Diese wissenschaftliche Hausarbeit hat das Ziel, eine linguistische und didaktische Analyse der Textgattung Gedichte zu liefern.
Zu diesem Zweck wird das Gedicht "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" von Theodor Fontane aus dem Jahre 1889 detailliert in seiner Semantik untersucht. Die Semantik beschäftigt sich mit der Bedeutung der Sprache.
Um in dieser Hausarbeit analysieren zu können, ob und wieso das Gedicht "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" von Theodor Fontane nach wie vor relevant für den Unterricht in der Grundschule ist, müssen zunächst die grundlegenden Begriffe definiert werden.
Da es sich bei der Analyse um eine linguistische Analyse handelt, ist eine Definition des Textes aus linguistischer Sicht sehr sinnreich. Ein Text wird in “Duden - Die Grammatik” als ein "komplexes sprachliches Zeichen, das von den Kommunizierenden zusammenhängend codiert bzw. decodiert wird", charakterisiert. Dabei werden von Leser und Schreiber syntaktische, semantische und pragmatische Regeln befolgt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition grundlegender Begriffe
2.1 Was ist ein Text?
2.2 Was ist ein literarischer Text?
2.3 Was ist ein Gedicht?
2.4 Was ist ein Kindergedicht?
3 Linguistische Analyse von “Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland”
3.1 Stilistischer Aufbau
3.2 Inhaltliche Interpretation
3.3 Analyse
4 Didaktische Analyse mit Bezug auf das Gedicht “Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland”
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine linguistische und didaktische Analyse der Textgattung „Gedichte“ durchzuführen, wobei das Werk „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ von Theodor Fontane als exemplarisches Fallbeispiel dient, um dessen fachliche Relevanz für den zeitgenössischen Deutschunterricht an Grundschulen zu untersuchen.
- Begriffsbestimmung von Texten, literarischen Texten sowie Lyrik unter Berücksichtigung von Kindergedichten
- Stilistische Untersuchung und inhaltliche Analyse der Fontane-Ballade
- Einordnung des Werks in seine literarhistorische Epoche
- Didaktische Reflexion zur Vermittlungskompetenz im Grundschulkontext
Auszug aus dem Buch
3.3 Analyse
Im Folgenden wird das Gedicht “Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland” in Bezug auf seine sprachliche Gestaltung analysiert. Zu diesem Zweck werden auch die vorkommenden sprachlichen Mittel untersucht. Ein Autor “kann die sprachlichen Mittel zu ganz eigenen Zwecken der Formgebung nutzen, die eine eindeutige Verständigung zugunsten eines Sinnüberschusses zurückstellt und Eindeutigkeit durch vielfältige Deutbarkeit in unterschiedlichen Perspektiven ersetzt” (Hoffmann 2014b, S.1). Wird also ein bestimmter Stil angestrebt, so basiert dieser auf der Konstellation sprachlicher Mittel (vgl. Hoffmann 2014b, S.2).
Die erste Strophe handelt von Herrn von Ribbecks Großmütigkeit und seinem Verhalten gegenüber den Kindern. Die zweite Strophe hingegen thematisiert seinen Tod, während es in der dritten und vierten Strophe um die Folgen seines Todes und um seine Hinterlassenschaft geht. Im Hinblick auf die sprachliche Gestaltung lässt sich allerdings eine Verbindung zwischen der ersten und vierten Strophe, sowie der zweiten und dritten Strophe herstellen.
Strophe eins und vier weisen einen nahezu identischen Aufbau der Wortwahl, der Handlung und der Gliederung auf. Des Weiteren sind sie beide im Dialekt verfasst. Dialekte sind ein Faktor verschiedener Stilkonzepte und gehören zu den sozialen Stilen (vgl. Hoffmann 2014b, S.1). In der vorliegenden Ballade verdeutlicht er die Verbundenheit zwischen dem Volk und Herrn von Ribbeck (vgl. Kreitling 2009). Der bedeutsame Unterschied zwischen der ersten und vierten Strophe ist hingegen der Wechsel des Personalpronomens “er” zu “es” (vgl. V.8-9 und V.38-39). Das “er” bezieht sich in diesem Fall auf den alten Herrn von Ribbeck, welches nach seinem Tod durch das “es” ersetzt wird. Dadurch und durch den Erhalt des Aufbaus wird verdeutlicht, dass der Gutsbesitzer durch sein Vermächtnis auch nach seinem Ableben weiterhin präsent ist. Die Wiederholung des Satzes “Wiste ‘ne Beer?” (vgl. V.8 und 38), welcher erst von Herrn von Ribbeck selbst gesagt wird und dann als Geflüster im Baum auf seinem Grab zu hören ist, unterstreicht diese Theorie. Zudem lässt sich aus Strophe eins und vier, durch ihren nahezu identischen Aufbau, ein Rahmen bilden, auf welchen im weiteren Verlauf der Analyse nochmal genauer eingegangen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Hausarbeit ab und formuliert das Ziel, das Gedicht von Theodor Fontane linguistisch und didaktisch zu untersuchen.
2 Definition grundlegender Begriffe: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen zu Text, Literatur, Lyrik und Kindergedicht als Basis für die weitere Analyse erarbeitet.
3 Linguistische Analyse von “Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland”: Die Ballade wird hinsichtlich ihres stilistischen Aufbaus, ihrer inhaltlichen Bedeutung und ihrer spezifischen sprachlichen Mittel untersucht.
4 Didaktische Analyse mit Bezug auf das Gedicht “Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland”: Dieses Kapitel überträgt die Analyseergebnisse in den Kontext der Grundschulpädagogik und betrachtet erwerbbare Kompetenzen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die anhaltende Relevanz des Gedichts für den Grundschulunterricht.
Schlüsselwörter
Grundschule, Lyrik, Gedichtanalyse, Literaturtheorie, Theodor Fontane, Herr von Ribbeck, Ballade, Sprachwissenschaft, Didaktik, Semantik, Kohärenz, Kohäsion, Kindergedicht, Stilistik, Realismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit widmet sich der linguistischen und didaktischen Untersuchung des Gedichts „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ von Theodor Fontane.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Neben der Definition lyrischer Grundlagen stehen die sprachliche Analyse (Stil, Aufbau, Semantik) und die didaktische Einordnung für den Grundschulunterricht im Zentrum.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll geklärt werden, ob das genannte Gedicht angesichts seiner sprachlichen Beschaffenheit heute noch eine Relevanz für den Unterricht in der Grundschule besitzt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische linguistische Analyse ergänzt durch eine didaktische Reflexion, die bekannte Literaturtheorien und Lehrplananforderungen in Beziehung setzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine detaillierte sprachliche Untersuchung der Fontane-Ballade und eine daran anknüpfende didaktische Analyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Grundschule, Lyrik, Didaktik, Fontane und linguistische Analyse geprägt.
Wie unterscheidet sich der auktoriale Erzähler in der Ballade?
Der auktoriale Erzähler kennt die Gedanken und Gefühle aller Figuren und blickt von außen auf das Geschehen, was die Geschichte für den Leser zugänglicher macht.
Warum wird im Fazit von einem didaktischen Mehrwert gesprochen?
Der Mehrwert ergibt sich aus der hohen Sprachverständlichkeit, den vielfältigen Anknüpfungspunkten für Kompetenzerwerb und dem spielerischen Umgang mit Sprachmitteln in der Ballade.
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- Anonym (Autor:in), 2022, Analyse literarischer Texte in der Grundschule: Gedichte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1280677