Mit Geldwäsche assoziiert man Mafia, Bargeld, unübersichtliche Transaktionen und Luxusinvestments. Laut Mafioso Luigi Bonaventura hätte Deutschland ein gewaltiges Problem, wenn die Mafia ihre Gelder aus Deutschland abzieht. Der deutsche Immobiliensektor ist ein Paradies für Geldwäsche. 2018 hatte er ein Volumen von 269 Mrd. € und scheint ziemlich stabil und profitabel zu sein. Damit ist er geeignet, um große Summen anzulegen. Nach Schätzungen fließen jährlich 15-30% aller inkriminierten Gelder in deutsche Immobilien, d.h. rund 20-30 Mrd.€.
Seit 30 Jahren versucht der Gesetzgeber, Geldwäsche zu bekämpfen. Der Volksmund verrät: die Gewaltigen handeln mit Geld, die Schwachen mit Recht. Die Gesetzgebung ist schwach und wird seit ihrer Einführung erweitert. Der Geldwäscher passt seine Vorgehensweise den Vorschriften an und lacht über die lasche Gesetzgebung. Schließlich ist die Awareness der Marktteilnehmer sehr gering. Nur 13% der Verdachtsfälle werden gemeldet. Solange Marktteilnehmer nicht ihren präventiven Pflichten nachgehen, können Geldwäscher weiterhin in Immobilien investieren.
Das Problem ist: Akteure wie Immobilienmakler fürchten um ihre Reputation und sind zugleich Benefiziar des Geschäfts. Aber nicht nur der Immobilienmakler auch die Regierung schneidet bei der Bekämpfung von Geldwäsche schlecht ab, möglicherweise aus ähnlichem Antrieb.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Hauptteil
- A. Was ist Geldwäsche ?
- 1. Entstehung, Definition und Ziele der Geldwäsche
- 2. Rechtsvorschriften und Behörden
- 2.1. Rechtsvorschriften
- 2.2. Behörden
- 2.3. Reflexion
- 3. Wie läuft Geldwäsche ab?
- 3.1. Die Phasen der Geldwäsche
- 3.2. Verschleierungstechniken
- 3.3. Fazit
- 4. Bedrohungslage
- 4.1. Ausmaß der Geldwäsche
- 4.2. Geschätztes Volumen
- 4.3. Fazit
- 5. Der Immobiliensektor
- 5.1. Geldwäsche Awareness im Immobilienmarkt
- 5.2. Verdachtsfälle, -merkmale und -meldungen
- 5.3. Fazit
- 6. Wann besteht Risiko für Geldwäsche ?
- 6.1. High Risk
- 6.2. Medium-Risk
- 6.3. Low-Risk
- 7. Risiken im Immobiliensektor
- 7.1. Der Immobiliensektor als High-Risk Sektor
- 7.2. Fiktive Fälle
- 8. Schadensfolgen der Geldwäsche
- 8.1. Überteuerung des Marktes
- 8.2. Verfälschung des Marktwettbewerbs
- 8.3. Nachahmung und Korruption
- 8.4. Globalisierung von OK und Nebenfolgen
- 8.5. Vertrauensverlust
- 9. Schadensfolgen im Immobiliensektor
- 9.1. Preistreiber
- 9.2. Verzehrte Wahrnehmung der Wirtschaft
- 9.3. Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung
- 9.4. Share Deal
- 9.5. Betrügerische Gewohnheiten
- 9.6. Korruption und Vertrauensverlust
- 10. Allgemeine Präventionsmittel
- 11. Prävention durch das Transparenzregister
- 11.1. Das Transparenzregister
- 11.1.1. Registerinformationen und Transparenzpflichten
- 11.1.2. Einsichtnahme
- 11.2. Wirkungen des Transparenzregisters im Immobiliensektor
- 11.2.1. Positive Effekte
- 11.2.2. Negative Effekte
- 11.2.3. Ist das Transparenzregister zur Prävention geeignet?
- 11.1. Das Transparenzregister
- 12. Handlungsempfehlungen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Thema der Geldwäsche im Immobiliensektor, insbesondere im Zusammenhang mit dem Transparenzregister. Sie analysiert die Entstehung, Definition und Ziele der Geldwäsche, die relevanten Rechtsvorschriften und Behörden sowie die Abläufe der Geldwäsche und deren Verschleierungstechniken. Weiterhin untersucht die Arbeit die Bedrohungslage, die Risiken und Schadensfolgen der Geldwäsche im Immobiliensektor, insbesondere die Überteuerung des Marktes, die Verfälschung des Marktwettbewerbs und den Vertrauensverlust. Abschließend werden Präventionsmaßnahmen, insbesondere die Rolle des Transparenzregisters, sowie Handlungsempfehlungen beleuchtet.
- Geldwäsche im Immobiliensektor
- Risiken und Schadensfolgen der Geldwäsche
- Das Transparenzregister als Präventionsmittel
- Rechtliche Rahmenbedingungen der Geldwäschebekämpfung
- Handlungsempfehlungen zur Bekämpfung der Geldwäsche
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema Geldwäsche im Immobiliensektor ein und erläutert die Relevanz des Themas. Kapitel A beleuchtet die Entstehung, Definition und Ziele der Geldwäsche und stellt die relevanten Rechtsvorschriften und Behörden sowie die Abläufe der Geldwäsche und deren Verschleierungstechniken dar. Kapitel B fokussiert auf den Immobiliensektor und beleuchtet die Geldwäsche Awareness im Immobilienmarkt, die Verdachtsfälle, -merkmale und -meldungen sowie die Risiken der Geldwäsche in diesem Sektor. Kapitel C analysiert die verschiedenen Risikotypen im Zusammenhang mit Geldwäsche, wobei der Fokus auf dem Immobiliensektor als High-Risk Sektor liegt. Kapitel D widmet sich den Schadensfolgen der Geldwäsche, sowohl auf allgemeiner Ebene als auch im spezifischen Kontext des Immobiliensektors. Kapitel E befasst sich mit den verschiedenen Präventionsmaßnahmen, insbesondere mit der Rolle des Transparenzregisters, und gibt Handlungsempfehlungen zur Bekämpfung der Geldwäsche im Immobiliensektor.
Schlüsselwörter
Geldwäsche, Immobiliensektor, Transparenzregister, Risiken, Schadensfolgen, Prävention, Rechtsvorschriften, Behörden, Verdachtsfälle, Meldepflicht, High-Risk, Betrug, Korruption, Vertrauensverlust, Handlungsempfehlungen.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist der deutsche Immobiliensektor anfällig für Geldwäsche?
Der Sektor ist stabil, profitabel und ermöglicht die Anlage großer Summen. Zudem erschweren unübersichtliche Transaktionen und geringe Kontrollen die Identifizierung inkriminierter Gelder.
Wie funktioniert das Transparenzregister zur Prävention?
Das Register soll offenlegen, wer die wirtschaftlich Berechtigten hinter Unternehmen sind, um die Verschleierung von Geldströmen durch Briefkastenfirmen zu verhindern.
Welche Schadensfolgen hat Geldwäsche für den Immobilienmarkt?
Geldwäsche wirkt als Preistreiber, führt zur Überteuerung des Marktes, verfälscht den Wettbewerb und begünstigt Korruption sowie Steuerhinterziehung.
Welche Pflichten haben Immobilienmakler bei Geldwäscheverdacht?
Makler müssen Identitätsprüfungen durchführen und Verdachtsfälle an die zuständigen Behörden melden. Bisher ist die Awareness und Melderate jedoch sehr gering.
Was sind typische Verschleierungstechniken bei Immobilienkäufen?
Dazu gehören Share Deals, bei denen Firmenanteile statt Immobilien verkauft werden, die Nutzung von Strohmännern oder komplexe Firmengeflechte im Ausland.
Wie hoch ist das geschätzte Volumen der Geldwäsche in deutschen Immobilien?
Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich rund 20 bis 30 Milliarden Euro an inkriminierten Geldern in den deutschen Immobiliensektor fließen.
- Quote paper
- Merve Yigit (Author), 2022, Geldwäsche im Immobiliensektor. Risiken, Schadensfolgen und Prävention insbesondere durch das Transparenzregister, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1265859