Banken haben sich immer weiter zunehmenden Herausforderungen zu stellen. Um diese bestehen zu können, ist eine stetige Optimierung der eigenen Strukturen und Prozesse notwendig. Hohe Chancen verspricht die Automatisierungstechnologie Robotic Process Automation (RPA).
Das Ziel der vorliegenden Abschlussarbeit ist es, die Automatisierungspotenziale mittels RPA in kleinen und mittelgroßen Banken in Deutschland zu untersuchen. Die zugrunde liegenden Forschungsfragen lauten: Wie ist der Stand und die Bereitschaft zum Einsatz von RPA? Welche Herausforderungen gibt es bei der Einführung von RPA und wie lässt sich RPA in Banken umsetzen?
Um diese Forschungsfragen zu beantworten, wurde eine quantitative Studie in Deutschlands Banken durchgeführt. Auf dieser Basis wurden zuvor aufgestellte Hypothesen statistisch überprüft. Darüber hinaus wurde bei einer kleinen Genossenschaftsbank eine Fallstudie durchgeführt. Als Ergebnis wurde eine Scoring-Tabelle zur Identifizierung von RPA-Potenzialen ausgearbeitet. Im Anschluss wurde die Scoring-Tabelle bei den Anweisungen der Bank angewendet. Hieraus wurde eine RPA-Prozesspotenzial-Matrix sowie eine RPA-Prozesspotenzial-Heatmap abgeleitet. Des Weiteren wurden ausgewählte Muster-Use-Cases für die Automatisierung betrachtet.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich auch in kleinen bis mittelgroßen Banken große Potenziale für die Automatisierung mittels RPA verbergen. Besonders in den Kernprozessen der Bank befinden sich die größten Potenziale. Darüber hinaus wird RPA nicht zum Abbau von Personal eingesetzt, sondern zur Steigerung der Mitarbeiterkapazitäten für wertschöpfende Tätigkeiten und Erhöhung der Nettomarktzeit von Beratern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit und Forschungsfragen
1.3 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Banken in Deutschland
2.1.1 Überblick Bankenlandschaft in Deutschland
2.1.2 Aktuelle Herausforderungen
2.2 Robotic Process Automation (RPA)
2.2.1 Definition
2.2.2 Beweggründe für den Einsatz von RPA
2.2.3 Nachteile und Risiken von RPA
2.2.4 RPA-Software im Vergleich
3 Aktueller Forschungsstand und Formulierung von Hypothesen
3.1 Aktueller Forschungsstand
3.2 Formulierung der Hypothesen
4 Empirische Forschung – Quantitativ
4.1 Methodenbegründung
4.2 Durchführung der Umfrage
4.2.1 Aufbau des Fragebogens
4.2.2 Umsetzung der Umfrage
4.3 Ergebnisse und Interpretation der Umfrage
4.3.1 Ergebnisse der Umfrage
4.3.2 Statistische Auswertung der Ergebnisse
4.3.3 Interpretation der Ergebnisse
5 Empirische Forschung – Qualitativ
5.1 Methodenbegründung
5.2 Durchführung der Fallstudie
5.2.1 Fallbeschreibung: Vorstellung des Forschungsobjekts
5.2.2 Entwicklung eines Kriterienkatalogs zur Automatisierung mittels RPA
5.2.3 Identifizierung von Prozessen zur Automatisierung
5.2.4 Muster-Use-Cases für die Automatisierung mit RPA
5.3 Ergebnisse und Interpretation der Fallstudie
6 Handlungsempfehlung
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Automatisierungspotenziale mittels Robotic Process Automation (RPA) speziell für kleine bis mittelgroße Banken in Deutschland zu untersuchen und ein praktisches Handbuch für den Einstieg in RPA-Projekte zu schaffen. Dabei steht die Beantwortung der Forschungsfragen zur Einsatzbereitschaft, den Herausforderungen bei der Einführung sowie der konkreten methodischen Umsetzung in den Instituten im Fokus.
- Analyse der Bankenlandschaft und aktueller Herausforderungen
- Grundlagen und Definitionen zu Robotic Process Automation (RPA)
- Quantitative Untersuchung des Status Quo in deutschen Banken
- Qualitative Fallstudie zur Erstellung eines Kriterienkatalogs
- Entwicklung einer RPA-Prozesspotenzial-Matrix und Heatmap
- Muster-Use-Cases für praxisnahe Bankprozesse
Auszug aus dem Buch
Robotic Process Automation (RPA)
In der Literatur finden sich unzählige verschiedene Definitionen von Robotic Process Automation (RPA). Zur Schaffung eines Überblicks soll im Folgenden auf diverse Definitionen eingegangen werden. Übersetzen lässt sich Robotic Process Automation als robotergestützte Prozessautomatisierung. Doch selbst in Deutschland hat sich der englische Begriff durchgesetzt, weshalb die deutsche Übersetzung in der vorliegenden Thesis nicht verwendet wird.
Das Institute for Robotic Process Automation & Artificial Intelligence (IRPAAI) definiert RPA als die Anwendung einer Technologie, die es den Mitarbeitern eines Unternehmens ermöglicht, eine Software am Computer so zu konfigurieren, dass es bestehende Anwendungen zur Bearbeitung einer Transaktion erfasst und interpretiert, Daten verändert, Reaktionen auslöst und mit anderen digitalen Systemen kommuniziert (IRPAAI, 2019). Van der Aalst et al. (2018, S. 269) beschreiben RPA als einen Oberbegriff für Werkzeuge, die von Menschen durchgeführte Arbeitsschritte auf der Benutzeroberfläche von Computersystemen imitieren. Diese zeichnen sich im Vergleich zu anderen Automatisierungstechnologien dadurch aus, dass das Informationssystem unverändert bleibt (Alexander et al., 2018, S. 13), weshalb sie auch als non invasive Technologien bezeichnet werden (Smeets et al.2019, S. 8). ‚Non invasiv‘ bedeutet in diesem Kontext, dass die Software ‚nicht eindringend‘ ist, weil sie nur auf Basis der bestehenden Benutzeroberfläche arbeitet und nicht das System verändert.
Bei RPA handelt es dabei nicht um physische Maschinen (Smeets et al., 2019, S. 8), sondern um ein Software-Programm, mit dem Software-Roboter programmiert werden können (Langmann & Turi, 2020, S. 5). Das Ziel dieser sogenannten ‚Bots‘ ist es dabei, die Menschen bei der Verrichtung ihrer Arbeit zu unterstützen oder einzelne Tätigkeiten sogar vollständig zu übernehmen (Smeets, et al., 2019, S. 8). Für den Einsatz der RPA-Technologie ist hierbei eine Regelmäßigkeit innerhalb der zu automatisierenden Prozesse von Bedeutung, da diese in der Basistechnologie nicht auf Veränderungen der Aktivitäten innerhalb des Prozesses reagieren kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit der Automatisierung als Reaktion auf Branchenherausforderungen wie Regulierung und Digitalisierungsdruck und formuliert die zentralen Forschungsfragen.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel liefert eine fachliche Basis, indem es die Bankenlandschaft in Deutschland sowie das Konzept, die Funktionsweise und die Potenziale bzw. Risiken von RPA definiert.
3 Aktueller Forschungsstand und Formulierung von Hypothesen: Hier wird der theoretische Kontext um bestehende Studien zur RPA-Implementierung ergänzt und es werden zehn spezifische Hypothesen für die empirische Überprüfung abgeleitet.
4 Empirische Forschung – Quantitativ: In diesem Teil wird die Durchführung und Auswertung einer Online-Umfrage unter Bankmitarbeitern beschrieben, um die aufgestellten Hypothesen statistisch zu prüfen.
5 Empirische Forschung – Qualitativ: Basierend auf einer Fallstudie bei einer Genossenschaftsbank wird ein Kriterienkatalog entwickelt, um RPA-Prozesse identifizierbar und messbar zu machen.
6 Handlungsempfehlung: Dieses Kapitel bietet konkrete Empfehlungen für Banken zur Nutzung von Automatisierungspotenzialen und zum Aufbau eigener Kompetenzen, statt nur auf externe Verbandslösungen zu warten.
7 Fazit und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und mit den ursprünglichen Hypothesen abgeglichen, ergänzt um eine kritische Reflexion des Vorgehens.
Schlüsselwörter
Robotic Process Automation, RPA, Banken, Automatisierung, Prozessmanagement, Digitalisierung, Finanzbranche, Fallstudie, Quantitative Forschung, Qualitative Forschung, Prozesspotenzial, Effizienzsteigerung, Kundenberater, IT-Infrastruktur, Skalierbarkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit?
Die Arbeit untersucht, wie kleine bis mittelgroße Banken in Deutschland Automatisierungspotenziale durch Robotic Process Automation (RPA) identifizieren und nutzen können.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Analyse der deutschen Bankenlandschaft, der theoretischen Grundlagen von RPA, der Durchführung empirischer Studien sowie der Entwicklung eines bewertungsbasierten Prozessmanagements.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Status Quo der RPA-Nutzung zu ermitteln, Herausforderungen aufzuzeigen und ein praktisches Handbuch bzw. einen Kriterienkatalog zur Einschätzung von RPA-Potenzialen bereitzustellen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit verwendet eine Kombination aus Literaturanalyse sowie empirischer Forschung, bestehend aus einer quantitativen Online-Umfrage und einer qualitativen Fallstudie (Mixed-Methods-Ansatz).
Was ist der Kerninhalt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine statistische Überprüfung von zehn Hypothesen mittels der Umfragedaten sowie die praktische Anwendung eines Scoring-Modells und einer Prozess-Heatmap in einer Fallstudie.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Prozessautomatisierung, Banksteuerung, Effizienz, Backoffice-Prozesse und technologische Innovation geprägt.
Warum ist das Thema für kleine Banken besonders relevant?
Kleine Banken stehen vor denselben Herausforderungen wie Großbanken, haben jedoch oft weniger Ressourcen für umfangreiche IT-Transformationen; RPA bietet hier einen kosteneffizienten Einstieg.
Welche Rolle spielt die Fallstudie im Dokument?
Die Fallstudie dient der Operationalisierung der theoretischen Erkenntnisse, indem sie ein konkretes Prozess-Mapping vornimmt und zeigt, wie man Prozesse strukturiert für eine Automatisierung bewertet.
- Arbeit zitieren
- Philipp Zeyen (Autor:in), 2022, Robotic Process Automation. Automatisierungspotenziale für Banken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1271478