»Einführung in Populäre Musik und Medien«, verfasst von Prof. Dr. Christoph Jacke, ist nicht nur der erste Band der Reihe »Populäre Kultur und Medien«, sondern zudem Pflichtlektüre für alle Bachelorstudierenden des 1. Semesters im Studiengang »Populäre Musik und Medien« an der Universität Paderborn. Es soll darum ein grundlegendes Werk für den weiteren Verlauf des Studiums bilden. Jacke, Professor für »Theorie, Ästhetik und Geschichte der Populären Musik« in eben jenem Studiengang, bezeichnet das Kompendium in seinem Vorwort als »umherschweifenden Streifzug«.
In 16 Kapiteln werden unterschiedliche Themen in den Pop-Kontext gestellt. Nicht selten sind diese Kapitel spätere Grundlage für einsemestrige Seminare an der Universität Paderborn, beispielsweise »Pop und Erinnerung« oder »Pop und Orte« im Masterstudiengang »Populäre Musik und Medien«. Allein daraus lässt sich ableiten, dass die Lektüre das Fundament für weitere Forschungen bieten soll, was aufgrund des flexiblen und weitläufigen Felds der populären Kultur und Medien angemessen ist. Auch in der dazugehörigen Vorlesung ist das Sachbuch nicht bloße Lektüre, sondern stets im Kontext von Übungen und Diskussionen verankert.
Inhaltsverzeichnis des Kompendiums
2. Pop und Wissenschaft
3. Pop und Universität
4. Pop, Musik und Medien
5. Pop, Musik und Digitalisierung
6. Pop und Erinnerung
7. Pop und das Reden über Pop
8. Pop und das Schreiben über Pop
9. Pop und bewegte Bilder
10. Pop und Stars
11. [Beispielhafte Aufarbeitung Grunge]
12. [Beispielhafte Aufarbeitung Lautstärke]
13. Pop und Orte
14. Pop, Musik und Kritik
15. Unterhaltung und Medienkritik in Zeiten des latenten Als-ob
Zielsetzung & Themen
Die Rezension analysiert Christof Jackes Werk „Einführung in Populäre Musik und Medien“ hinsichtlich seiner Eignung als grundlegendes Kompendium für Studierende der Medienkulturwissenschaft sowie dessen fachlicher Tiefe und didaktischer Struktur.
- Wissenschaftliche Fundierung der Popular Music Studies
- Wechselwirkungen zwischen Musik, Medien und Gesellschaft
- Bedeutung von Digitalisierung und Medientechnologien
- Kritische Analyse von Popkultur und Mediensystemen
- Methodik der kulturwissenschaftlichen Pop-Forschung
Auszug aus dem Buch
Die Kapitel 4, 5, 8, 9, 14 und 15 lassen sich grob bündeln: Digitalisierung, Journalismus (in Wort und Bild) und Medienkritik bilden einen gemeinsamen Themenkomplex, der aber auch einzeln betrachtet werden kann. In Kapitel 4 (»Pop, Musik und Medien«) wird einleitend anhand eines vermeintlich unkomplexen Popsongs aufgeführt, wie viele Themenbereiche tatsächlich damit verbunden sind, von Aufmerksamkeitsökonomie bis Zeitgeist. Jacke fordert hier, größere Zusammenhänge zu erfassen und betrachtet fachlich die Komponenten Musik und Medien als einzelnes. Seine Kernaussage: Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Pop sei berechtigt und funktioniere im Rahmen der Medienkulturwissenschaften.
Kapitel 5 (»Pop, Musik und Digitalisierung«) behandelt die Auswirkungen des Tonträger-Verschwindens und -Revivals (z.B. Vinyl) und die angeknüpfte Diskussion über Digitalisierung im Rahmen des Alltags, aber auch in Hinsicht auf die Wirtschaft (Produktion, Distribution) sowie Rezeption (journalistisch, wissenschaftlich) und Weiterverarbeitung. Besonders gelungen ist der Gedankengang bezüglich der Notwendigkeit von Werbung, Journalismus und PR für Popmusik. Trotz seiner eigenen Tätigkeit in diesen Feldern bleibt Jacke fachlich – positive und negative Aspekte werden angemessen und fundiert genannt – und beschreibt den drohenden Überfluss an »selfmade« Musikern, welcher der Digitalisierung geschuldet ist und theoretisch für einen Wegfall vieler distributierender Berufsfelder sorgen kann – oder für Massen erfolgloser Musiker und überforderter Hörer.
Zusammenfassung der Kapitel
Pop und Wissenschaft: Kapitel analysiert die kulturwissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema Pop und bietet grundlegende Definitionen für Studierende.
Pop und Universität: Beleuchtet die Dynamik der Begriffe Kultur und Subkultur und fordert eine stärkere wissenschaftliche Etablierung des Themas Pop.
Pop, Musik und Medien: Untersucht anhand eines Popsongs die Komplexität des Themenfeldes und plädiert für eine Einordnung in die Medienkulturwissenschaften.
Pop, Musik und Digitalisierung: Diskutiert die ökonomischen und sozialen Auswirkungen digitaler Medien auf die Produktion und Rezeption von Popmusik.
Pop und Erinnerung: Verbindet abstrakte Konzepte von Gedächtnis und Erinnerung mit Popkultur unter Einbeziehung neurologischer Zusammenhänge.
Pop und das Reden über Pop: Ein dialogbasiertes Kapitel, das die Dynamik von Pop und Fragen der Archivierung kritisch hinterfragt.
Pop und das Schreiben über Pop: Entwirft eine Vision für einen integrierten Popjournalismus und reflektiert die Rolle der Popmusikwissenschaft.
Pop und bewegte Bilder: Analysiert die gestiegene Relevanz von Musikvideos und deren medienwissenschaftlichen Stellenwert.
Pop und Stars: Bietet einen medienkulturtheoretischen Rahmen zur Analyse von Medienpersonen und den Unterschied zwischen Prominenten und Stars.
Pop und Orte: Untersucht die Bedeutung von Orten wie Musikclubs oder Stadien im Kontext der Popkultur und Konsumkultur.
Pop, Musik und Kritik: Setzt sich mit Medienkritik auseinander und hinterfragt kritisch den industriellen Status quo der Medienlandschaft.
Unterhaltung und Medienkritik in Zeiten des latenten Als-ob: Verbindet die „Als-ob“-Haltung in der Unterhaltung mit einer ernsthaften Medienkritik am Beispiel von Trash-TV.
Schlüsselwörter
Popkultur, Populäre Musik, Medienkulturwissenschaft, Digitalisierung, Popjournalismus, Medienkritik, Musikclub, Stars, Subkultur, Erinnerung, Streaming, Pop-Archiv, Medientauglichkeit, Kulturwissenschaft, Musikvideos.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Anliegen des rezensierten Werkes?
Das Buch dient als grundlegendes Kompendium für Bachelorstudierende der Populären Musik und Medien und bietet einen wissenschaftlichen „Streifzug“ durch verschiedene Themenkomplexe der Popkultur.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Buch?
Das Spektrum reicht von wissenschaftlichen Definitionen über Medienkritik, die Auswirkungen der Digitalisierung und Journalismus bis hin zur Bedeutung von Stars und konkreten Orten der Popkultur.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit von Christoph Jacke?
Das Ziel ist es, Studierenden eine gemeinsame Forschungsgrundlage zu bieten und zu zeigen, wie eine wissenschaftliche Herangehensweise an Pop aus medienkulturwissenschaftlicher Perspektive erfolgen kann.
Welche methodische Herangehensweise wählt der Autor?
Jacke nutzt einen medienkulturtheoretischen Ansatz, greift auf soziologische Beobachtungen zurück und verzichtet bewusst auf eine kanonisierende Darstellung, um verschiedene Perspektiven auf Pop zu ermöglichen.
Welche Aspekte werden im Hauptteil besonders hervorgehoben?
Neben theoretischen Grundlagen werden aktuelle Entwicklungen wie die Digitalisierung, die Rolle des Popjournalismus und die Dynamik zwischen Stars und Fans analysiert.
Wodurch zeichnet sich die Struktur des Buches aus?
Das Buch ist in 16 weitgehend unabhängig lesbare Kapitel gegliedert, die häufig mit einem strukturierten Fazit oder einer Kriterientabelle abschließen, was die akademische Nutzbarkeit erhöht.
Wie bewertet die Autorin die Aktualität des Werkes?
Sie hebt das Werk als fundiertes Grundwerk hervor, empfiehlt jedoch für zukünftige Auflagen eine stärkere Einbeziehung von Streamingdiensten und sozialen Medien.
Inwiefern spielt der Begriff der „Starsimulation“ eine Rolle?
Jacke verdeutlicht, dass es in modernen Fernsehformaten oft weniger um musikalisches Talent als vielmehr um eine spezifische Medientauglichkeit geht, was er kritisch als Starsimulation einordnet.
- Arbeit zitieren
- M.A. Jenny Karpe (Autor:in), 2019, Wissenschaftliche Rezension zu »Einführung in Populäre Musik und Medien« (Lit Verlag Berlin, herausgegeben von C. Jacke und M. Zierold), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1267745