In dieser Arbeit wird der Fokus auf die kalkulatorischen Kosten innerhalb der Kostenartenrechnung als eines von drei Teilgebieten der Kosten- und Leistungsrechnungen gelegt. Kalkulatorische Kosten kommen ausschließlich in der Kostenrechnung vor und helfen dem Unternehmen bei der der Ermittlung des tatsächlichen Werteverzehrs. Das betriebliche Rechnungswesen ist ein bedeutender Bestandteil der Betriebswirtschaftslehre und besteht aus den Teilbereichen des externen und internen Rechnungswesen, der Statistik und der Planungsrechnung.
Es dient dem Zweck, dem Unternehmen bei zukunftsorientierten Entscheidungsprozessen zu unterstützen, Geld-.und Güterströme zu dokumentieren und Außenstehenden wie dem Finanzamt oder Banken Rechenschaft legen zu können. Je nach Informationsbedürfnissen lässt sich das Rechnungswesen in zwei Kategorien unterteilen: dem internen und dem externen Rechnungswesen. Schwerpunkt des externen Rechnungswesens ist die Finanzbuchhaltung, die Erstellung der Gewinn- und Verlustrechnung und der Jahresabschluss (Bilanz). Durch diese erfahren externe Informationsempfänger wie beispielsweise Kreditgeber, Aktionäre oder Kunden etwas über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens.
Das interne Rechnungswesen ist der zentrale Punkt der Kosten- und Leistungsrechnung. Ferner befasst sich das interne Rechnungswesen mit den Bereichen der Investition und Finanzierung und den Planungsrechnungen. Zu den sogenannten Adressaten bzw. Informationsempfängern des internen Rechnungswesens gehört die Geschäfts/Unternehmensführung und das Management. Die aus der Kosten- und Leistungsrechnung ausgehenden Informationen unterstützen die Adressaten wie Geschäftsführer und Management bei der Planung, Steuerung und Kontrolle.
Struktur der Hausarbeit
1 Einleitung
2 Kosten- und Leistungsrechnung
2.1 Kostenartenrechnung
3 Kalkulatorische Kosten
3.1 Anderskosten
3.1.1 Kalkulatorische Abschreibungen
3.1.2 Kalkulatorische Zinsen
3.1.3 Kalkulatorische Wagnisse
3.2 Zusatzkosten
3.2.1 Kalkulatorischer Unternehmerlohn
3.2.2 Kalkulatorische Miete
4 Zusammenfassung/Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung und Berechnung kalkulatorischer Kosten innerhalb der Kostenartenrechnung zu erläutern, um Unternehmen eine genauere Ermittlung des tatsächlichen Werteverzehrs zu ermöglichen.
- Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung
- Klassifizierung in Anders- und Zusatzkosten
- Methoden der kalkulatorischen Abschreibung
- Verfahren zur Ermittlung kalkulatorischer Zinsen
- Berücksichtigung von kalkulatorischen Wagnissen und Unternehmerlohn
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Kalkulatorische Zinsen
Die kalkulatorischen Zinsen sind Kosten, welche durch die Nutzung des für die betriebliche Leistungserstellung notwendigen Kapitals entstehen (betriebsnotwendiges Kapital). (Stenemann, S. 51) Das sogenannte betriebsnotwendige Kapital bezeichnet das im Unternehmen eingesetzte Kapital, welches für die Erfüllung des Betriebszwecks erforderlich ist. Es stellt sich hier also die Frage, wie viele Zinsen man erhalten könnte, wenn man sich gegen den Kauf einer Maschine oder Anlage entscheidet und das Geld dafür bei einer Bank anlegt. Aus diesem Grund werden diese Kosten auch Opportunitätskosten genannt, welche von jedem Unternehmen einen individuellen Risikozuschlag bekommen. Um diese Kosten jedoch ermitteln zu können, muss zunächst das betriebsnotwendige (Anlage-)vermögen ermittelt werden. (Horsch, 20 S. 78) Als Anlagevermögen gelten Positionen, welche dauernd mit dem Geschäftsbetrieb zu tun haben. (§ 247 HGB). Zur Ermittlung dieses Vermögens sollten die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten herangezogen werden, da die Anlagen zu eben diesen Kosten beschaffen worden sind. (Horsch, 2020, S. 77) Hierfür kann man sich zwischen zwei Methoden entscheiden: Der Restwert- und der Durchschnittsmethode.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung ordnet das interne Rechnungswesen in die Betriebswirtschaftslehre ein und definiert den Fokus auf kalkulatorische Kosten als Instrument zur Ermittlung des tatsächlichen Werteverzehrs.
2 Kosten- und Leistungsrechnung: Das Kapitel erläutert die Abgrenzung zum externen Rechnungswesen und definiert grundlegende Begriffe wie Kosten und Leistungen sowie deren Systematisierung.
2.1 Kostenartenrechnung: Hier wird der Prozess der Kostenerfassung, -gliederung und -abgrenzung beschrieben, um Kosten in zeitliche Rechnungsperioden zuzuordnen.
3 Kalkulatorische Kosten: Einleitende Definition der kalkulatorischen Kosten als Instrument der Kostenrechnung, die ausschließlich der betrieblichen Steuerung dienen.
3.1 Anderskosten: Dieses Kapitel behandelt Kosten, denen ein Aufwand in der Finanzbuchhaltung in anderer Höhe gegenübersteht, insbesondere Abschreibungen und Zinsen.
3.1.1 Kalkulatorische Abschreibungen: Detaillierte Darstellung verschiedener Verfahren wie linearer, degressiver und leistungsabhängiger Abschreibung zur verursachungsgerechten Erfassung des Werteverzehrs.
3.1.2 Kalkulatorische Zinsen: Erläuterung der Opportunitätskosten bei Kapitalbindung, inklusive Berechnungsmethoden wie der Durchschnitts- und Restwertmethode.
3.1.3 Kalkulatorische Wagnisse: Analyse von Risiken im betrieblichen Prozess und deren Abbildung als kalkulatorische Wagniskosten.
3.2 Zusatzkosten: Definition von fiktiven Kosten, denen in der Finanzbuchhaltung kein Aufwand gegenübersteht.
3.2.1 Kalkulatorischer Unternehmerlohn: Begründung und Bestimmung des Unternehmerlohns als fiktive Kostenart primär in inhabergeführten Unternehmen.
3.2.2 Kalkulatorische Miete: Verfahren zur Ansetzung von Mieten für betrieblich genutzte, jedoch mietzinsfreie Räumlichkeiten.
4 Zusammenfassung/Fazit: Abschließendes Resümee über den Nutzen kalkulatorischer Kosten für eine effiziente Preiskalkulation und das Risikomanagement.
Schlüsselwörter
Kalkulatorische Kosten, Kostenartenrechnung, Anderskosten, Zusatzkosten, Abschreibungen, Kalkulatorische Zinsen, Betriebsnotwendiges Kapital, WACC, Unternehmerlohn, Kostenrechnung, Werteverzehr, Opportunitätskosten, Kostenmanagement, Betriebliches Rechnungswesen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema der Hausarbeit?
Die Arbeit behandelt die kalkulatorischen Kosten im Rahmen der Kostenartenrechnung und analysiert deren Berechnung sowie Bedeutung für die betriebliche Steuerung.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Abgrenzung von Aufwand und Kosten, den Arten der kalkulatorischen Kosten (Anders- und Zusatzkosten) sowie deren konkreter Berechnung durch Fallbeispiele.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie kalkulatorische Kosten helfen, den tatsächlichen Werteverzehr in Unternehmen präziser als in der Finanzbuchhaltung zu erfassen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und wendet die theoretischen Konzepte anhand von praxisnahen Fallbeispielen und quantitativen Berechnungsmodellen exemplarisch an.
Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Kosten- und Leistungsrechnung, die detaillierte Analyse der Anderskosten (Abschreibung, Zinsen, Wagnisse) und der Zusatzkosten (Unternehmerlohn, Miete).
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere kalkulatorische Kosten, Betriebsnotwendiges Kapital, Kostenartenrechnung, Abschreibungsmethoden und Opportunitätskosten.
Wie unterscheidet sich die kalkulatorische Abschreibung von der bilanziellen?
Während die bilanzielle Abschreibung steuer- und handelsrechtlichen Vorgaben unterliegt, dient die kalkulatorische Abschreibung dem verursachungsgerechten Werteverzehr von Anlagen.
Warum spielt der kalkulatorische Unternehmerlohn nur in bestimmten Unternehmensformen eine Rolle?
Da der Unternehmerlohn fiktiv ist und nur bei inhabergeführten Unternehmen wie Einzelunternehmen oder Personengesellschaften anfällt, da dort kein "echtes" Geschäftsführergehalt in der Finanzbuchhaltung verbucht werden kann.
Was versteht man unter dem WACC-Ansatz bei den Zinsen?
Der WACC (Weighted Average Cost of Capital) ist ein Verfahren zur Berechnung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten zur Bestimmung kalkulatorischer Zinsen.
Wie werden kalkulatorische Wagnisse kalkuliert?
Sie werden so angesetzt, dass sie die durchschnittlich erwarteten Kosten für Risiken im Leistungserstellungsprozess, wie z.B. Maschinenstörungen, widerspiegeln.
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- Marina Aparicio-Mijares (Author), 2021, Kalkulatorische Kosten innerhalb der Kostenartenrechnung. Berechnungsmöglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1282999