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Lehrer-Eltern-Zusammenarbeit an Grundschulen effektiv gestalten. Wie kann Elternarbeit zur Förderung mehrsprachig aufwachsender Kinder beitragen?

Titel: Lehrer-Eltern-Zusammenarbeit an Grundschulen effektiv gestalten. Wie kann Elternarbeit zur Förderung mehrsprachig aufwachsender Kinder beitragen?

Masterarbeit , 2022 , 131 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Oliver Eisner (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit stellt sich die Frage, was aktuell unternommen wird und unternommen werden kann, um der Mehrsprachigkeit in Schulen schon jetzt gerecht zu werden. Ein wichtiger Punkt wird bislang häufig noch ausgeklammert oder vernachlässigt: die Elternarbeit. Untersuchungen der PISA-Studie ergaben, dass Familien mehr als doppelt so viel Einfluss auf den Schulerfolg nehmen, als die Schule, Lehrkräfte und Unterricht kombiniert. Daher stellt sich die Frage: Inwiefern arbeiten Lehrkräfte bzw. die Grundschulen mit den Eltern der mehrsprachig aufwachsenden Kinder zusammen, um die Kinder bestmöglich zu fördern? Wie sieht die Kommunikation überhaupt aus? Eine Zusammenarbeit wäre essenziell, da die Kinder vor allem auch durch das Elternhaus im schulischen Kontext stark profitieren. Das Elternhaus hat laut Hattie-Studie mehr Determinanten und Einflussfaktoren für den schulischen Lernerfolg als die Schule selbst. Besonders die Negativeffekte, die es zu verhindern gilt, liegen im Bereich des Elternhauses. Also ist hier eine Zusammenarbeit von sehr hoher Bedeutung, gerade für mehrsprachig aufwachsende Kinder, da vor allem Eltern mit Migrationshintergrund der Annahme sind, sie können nichts zum Bildungserfolg ihrer Kinder beitragen.

Was ist (die deutsche) Sprache? Vor dem Hintergrund zunehmender Zuwanderung gerät das deutsche Schul- und Bildungssystem vermehrt unter Druck. Menschen aus allen Teilen der Welt fassen, oftmals notgedrungen aufgrund von Flucht, den Entschluss, nach Deutschland zu kommen. Die ausländischen Kinder sind in Deutschland somit schulpflichtig, müssen fortan die von der Kultusministerkonferenz formulierten Bildungsstandards erreichen und nach den föderalen Curricula sowie den schulinternen Arbeitsplänen beschult werden. Das alles findet in der Grundschule in aller Regel, abgesehen vom Englischunterricht, in der deutschen Sprache statt, obgleich viele dieser Kinder zumeist der deutschen Sprache noch nicht mächtig sind. Das bedeutet allerdings längst nicht, dass diese Kinder lernschwach sind oder andere Defizite aufweisen. Hier macht sich bereits ein großes Problem erkennbar. Es wirft die Frage auf, ob mehrsprachig aufwachsende Kinder aktuell unabhängig von ihrem Kenntnisstand über die deutsche Sprache beschult werden bzw. beschult werden können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretisches Fundament

2.1 Mehrsprachigkeit

2.2 Migration / Migrationshintergrund

2.3 Deutsch als Zweitsprache bzw. Fremdsprache

2.4 Zwischenfazit I

3 Lehrer*innen-Eltern-Zusammenarbeit

3.1 Elternarbeit

3.2 Parental Involvement

3.3 Einseitiges Machtgefälle

3.4 Formen der Zusammenarbeit

3.4.1 Heim- und schulbasiertes Eltern-Engagement

3.4.2 Elternberatung und Elterntrainings

3.4.3 Eltern-LehrerInnen-Kontakte

3.4.5 Elternmitbestimmung

3.5 (Aus)Wirkungen von Lehrer*innen-Eltern-Zusammenarbeit auf die Akteure

3.6 Aufgaben der Zusammenarbeit

3.7 Zwischenfazit II

3.8 Mehrsprachigkeit in der Lehrer*innen-Eltern-Zusammenarbeit

3.9 Kommunikation

4 Exkurs: Lehrer*innen-Einstellungen und erworbene Kompetenzen zum Thema Mehrsprachigkeit

5 Das voXmi-Schulnetzwerk

5.1 Grundlegendes

5.2 Stellung der Lehrer*innen-Eltern-Zusammenarbeit im Kontext von voXmi

6 Studie: Lehrer*innen-Eltern-Zusammenarbeit im Kontext der Mehrsprachigkeit an einer niedersächsischen Grundschule verglichen mit einer österreichischen voXmi-Schule

6.1 Forschungsinteresse

6.2 Forschungsdesign, Erhebungs- und Auswertungsmethode

6.3 Auswertung der Daten

6.4 Interpretation der Daten

6.4.1 Interview 1: Grundschule in Niedersachsen

6.4.2 Interview 2: Volksschule in Österreich

6.5 Vergleich der beiden Schulen

7 Resümee

Zielsetzung & Forschungsthemen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Eltern an Grundschulen im Kontext von Mehrsprachigkeit. Ziel ist es, die bestehenden Hürden und Möglichkeiten einer gelingenden Kooperation zu identifizieren – insbesondere vor dem Hintergrund eines deutschen Bildungssystems, das oftmals noch stark von monolingualen Strukturen geprägt ist. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei, ob und wie deutschsprachige Grundschulen Kinder und Eltern in einer mehrsprachigen Lebensrealität unterstützen können und inwieweit Konzepte wie das österreichische "voXmi-Schulnetzwerk" als Vorbild für eine inklusive Bildungsstrategie dienen können.

  • Die Relevanz von Elternarbeit und "Parental Involvement" für den schulischen Erfolg.
  • Die Herausforderung sprachlicher Vielfalt und die Problematik der Defizitorientierung.
  • Machtdynamiken und Kommunikation in der Lehrer-Eltern-Beziehung.
  • Der Einfluss migrationsbedingter Mehrsprachigkeit auf das deutsche Bildungssystem.
  • Vergleichende Analyse qualitativer Experteninterviews zur Zusammenarbeit Schule-Elternhaus.

Auszug aus der Arbeit

3.1 Elternarbeit

„Familie und Schule sind die bedeutsamsten Erziehungs- und Sozialisationsinstanzen von Kindern und Jugendlichen. Da Eltern und Lehrer aber nicht unbedingt in ihren Wertorientierungen und Erziehungsvorstellungen übereinstimmen, ist es eigentlich nicht verwunderlich, daß die wechselseitigen Beziehungen zwischen Schülern, Eltern und Lehrern Belastungen ausgesetzt sind“ (Ulich, 1993, S. 2).

Schule ist Ländersache. In Niedersachsen sind die Eltern und die Arbeit mit ihnen im NSchG fest verankert. Elternarbeit ist mit Elternabenden, Elternsprechtagen o. ä. somit durch den Gesetzgeber geregelt und ist in dieser Form bereits seit Mitte des 20. Jahrhunderts Diskursthema (vgl. Keck, 1979, S. 94). Schüler fungieren bei Elternarbeit als Bezugsperson für Lehrkräfte oder Eltern, mittels derer die eine Seite jeweils mit der anderen interagiert. Beide Seiten wollen dabei im Grunde das Bestmögliche für die Schüler. Allerdings kommt es häufig zu den im Zitat erwähnten Belastungen oder aber die Eltern engagieren sich kaum bis gar nicht. Damit Schüler im Laufe der Zeit nicht zwischen zwei Fronten geraten „ist es wichtig, sich zumindest in den Grundzielen abzustimmen“ (Knapp, 2001, S. 8). Mit der Zeit entwickeln sowohl Lehrer als auch Eltern Stereotype vom jeweils anderen. Diese Stereotype können Barrieren sein, die einer erfolgreichen Elternarbeit im Wege stehen. Allerdings spielt auch die Erwartungshaltung der Eltern gegenüber der Schule eine große Rolle.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen der Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem und stellt die zentrale Problematik der oft defizitären Sichtweise auf mehrsprachig aufwachsende Kinder dar.

2 Theoretisches Fundament: Dieses Kapitel klärt grundlegende Begriffe wie Mehrsprachigkeit, Migration und die Unterscheidung von Zweit- und Fremdsprache, um eine Basis für die weitere Analyse zu schaffen.

3 Lehrer*innen-Eltern-Zusammenarbeit: Es werden verschiedene Formen der Kooperation, Machtstrukturen, Kommunikationsmodelle und die spezifischen Herausforderungen im Kontext der Mehrsprachigkeit detailliert erörtert.

4 Exkurs: Lehrer*innen-Einstellungen und erworbene Kompetenzen zum Thema Mehrsprachigkeit: Ein Exkurs, der auf Basis einer qualitativen Studie untersucht, inwieweit das Lehrpersonal auf die Anforderungen einer mehrsprachigen Schülerschaft vorbereitet ist.

5 Das voXmi-Schulnetzwerk: Vorstellung des österreichischen Netzwerks, das als positives Beispiel für sprachsensible Schulkultur dient und die Bedeutung ganzheitlicher Förderkonzepte hervorhebt.

6 Studie: Lehrer*innen-Eltern-Zusammenarbeit im Kontext der Mehrsprachigkeit an einer niedersächsischen Grundschule verglichen mit einer österreichischen voXmi-Schule: Der empirische Hauptteil vergleicht mittels qualitativer Interviews die Praxis einer deutschen Grundschule mit einer österreichischen Schule.

7 Resümee: Das Resümee reflektiert die Ergebnisse der Forschung und mahnt zu bildungspolitischen Veränderungen, um mehrsprachig aufwachsende Kinder effektiver zu unterstützen und soziale Bildungsbenachteiligungen abzubauen.

Schlüsselwörter

Lehrer-Eltern-Zusammenarbeit, Mehrsprachigkeit, Grundschule, Bildungsbenachteiligung, Elternarbeit, Parental Involvement, Migration, Schulkultur, Kommunikation, Inklusion, Sprachförderung, Zweitspracherwerb, Schulnetzwerk, Bildungsstandards, Professionalität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Lehrer-Eltern-Zusammenarbeit an Grundschulen, speziell mit dem Fokus auf die Unterstützung von mehrsprachig aufwachsenden Kindern und den Herausforderungen, die sich hierbei in Deutschland ergeben.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung der Kooperation von Elternhaus und Schule, das Konzept des "Parental Involvement", sowie die Untersuchung von Machtstrukturen und Kommunikationsbarrieren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob Grundschulen die Mehrsprachigkeit als Chance begreifen und wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Eltern gestaltet werden kann, um Bildungsbenachteiligung vorzubeugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine qualitative Forschungsstrategie verfolgt, die neben einer intensiven Literaturanalyse auch leitfadenorientierte Experteninterviews mit Schulleitungen umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Ansätze zur Elternarbeit, die Bedeutung von Sprache im Schulalltag und vergleicht empirisch die Situation an einer deutschen mit einer österreichischen Schule.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Lehrer-Eltern-Zusammenarbeit, Mehrsprachigkeit, Inklusion, Bildungsbenachteiligung, Parental Involvement und Schulkultur.

Was genau ist das voXmi-Schulnetzwerk?

Das voXmi-Netzwerk ist ein österreichisches Bildungsnetzwerk, das Mehrsprachigkeit als Schatz begreift und durch sprachsensiblen Unterricht sowie intensiven Austausch zur Professionalisierung der Lehrkräfte und Einbindung der Eltern beiträgt.

Warum schneiden Kinder mit Migrationshintergrund statistisch oft schlechter ab?

Laut Arbeit liegt das Problem weniger an einer mangelnden Begabung der Kinder, sondern an einem "monolingualen Habitus" des deutschen Schulsystems, das diese Schüler nicht ausreichend in ihrer Erst- und Zweitsprache abholt.

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Details

Titel
Lehrer-Eltern-Zusammenarbeit an Grundschulen effektiv gestalten. Wie kann Elternarbeit zur Förderung mehrsprachig aufwachsender Kinder beitragen?
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta
Note
1,0
Autor
Oliver Eisner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
131
Katalognummer
V1268246
ISBN (PDF)
9783346731760
ISBN (Buch)
9783346731777
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Elternarbeit Mehrsprachigkeit voXmi Bildungssystem Österreich Lehrer-Eltern-Zusammenarbeit Grundschule Migration Deutsch als Zweitsprache mehrsprachig aufwachsendes Kind Parental Involvement
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Oliver Eisner (Autor:in), 2022, Lehrer-Eltern-Zusammenarbeit an Grundschulen effektiv gestalten. Wie kann Elternarbeit zur Förderung mehrsprachig aufwachsender Kinder beitragen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1268246
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