Die brutale Unterdrückung des gewaltsam annektierten Osttimors durch das diktatorische Regime Indonesiens mit der Unterstützung von westlich alliierten Industrienationen, gehörte zum Alltag der Zivilbevölkerung während der 24-jährigen indonesischen Besatzungszeit. In der Zeitspanne zwischen der Invasion und der darauffolgenden Annexion starben 200.000 Menschen, dies entspricht etwa einem Drittel der gesamten Bevölkerung Osttimors. Diese Arbeit wird sich mit der Rolle der westlichen Mächte, deren Unterstützung und Mitwirken vor der Invasion, als auch während der Besatzungszeit befassen. Der Fokus liegt besonders auf der Kollaboration Australiens, den USA und Groβbritanniens mit der indonesischen Besatzungsmacht. Dabei stehen der historische Kontext, sowie die militärische Unterstützung, im Mittelpunkt der Abhandlung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Osttimor im Kontext des Kalten Krieges
3. Vorbereitung der Invasion mit westlichem Einverständnis
4. Unterstützung während der Besatzungszeit
5. Militärische Unterstützung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle westlicher Industriestaaten, insbesondere Australiens, der USA und Großbritanniens, bei der Unterdrückung Osttimors durch das indonesische Regime. Ziel ist es aufzuzeigen, wie geopolitische Interessen und strategische Kooperationen die Besatzung und die damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen ermöglichten.
- Rolle westlicher Mächte im Kontext des Ost-West-Konflikts
- Politische und diplomatische Unterstützung der indonesischen Invasion
- Militärische Zusammenarbeit und Waffenlieferungen an Indonesien
- Dokumentation der Menschenrechtsverletzungen während der Besatzungszeit
- Rechtfertigungsstrategien und Propaganda zur Zwangsintegration
Auszug aus dem Buch
3. Vorbereitung der Invasion mit westlichem Einverständnis
Vor der Invasion gab es mehrere Treffen zwischen dem indonesischen Diktator Suharto, hochrangigen Vertretern Indonesiens und westlichen Regierungschefs, die darauf hinwiesen, dass niemand Interesse an einem unabhängigen Osttimor zeigte. Das Treffen in Wonsobo, im September 1974, zwischen Premier Minister Gough Whitlam und dem indonesischen Diktator Suharto ist von besonderer Bedeutung. Jim Audrey beschreibt die Hauptaussagen Whitlams während des Treffens folgendermaßen:
„He stated that East Timor was to small as a territory to be independent and that it would be economically viable as an independent nation.“
Durch die Nelkenrevolution im April 1974 war klar, dass Portugal Osttimor als Kolonie aufgeben wird. Aus diesem Grund trafen sich Suharto und Whitlam einige Monate später, um über die Zukunft Osttimors zu diskutieren. Aus Whitlams Aussage kann man offensichtlich schließen, dass er sich nicht für die erwünschte Unabhängigkeit Osttimors einsetzt und die damit verbundene Unabhängigkeitsbewegung nicht unterstützt. Im Gegenteil, er macht Suharto auf diese Weise deutlich, dass die Integration Osttimors in den indonesischen Staat die beste Lösung sei. Die Argumentation, dass Osttimor zu klein für einen unabhängigen Staat sei, kann nicht ernst genommen werden. Es gibt viel kleinere Staaten, verteilt durch die ganze Welt. Der Zweite Punkte seiner Argumentation, Osttimor sei nicht ökonomisch entwicklungsfähig, ist ebenfalls stark zu kritisieren. Es bedeutet, dass Australien als einzige Industrienation in der nahen Umgebung zu Osttimor, Unterstützung beim Aufbau einer neuen Nation leisten muss. Des Weiteren hat Osttimor ein enormes ökonomisches Potential durch die Erdölvorkommen, die Australien und Indonesien sich bei diesem Treffen untereinander verteilen wollten. Whitlams ablehnende Haltung zur Selbstbestimmung Osttimors ermutigt die indonesische Regierung, die Propaganda- und Destabilisierungskampagne Operasi Komodo, einen Monat nach dem Treffen in Wonsobo, einzuleiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Brutalität der indonesischen Besatzung und definiert den Fokus der Arbeit auf die kollaborative Rolle westlicher Mächte.
2. Osttimor im Kontext des Kalten Krieges: Dieses Kapitel analysiert, wie der Ost-West-Konflikt instrumentalisiert wurde, um eine kommunistische Bedrohung durch die Fretelin vorzutäuschen und die Annexion zu rechtfertigen.
3. Vorbereitung der Invasion mit westlichem Einverständnis: Hier wird anhand diplomatischer Treffen dargelegt, wie westliche Regierungschefs, insbesondere Gough Whitlam, der indonesischen Führung grünes Licht für die Zwangsintegration gaben.
4. Unterstützung während der Besatzungszeit: Das Kapitel belegt die fortlaufende politische Unterstützung trotz Kenntnis über gravierende Menschenrechtsverletzungen und Massaker, wie etwa das Santa-Cruz-Massaker.
5. Militärische Unterstützung: Diese Sektion dokumentiert die massiven Waffenlieferungen und Ausbildungsprogramme westlicher Staaten für das indonesische Militär entgegen bestehender Abkommen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die moralische und politische Mitverantwortung westlicher Regierungen für das Leid der osttimoresischen Bevölkerung zusammen.
Schlüsselwörter
Osttimor, Indonesien, Besatzung, Menschenrechte, Kollaboration, Australien, USA, Großbritanien, Kalter Krieg, Fretelin, Operasi Komodo, Waffenlieferungen, Geopolitik, Unabhängigkeit, Suharto.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Rolle westlicher Staaten bei der Unterstützung der indonesischen Besatzung Osttimors und die damit verbundenen menschenrechtlichen und politischen Konsequenzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die Rolle westlicher Industriestaaten, der historische Kontext des Kalten Krieges, militärische Kooperationen und die Rolle von Propaganda bei der Rechtfertigung der Invasion.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird untersucht, inwiefern westliche Mächte durch ihre politische und militärische Unterstützung die Unterdrückung Osttimors durch das indonesische Regime aktiv ermöglicht und legitimiert haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse historischer Quellen, diplomatischer Treffen und Dokumentationen zu Waffenlieferungen und politischen Unterstützungsprogrammen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in den historischen Kontext des Kalten Krieges, die Vorbereitung der Invasion durch westliche Akteure, die Unterstützung während der Besatzungszeit und die militärische Ausstattung des indonesischen Militärs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Osttimor, Besatzung, Menschenrechtsverletzungen, geopolitische Interessen, Waffenlieferungen und internationale Kollaboration.
Welche Rolle spielte das Treffen in Wonsobo?
Das Treffen von 1974 zwischen dem australischen Premier Minister Whitlam und dem indonesischen Diktator Suharto gilt als entscheidend, da hier die Ablehnung eines unabhängigen Osttimors seitens Australiens deutlich wurde.
Wie bewertet der Autor die Rolle der USA?
Der Autor führt aus, dass die USA über Jahrzehnte hinweg durch Waffenlieferungen, Ausbildung des Militärs und diplomatische Unterstützung die Besatzung durch Indonesien bewusst gefördert haben.
- Arbeit zitieren
- Max Krier (Autor:in), 2007, Osttimor: Unterdrückung und Ausbeutung einer Nation mit westlicher Kooperation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/127258