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Die Beziehung der Königin Laudine zum Ritter Iwein

Zwischen Ego und Repräsentation

Title: Die Beziehung der Königin Laudine zum Ritter Iwein

Term Paper , 2009 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katja Glaser (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Folgende Arbeit fokussiert das Thema des Doppelweges von Iwein und in Verbindung damit die Entwicklung der Figur Laudine sowie deren gemeinsamen Entwicklungsverlauf als Paar. Die Fragen, die sich stellen, sind hauptsächlich die nach dem Zusammenhang zwischen dem Weg, den Iwein beschreitet und der Entwicklung, die Laudine zeitgleich nimmt. Dafür möchte ich es wagen, den Iwein Hartmanns ganz und gar separat von Chrétiens Vorlage zu betrachten, diese also völlig aus meinen Ausführungen auszuklammern. Der Iwein soll nur in seinem historischen, politischen, rechtlichen und sozialen Kontext innerhalb des mittelalterlichen deutschen Raumes betrachtet werden.
Ich möchte mit meinen Betrachtungen an dem Punkt der Handlung ansetzen, an dem Laudine gerade mit ihrer Zofe Lunete über die weitere Vorgehensweise beratschlagt, nachdem ihr der Ehemann und Beschützer des Landes erschlagen worden ist. Dabei zeigt sich, dass die Beziehung zwischen Laudine und ihrer Kammerjungfer eine doch ganz und gar eigene ist und sich aus dem Dialog interessante Erkenntnisse über die Frau und auch die Herrscherin Laudine ergeben.
Es hat den Anschein, als seien die beiden Frauen nicht Herrin und Zofe, sondern vielmehr Freundinnen. Allerdings ist das Motiv der engen vertrauten Dienerin einer Königin oder Adligen nichts gänzlich Unbekanntes- so taucht es unter anderem auch im Tristan-Roman auf, als Branggäa sich zu Isoldes Gemahl legt, um zu verschleiern, dass Isolde keine Jungfrau mehr ist.
Lunete erdreistet sich aber sogar, ihrer Königin Rat zu geben bezüglich ihrer künftigen Verhaltensweise nach dem Tod ihres Gatten und damit des Beschützers der Quelle und des Landes- sie mischt sich also nicht nur in rein persönliche Belange ihrer Herrin ein, sondern sogar in die Politik. Sie gibt sich ebenso nicht damit zufrieden, ihrer Herrin engste Vertraute zu sein, nein, sie versucht sogar, deren Verhalten bzw. innere Einstellung zu korrigieren- allerdings muss natürlich noch klargestellt werden, dass sich in diesem speziellen Fall persönliche Belange und Politik überschneiden.
Im Verlauf des Dialogs entsteht beim Leser -abgesehen von der Verschiebung hierarchischer Verhältnisse- der Eindruck, Lunete verstehe wesentlich mehr von Politik und Diplomatie als die Königin selbst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Laudine

Exkurs: Iwein als ideales Ritterbild

3. Laudine und Lunete

4. Weiterführende Analyse der Figur Laudines

5. Politik vs. Minne: Laudine

6. Politik vs. Minne: Iwein

7. Motivationen für die Eheschließung

8. Laudines innerer Wandel

9. Ringübergabe und Missverständnis

10. Fristversäumnis

11. Aufkündigung und Wahnsinn

Exkurs: Artusritter vs. Landesherr

12. Iweins doppelter Kurs

Exkurs: Askalon vs. Aliers

13. Entwicklungsstand Laudines beim Gerichtskampf

14. Ende der zweiten Aventiurekette, Versöhnung und Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Charakterentwicklung von Iwein und Laudine im Kontext ihrer Eheschließung und des Doppelweges des Protagonisten, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen persönlicher Motivation und gesellschaftlicher bzw. politischer Verantwortung liegt.

  • Analyse des "Doppelweges" von Iwein und Laudine.
  • Untersuchung der psychologischen und sozio-politischen Motivationen für die Heirat.
  • Kritische Reflexion der Rolle der Lunete als Ratgeberin und Spiegelfigur.
  • Bewertung ritterlicher Ideale gegenüber den Pflichten eines Landesherrn.
  • Untersuchung der Entwicklung Laudines von einer passiven Herrscherin zu einer eigenständigen Gattin.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Folgende Arbeit fokussiert das Thema des Doppelweges von Iwein und in Verbindung damit die Entwicklung der Figur Laudine sowie deren gemeinsamen Entwicklungsverlauf als Paar. Die Fragen, die sich stellen, sind hauptsächlich die nach dem Zusammenhang zwischen dem Weg, den Iwein beschreitet und der Entwicklung, die Laudine zeitgleich nimmt. Dafür möchte ich es wagen, den Iwein Hartmanns ganz und gar separat von Chrétiens Vorlage zu betrachten, diese also völlig aus meinen Ausführungen auszuklammern. Der Iwein soll nur in seinem historischen, politischen, rechtlichen und sozialen Kontext innerhalb des mittelalterlichen deutschen Raumes betrachtet werden.

Ich möchte mit meinen Betrachtungen an dem Punkt der Handlung ansetzen, an dem Laudine gerade mit ihrer Zofe Lunete über die weitere Vorgehensweise beratschlagt, nachdem ihr der Ehemann und Beschützer des Landes erschlagen worden ist. Dabei zeigt sich, dass die Beziehung zwischen Laudine und ihrer Kammerjungfer eine doch ganz und gar eigene ist und sich aus dem Dialog interessante Erkenntnisse über die Frau und auch die Herrscherin Laudine ergeben. Es hat den Anschein, als seien die beiden Frauen nicht Herrin und Zofe, sondern vielmehr Freundinnen. Allerdings ist das Motiv der engen vertrauten Dienerin einer Königin oder Adligen nichts gänzlich Unbekanntes- so taucht es unter anderem auch im Tristan-Roman auf, als Branggäa sich zu Isoldes Gemahl legt, um zu verschleiern, dass Isolde keine Jungfrau mehr ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung des methodischen Vorgehens und der zentralen Fragestellung zur gemeinsamen Entwicklung von Iwein und Laudine.

2. Laudine: Untersuchung von Laudines Rolle als Herrscherin, die durch emotionale Überforderung und den Konflikt zwischen Repräsentation und privatem Schmerz gekennzeichnet ist.

3. Laudine und Lunete: Analyse des Dialogs zwischen Laudine und ihrer Zofe, der Lunetes rhetorische und politische Überlegenheit verdeutlicht.

4. Weiterführende Analyse der Figur Laudines: Vertiefende Betrachtung von Laudines Passivität und ihrem Streben nach Ansehen im Kontext mittelalterlicher Witwenehen.

5. Politik vs. Minne: Laudine: Diskussion der Motive für Laudines Eheschließung, die vorrangig durch den Schutzbedarf ihres Landes determiniert ist.

6. Politik vs. Minne: Iwein: Gegenüberstellung von Iweins durch die "vrouwe minne" gesteuerter Motivation und dem gesellschaftlichen Erwartungsdruck.

7. Motivationen für die Eheschließung: Erläuterung der ökonomisch-politischen Interessen Laudines versus des emotionalen Besitzstrebens Iweins.

8. Laudines innerer Wandel: Untersuchung des Wandels von berechnender Passivität zu echter Zuneigung nach der Brunnenverteidigung.

9. Ringübergabe und Missverständnis: Analyse der Kommunikation zwischen den Protagonisten, die durch unterschiedliche Erwartungshaltungen an die Ehe geprägt ist.

10. Fristversäumnis: Untersuchung der Gründe für Iweins Pflichtversäumnis und dessen Bedeutung für Laudines Aufkündigung der Ehe.

11. Aufkündigung und Wahnsinn: Darstellung der persönlichen Krise Iweins nach der öffentlichen Bloßstellung durch Lunete.

12. Iweins doppelter Kurs: Analyse der Wandlung Iweins nach seiner Heilung und der Entwicklung zu einem uneigennützigen Ritter.

13. Entwicklungsstand Laudines beim Gerichtskampf: Diskussion von Laudines Passivität und dem Einfluss des Hofes bei der Urteilsfindung gegen Lunete.

14. Ende der zweiten Aventiurekette, Versöhnung und Schlussbetrachtung: Synthese der Entwicklungswege, die in der Versöhnung und der erreichten "mâze" mündet.

Schlüsselwörter

Hartmann von Aue, Iwein, Laudine, Doppelweg, Minne, Politik, Herrschaft, Rittertum, Pflichtbewusstsein, Lunete, Mittelalter, Charakterentwicklung, mâze, Versöhnung, Artusroman

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Charaktere Iwein und Laudine in Hartmanns Roman, wobei der Fokus auf der Wechselwirkung zwischen ihren individuellen Wegen und dem Spannungsfeld zwischen höfischer Politik und persönlicher Liebe liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die Bedeutung von Pflicht und Verantwortung, der Konflikt zwischen politischen Notwendigkeiten und emotionalen Wünschen sowie die Rolle der "mâze" im ritterlichen Lebensentwurf.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie sich Laudine und Iwein vom anfänglichen Scheitern an gesellschaftlichen Erwartungen hin zu einer reifen, gegenseitigen Anerkennung entwickeln, indem sie den "goldenen Mittelweg" finden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die den Text im historisch-politischen Kontext betrachtet und verschiedene fachwissenschaftliche Deutungen, etwa von Mertens oder Wapnewski, kritisch miteinander vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Dialoge, die Hochzeitsmotivationen, das Fristversäumnis und die damit verbundenen psychologischen Prozesse sowie die Bedeutung der Gerichtskämpfe für die charakterliche Läuterung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?

Die Analyse wird durch Begriffe wie "Doppelweg", "Minne", "Ritterideal", "Ministerialenrecht" und "mâze" charakterisiert, die den Kern der theoretischen Diskussion bilden.

Inwiefern spielt Lunete eine entscheidende Rolle für Laudine?

Lunete agiert als weitaus politisch erfahrener als ihre Herrin und dient als Impulsgeberin für Laudines Handlungen, auch wenn dies zu Spannungen in ihrer Beziehung führt.

Warum ist die Unterscheidung zwischen dem "alten" und dem "neuen" Iwein wichtig?

Die Unterscheidung verdeutlicht Iweins Entwicklung: vom ritterlichen Egoismus und reiner Kampfeslust hin zu einem Bewusstsein für seine tatsächlichen Pflichten als Ehemann und Landesherr.

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Details

Title
Die Beziehung der Königin Laudine zum Ritter Iwein
Subtitle
Zwischen Ego und Repräsentation
College
Technical University of Chemnitz
Grade
1,3
Author
Katja Glaser (Author)
Publication Year
2009
Pages
25
Catalog Number
V128940
ISBN (eBook)
9783640350605
ISBN (Book)
9783640350278
Language
German
Tags
Beziehung Königin Laudine Ritter Iwein Zwischen Repräsentation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Glaser (Author), 2009, Die Beziehung der Königin Laudine zum Ritter Iwein, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/128940
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