Unterrichtsstunde: Ausdauernd laufen!

Realschule, 6. Klasse


Unterrichtsentwurf, 2009

16 Seiten, Note: runde Stunde!


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Lehr- und Lernvoraussetzungen
1.1 Rahmenbedingungen
1.2 Situation der Klasse
1.3 Entwicklungsstand der Schülerinnen

2 Sachanalyse
2.1 Ausdauer
2.2 Ausdauertraining

3 Didaktische Entscheidungen
3.1 Bezug zum Bildungsplan
3.2 Bedeutung der Ausdauerschulung für die Schülerinnen
3.3 Einbettung der Stunde im Gesamtkonzept
3.4 Auflistung der Unterrichtsziele

4 Methodische Entscheidungen
4.1 Erwärmung
4.2 Hauptteil I
4.3 Überleitung / Variation
4.4 Hauptteil II
4.5 Abschluss

5 Unterrichtsskizze

6 Literaturverzeichnis

7 Anhang
7.1 Fragen- und Antwortblätter
7.2 Auswertungsbogen

1 Lehr- und Lernvoraussetzungen

1.1 Rahmenbedingungen

Für den Sportunterricht der Realschule stehen die große und „laute“ Halle und die etwas kleinere Halle, welche jeweils in drei Hallenteile getrennt werden, zur Verfügung. Beide Hallen liegen gegenüber dem Schulgelände und sind in etwa drei Gehminuten zu erreichen. Bis zum Erreichen der 7. Klassenstufe müssen die Schülerinnen und Schüler den Weg mit der Lehrperson gemeinsam zurücklegen. Direkt auf dem Schulgelände gibt es noch eine kleinere, ruhigere Schulturnhalle. Gewöhnungsbedürftig, aber auch notwendig, ist der monatliche Wechsel zwischen den unterschiedlich (gut) ausgestatteten Hallen. Jede Klasse rotiert nach vier Wochen eine Halle bzw. ein Hallendrittel weiter. Zusätzlich wird jede Halle von umliegenden Schulen und örtlichen Vereinen mitbenutzt, was ein hohes Maß an Organisation und Koordination verlangt.

Der anstehende Unterrichtsbesuch wird in der Schulturnhalle stattfinden, da sie am besten zu finden und am einfachsten zu erreichen ist.

1.2 Situation der Klasse

Die zu unterrichtende „Sportklasse“ setzt sich aus 16 Schülerinnen der Klasse 6 b und 8 Schülerinnen der Klasse 6 d zusammen. Seit diesem Schuljahr werden die 6. Klassen geschlechtergetrennt in vier Sportstunden pro Woche unterrichtet. Aufgrund der unterschiedlichen Sportlehrer während des vergangenen Schuljahres bringen die Schülerinnen aus den zwei Klassen verschiedene Vorkenntnisse und Fertigkeiten zu einzelnen Sportarten mit.

Aufgrund meines Seminartages, der donnerstags ist, unterrichte ich ausschließlich dienstags die Klasse 6bd. Viele Mädchen sind in einem örtlichen Tanz-, Turn- oder Leichtathletikverein. Diese Schülerinnen sind insgesamt leistungsbereit und motiviert, vor allem – aber nicht nur – wenn Elemente „ihrer“ Sportart aufgegriffen werden. Vereinzelt Schülerinnen neigen zu Schwindel oder Übelkeit, sobald eine gewisse Hemmschwelle z.B. beim Dauerlauf, überwunden werden soll. Diesen Schülerinnen habe ich letzte Woche mitgeteilt, dass ein ärztliches Attest vorgelegt werden müsse, wenn diese Einschränkungen weiter auftreten. Allerdings scheint es, dass besagte Schülerinnen sich auch schwerer tun bei längeren (ausdauerorientierten) Belastungen.

Disziplinprobleme treten in der Klasse selten auf. Störend auffallend ist bisher alleine ein kleine Clique von drei Freundinnen, die trotz Verwarnungen öfter später kommen, länger zum Umziehen brauchen, reden und dadurch Anweisungen verpassen. Das Unterrichtsklima insgesamt empfinde ich als positiv und aufgeschlossen, inzwischen habe ich ein gutes Verhältnis zu den Schülerinnen aufgebaut.

Vor zwei Wochen wurden ein neues Helfersystem und eine Checkliste von mir eingeführt. Das Helfersystem funktioniert folgendermaßen: vor jeder Stunde so viele Helfer wie benötigt und eine Umkleidekontrolle gelost werden. Die entsprechenden Schülerinnen tragen dann für die Geräte / den Geräteauf- und Abbau bzw. die Umkleidekabine die Hauptverantwortung. Die einlaminierte Checkliste wird im Sitzkreis zu Beginn jeder Stunde herumgereicht. Es sind Bilder zu den Themen Schmuck, Piercings, Kleidung, Schuhe und Haargummi darauf abgebildet und besprochen worden. Die Checkliste hilft den Schülern sich an die Regeln zu erinnern und erleichtert mir als Lehrperson die Kontrollen. Wird eine Schülerin nachdem er die Checkliste in der Hand hatte mit etwas regelkonträrem „erwischt“, folgen abgesprochene Konsequenzen (z.B. nicht mitmachen dürfen, Extraaufgaben, Elternmitteilung).

Wichtig in Bezug auf den Unterrichtsbesuch ist zuletzt, dass am Freitag nur die 6b anwesend sein wird, da die 6d im Rahmen der Profilwoche einen Ausflug macht. Der Unterricht wird nur mit 16 Schülerinnen stattfinden.

1.3 Entwicklungsstand der Schülerinnen

Der Beginn der Pubertät bedeutet für die Mädchen einen tief greifenden psychischen und körperlichen Einschnitt. Allerdings setzt dieser Einschnitt nicht gleichzeitig, sondern mit einer relativen Streuung ein. Dieses Bild zeigt sich auch in der Klasse 6 b. Manche Mädchen sind körperlich sowie kognitiv schon weiter entwickelt, andere scheinen noch relativ kindlich. WEINECK weißt zudem auf körperliche Besonderheiten wie z.B. noch nicht verknöcherte Wachstumsfugen hin und zieht daraus die Konsequenzen, einseitige und längere, statische Bewegungen zu meiden.

Die körperlichen und damit verbunden hormonellen Veränderungen führen zu teilweiser Labilität. Die Mädchen müssen ihre physischen Veränderungen psychisch zu einer neuen körperlichen Existenz verarbeiteten. Dazu ziehen sich Jugendliche im Alter zwischen 12 und 14 in die Gleichaltrigengruppe zurück und kapseln sich von Erwachsenen und Eltern ab. Die tief greifenden psychosozialen Umschichtungen bleiben nicht ohne Auswirkung auf das Sportinteresse. Dieses kann sich in der puberalen Phase grundlegend ändern, oft beruht die sportliche Betätigung vor allem auf dem Bedürfnis nach sozialem Kontakt zu Gleichaltrigen (vgl. WEINECK 2007, S. 170-188).

2 Sachanalyse

2.1 Ausdauer

FREY definiert Ausdauer als „die psychische und physische Ermüdungswiderstandsfähigkeit des Sportlers“ (FREY 1988, S. 103). Die physische Ausdauer differenziert er in statische (z.B. Skiabfahrtslauf) und dynamische (z.B. Rudern). Werden mehr als 1/7 der Skelettmuskulatur beansprucht, spricht FREY von der allgemeinen, bei weniger als 1/7, von der lokalen Ausdauer (vgl. FREY 1998, S. 103 f). Im Hinblick auf die Schüler und den Schulsport schreibt SÖLL dazu, dass Ausdauer bedeutet, dass eine Tätigkeit von bestimmter Intensität möglichst lange „durchgehalten“ werden solle. SÖLL differenziert je nach Art der Energiebereitstellung in

- Kurzzeitausdauer[1] (bis 2 Min.),
- Mittelzeitausdauer[2] (2-10 Min.) und
- Langzeitausdauer[3] (über 10 Min.).

Als besonders wichtig für den Schulsport hebt SÖLL die MZA und die LZA als sportartübergreifende Grundlagenausdauer hervor. Im Gegensatz zu der KZA und der MZA erfolgt bei der LZA die Energiebereitstellung auf aerobem Weg (vgl. SÖLL 2003, S.251-258). Aerob bedeutet, dass der Körper die Energie für die Belastung durch „Verbrennung“ von Kohlehydraten bzw. Glukose und Fetten unter Verbrauch von Sauerstoff bezieht. Der Körper geht keine sog. Sauerstoffschuld ein und es entsteht ein Gleichgewicht von Sauerstoffaufnahme und -verbrauch.

Zu Beginn einer Belastung bis 2 Minuten (KZA) wird nicht genügend Sauerstoff zur Energiegewinnung bereitgestellt, was zu einem Ungleichgewicht bzw. einer Sauerstoffschuld führt. Der Körper holt sich die benötigte Energie durch den Abbau von Glukose, wodurch durch das Fehlen von Sauerstoff Laktat (Milchsäure) entsteht. Trainiert man die Grundlagenausdauer, verbessert sich die Transportkapazität des Herz-Kreislauf-Systems Das heißt, dass das Herz „stärker“ wird und mit wenigeren Schlägen effektiver Blut durch den Körper pumpen kann – der Ruhepuls sinkt. Zudem verbessert ein Training im aeroben Bereich die periphere Sauerstoffausnutzung und damit die Stoffwechselkapazität. Als Ziel kann festgehalten werden, dass ein grundlagenorientiertes Ausdauertraining darauf abzielt, die Stoffwechselkapazität des Körpers so zu verbessern und die Schwelle zum anaeroben Bereich später erreicht wird, deswegen weniger Laktat im Blut ist und somit der Ermüdungszustand hinausgezögert wird (vgl. FREY 1988, 96-103).

[...]


[1] Des Weiteren abgekürzt als KZM.

[2] Des Weiteren abgekürzt als MZA.

[3] Des Weiteren abgekürzt als LZA.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsstunde: Ausdauernd laufen!
Untertitel
Realschule, 6. Klasse
Veranstaltung
Unterrichtsbesuch
Note
runde Stunde!
Autor
Jahr
2009
Seiten
16
Katalognummer
V128612
ISBN (eBook)
9783640383726
ISBN (Buch)
9783640383740
Dateigröße
515 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Stunde wurde bei einer 6. Klasse Mädchen durchgeführt und hat sehr gut geklappt.
Schlagworte
Unterrichtsstunde, Ausdauernd, Realschule, Klasse, Stunde
Arbeit zitieren
Juliane Schäfer (Autor), 2009, Unterrichtsstunde: Ausdauernd laufen!, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128612

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