische Hochschule Berlin
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
10
Katalognummer
V126540
ISBN (eBook)
9783640324385
ISBN (Buch)
9783640326143
Dateigröße
380 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Trauerpädagogik, Sinn, Nutzen
Arbeit zitieren
Stefanie Jahn (Autor), 2008, Trauerpädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126540

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