Stationäre Kinder- und Jugendhilfe. Geschichte, Organisation und Methoden


Hausarbeit, 2021

25 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Begriffsbestimmung

2. Geschichtliche Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe mit Blick auf die stationäre Kinder- und Jugendhilfe
2.1 Zeit um die Weimarer Republik
2.2 Der Einfluss des Nationalsozialismus
2.3 Historischer Abriss über die BRD und DDR
2.4 Einführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes
2.5 Das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz

3. Organisation der stationären Kinder- und Jugendhilfe
3.1 Rechtliche Einordnung
3.2 Adressat*innen
3.3 Träger der Kinder- und Jugendhilfe
3.4 Finanzierung
3.5 Aufgaben und Ziele

4. Methodisches Handeln
4.1 Soziale Gruppenarbeit - Definition
4.1.2 Aufgaben und Ziele
4.2 Supervision
4.2.1 Formen der Supervision
4.2.2 Ziele der Supervision

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

In Deutschland wurden in 2019 1,017 Millionen erzieherische Hilfen von jungen Menschen in Anspruch genommen. Davon gehen 136.000 Hilfen für die Heimerziehung und sonstige betreute Wohnformen ab (vgl. Statistisches Bundesamt, 2020).

Diese Hausarbeit befasst sich mit der Geschichte, Organisation und dem dort erforderlichen methodischen Handeln der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Die vorliegende Arbeit gliedert sich in fünf Teile. Nach der Einleitung folgt zunächst die Begriffsbestimmung der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Danach wird in Kapitel zwei die Geschichte ausgehend vom Mittelalter bis hin zur heutigen Form dieser erzieherischen Hilfe erläutert. Zuerst wird ein genauer Blick auf die Ursprünge des Arbeitsfeldes im Mittelalter geworfen bis zu der Zeit der Weimarer Republik, die in Unterkapitel 2.1 anknüpft. Anschließend stellt das Unterkapitel 2.2 die stationäre Kinder- und Jugendhilfe in der Zeit des Nationalsozialismus und in Unterkapitel 2.3 einen kurzen Abriss über die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik dar. Zu guter Letzt konzentrieren sich die letzten beiden Unterkapitel 2.4 und 2.5 des zweiten Kapitels auf die heutzutage wichtigen rechtlichen Grundlagen, die das Kinder- und Jugendhilfegesetz und das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz meinen. Die stationäre Kinder- und Jugendhilfe stellt eine Form der Hilfen zur Erziehung gemäß §34 dar und benötigt eine gute Organisation, um erfolgreich in dem Arbeitsfeld zu handeln. Diese wird in dem gesamten Kapitel 3 dargelegt. In Unterkapitel 3.1 wird auf die rechtliche Verankerung eingegangen, wobei die Grundlage das Kinder- und Jugendhilfegesetz bildet. Die adressierten Personen werden in Unterkapitel 3.2 und die Träger der Kinder- und Jugendhilfe in 3.3 beschrieben. Wie die Finanzierung organisiert ist, wird in Unterkapitel 3.4 geschildert und letztlich befinden sich die Aufgaben und Ziele in Unterkapitel 3.5. Kapitel 4 befasst sich inhaltlich mit dem methodischen Handeln der stationären Kinder- und Jugendhilfe. Dort verweise ich auf zwei grundlegende Methoden der Sozialen Arbeit, nämlich auf die Soziale Gruppenarbeit und die Supervision. Beide Methoden erhalten jeweils in Unterkapitel 4.1 und 4.2 Begriffsbestimmungen und kurze Beschreibungen. Um einen Überblick über die Soziale Gruppenarbeit zu gewinnen, sind in Kapitel 4.1.2 die Inhalte und Ziele beschrieben. Für die Supervision werden drei verschiedene Formen und deren Ziele in Unterkapitel 4.2.1 und 4.2.2 dargestellt. Ein Fazit der Hausarbeit fasst abschließend wichtige Aspekte der stationären Kinder- und Jugendhilfe zusammen.

1. Begriffsbestimmung

Die stationäre Kinder- und Jugendhilfe ist nur eine der umfangreichen Angebote der Hilfen zur Erziehung und meint damit eine Hilfe, bei der die Unterbringung der Kinder und Jugendlichen durch Einrichtungen oder sonstigen betreuten Wohnformen, also außerhalb der eigenen Familie, über Tag und Nacht erfolgt (vgl. §34 SGB VIII). Eine klassische Form von der stationären Kinder- und Jugendhilfe ist die Heimerziehung, welche einen großen Wandel in der Geschichte vollzogen hat. „Die heutigen stationären Formen der Hilfen zur Erziehung sollen ausgerichtet an den biografischen Konfliktsituationen und Belastungen – unterschiedliche unterstützende Wohn- und Alltagsorte für Kinder- und Jugendliche bieten. Es existiert ein ausdifferenziertes Angebot von Wohn- und Betreuungsformen, in denen Kinder und Jugendliche ihren Alltag partizipativ selbst mitgestalten können“ (Rätz et al., 2014, S.163).

2. Geschichtliche Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe mit Blick auf die stationäre Kinder- und Jugendhilfe

Die Kinder- und Jugendhilfe und damit die verbundene stationäre Kinder- und Jugendhilfe durchliefen in den letzten Jahrzehnten einen stetigen Wandel, bis sie zu der heutigen Hilfe zur Erziehung geworden ist, welche wir kennen.

Die Anfänge der stationären Kinder- und Jugendhilfe gehen auf die Heimerziehung im Mittelalter zurück. Während dieser Zeit wurden verwaiste Kinder in kirchliche Findel- und Waisenhäuser, Hospitäler oder Armenhäuser untergebracht. Dort sollten „Kinder am Leben erhalten werden“ und die Aufgabe bestand darin „sie zu Arbeitsamkeit, Gottesfurcht und Demut hinzuführen“ (Günder & Nowacki, 2020, S.16). Die ersten Waisenhäuser wurden 1546 in Lübeck, 1567 in Hamburg und 1572 in Augsburg eröffnet, in denen eine gewisse Strenge und Disziplin herrschten. Die Intention war, die Gruppen klein zu halten, „um eine individuelle pädagogische Vorgehensweise zu garantieren“ (Günder & Nowacki, 2020, S.16), jedoch scheiterte es an der Umsetzung aufgrund der jahrzehntelang andauernden Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges, sodass die Anstalten überfüllt waren. Aus diesem Grund, gepaart mit der hohen Sterblichkeitsrate von Kindern und dem Vorwurf, sie müssten dort nur arbeiten, entstand der „Waisenhausstreit“ (vgl. Günder & Nowacki, 2020, S.16f.). Es wurde deutlich, dass die Erziehung in Heimen eine neue Aufklärung benötigte, die so aussah, dass der Wert der Kindheit und eine kindorientierte Erziehung durch Rousseau und Pestalozzi in Betracht genommen wurde. Pestalozzi, ein Schweizer Pädagoge, bekam 1798 ein Armen-Erziehungshaus zugewiesen, in dem keine Strenge, Zucht und Ordnung in dem Maß der vorigen Zeit auftrat. Viel mehr ging es um die Werte „der Liebe zu den Kindern“ (Günder & Nowacki, 2020, S.19). Den Schwerpunkt legte er auf die Beziehungsarbeit. Diese „anschließende Rettungsbewegung“ strebte die Ziele an, „das Seelenheil der verwaisten Kinder durch religiöse Bildung und Hinführung zu Gott zu retten“ (Günder & Nowacki, 2020, S.19). Außerdem galt Johann Hinrich Wichern auch zu einer Person der wichtigen Vertreter der Rettungshausbewegung, der 1833 das „Ruhe Haus in Hamburg gründete“ (Günder & Nowacki, 2020, S.19). Auch er kam den Kindern mit Liebe und Vergebung, nach seinem christlichen Lebensprinzip, entgegen, um die Kinder in eine neue Richtung zu lenken. „Trotz der für die Entwicklungsgeschichte der Heimerziehung maßgeblichen pädagogischen Impulse durch z. B. Pestalozzi (1746−1827) und Wichern (1808−1881) war aber nicht der erzieherische Auftrag, sondern vielmehr die Kontroll-, Wächter- und Disziplinierungsfunktion maßgeblich; Heimerziehung hatte primär Zwangscharakter“ (Beck, 2020, S.14).

2.1 Zeit um die Weimarer Republik

Die Zeit von 1878 bis zum Anfang der Weimarer Republik kann als „die Gründer-phase der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe angegeben werden, aufgrund der Verabschiedung des preußischen Gesetzes am 13.03.1878, welches die Unterbringung verwahrloster Kinder regelte (vgl. Gedrath & Schröer, 2002, S.651).

Anschließend wurde 1900 mit dem Bürgerlichen Gesetzbuch der Gemeindewaisenrat, ein kommunales Organ geschaffen, das als ein Vorläufer des Jugendamts galt (vgl. Beck, 2020, S.19). Ihm wurde „die Aufsicht über die ganze Jugend, nicht nur für Waisen, anvertraut. Im Wesentlichen hatte er aber nur beratende Funktionen“ (vgl. Gedrath & Schröer, 2002, S.651).

Das Preußische Fürsorgeerziehungsgesetz trat dann am 01. April 1901 in Kraft, welches inhaltlich um die Fürsorge und Erziehung Minderjährige ging (vgl. Rätz et al., 2014, S.19).

„Die Etablierung der Kinder- und Jugendfürsorge im 20. Jahrhundert knüpfte so-mit in ihrer Ausgestaltung und in ihren zentralen Leitbildern an Reformperspektiven an, wie sie sich in den Städten und Kommunen bereits im 19. Jahrhundert herausgebildet und zum Ende des Jahrhunderts zu einer Ausdifferenzierung aus der Armenfürsorge geführt hatten“ (Gedrath & Schröer, 2002, S.651).

Das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz (RJWG) vom 09.07.1922 wurde ab dem 1. April 1924 wirksam und äußerte erstmalig einen Anspruch auf Erziehung und dadurch wurden die Pflichten der Eltern als Erziehende festgeschrieben (vgl. Beck, 2020, S.15). „Mit diesem Begriff Jugendpflege wurde 1922 im Reichsjugendwohlfahrtsgesetz die Förderung der Jugendarbeit und Jugendverbandarbeit sowie der Kinder- und Jugendschutz als eine öffentliche Aufgabe der Jugendhilfe aufgenommen“ (Rätz et al., 2014, S.20). Dieses Gesetz repräsentierte „eine der bedeutendsten gesetzgeberischen Leistungen der Weimarer Republik und behielt ohne grundlegende Änderungen bis zum Ende der 1980er-Jahre Gültigkeit“ (Gedrath & Schröer, 2002, S.654). Durch das RJWG ist gleichzeitig und erstmalig in Deutschland die „Erziehungsfrage der Eltern und im Besonderen das Recht des Kindes auf Erziehung rechtlich verankert“ (Gedrath & Schröer, 2002, S.654). Die Weimarer Republik endete schließlich mit der Machtübernahme der NSDAP und der Ernennung des Reichskanzlers, am 30. Januar 1933.

2.2 Der Einfluss des Nationalsozialismus

Die Zeit des Nationalsozialismus bedeutete eine für die Kinder- und Jugendhilfe deutlich veränderte Rechtspraxis, „in der eine zunehmende Überlagerung von rassenhygienischem Gedankengut und die Indienstnahme für erbgesundheitliche Aufartungs-Programme“ herrschte (Gedrath & Schröer, 2002, S.656). Alle Kinder und Jugendlichen waren „während dieser Zeit ganz massiven ideologisch ausgerichteten Erziehungsgewalten außerhalb der eigenen Familie ausgesetzt“ (Günder & Nowacki, 2020, S.21) und die Hitlerjugend wurde alleiniger Träger der außerschulischen Erziehung. Die Erziehung der jungen Menschen wurde zu einer staatspolitischen Pflichtaufgabe und das vorher entwickelte Verständnis über die pädagogischen Errungenschaften blieb außer Betracht (vgl. Günder & Nowacki, 2020, S.21). Kinder und Jugendliche wurden subsumiert, wenn sie beispielsweise schwer erziehbar, psychisch gestört, verwahrlost, körperlich- oder geistig behindert waren (vgl. Beck, 2020, S.15). Die Einordnung in diese Kategorien besaß die Wirkung, dass in den NSV Jugendheimstätten ausschließlich junge Menschen aufgenommen wurden, die als „rassistisch wertvoll, erbgesund sowie erziehungsfähig und erziehungswürdig“ eingeschätzt wurden. Alle anderen kamen in die sogenannte Bewahrung, eine Aufgabe, welche den Wohlfahrtsverbänden überlassen wurde“ (Günder & Nowacki, 2020, S.22). Schwer- oder unerziehbare Kinder wurden ab 1940 in Jugendschutzlager untergebracht und die Behörden, sowie Dachverbände der Jugendhilfe waren dazu gedrängt, sich der Struktur des Führerprinzips zu unterlegen (vgl. Rätz et al., 2014, Seite 23).

Nach der Niederlage des zweiten Weltkrieges des Deutschen Reiches im Jahr 1945 begann nun die restaurative Phase nach dem Nationalsozialismus und es entstand im Jahre 1949 der Deutsche Bundestag, der Änderungen der Jugendpolitik angestrebt hatte (vgl. Rätz et al., 2014, S. 24). Dazu wurde dann im Jahr 1950 der Bundesjugendplan erlassen, in dem es darum ging, die Arbeitslosigkeit der Jugend zu beheben und die allgemeine Jugend zu fördern. Zusätzlich wurde nach Anbetracht der Forderungen das RJWG modifiziert, sodass es 1953 ergänzt wurde. 1961 wurde das RJWG inhaltlich wieder etwas abgeändert. „Aus dem Reichsjugendwohlfahrtsgesetz, das in erster Linie als „Eingriffsrecht“ in die Familien gesehen wurde, sollte ein soziales Leistungsgesetz werden, durch das Familien in ihrer Erziehungsleistung unterstützt werden“ (Rätz et al., 2014, S.24).

2.3 Historischer Abriss über die DDR und BRD

Um die Geschichte der stationären Kinder- und Jugendhilfe zu verstehen, bedarf es auch einen Blick auf die Deutsche Demokratische Republik und die Bundesrepublik Deutschland.

„In der ehemaligen DDR lebten durchschnittlich ca. 30.000 Kinder und Jugendliche in Heimen“ (Günder & Nowacki, 2020, S.25). In der BRD wohnten in den 1980er Jahren durchschnittlich ungefähr „52.000 Menschen in Einrichtungen der stationären Erziehungshilfe“ (Günder & Nowacki, 2020, S.25). Stellt man diese Angaben gegenüber mit den Bevölkerungsanzahlen der beiden deutschen Staaten, lässt sich erkennen, „dass in der DDR im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung mehr als doppelt so viele Kinder und Jugendliche in Heimerziehung untergebracht waren als in der Bundesrepublik“ (Günder & Nowacki, 2020, S.25). So hatten die Heime in der DDR nach dem Krieg besonders einen Fürsorgeauftrag für die Kriegswaisen. Durch die Jugendhilfeverordnung 1965 war die Aufgabe der Heimerziehung junge Menschen zu einem Teil einer sozialistischen Gesellschaft zu erziehen. „Neben produktiver Arbeit, Disziplin, Ordnung und Sauberkeit umfasste das Erziehungsprogramm auch militärischen Drill, eine paramilitärische Ausbildung sowie eine politisch-ideologische Schulung“ (Bundesstiftung Aufarbeitung, o. D.). Heime wurden kategorisiert in „normal erziehbar“ und „schwer erziehbar“. In den zuerst genannten Heimen wohnten junge Menschen, „bei denen keine Erziehungs-schwierigkeiten erwartet wurden“ (Bundesstiftung Aufarbeitung, o.D.). In den Spezialheimen für schwer Erziehbare, wohnten Kinder und Jugendliche, die sich widersprüchlich zu den gesellschaftlichen Forderungen verhalten haben (vgl. Bundesstiftung Aufarbeitung). Die Heimerziehung in Westdeutschland „wurde erst dann realisiert, wenn andere Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg gezeigt hatten“ (Günder & Nowacki, 2020, S.26). Im Ergebnis haben offenbar das christliche Menschenbild und das sozialistische Menschenbild die gleichen Erziehungsmethoden vorgebracht (Kappeler, 2013, S. 28).

Am 01. Januar 1991 wurde dann das Jugendwohlfahrtsgesetz, welches bis dorthin galt, mit dem neuen Kinder- und Jugendhilfegesetz abgelöst und trat in den westlichen Bundesländern in Kraft und wurde seitdem häufig den aktuellen Erkenntnissen angepasst. Weitere und genauere Informationen des KJHG finden sich im nächsten Unterkapitel 2.4 wieder.

2.4 Einführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes

Das Achte Buch des Sozialgesetzbuches (SGB VIII) ist als Artikel 1 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG) eine in Deutschland bundesgesetzliche Grundlage für die Gestaltung der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland, welche am 03. Oktober 1990 in den neuen und am 01. Januar in den alten Bundesländern in Kraft trat (vgl. Günder & Nowacki, 2020, S.51).

Dieses Gesetz „löste das bis dahin geltende Jugendwohlfahrtsgesetz (JWG) von 1961 ab“ (Rätz et al., 2014, S.42) und folgt den Erkenntnissen der Sozialisations-forschung sowie neueren Ansätzen der Pädagogik und anderer Sozialwissenschaften (Günder & Nowacki, 2020, S.51). Es wird als Leistungsgesetz verstanden, das Kindern, Jugendlichen und deren Familien unterstützen möchte und setzt auf die Förderung der Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit (vgl. §1 Abs.1 SGB VIII).

Es gibt drei grundlegende Bereiche des KJHG. Ein Bereich beinhaltet die Rechte auf soziale Leistungen, ein anderer thematisiert andere Aufgaben, die als Hoheitliche Maßnahmen angesehen werden, die durch das staatliche Wächteramt begründet sind und der dritte Bereich bezieht sich auf die Organisation der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe (vgl. Rätz et al., 2014, S.42f.).

Die stationäre Kinder- und Jugendhilfe wird in §34 KJHG als „Heimerziehung, sonstige betreute Wohnformen“ erwähnt. Hier entstanden nach dem JWG neue Regelungen, die die rechtliche Zuständigkeit und die Finanzierung der Heimerziehung betreffen (vgl. Günder & Nowacki, 2020, S.57). „Die moderne Heimerziehung gibt gegenwärtig vor, lebensweltorientiert zu sein und die Ressourcen der betroffenen jungen Menschen zu nutzen. Dies setzt unter anderem die aktive Beteiligung nicht nur als gelegentliche zugestandene Möglichkeit, sondern als festgelegtes Grundprinzip voraus“ (Günder & Nowacki, 2020, S.63).

Im Jahr 2021 wurde das Gesetz zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen (Kinder- und Jugendstärkungsgesetz – KJSG) verabschiedet. Grund für die Einführung des Gesetzes ist die Stärkung von Kindern, Jugendlichen und jungen Volljährigen, die einen besonderen Unterstützungsbedarf benötigen. Dieses Gesetz wird im darauffolgenden Kapitel 2.5 weiter erläutert.

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Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Stationäre Kinder- und Jugendhilfe. Geschichte, Organisation und Methoden
Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Veranstaltung
K01
Note
1,7
Jahr
2021
Seiten
25
Katalognummer
V1289720
ISBN (Buch)
9783346750181
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stationäre Kinder- und Jugendhilfe
Arbeit zitieren
Anonym, 2021, Stationäre Kinder- und Jugendhilfe. Geschichte, Organisation und Methoden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1289720

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