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Immobiliarvollstreckung im Insolvenzfall. Fallstudie zum Thema Vermögensverwertung zur Pflegekostendeckung

Titel: Immobiliarvollstreckung im Insolvenzfall. Fallstudie zum Thema Vermögensverwertung zur Pflegekostendeckung

Diplomarbeit , 2022 , 68 Seiten , Note: 2

Autor:in: Abdul Wasiqi (Autor:in)

Jura - Öffentliches Recht / Staatsrecht / Grundrechte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wenn nach einem Unfall die Mobilität sowie kognitive und kommunikative Fähigkeiten eingeschränkt sind und eine Selbstversorgung nicht mehr möglich ist, helfen ambulante Pflegedienste. Gibt es keine nächsten Verwandten, kann der oder die betreuende Pflegekraft auch zur gesetzlichen Vertretung ernannt werden. Durch die monatliche Betreuung entstehen jedoch Kosten. Was passiert, wenn diese Kosten nicht mehr gedeckt werden können?

Der schlimmste Fall tritt ein, wenn die Pflegekosten aufgrund von Insolvenz nicht mehr bezahlt werden können. In seiner Masterarbeit geht Abdul Wasiqi auf eine solche Situation ein. Der Autor beschreibt in seiner Fallstudie, ob eine Immobiliarvollstreckung im Insolvenzfall möglich ist. Kann ein Hausgrundstück zur Deckung der Pflegekosten durch Zwangsvollstreckung verwertet werden und wie geht dies konkret vonstatten?

Die Frage nach der Pflegekostendeckung gewinnt durch den demografischen Wandel zunehmend an Relevanz. Wasiqi gründete und führt einen ambulanten Pflegedienst in Hamburg und erklärt die Vorgänge im Allgemeinen und im Einzelfall aus einer neuen Sicht. Er bietet mit seiner Masterarbeit das nötige Wissen über die Pflegekostendeckung für Betroffene, aber auch Fach- und Führungskräfte in der Pflege.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Einführung

I. Der Ausgangsfall

II. Begründung der Themenwahl und Relevanz des Themas

III. Ziel der Arbeit

IV. Vorgehen

V. Struktur und Aufbau der Arbeit

B. Hauptteil

I. Einkommens- und Vermögensverwertung zur Pflegekostendeckung

1. Pflegekosten, Pflegeversicherung, Eigenanteil

2. Kosten

a) Ermittlung des Pflegegrad (Module, Punkte)

b) Pflegegrade

aa) Leistungsanspruch nach Pflegegrad

bb) Monatliche Durchschnittskosten nach Pflegegrad

3. Verwertung des Einkommens

4. Verwertung von Vermögen

a) Einzusetzendes verwertbares Vermögen i.S.v. § 90 Abs. 1 SGB XII

aa) Verwertung

bb) Verwertbarkeit

(1) Rechtliche Verwertbarkeit

(2) Tatsächliche Verwertbarkeit

c) zeitliche Verwertbarkeit

d) ausgeschlossenes Vermögen i.S.v. § 90 Abs. 2 Nr. 1-9 SGB XII

aa) Altersvorsorgevermögen

bb) Bausparvermögen/Hausbeschaffungs- und Erhaltungsmittel

cc) Angemessener Hausrat

dd) Gegenstände zur Berufs- und Erwerbstätigkeit

ee) Familien- und Erbstücke

ff) Gegenstände zur Befriedigung geistiger Bedürfnisse

gg) Barbeträge bis 5.000 Euro

b) Geschützter Grundbesitz (Haus, Eigentumswohnung)

aa) Voraussetzungen

(1) Haus als verwertbarer Vermögensgegenstand

(a) Hausgrundstück

(b) Verwertbarkeit

(2) Eigentum oder Miteigentum an der Immobilie

(3) Pflegebedürftiger oder Angehörige im Haus wohnhaft

(4) Angehöriger will dort weiterhin wohnen

(5) Angemessenheit

(a) Größe

(aa) Maßstab des Zweiten Wohnungsbaugesetzes

(bb) Was gehört zur Wohnflächengröße?

(cc) Was gehört nicht zur Wohnflächengröße?

(1) Grundstück

(2) Haus

(3) Wohnung

(dd) Bewohnerzahl

(ee) Wohnbedarf

(ff) Zuschnitt und Ausstattung

(ee) Grundstückswert einschließlich des Wohngebäudes

(6) Folgen der Unangemessenheit

(7) Zumutbarkeit der Verwertung – Härtefall?

II. Zwangsvollstreckung

1. Voraussetzungen der Zwangsvollstreckung

a) Allgemeine Verfahrensvoraussetzungen („Zulässigkeit“)

aa) Antrag des Gläubigers

bb) zuständiges Vollstreckungsorgan

cc) Verfahrensbeteiligte

b) Allgemeine Zwangsvollstreckungsvoraussetzungen

aa) Vorliegen eines Vollstreckungstitels

bb) Erteilung der Vollstreckungsklausel

cc) Zustellung des Titels, § 750 ZPO

c) Besondere Vollstreckungsvoraussetzungen

d) Allgemeinen Vollstreckungshindernisse

2. Zwangsvollstreckung wegen Geldforderungen

a) Zwangsvollstreckung in bewegliche Sachen (Fahrnis) §§ 808 ff. ZPO

b) Zwangsvollstreckung in Forderungen §§ 829ff, 835 ff. ZPO

c) Zwangsvollstreckung in unbewegliches Vermögen

3. Vollstreckung in Grundstücke

a) Gegenstand der Zwangsvollstreckung in unbewegliches Vermögen

b) Verwertungsarten

aa) Eintragung einer Zwangshypothek

bb) Zwangsversteigerung

(1) Anordnung der Zwangsversteigerung und Beschlagnahme

(2) Verwertung

cc) Zwangsverwaltung

(1) Anordnung der Zwangsverwaltung

(2) Beschlagnahme

(a) Zustellung des Anordnungsbeschlusses

(b) Eingang des Eintragungsersuchens

(c) Grundstückinbesitznahme

(3) Folgen der Zwangsverwaltung

(4) Beendigung der Zwangsverwaltung

4. Rechtsbehelfe gegen die Zwangsvollstreckung

C. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, ob und wie das private Einkommen sowie Vermögen – insbesondere ein selbstbewohntes Einfamilienhaus – zur Deckung von Pflegekosten bei Insolvenzgefahr eingesetzt bzw. verwertet werden kann. Dabei wird insbesondere analysiert, in welchen Fällen das Eigenheim als geschütztes Schonvermögen vor Zugriffen durch Sozialhilfeträger oder im Wege der Zwangsvollstreckung gesichert bleibt.

  • Grundlagen der Pflegefinanzierung und Eigenanteile in Deutschland
  • Systematik der Vermögensverwertung nach SGB XII
  • Schutz des Grundbesitzes ("Angemessenheit") bei Pflegebedürftigkeit
  • Prozessuale Abläufe der Zwangsvollstreckung bei Immobilien
  • Möglichkeiten der Abwehr von Vollstreckungsmaßnahmen

Auszug aus dem Buch

(1) Haus als verwertbarer Vermögensgegenstand

Zunächst muss es sich bei dem Hausgrundstück in Form eines Einfamilienhauses bzw. einer Eigentumswohnung um ein verwertbaren Vermögensgegenstand i.S.v. § 90 Abs. 1 SGB XII handeln.

(a) Hausgrundstück

Unter den Allgemeinbegriff „Hausgrundstück“ können nach ständiger Praxis in der Sozialhilfe und ständiger Rechtsprechung in der Sozialgerichtsbarkeit84 u.a. mit einem Einfamilienhaus bebaute Grundstücke, Eigentumswohnungen aber auch Ferien-wohnungen fallen, sofern sie in überwiegendem Maße Wohnzwecken dienen.85

Davon ausgenommen sind Mehrfamilienhäuser, Appartementwohnhäuser sowie alle Gebäude, in denen sich mehrere Wohnungen befinden, auch wenn sämtliche darin befindliche Wohnungen ausschließlich durch den Pflegebedürftigen selbst oder seine Angehörigen bewohnt werden.86

Im vorliegenden Fall handelt es sich um ein auf einem Grundstück befindliches, freistehendes Einfamilienhaus, das ausschließlich Wohnzwecken dient. Es handelt sich mithin um ein „Hausgrundstück“ im Sinne von § 90 Abs. 2 Nr. 8 SGB XII.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einführung: Darstellung der Ausgangssituation anhand des konkreten Falles von Frau H. und Erläuterung der Relevanz des Themas aufgrund des demographischen Wandels.

B. Hauptteil: Detaillierte Analyse der Pflegekostendeckung unter Einbeziehung von Einkommen und Vermögen sowie Erarbeitung der rechtlichen Grundlagen zur Zwangsvollstreckung in unbewegliche Vermögenswerte.

C. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der rechtlichen Situation und Einschätzung der zukünftigen Entwicklung bei weiter steigenden Pflegekosten und Eigenanteilen.

Schlüsselwörter

Pflegekosten, SGB XII, Vermögensverwertung, Schonvermögen, Hausgrundstück, Angemessenheit, Zwangsvollstreckung, Zwangsversteigerung, Immobilien, Pflegegrad, Subsidiarität, Sozialhilfe, Immobiliarvollstreckung, Pflegerecht, Grundbesitz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der rechtlichen Frage, wie Pflegekosten finanziert werden müssen, wenn das eigene Einkommen oder Vermögen nicht ausreicht und dem Pflegebedürftigen eine Insolvenz droht.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Verwertbarkeit von Vermögen bei Pflegebedürftigkeit, dem Schutz von Wohneigentum ("Schonvermögen") und den rechtlichen Rahmenbedingungen der Zwangsvollstreckung bei Immobilien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu klären, ob und wie das Eigenheim der pflegebedürftigen Frau H. zur Deckung ihrer Pflegekosten verwertet werden muss oder ob es durch sozialhilferechtliche Schutzvorschriften vor dem Zugriff bewahrt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Forschung stützt sich primär auf eine umfassende Analyse einschlägiger Rechtsquellen, aktueller sozialhilferechtlicher Rechtsprechung sowie die Auswertung statistischer Daten zur Pflegebedürftigkeit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst das System der Pflegegrade und Kosten erläutert, danach die Voraussetzungen für die Verwertung von Vermögen nach SGB XII sowie die spezifischen Regelungen zur Zwangsvollstreckung in unbewegliches Vermögen dargelegt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit fokussiert auf Begriffe wie Schonvermögen, Angemessenheit des Wohnraums, Subsidiaritätsprinzip, SGB XII, Zwangsvollstreckungsrecht und Immobilienverwertung.

Ist das Haus von Frau H. nach Einschätzung des Autors vor der Verwertung geschützt?

Ja, der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Hausgrundstück aufgrund seiner Größe und Ausstattung die Voraussetzungen an ein "angemessenes Hausgrundstück" nach § 90 Abs. 2 Nr. 8 SGB XII erfüllt und somit als geschütztes Vermögen gilt.

Welche Rolle spielt der Neffe im Kontext des Härtefalls?

Da der Neffe mit der pflegebedürftigen Person zusammenwohnt und laut Testament als Erbe vorgesehen ist, stützt dies die Argumentation, das Haus auch im Sinne einer zukünftigen Wohnsituation und Härtefall-Regelung als schutzwürdig zu betrachten.

Wie definiert die Arbeit das "Hausgrundstück" im rechtlichen Sinne?

Der Autor definiert ein Hausgrundstück als ein für Wohnzwecke genutztes freistehendes Einfamilienhaus oder eine Eigentumswohnung, wobei als zentrales Kriterium die soziale Angemessenheit hinsichtlich Wohnfläche und Grundstücksgröße herangezogen wird.

Ende der Leseprobe aus 68 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Immobiliarvollstreckung im Insolvenzfall. Fallstudie zum Thema Vermögensverwertung zur Pflegekostendeckung
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Veranstaltung
Recht
Note
2
Autor
Abdul Wasiqi (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
68
Katalognummer
V1267406
ISBN (PDF)
9783346720221
ISBN (Buch)
9783346720238
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Immobiliarvollstreckung Insolvenzfall ambulante Pflege Pflegedienst Kostendeckung Zwangsvollstreckung Betreuungsdienst Fallstudie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Abdul Wasiqi (Autor:in), 2022, Immobiliarvollstreckung im Insolvenzfall. Fallstudie zum Thema Vermögensverwertung zur Pflegekostendeckung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1267406
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Leseprobe aus  68  Seiten
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