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Johanna von Orleans. Gibt es Zweifel am Märtyrertod?

Titel: Johanna von Orleans. Gibt es Zweifel am Märtyrertod?

Hausarbeit , 2020 , 18 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Caroline Brandt (Autor:in)

Theologie - Sonstiges
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Alte Schriftstücke, die verändert wurden, Dokumente, die nach ihrem Todesdatum ausgestellt wurden, gestohlene Inschriften und Gebeine und eine merkwürdige Unterschrift. Ist Johanna von Orleans wirklich den Märtyrertod auf dem Scheiterhaufen gestorben oder wurde sie gegen eine andere Frau ausgetauscht?

Jeanne d’Arc, Johanna von Orléans, Die Jungfrau von Orléans – die vielen Namen der wahrscheinlich bekanntesten Frau des Mittelalters. Sie war noch fast ein Kind, als sie beschloss, dem vermeintlichen Auftrag Gottes zu folgen und Frankreich zum Sieg und dem König auf den Thron zu verhelfen. Der Mythos, der sich um das Bauernmädchen
rankt, ist tragisch und einmalig in der Geschichte. Die angeblich Gottgesandte, welche als Ketzerin auf dem Scheiterhaufen den Märtyrertod starb, rehabilitiert und heiliggesprochen und damit zum Symbol und zur Nationalheldin Frankreichs wurde. Dafür wurde sie in der Kunst und Kultur noch Jahrhunderte nach ihrem Tod verewigt.

Dramatiker und Lyriker aller Länder und Epochen wie Shakespeare, Brecht, Schiller und Voltaire1 interpretierten das Leben der Jungfrau von Orléans in ihren Texten, unzählige Gemälde und Verfilmungen visualisieren ihre Taten – Jeanne d’Arc fasziniert die Menschen seit über 500 Jahren. Über keine andere Person des Mittelalters gibt es so viel Literatur wie über sie. Im Jahr 2011 veröffentlichte National Geographic die Dokumentationsreihe "Mysterien der Menschheit", welche 16 Folgen umfasst. Im ersten Teil der 12. Folge untersucht der Romanautor Marc Crick die Umstände des Todes der Johanna von Orléans und kommt dabei zu der Annahme, dass sie womöglich gar nicht auf dem Scheiterhaufen
verbrannt worden ist. Er stellt dabei verschiedene Theorien auf, wie sie gegen eine andere Frau ausgetauscht worden und entkommen sein könnte. Sollte er das beweisen können, so sieht Crick darin den Niedergang der französischen
Nationalheldin.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Leben von Johanna von Orléans aus historischer Perspektive

3. Nach dem Tod – Revision, Selig- und Heiligsprechung

4. Gibt es Zweifel am Märtyrertod?

5. Fazit

6. Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Leben und den Mythos von Jeanne d’Arc sowie die wissenschaftliche und historische Fundierung von Zweifeln an ihrem Märtyrertod. Im Zentrum steht dabei die kritische Analyse von modernen Verschwörungstheorien im Vergleich zu gesicherten historischen Quellen über das Handeln, den Prozess und die Hinrichtung der französischen Nationalheldin.

  • Historischer Kontext Frankreichs im 14. und 15. Jahrhundert
  • Die Rolle von Visionen und göttlichem Auftrag im Leben Jeanne d'Arcs
  • Die politische Dimension des Ketzerprozesses und der späteren Revision
  • Kritische Überprüfung moderner Zweifel am Märtyrertod (z. B. Identitätsaustausch)
  • Die symbolische Vereinnahmung von Jeanne d’Arc in Kunst, Politik und Feminismus

Auszug aus dem Buch

Die Hinterfragung der Stimmen

Ob diese Stimme real war oder nur Teil ihrer Einbildung, ist historisch nicht aufklärbar, aber sie wurde von ihnen in ihren Handlungsweisen beeinflusst. Damals war auch weniger die Frage, ob sie diese Stimmen wirklich hörte, sondern eher von wem sie kamen; von Gott oder dem Teufel. Zunächst befahlen ihr die Stimmen fromm zu sein, woraufhin die sonst so temperamentvolle, gesellige und selbstbewusste Jeanne tatsächlich außergewöhnlich fromm wurde. Sie hatte engen Kontakt zu wandernden Bettelmönchen, welche jene drei Heiligen populär machten, die Jeanne später als die Stimmen identifizierte; Der Heilige Michael, die Heilige Katharina von Alexandria und die Heilige Margaret. Letztere kleidete sich in Männerkleidung, schnitt sich das Haar und verließ ihren Ehemann. Von ihr stand eine Statue in der Kirche von Domrémy. Beide Frauen gelten als jungfräulich und als Märtyrerinnen. Die Hinterfragung der Stimmen, welche sie angeblich entsendet hatten, war noch bei den Prozessen von großer Relevanz, denn schließlich konnte sie ebenso im Pakt mit dem Teufel sein. Deswegen wurde untersucht, ob sie nicht auch in magische Praktiken verwickelt war. Dafür gab es zwei wichtige sich überschneidende Phänomene; 1. Die ‚Merlin-Prophezeiung‘, welche besagt, dass eine Jungfrau zur Errettung von Frankreich erscheint und 2. Die Existenz des sogenannten Feenbaums in ihrem Heimatort. Dieser Baum war eine Buche am Rande von Domrémy, die noch bis zum 17. Jahrhundert bestand. Die ‚Merlin-Prophezeiung‘ war eine sehr geläufige Prophezeiung, die besagte, dass eine Jungfrau aus dem Eichenwald zu Rettung Frankreichs erscheinen würde. Dies untermauerte Jeannes Glaubwürdigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den Mythos der Jeanne d'Arc ein und thematisiert moderne Spekulationen über einen möglichen Austausch der historischen Person vor ihrer Hinrichtung.

2. Das Leben von Johanna von Orléans aus historischer Perspektive: Das Kapitel beleuchtet das soziopolitische Umfeld, den Hundertjährigen Krieg sowie die Entstehung und Bedeutung von Jeannes göttlichen Visionen.

3. Nach dem Tod – Revision, Selig- und Heiligsprechung: Hier werden die juristische Aufarbeitung des Ketzerprozesses im 15. Jahrhundert und die spätere politische Instrumentalisierung sowie schließlich die Heiligsprechung Anfang des 20. Jahrhunderts analysiert.

4. Gibt es Zweifel am Märtyrertod?: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit den Thesen des Autors Marc Crick auseinander, der bezweifelt, dass Jeanne d'Arc tatsächlich auf dem Scheiterhaufen starb.

5. Fazit: Das Fazit bewertet die aufgeworfenen Zweifel am Tod Jeannes als historisch unbegründet und ordnet ihre Rolle als Symbolfigur erneut ein.

6. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur historischen Einordnung und mythologischen Betrachtung.

Schlüsselwörter

Jeanne d'Arc, Johanna von Orléans, Märtyrertod, Ketzerprozess, Hundertjähriger Krieg, Revision, Nationalheldin, Mythos, Geschichte Frankreichs, Inquisition, Visionen, Heiligsprechung, Identitätsaustausch, Mittelalter, Symbolfigur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht das Schicksal der Jeanne d'Arc, insbesondere unter dem Aspekt, ob ihre offizielle Hinrichtung historisch zweifelsfrei belegt ist oder Raum für moderne Spekulationen bietet.

Welche Themenfelder stehen dabei im Vordergrund?

Die zentralen Themen sind das historische Umfeld des 15. Jahrhunderts, der Ablauf und die Hintergründe des Ketzerprozesses sowie die Konstruktion von Mythen um eine Nationalheldin.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist die kritische Evaluation der Thesen von Marc Crick, der behauptet, Jeanne d'Arc sei dem Scheiterhaufen entkommen, im Abgleich mit historischen Fakten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Autorin/der Autor nutzt eine historisch-kritische Quellenanalyse, um die Spekulationen moderner Medien und populärwissenschaftlicher Autoren auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung, die juristische Aufklärung des Prozesses und die detaillierte Hinterfragung einzelner Indizien, die gegen den Tod Jeannes auf dem Scheiterhaufen angeführt werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Neben dem Namen der historischen Person sind Begriffe wie Ketzerprozess, Märtyrertod, Revision und politische Instrumentalisierung der Geschichtsschreibung prägend.

Wie bewerten die historischen Quellen die Rolle der Stimmen im Leben von Johanna?

Die Quellen können nicht klären, ob es sich um reale Erfahrungen handelte, betonen aber, dass diese Visionen maßgeblich ihr Handeln und ihre Wahrnehmung durch Zeitgenossen beeinflussten.

Warum wird im Fazit die Heiligsprechung von Jeanne d’Arc in einem politischen Kontext gesehen?

Die Heiligsprechung wird als politische Geste interpretiert, um diplomatische Beziehungen zwischen dem Vatikan und dem laizistischen Frankreich Anfang des 20. Jahrhunderts zu verbessern.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Johanna von Orleans. Gibt es Zweifel am Märtyrertod?
Hochschule
Universität Potsdam
Note
2,3
Autor
Caroline Brandt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
18
Katalognummer
V1268941
ISBN (PDF)
9783346714244
ISBN (Buch)
9783346714251
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Christentum Jeanne D'Arc Johanna von Orleans
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Caroline Brandt (Autor:in), 2020, Johanna von Orleans. Gibt es Zweifel am Märtyrertod?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1268941
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Leseprobe aus  18  Seiten
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