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Die Entwicklung von Identität in Interaktionsprozessen. Unter welchen Bedingungen kommt es in sozialen Interaktionen zu einer Entwicklung der Identität?

Title: Die Entwicklung von Identität in Interaktionsprozessen. Unter welchen Bedingungen kommt es in sozialen Interaktionen zu einer Entwicklung der Identität?

Term Paper (Advanced seminar) , 2019 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Yasin Özden (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die Identität eines Individuums in der Gesellschaft entwickelt. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Bedeutung von sozialen Interaktionen und deren Bedingungen gelegt.

Der erste Teil dieser Arbeit wird sich mit der Identitätstheorie von George Herbert Mead aus seinem Werk "Mind, Self and Society" beschäftigen. Am Anfang soll erläutert werden, wie die Kommunikation zwischen Menschen durch Symbole ermöglicht wird und welchen Stellenwert die Interaktionen von Individuen für die Identitätsentwicklung hat. Im nächsten Schritt werden zwei soziale Phasen unterschieden, die ein Individuum nach Mead durchlaufen muss, um sich in Interaktionen orientieren zu können. Es wird zudem verdeutlicht, welche Aufgaben Individuen in Interaktionssituationen bewältigen müssen, um in diesen Situationen erfolgreich zu handeln und somit eine Identität zu entwickeln. Anschließend wird dargestellt, wie die Einzigartigkeit der Identität aus dessen aktiver Rolle resultiert.

Der zweite Teil dieser Arbeit wird die Entwicklung der Identität nach Lothar Krappmann aus seinem Werk "Soziologische Dimensionen der Identität: strukturelle Bedingungen für die Teilnahme an Interaktionsprozessen" (1969) behandeln. Anfangs soll ausgeführt werden, welches Verhalten von Individuen erforderlich ist, um ihre Identität dauerhaft in Interaktionen darstellen und folglich entwickeln zu können. Daraufhin wird die Zusammensetzung der Identität konkretisiert und es werden die Bedingungen aufgezeigt, die erfüllt werden müssen, um eine stabile Identität dauerhaft aufrechtzuerhalten. Zudem werden aktive und passive Fähigkeiten dargestellt, welche notwendigerweise der Unterstützung der Identitätsentwicklung dienen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Identitätsentwicklung nach George Herbert Mead

2.1 Kommunikation als Bedingung für die Entwicklung von Identität

2.2 Play & Game als Stufen der Identitätsentwicklung

2.3 Das wechselseitige Verhältnis von Me & I

3. Die Identitätsentwicklung nach Lothar Krappmann

3.1 Interaktionen als Bedingung für die Identitätsentwicklung

3.2 Die balancierende Ich-Identität

3.3 Identitätsfördernde Fähigkeiten

4. Die Identitätsentwicklung unter gestörten Interaktionsbedingungen

4.1 Das Interaktionssystem Familie

4.2 Schizophrenie als Kommunikations- und Interaktionsstörung

4.3 Die Wirkung von gestörten Interaktionsbedingungen auf die Identitätsentwicklung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedingungen für die Entwicklung einer stabilen Identität im Kontext sozialer Interaktionen. Im Fokus steht die theoretische Fundierung durch George Herbert Mead und Lothar Krappmann, wobei insbesondere die Rolle der Kommunikation und die Bewältigung von Rollenerwartungen analysiert werden, um zu erklären, unter welchen Voraussetzungen Identität entstehen kann.

  • Grundlagen der Identitätsentwicklung nach George Herbert Mead
  • Strukturtheoretische Ansätze nach Lothar Krappmann
  • Die Bedeutung von symbolischer Kommunikation und Rollenübernahme
  • Herausforderungen für die Identitätsbildung in gestörten Systemen (z.B. bei Schizophrenie)
  • Anforderungen an soziale Interaktionsprozesse zur Identitätsstabilisierung

Auszug aus dem Buch

2.1 Kommunikation als Bedingung für die Entwicklung von Identität

Meads Leitgedanke ist, dass sich der Mensch seine Welt durch symbolische Bedeutungen erschließt. Dies unterscheidet ihn vom Tier, welches instinktiv auf seine Umwelt reagiert. Mead unterscheidet Zeichen, Gesten und Symbolen.

Zeichen sind in ihrer einfachsten Form Sinnesreize, die eine bestimmte Reaktion auslösen. Das ausgelöste Verhalten geschieht instinktiv. Ein Mensch hört beispielsweise einen Blitz einschlagen und erschreckt sich. Bei dieser Form des Zeichens unterscheidet sich die Reaktion zwischen Mensch und Tier kaum, da diese von jeder sozialen Beziehung völlig unabhängig abläuft (vgl. Abels, 1998: S.16).

Als Geste bezeichnet Mead ein Zeichen, „die durch Verhalten zum Ausdruck gebracht werden“ (ebd.: S.16). Die Geste ist eine Haltung, die als Reiz auf ein zweites Individuum wirkt und dabei ein ganz bestimmtes Reaktion auslöst. Gesten haben dabei einen Sinn. „Sinn ist die Verbindung einer Geste mit einer Handlung, die stattgefunden hat und die sie repräsentiert, oder eine Handlung, die von ihr ausgelöst wird“ (ebd.: S.17). Um die Geste besser zu verstehen, kann man sich zwei Hunde vorstellen, die sich gegenseitig anknurren. Das Knurren löst beim zweiten Hund die Reaktion aus, sich ebenfalls in eine Angriffsposition zu begeben. Das Verhalten der Hunde läuft dabei instinktiv ab und löst dabei neue Reaktionen und Gesten aus. Die Geste funktioniert beim kommunizieren zwischen Menschen ähnlich. Der Unterschied ist jedoch, dass es Menschen möglich ist, verzögert auf den Reiz zu reagieren. Diese verzögerte Reaktion, die beim Tier instinktiv passiert, wird beim Menschen durch die Fähigkeit des Denkens ermöglicht. In diesem Denkprozess versucht er die Interaktionssituation zu generalisieren. Das passiert, indem er nach dem Sinn fragt, der mit der Geste ausgedrückt werden soll (vgl. ebd.: S.16ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie sich Identität im Wechselspiel von Individuum und Gesellschaft in sozialen Interaktionsprozessen entwickelt.

2. Die Identitätsentwicklung nach George Herbert Mead: Dieses Kapitel erläutert Meads Theorie der symbolisch vermittelten Kommunikation und das dynamische Verhältnis zwischen den Instanzen Me und I.

3. Die Identitätsentwicklung nach Lothar Krappmann: Krappmanns soziologische Perspektive auf Interaktion wird beleuchtet, wobei der Fokus auf Rollendistanz und der balancierenden Ich-Identität liegt.

4. Die Identitätsentwicklung unter gestörten Interaktionsbedingungen: Das Kapitel analysiert, wie dysfunktionale Familiensysteme, etwa bei Schizophrenie, die Identitätsbildung durch rigide Rollenzuweisungen beeinträchtigen.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Sprache und die Fähigkeit, widersprüchliche Erwartungen zu balancieren, die Grundpfeiler für eine gelungene Identitätsentwicklung darstellen.

Schlüsselwörter

Identität, Identitätsentwicklung, George Herbert Mead, Lothar Krappmann, soziale Interaktion, Kommunikation, Symbol, Signifikantes Symbol, Rolle, Rollenübernahme, Rollendistanz, Ich-Identität, Soziales System, Schizophrenie, Sozialisation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziologischen Grundlagen der Identitätsentwicklung und untersucht, wie Individuen in sozialen Interaktionsprozessen ihre Identität formen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die Theorien von George Herbert Mead zur symbolischen Interaktion, die Ansätze von Lothar Krappmann zur Identitätsbildung sowie die Analyse von gestörten Interaktionssystemen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, unter welchen sozialen Bedingungen und Interaktionsprozessen sich eine Identität entwickeln kann und welche Rolle die Gesellschaft dabei spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse klassischer soziologischer Identitätstheorien und deren Anwendung auf empirisch-theoretische Fallbeispiele (wie etwa schizophrene Interaktionssysteme).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Identitätstheorien von Mead und Krappmann sowie in die Anwendung dieser Konzepte auf gestörte familiäre Interaktionsbedingungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Identität, Interaktion, Symbol, Rollenübernahme, Rollendistanz, Soziale Identität und das Zusammenspiel von Me und I.

Was bedeutet der Begriff "signifikantes Symbol" nach Mead?

Ein signifikantes Symbol ist ein Medium der Kommunikation, da es bei den Interaktionspartnern die gleiche Vorstellung und somit die gleiche Reaktion hervorruft, was Interaktionen vorsehbar macht.

Wie unterscheidet sich Krappmanns "balancierende Ich-Identität"?

Krappmann betont, dass Identität nichts Festes ist. Die balancierende Ich-Identität erfordert, dass das Individuum in jeder Interaktion erneut die Balance zwischen den Erwartungen anderer und den eigenen Bedürfnissen halten muss.

Warum ist Schizophrenie im Kontext dieser Arbeit relevant?

Schizophrenie dient als Beispiel für ein gestörtes Interaktionssystem, in dem die Fähigkeit zur Identitätsbildung durch den Mangel an flexibler Rolleninterpretation und widersprüchliche Erwartungen massiv eingeschränkt ist.

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Details

Title
Die Entwicklung von Identität in Interaktionsprozessen. Unter welchen Bedingungen kommt es in sozialen Interaktionen zu einer Entwicklung der Identität?
College
University of Göttingen  (Soziologie)
Course
Die Klassiker der Soziologie und ihre Theorien
Grade
1,7
Author
Yasin Özden (Author)
Publication Year
2019
Pages
19
Catalog Number
V1270565
ISBN (PDF)
9783346713391
ISBN (Book)
9783346713407
Language
German
Tags
entwicklung identität interaktionsprozessen unter bedingungen interaktionen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yasin Özden (Author), 2019, Die Entwicklung von Identität in Interaktionsprozessen. Unter welchen Bedingungen kommt es in sozialen Interaktionen zu einer Entwicklung der Identität?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1270565
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