Diskutiert werden soll im Folgenden, inwieweit das Digital Storytelling besondere Möglichkeiten der Differenzierung im Fremdsprachenunterricht bieten kann. Dabei wird insbesondere der spanische Fremdsprachenunterricht ins Blickfeld genommen.
Zunächst wird kontrastiert, wie sich Digitalisierung im Fremdsprachenunterricht zurzeit darstellt und wie sich jene grundsätzlich darstellen könnte. Einem deduktiven Aufbau folgend wird dann speziell das Digital Storytelling und damit einhergehend die Narrativität fokussiert und definiert. Auf Grundlage dessen werden im Anschluss eine mögliche Etablierung und Differenzierungsmöglichkeiten im Fremdsprachenunterricht begründet. Danach wird abschließend ein Fazit formuliert.
Aus motivationaler Betrachtungsweise hat die Digitalisierung also enorme Chancen. Um zu überprüfen, ob die Methodik dafür geeignet ist, allen Schülerinnen und Schülern eine angemessene Lernplattform zu bieten, soll sie in Bezug auf ihr Spektrum an Differenzierungsmöglichkeiten analysiert werden. Hierbei wird auf das Digital Storytelling zurückgegriffen, welches vorsieht, unter Rückgriff auf digitale Medien Kurzgeschichten zu erzählen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Digitalisierung im Fremdsprachenunterricht
3. Digital Storytelling
3.1. Was ist Digital Storytelling?
3.2. Was ist Narrativität?
3.2.1. Funktionen des Erzählens
3.2.2. Dimensionen des Erzählens
4. Das didaktische Potenzial des Digital Storytellings für den Fremdsprachenunterricht
4.1. Lerntheoretische Begründung
4.2. Lebensweltbezug
4.3. Kompetenzorientierung
5. Differenzierungsmöglichkeiten
5.1. Anwendungsdifferenzierung
5.1.1. Lehrkraft
5.1.2. Schüler und Schülerinnen
5.2. Neigungsdifferenzierung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Digital Storytelling als methodisches Werkzeug zur Differenzierung im Spanisch-Fremdsprachenunterricht, um der Heterogenität der Schülerschaft effektiv zu begegnen.
- Digitalisierung im Fremdsprachenunterricht
- Grundlagen des Digital Storytellings und der Narrativität
- Didaktische Potenziale und Kompetenzorientierung
- Differenzierungsstrategien (Anwendung und Neigung)
Auszug aus dem Buch
3.1. Was ist Digital Storytelling?
Digital Storytelling beschreibt [die] Wiedergabe von (komplexen) Inhalten in Form einer Geschichte, wobei die unterschiedlichen Elemente der Geschichte (Text, Bild, Ton, Bewegtbild etc.) dabei so verwoben werden, dass die Inhalte für den Leser bzw. die Leserin noch emotionaler dargestellt und damit greifbarer werden.8
Digital Storytelling bezeichnet das Erzählen von Geschichten mithilfe von digitalen Medien. Dies kann man sich wie die Konstruktion eines Mosaiks vorstellen: Zunächst ist das Themavorhanden, welches näher gebracht werden soll. Anhand dessen werden Programme hinzugezogen, um die Thematik mit Bildern oder realen Fotos, Ton in Form von Stimmen oder Musik zu unterfüttern. Auch einzelne Videoclips oder schriftliche Sprache können eingefügt werden. Limitationen gibt es nicht, vielmehr ist es wichtig, dass ein kohärenter Sinn in Form einer zusammenhängenden Erzählung transportiert wird.
Als die Begründer des Digital Storytellings gelten Ken Burns9, Dana Atchley10, Joe Lambert11 und Daniel Meadows12. Bereits 1990 wurde die Methode verwendet: Ken Burns veröffentlichte den Dokumentarfilm ‚Civil War‘. In diesem nahm er Gebrauch von Bildanimationen. Später wurde die Impression des ‚bewegten‘ Bildes als ‚Ken Burns-Effekt‘ betitelt. Ab 2000 wurde das Digital Storytelling schließlich über Meadows in Europa verbreitet.13
Durchschnittlich haben die Videos eine Länge von zwei bis drei Minuten, da in dieser Zeitspanne ein gutes Behaltensvermögen garantiert ist. Der Sinn des Digital Storytellings versteht sich nicht als passive Rezeption, sondern vielmehr als die Vermittlung von Erfahrungen und Perspektiven, welche eine Reflexion des Gesehenen im Rezipienten bewirkt. Produzent und Rezipient können darauf in einen Dialog treten und sich austauschen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen der Heterogenität im Fremdsprachenunterricht und stellt das Digital Storytelling als methodischen Ansatz zur Differenzierung vor.
2. Digitalisierung im Fremdsprachenunterricht: Dieses Kapitel kontrastiert die aktuelle Nutzung digitaler Medien mit den Möglichkeiten eines modernen, schülerzentrierten Unterrichts.
3. Digital Storytelling: Es erfolgt eine Definition des Begriffs Digital Storytelling sowie eine theoretische Auseinandersetzung mit den Aspekten der Narrativität, ihrer Funktionen und Dimensionen.
4. Das didaktische Potenzial des Digital Storytellings für den Fremdsprachenunterricht: Hier wird der Mehrwert der Methode durch die Verknüpfung von lerntheoretischen Aspekten, Lebensweltbezug und Kompetenzorientierung begründet.
5. Differenzierungsmöglichkeiten: Unterscheidung zwischen verschiedenen Formen der Differenzierung, insbesondere der Anwendungs- und Neigungsdifferenzierung im Unterricht.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung des Mehrwerts von Digital Storytelling und formuliert Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung im Schulalltag.
Schlüsselwörter
Digital Storytelling, Fremdsprachenunterricht, Differenzierung, Heterogenität, Medienkompetenz, Narrativität, Spanischunterricht, Kompetenzorientierung, Digitalisierung, Lebensweltbezug, interkulturelle Kommunikation, Schülerschaft, Lernplattform, Scaffolding, Unterrichtsmethodik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, inwieweit die Methode des Digital Storytellings besondere Chancen bietet, um im Spanisch-Fremdsprachenunterricht auf die heterogenen Voraussetzungen der Lernenden einzugehen und Differenzierung zu ermöglichen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Digitalisierung im Unterricht, die Definition von Narrativität, die didaktische Einbettung von Medien sowie konkrete Strategien zur Binnendifferenzierung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den Mehrwert von Digital Storytelling als Instrument zur Förderung verschiedener Kompetenzen und zur effektiven Binnendifferenzierung im Fremdsprachenunterricht zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit folgt einem deduktiven Aufbau, basierend auf einer literaturgestützten Analyse von Konzepten aus der Digitalisierungsforschung, Medienpädagogik und Erzähltheorie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Digital Storytellings, die Darstellung seines didaktischen Potenzials und die ausführliche Erläuterung von Anwendungs- und Neigungsdifferenzierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind die Begriffe Digital Storytelling, Differenzierung, Fremdsprachenunterricht, Medienkompetenz und Kompetenzorientierung.
Inwiefern beeinflusst das Alter oder die Lerngruppe die Anwendung?
Die Arbeit betont, dass Jugendliche als 'digital natives' bereits eine hohe Medienexpertise besitzen, die Lehrkräfte durch gezielte, anspruchsvolle Aufgabenstellungen nutzen können, um unterschiedliche Lernniveaus abzuholen.
Welche technischen Voraussetzungen sind zwingend erforderlich?
Eine Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Einsatz ist eine gesicherte Verfügbarkeit digitaler Medien in der Schule sowie technisches Know-how auf Seiten der Lehrkräfte.
Kann Digital Storytelling auch außerhalb des Unterrichts stattfinden?
Ja, durch die Pluralisierung der Lernorte können Schülerinnen und Schüler ihre Projekte flexibel auch an außerschulischen Orten wie zu Hause oder in Bibliotheken bearbeiten.
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- Anonym (Autor:in), 2020, Differenzierung im Fremdsprachenunterricht mit Digital Storytelling, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1280373