In den Medien hört man des Öfteren über die angespannte Situation zwischen Taiwan und der Volksrepublik China. Der Kampf zwischen David und Goliath wird propagiert und die eigentlich doch aussichtslose Situation Taiwans wird hervorgehoben. Im Zuge dessen hört man darüber hinaus auch von Menschenrechtsaktivisten, die sich Wünschen, dass die Bundesrepublik Deutschland für die Seite Taiwans stark machen soll. Diese Wünsche werden allerdings mit dem Verweis auf die Ein-China Politik abgewiegelt. Dieses Verhalten führte zu der Frage, wie sich die Sonderstellung Taiwans entwickelte und was die Folgen dieser Sonderstellung sein könnten. Um diese Frage beantworten zu können, werde ich im Verlauf dieser Ausarbeitung zuerst auf den geschichtlichen Aspekt eingehen. Durch die Darlegung des chinesischen Bürgerkrieges soll gezeigt werden, wie sich der derzeitige „Status Quo“ herausbilden sollte. Danach wird ein kurzer Blick auf die Entwicklung der VRC unter Mao gezogen, damit die geschichtliche Entwicklung der VRC mit der Entwicklung des Taiwanesischen Gebietes verglichen werden kann. Im nächsten Schritt wird danach die Herausbildung der Demokratie in der RC beschrieben, sowie der wirtschaftliche Aufschwung des Gebietes. Nachdem dieser Schritt vollzogen wurde, wird die Entwicklung der VRC nach dem Tod Maos herausgebildet und einige Grundzüge der chinesischen Innenpolitik beleuchtet. Dieser wird durch einen kurzen Exkurs in die Wirtschaftspolitik flankiert, ehe ich mich der Außenpolitik zuwende. Da das Gebiet der Außenpolitik sehr vielfältig ist, werde ich mich dabei vor allem auf die Aspekte beziehen, die im Bezug auf das Verhältnis zwischen der RC und der VRC von Bedeutung sind. Der kurzen Darlegung des politischen System Hongkongs folgt dann die Reflexion des Themengebietes. Im ersten Schritt wird dabei die Herausbildung des Sonderstatus beantwortet. Danach wird der derzeitige „Status Quo“ beleuchtet und die Konfliktpotentiale werden beleuchtet. Dies führt dann zu einer abschließenden Betrachtung der Erkenntnisse und schlussendlich zum Fazit der Ausarbeitung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Chinesischer Bürgerkrieg
2.1 Der 2. Chinesisch-Japanische Krieg
2.2 Das Ende des Bürgerkriegs
2.3 Die Festigung der Volksrepublik China unter Mao Zedong
3 Taiwan
3.1 Taiwanesische Geschichte
3.2 Demokratisierungsprozesse
3.3 Ökonomische Entwicklung
4 Entwicklung der Volksrepublik China
4.1 Grundzüge der chinesischen Innenpolitik
4.1.1 Überwachungen und Menschenrechtsverletzungen
4.2 Chinas Außenpolitik
4.2.1 Hongkong - Ein Land, Zwei Systeme
5 Reflexion
5.1 „Status Quo“ zwischen der RC und der VRC
5.2 Konfliktpotentiale
5.3 Erkenntnisse
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die daraus resultierende politische Sonderstellung Taiwans im Verhältnis zur Volksrepublik China sowie die möglichen Folgen dieser Konstellation. Dabei wird analysiert, wie sich die unterschiedlichen politischen Systeme entwickelt haben und welche Faktoren den aktuellen „Status Quo“ sowie bestehende Konfliktpotentiale prägen.
- Geschichtliche Analyse des Chinesischen Bürgerkriegs und seiner Auswirkungen.
- Untersuchung der Demokratisierungsprozesse und der ökonomischen Entwicklung Taiwans.
- Darlegung der Innen- und Außenpolitik der Volksrepublik China inklusive der Überwachungsthematik.
- Analyse des Modells „Ein Land, Zwei Systeme“ am Beispiel Hongkongs.
- Betrachtung der aktuellen Spannungen und Konfliktpotentiale zwischen der RC und der VRC.
Auszug aus dem Buch
2.1 Der 2. Chinesisch-Japanische Krieg
Während des anhaltenden Bürgerkrieges begann Japan im Jahr 1932 mit der Invasion der Mandschurei und anderer Chinesischer Gebiete, dies wurde von Chiang Kai-shek unbeantwortet zur Kenntnis genommen. Er stufte den Krieg gegen die KPCh als wichtiger ein (vgl. ebd.: S.317). Erst nachdem japanische Truppen 1937 große Teile der Küstengebiete und des Nordens einnahmen (vgl. Hartmann 2006: 38), entschied sich Chiang Kai-shek, nach starken Druck aus der KMT zu einem Bündnis mit der KPCh (vgl. Bajohr 2014: 319.). Im Zuge der Annäherung der beiden Parteien wurde eine gemeinsame Front zu Bekämpfung der japanischen Invasoren geschmiedet.
Die diplomatischen Beziehungen zur UdSSR wurden ebenfalls wieder aufgenommen und die KMT wurde bis 1941 mit Sowjetischen Waffen beliefert und erhielt, durch den Einsatz sowjetischer Kampfflieger, Unterstützung bei der Bekämpfung der Japaner (ebd.:319 f.). Die KMT nahm bereits 1939 den Kampf gegen die KPCh erneut auf, um die Ausdehnung des Einflussgebietes der KPCh zu verhindern (ebd.). Dieses führte dazu, dass viele gut ausgebildete Truppen abgezogen wurden, um den Kampf gegen die KPCh zu forcieren. Darüber hinaus nahm die Kampfkraft der chinesischen Truppen um ein Vielfaches ab und die KPCh musste große Verluste hinnehmen (ebd.:320).
Die KPCh konnte allerdings große Sympathien innerhalb der Bevölkerung erlangen, da sie starken Widerstand gegenüber den Japanern leisteten und sich auch in der Behandlung der Bevölkerung stark positiv von den Japanischen-, aber auch den Regierungstruppen abhob (vgl. Hartmann 2006: 38). Folglich zerbrach die vorher gebildete Einheitsfront zwischen der KMT und der KPCh am 13.1.1941 (vgl. Bajohr 2014: 320). Durch den Kriegseintritt der USA wurde allerdings absehbar, dass die japanischen Truppen ihre Einflussgebiete in China nicht halten würden können und diese wieder an die chinesische Regierung zurückfallen würden (ebd.:320). Chiang Kai-shek lehnte auch während dieser Zeit die Forderungen der US-Führung ab, sich stärker am Krieg gegen die Japaner zu beteiligen und damit ein schnelleres Kriegsende herbeizuführen (vgl. Hartmann 2006: 39).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die angespannte politische Lage zwischen Taiwan und der Volksrepublik China ein und umreißt die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2 Chinesischer Bürgerkrieg: Das Kapitel betrachtet die historischen Hintergründe Chinas im frühen 20. Jahrhundert, den Aufstieg der KMT und KPCh sowie den Verlauf des Bürgerkriegs und die Machtübernahme Mao Zedongs.
3 Taiwan: Hier wird die Entwicklung der Republik China (Taiwan) beleuchtet, inklusive der Geschichte, des Wandels zur Demokratie und der erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung.
4 Entwicklung der Volksrepublik China: Das Kapitel analysiert die innenpolitischen Grundzüge und die Außenpolitik Chinas, insbesondere unter dem Fokus der modernen Transformation und der Überwachungspolitik.
5 Reflexion: In dieser Reflexion werden die unterschiedlichen Entwicklungen gegenübergestellt und der aktuelle Status Quo sowie die Konfliktpotentiale zwischen beiden Akteuren analysiert.
6 Fazit: Das Fazit stellt zusammenfassend fest, dass der Status Quo politisch hochkomplex ist und die taiwanesische Bevölkerung sowie Regierung nicht bereit sind, ihre demokratischen Werte freiwillig aufzugeben.
Schlüsselwörter
Taiwan, Volksrepublik China, KPCh, KMT, Chinesischer Bürgerkrieg, Demokratisierung, Wirtschaftsentwicklung, Ein-China Politik, Menschenrechte, Überwachung, Hongkong, Status Quo, Sicherheitsgesetz, Außenpolitik, Souveränität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen und politischen Entwicklung der Sonderstellung Taiwans im Vergleich zur Volksrepublik China und den daraus resultierenden Spannungsfeldern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den zentralen Themen gehören die Ursachen des Chinesischen Bürgerkriegs, der Demokratisierungsprozess auf Taiwan, Chinas Innen- und Außenpolitik sowie die Herausforderungen des Modells „Ein Land, Zwei Systeme“.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, wie sich die Sonderstellung Taiwans historisch entwickelt hat und welche Folgen diese Stellung für die zukünftige Stabilität zwischen den beiden Gebieten haben könnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse und dem Vergleich historischer sowie politischer Entwicklungen basierend auf einer fundierten Literaturrecherche.
Welche Inhalte umfasst der Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse des Bürgerkriegs, die Untersuchung der Entwicklung Taiwans und der Volksrepublik China sowie eine Reflexion der aktuellen Konfliktpotentiale.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Taiwan, Volksrepublik China, Demokratisierung, Ein-China Politik, Souveränität und politische Repression charakterisiert.
Inwieweit spielt das Beispiel Hongkong eine Rolle?
Hongkong dient als praktisches Fallbeispiel für die Strategie „Ein Land, Zwei Systeme“, um aufzuzeigen, wie Autonomieversprechen der VRC in der Realität umgesetzt oder eingeschränkt werden.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der USA im Taiwan-Konflikt?
Die Arbeit hebt die Rolle der USA als wichtigen militärischen sowie diplomatischen Partner Taiwans hervor, der einerseits als Schutzmacht fungiert und andererseits direkte Auswirkungen auf das diplomatische Verhältnis zur VRC hat.
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- Anonym (Author), 2021, Die Sonderstellung Taiwans und seine Folgen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1276722