Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt im Bundesland Bremen sowie verschiedener sozialer Milieus. Die theoretische Grundlage stützt sich hierbei auf die Milieutheorie Michael Vesters sowie auf Ansätze anderer sozialgesellschaftlicher Theorien (bspw. Weber, Oesch). Es werden drei konkrete Milieus näher beschrieben und anhand von bestimmten Berufsbildern erläutert. Die Entwicklung dieser Milieus ergibt sich dann aus lokalen Erkenntnissen im Bundesland Bremen. Generell ist dies ein kleiner Einblick in die historische Entwicklung der Sozialstrukturanalyse sowie in einen lokalen Arbeitsmarkt während der Krise.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Modelle zur sozialstrukturellen Analyse
2.1 Historische Entwicklung der Sozialstrukturanalyse
2.2 Das Vester-Modell
2.3 Vergleich zwischen Vester und Weber
3. Betrachtung von drei Beispielmilieus
3.1 Beschreibung der Milieus
3.2 Beschreibung des Oesch-Modells
3.3 Einordnung der Berufe in das Modell nach Oesch und Vester
4. Veränderung der ausgewählten Berufe durch die Pandemie
4.1 Fachkraft Lagerlogistik
4.2 Helfer*in im Gastgewerbe
4.3 Der*Die psychologische Psychotherapeut*in
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf drei spezifische soziale Milieus und die daraus abgeleiteten Berufsgruppen im Bundesland Bremen unter Anwendung des Vester-Modells und des Ansatzes von Daniel Oesch.
- Analyse der sozioökonomischen Auswirkungen der Pandemie auf den Bremer Arbeitsmarkt.
- Theoretische Fundierung durch das Vester-Modell zur Sozialstrukturanalyse.
- Vergleichende Betrachtung von Fachkräften der Lagerlogistik, Hilfskräften im Gastgewerbe und psychologischen Psychotherapeut*innen.
- Untersuchung der Krisenbetroffenheit unterschiedlicher Qualifikationsniveaus.
- Reflexion über soziale Ungleichheit und potenzielle Chancen für gesellschaftliches Umdenken.
Auszug aus dem Buch
3.2 Beschreibung des Oesch-Modells
Für die genauere Beschreibung der verschiedenen Milieus und die anschließende Zuordnung zu entsprechenden Berufen, wird Daniel Oeschs Klassenmodell herangezogen.
Oesch hat in seinem Modell eine international vergleichende Analyse der Berufsgliederung aufgestellt; er entwickelt somit, wie schon zuvor erwähnt, die Modelle seiner Vorgänger, insbesondere das 11-Klassen-Modell John Goldthorpes weiter. Er erweiterte dieses um die bereits angesprochene Differenzierungsachse: vertikal teilte er die Gruppen nach ihrer Qualifizierung ein, horizontal nach 4 Arbeitslogiken. Er nahm so eine vierstufige Einteilung nach dem jeweiligen Bildungskapital vor, dies erstreckte sich von Un- und Angelernten, über Lehrberufe, Semiprofessionen bis zu Professionen. Er konnte so auch eine Trennlinie zwischen Angestellten und den jeweiligen Unternehmern abbilden, da diese in seinem Modell auf verschiedenen Qualifikationsstufen und ggf. auch in verschiedenen Arbeitslogiken, zu finden wären. Insgesamt ergeben sich aus Oeschs Modell 17 Berufsfelder, denen Berufe und Personen zugeordnet werden können (vgl. Weber-Menges/Vester 2011, S. 672).
Die vier Arbeitslogiken ergeben sich aus den verschiedenen Interessen der Erwerbstätigen, die sich, in Abhängigkeit von den jeweiligen Erfahrungen im Arbeitsalltag, entwickelten. Die erste Logikart stellt die interpersonelle Arbeitslogik dar; diese zeichnet sich dadurch aus, dass die Arbeitsabläufe sich hauptsächlich auf die sozialen Fähigkeiten der Angestellten stützten. Die Angestellten dieser Arbeitslogik sehen ihre Loyalität und Identifikation eher darin, sich den Wünschen und Anliegen der Kunden zu widmen - die spezifische Organisation, der sie angehören, ist dabei eher von geringer Bedeutung. In der technischen Arbeitslogik zeichnen sich die höher qualifizierten Personen durch das Entwickeln und Nutzen technischer Expertisen aus, während die geringer Qualifizierten eher Aufgaben, die an die direkten Produktion anliegen, ausführen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Pandemiefolgen auf den Arbeitsmarkt ein und definiert die methodische Herangehensweise sowie die Auswahl der betrachteten Berufsgruppen.
2. Modelle zur sozialstrukturellen Analyse: Das Kapitel bietet eine theoretische Übersicht über Modelle zur Sozialstrukturanalyse mit Fokus auf dem Vester-Modell und stellt dieses dem Klassenmodell von Max Weber gegenüber.
3. Betrachtung von drei Beispielmilieus: Hier werden drei Milieus definiert und das Modell von Daniel Oesch zur weiteren Differenzierung und Einordnung der Berufe herangezogen.
4. Veränderung der ausgewählten Berufe durch die Pandemie: Dieses Kapitel analysiert empirisch die Auswirkungen der Pandemie auf die Fachkraft Lagerlogistik, das Helfer*in im Gastgewerbe und den*die psychologische*n Psychotherapeut*in.
5. Fazit: Das Fazit bewertet die erzielten Ergebnisse und reflektiert den Einfluss der Pandemie auf die sozioökonomische Stabilität der betrachteten Milieus.
Schlüsselwörter
Sozialstrukturanalyse, Vester-Modell, Oesch-Modell, Covid-19-Pandemie, Arbeitsmarkt, Bremen, soziale Milieus, Lagerlogistik, Gastgewerbe, Psychotherapie, Prekarität, soziale Ungleichheit, Arbeitslogik, Habitus, Qualifizierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf verschiedene soziale Milieus und Berufsgruppen innerhalb des Bundeslandes Bremen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die theoretische Modellierung sozialer Strukturen und die empirische Analyse der Auswirkungen einer globalen Krise auf unterschiedliche Erwerbsbiografien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob und wie das Vester-Modell zur Beschreibung der pandemiebedingten Veränderungen der Milieus beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Kombination aus Literaturrecherche zur theoretischen Fundierung und einer empirischen Datenanalyse mittels branchenbezogener Statistiken angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung des Vester- und Oesch-Modells sowie die detaillierte Untersuchung dreier Berufe unter Berücksichtigung der Pandemie-Effekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Sozialstrukturanalyse, soziale Milieus, Arbeitsmarkteffekte und Pandemiefolgen.
Wie unterscheidet sich die Betroffenheit der untersuchten Berufe?
Es zeigt sich eine starke Korrelation zwischen Qualifizierungsniveau und Krisenbetroffenheit; während systemrelevante oder geschützte Berufe teils stabil blieben, litten Hilfstätigkeiten unter hoher Arbeitslosigkeit.
Warum wird speziell das Bremer Modellbeispiel gewählt?
Bremen eignet sich aufgrund seiner wirtschaftlichen Struktur als Hafen- und Logistikstandort besonders gut, um sowohl physische als auch soziale Auswirkungen der Pandemie regional präzise zu beobachten.
- Quote paper
- Lisa Wichmann (Author), 2022, Milieutheoretische Perspektive auf die Auswirkungen der Coronapandemie auf den Bezirk Bremen-Bremerhaven, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1290019