Anfang der 90er Jahre schwappte aus Asien die "Lean Management Welle" herüber und löste geradezu eine Euphorie in westlichen Unternehmen aus. Viele Unternehmen, die auch heute noch immer nach den traditionellen Management-Methoden arbeiten, haben versucht Teile des Lean Managements in ihren Unternehmen aufzunehmen, obwohl dieses laut seiner Philosophie nur als Gesamtheit wirkungsvoll durchgesetzt werden kann. Daher sind einige der Denk- und Wertehaltungen des Lean-Managements vielen bereits bekannt.
Diese Arbeit hat das Ziel einen Gesamtzusammenhang herzustellen und dabei vor allem, gemäß des Titels, die Veränderungen im Rahmen der Arbeitsorganisation und der beruflichen Sozialisation eingehender zu analysieren. Dazu sollen zu Beginn die klassischen Organisationskonzepte dargestellt werden, um dann ausgehend von den Veränderungen in der Automobilindustrie, das Konzept des Lean Managements näher zu beleuchten. Zur Abrundung soll in einem weiteren Kapitel auf die aktuellen Trends in der Arbeitsorganisation eingegangen werden. Abschließend wird im Fazit kritisch zu aktuellen Entwicklungen in der Wirtschaft Stellung genommen, die nur scheinbar den Prinzipien des Lean Management folgen.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Klassische Organisationskonzepte
II.1 Taylorismus
II.2 Fordismus
III Veränderungen in der Automobilindustrie (USA vs. Japan)
IV Lean Management
IV.1 Definitorische Abgrenzung
IV.2 Grundstrategien / Arbeitsprinzipien
IV.3 Möglichkeiten und Grenzen
IV.4 Vergleich des Fordismus mit dem Lean Management
IV.5 Veränderungen der beruflichen Sozialisation
V Aktuelle Trends in der Arbeitsorganisation
V.1 KVP
V.2 Kaizen
V.3 JIT
V.4 Simultaneous Engineering
VI Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den Gesamtzusammenhang des Wandels in der Arbeitsorganisation und der beruflichen Sozialisation darzustellen. Dabei wird analysiert, wie sich Unternehmen von klassischen Konzepten wie dem Taylorismus und Fordismus hin zum Lean Management entwickelt haben und welche Auswirkungen dies auf die betrieblichen Abläufe und die Anforderungen an die Mitarbeiter hat.
- Historische Entwicklung von Organisationskonzepten (Taylorismus/Fordismus)
- Analyse des Lean Management Konzepts und seiner Erfolgsfaktoren
- Vergleich westlicher und japanischer Produktionsmethoden
- Wandel der Anforderungen an die berufliche Sozialisation
- Diskussion aktueller Management-Trends wie KVP, Kaizen und JIT
Auszug aus dem Buch
(1) Gruppe, Team
Die MIT-Studie legt offen, dass „das dynamische Arbeitsteam […] sich als das Herz der schlanken Fabrik entpuppt“7. Dabei liegen die Hauptvorteile in der Teamarbeit, im ganzheitlicheren Ansatz der Gruppe, im flexibleren Reaktionsvermögen auf schwankende Arbeitsbelastung und im erhöhten Druck, aber auch erhöhter Leistungsfreude. Insbesondere der Leistungsdruck diente vielen Kritikern als Steilvorlage: „Skeptiker mahnen den endgültigen Nachweis der Überlegenheit von Gruppenarbeit gegenüber der arbeitsteiligen Fließfertigung an.“8 Dieser wurde jedoch zumindest für die Gruppenarbeit in Kombination mit den anderen Grundstrategien des Lean Managements durch die Vergleiche des japanischen mit dem westlichen System bereits erbracht.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Diese Einleitung stellt die Entwicklung des Lean Managements vor und formuliert das Ziel der Arbeit, den Wandel der Arbeitsorganisation und der beruflichen Sozialisation zu analysieren.
II Klassische Organisationskonzepte: Es werden die Grundlagen des Taylorismus und des Fordismus als Ausgangspunkte der betrieblichen Organisation dargestellt.
III Veränderungen in der Automobilindustrie (USA vs. Japan): Dieses Kapitel beleuchtet den Wettbewerb und die Veränderungen, die durch japanische Managementansätze in der Automobilbranche eingeleitet wurden.
IV Lean Management: Hier werden Definitionen, Arbeitsprinzipien, Chancen, Risiken sowie der Vergleich zum Fordismus und die Auswirkungen auf die Sozialisation detailliert untersucht.
V Aktuelle Trends in der Arbeitsorganisation: Es folgt ein Überblick über moderne Konzepte wie KVP, Kaizen, JIT und Simultaneous Engineering als Weiterentwicklungen schlanker Organisation.
VI Fazit: Das Fazit bewertet kritisch, wie Unternehmen Lean Management implementieren und warnt vor einem reinen Abbau von Personal als falscher Interpretation dieser Philosophie.
Schlüsselwörter
Arbeitsorganisation, berufliche Sozialisation, Lean Management, Taylorismus, Fordismus, KVP, Kaizen, Just in Time, Simultaneous Engineering, Automobilindustrie, Wertschöpfungskette, Teamarbeit, Prozessorientierung, betriebliche Effizienz, Mitarbeiterverantwortung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Wandel betrieblicher Organisationskonzepte im Laufe des 20. Jahrhunderts, mit einem Fokus auf den Übergang vom klassischen Taylorismus und Fordismus hin zum Lean Management.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen historische Organisationslehren, die japanischen Managementmethoden, Prozessoptimierungen in der Produktion sowie der Einfluss dieser Veränderungen auf das Arbeitsleben und die Mitarbeiter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Gesamtzusammenhang zwischen technischer Arbeitsorganisation und der damit verbundenen beruflichen Sozialisation zu verdeutlichen und kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse, die auf Studien wie der MIT-Studie zur Automobilindustrie sowie theoretischen Grundlagenwerken zu Lean Management und Organisationslehre basiert.
Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der klassischen Ansätze, den Vergleich zwischen US-amerikanischen und japanischen Methoden, eine detaillierte Erläuterung der Lean-Management-Prinzipien sowie einen Ausblick auf moderne Trends wie KVP und JIT.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind die Begriffe Lean Management, Sozialisation, Wertschöpfungskette, Teamarbeit und die kontinuierliche Verbesserung.
Warum wird der Fordismus dem Lean Management gegenübergestellt?
Der Vergleich dient dazu, die fundamentalen Unterschiede in der Qualifikationsanforderung, der Arbeitsstruktur und der Einstellung zur Qualität sowie zur Flexibilität aufzuzeigen.
Wie bewertet der Autor den aktuellen Umgang mit Lean-Methoden?
Der Autor warnt davor, Lean Management als reines Werkzeug zum Personalabbau zu nutzen, und betont, dass soziale Verträglichkeit und ganzheitliches Verständnis der Grundgedanken essenziell sind.
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- Jörg Kotzenbauer (Author), 2002, Wandel der Arbeitsorganisation und beruflichen Sozialisation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128086