Die Arbeit widmet sich den Assimilationen der deutschen Sprache und deren diachroner Einordnung in die deutsche Sprachgeschichte. Ziel der Arbeit soll sein, einen Bruchteil der Konsequenzen der Assimilationen der deutschen Sprache festzustellen und zu erläutern. Zuallererst sollen die Grundbegriffe, Definitionen geklärt werden. In weiterer Folge die Assimilationen und deren Prozesse ausführlicher beschrieben werden, bevor es im Hauptteil dieser Arbeit um die temporale Eingliederung der Assimilationen in der deutschen Sprachgeschichte gehen soll. Die Konsequenzen für die deutsche Sprache sollen den Schlussteil darstellen.
Der linguistische Terminus Assimilation leitet sich vom lateinischen Adjektiv assimilis ab, was so viel wie "ziemlich ähnlich" bedeutet. Schon Jacob Grimm verwendete die Begriffe assimilieren und Assimilation. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts finden sich bereits einige Definitionen für den Begriff der Assimilation. Im Bereich der Geisteswissenschaften wird Assimilation als Synonym für Anähnlichung, am Beispiel Georg Hartmanns "Kritik der reinen Vernunft von Immanuel Kant, Professor in Königsberg", gebraucht.
Inhaltsverzeichnis
1. Hinleitung
2. Theoretische Grundlage
2.1. Progressive Assimilation
Progressive Assimilation des Artikulationsortes
Progressive Assimilation der Stimmlosigkeit
Progressive Assimilation der Nasalität
2.2. Regressive Assimilation
Regressive Assimilation des Artikulationsortes
Regressive Assimilation der Artikulationsart
Regressive Assimilation der Nasalität
2.3. Reziproke Assimilation
2.4. Totale und Partielle Assimilation
2.5. Kontaktassimilation und Fernassimilationen
2.6. Dissimilation
3. Assimilationsprozesse der deutschen Sprache
3.1. Althochdeutsche Assimilationsprozesse
3.1.1. Der Primärumlaut
3.1.2. Frühalthochdeutsche Monophthongierung und althochdeutsche Diphthongierung
3.2. Frühneuhochdeutsche Diphthongierung und Monophthongierung
4. Konsequenzen und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die sprachwissenschaftliche Bedeutung von Assimilationsprozessen in der deutschen Sprache und ordnet diese diachron in die deutsche Sprachgeschichte ein, wobei insbesondere die phonologischen Auswirkungen und ihre Konsequenzen analysiert werden.
- Theoretische Grundlagen phonologischer Assimilationskategorien
- Differenzierung von Assimilations- und Dissimilationsprozessen
- Analyse althochdeutscher Assimilationsprozesse wie Primärumlaut und Monophthongierung
- Untersuchung frühneuhochdeutscher Lautwandelerscheinungen
- Die Rolle der Morphologie bei der Assimilation
Auszug aus dem Buch
3.1. Althochdeutsche Assimilationsprozesse
Lautwandelprozesse werden von der jeweiligen prosodischen Struktur geprägt. Die Silbenstruktur des Althochdeutschen unterscheidet sich wesentlichen von der späteren Silbenstruktur, weswegen in der Folgezeit andere Prozesse eintraten.
Im Voralthochdeutschen und Althochdeutschen gab es noch häufiger kombinatorische Wandelprozesse, die von einer gegenseitigen Beeinflussung zwischen Nebensilbe und Stammsilbe geprägt waren, was auf eine Fernassimilation zurückzuführen ist. Die Prozesse, die von Jacob Grimm als „Umlaut“ bezeichnet wurden (i-Umlaut und a-Umlaut) sind bezeichnend für die Ausgleichsprozesse zwischen Stamm- und Nebensilbenvokalen. Dabei handelte es sich um eine regressive Assimilation, die vom Nebensilbenvokal ausgehend stattfand. (vgl. WEGERA 2012: 99)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Hinleitung: Einführung in die Thematik der Assimilation sowie Darlegung der Zielsetzung und Definition der grundlegenden linguistischen Terminologie.
2. Theoretische Grundlage: Systematische Einteilung der Assimilationsprozesse nach Richtung und Merkmalen sowie Abgrenzung zur Dissimilation.
3. Assimilationsprozesse der deutschen Sprache: Detaillierte Untersuchung historischer Lautwandlungsphänomene im Althochdeutschen und Frühneuhochdeutschen, insbesondere in Bezug auf Vokalveränderungen.
4. Konsequenzen und Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Auswirkungen dieser phonologischen Prozesse auf die deutsche Sprachentwicklung bis in die heutige Zeit.
Schlüsselwörter
Assimilation, Dissimilation, Lautwandel, Phonologie, Althochdeutsch, Frühneuhochdeutsch, Primärumlaut, Diphthongierung, Monophthongierung, Koartikulation, Sprachgeschichte, Stammsilbe, Nebensilbenvokal, Morphologie, Linguistik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das linguistische Phänomen der Assimilation und seine Rolle bei der diachronen Entwicklung der deutschen Sprache.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Definitionen, der systematischen Kategorisierung von Lautwandelprozessen sowie der historischen Entwicklung des Deutschen (Althochdeutsch bis Frühneuhochdeutsch).
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Konsequenzen der Assimilationsprozesse in der deutschen Sprachgeschichte zu erläutern und ihre Wirksamkeit zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine diachrone sprachwissenschaftliche Analyse, gestützt auf phonologische Theorien bekannter Linguisten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich den theoretischen Kategorien der Assimilation und der detaillierten Beschreibung spezifischer Prozesse wie Primärumlaut, Diphthongierung und Monophthongierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Assimilation, Lautwandel, Phonologie, Sprachgeschichte und speziell die Umlautphänomene des Althochdeutschen.
Was ist der spezifische Unterschied zwischen Assimilation und Dissimilation laut Text?
Assimilation ist die Angleichung von Lauten, um das Sprechen zu erleichtern, während Dissimilation die Veränderung von Lauten ist, um Ähnlichkeiten zu vermeiden; letztere geschieht meist sporadischer.
Warum spielt die Morphologie laut Arbeit eine wichtige Rolle bei Assimilationsprozessen?
Die Morphologie ist bedeutend, da durch Umlaute entstandene Allophone zu grammatikalischen Markierungen (z. B. Numerus bei Pluralformen oder Modus bei starken Verben) reinterpretiert wurden.
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- Anonym (Author), 2019, Die Assimilation. Eine diachrone Darstellung in der deutschen Sprachgeschichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1286716